Gelesen im Oktober 2016

Dark Made Dawn von James P. Smythe

Dritter Teil der Australia-Trilogie, lest am besten einfach, was ich zu Teil 1 und Teil 2 geschrieben habe, man kann ja kaum etwas über das Buch sagen, ohne etwas aus den anderen Teilen zu verraten. Gelungener Abschluss mit zufriedenstellendem Ende und überhaupt. Wer schnelle YA-SF-Dystopien mag, wird hier gut bedient, ich mochte das sehr.

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Binti von Nnedi Okorafor

Eine SF-Novelle, über die ich schon viel gehört hatte, allerdings war mir nicht klar, dass es eine Novelle war und so war ich erstmal irritiert. Binti gehört zum Stamm der Himba und hat als mathematisches Wunderkind einen Platz an der Ooomza-Universität bekommen. Eigentlich gehört sich so etwas für die Himba nicht, und so bricht Binti mit ihrer Familie und steigt in das Raumschiff, das sie zur fernen Universität bringen soll. So ist sie allein auf einem Schiff voller Leute, die sie ob ihrer Traditionen nur langsam akzeptieren. Dann greifen die Medusen an und Binti ist auf einmal noch viel alleiner.

Vielleicht sollte der Vorsatz fürs nächste Jahr sein, mehr Novellen zu lesen, das ist eigentlich ein ganz angenehmes Format. Binti jedenfalls überzeugt mit einer sehr durchdachten Geschichte und einer komplexen Heldin. Darf gerne weitergehen.

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1Q84 (#1 – 2) von Haruki Murakami

Nope. Nope nope nope. Es fing so vielversprechend an, ich mag Murakami, die Figuren waren interessant, das Setting gut, die Story ließ sich gut an und ich war sehr bereit, das Buch zu lieben.

Dann wurde aber alles nervig und schlimm und noch nerviger und schlimmer, und irgendwann hatte ich einfach kein Interesse mehr, alle paar Seiten irgendetwas über irgendwelche Brüste zu lesen. Da konnte auch die Geschichte nicht helfen und das meiste habe ich auch mittlerweile wieder verdrängt, es geht um eine Parallelwelt, in die sich eine Auftragskillerin verirrt und ein junges Mädchen, das eine Geschichte über die „Little People“ geschrieben hat und einen Ghostwriter, der aus dieser Geschichte einen Bestseller macht und das wäre vermutlich, jetzt wo ich wieder drüber nachdenke, auch alles eigentlich ganz brauchbar gewesen, wenn nicht dauernd irgendwer über irgendjemandes Brüste reden oder nachdenken würde. Mannmannmann.

Ich habe kurz überlegt, ob ich noch den dritten Band lesen bzw. hören soll, mich dann aber dafür entschieden, lieber die Zusammenfassung in der Wikipedia zu lesen.

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Tigerman von Nick Harkaway

Endlich mal wieder ein Buch von Nick Harkaway, dessen Debüt The Gone-Away World ich so verehre. Das Schöne an Harkaway ist, dass man nie weiß, was einen als nächstes erwartet.

In Tigerman geht es auf die Insel Mancreu, eine Insel irgendwo weit ab vom Schuss, britische Kolonie, aber vor allem durch diverse Schlampereien verseucht und dem Untergang geweiht. Jeden Moment könnte der Vulkan ausbrechen und eine neue Wolke toxischer Rätsel ausspeien. Die Evakuierung ist schon geplant, nur wann, weiß niemand so genau und während die einen nach und nach die Insel für immer verlassen, bleiben die anderen hartnäckig, bis man sie aufs Schiff trägt.

Mittendrin Lester Ferris, Veteran der britischen Armee, der irgendwie auf die Insel aufpassen soll, dessen Autorität aber von den Inselbewohnern mindestens angezweifelt wird. Zwischen Drogengeschäften, dem drohenden Untergang, Bandenkriegen und dem gewaltsamen Mord eines seiner wenigen Freunde versucht Lester irgendwie Sinn in die Sache zu bringen und gleichzeitig noch eine Art Vater eines geheimnisvollen Jungen zu sein, der Comicbücher liest und plant, aus Lester einen ganz eigenen Superhelden zu machen.

Man muss ein wenig in Tigerman reinkommen, dann ist aber alles super. Harkaway eben, ich sag’s ja. Lest mehr Harkaway.

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Everything I Never Told You von Celeste Ng

Lydia wird tot im See gefunden und das Leben ihrer Familie wird durcheinandergeworfen. Da ist Marilyn Lee, die ihren Traum, Ärztin zu werden, aufgegeben hat und sich statt dessen um Mann und Kinder kümmert. James Lee ist der Sohn chinesischer Einwanderer und will eigentlich nur kein Außenseiter mehr im Amerika der 1970er sein. Der älteste Sohn sucht nach der Aufmerksamkeit, die seine Eltern ihm nie geben konnten und die jüngere Schwester läuft als Anhängsel irgendwie mit und wird oft genug vergessen.

Für Lydia jedoch hatten beide Eltern Träume, eben genau die Träume, die ihnen selber verwehrt blieben. Und Lydia will ihre Eltern glücklich machen und wird hin- und hergerissen zwischen zwei Leben, die sie beide gar nicht haben will.

Everything I Never Told You entfaltet seine Kraft sehr leise und behutsam, man merkt fast nicht, was für ein großartiges Buch man da liest. Ich habe es glaube ich, in seiner Wirkung unterschätzt, weil es so harmlos und leicht daherkommt, obwohl so viele tragische Geschichten drinstecken.

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