Noch mehr gelesen im April 2017

Nun also die zweite Hälfte, der erste Teil war hier.

The Roanoke Girls von Amy Engel

Na ja, nu. Das fällt sehr unter guilty pleasure und insgesamt war alles recht vorhersehbar. Die Roanoke-Farm steht irgendwo mitten in Kansas und alle Roanoke-Mädchen sterben oder laufen irgendwann weg. Lane ist die einzige, die zurückkommt, als ihre Cousine Allegra eines Tages verschwindet. Das ist so ungefähr die Prämisse, mit der ich geködert wurde und das erste Rätsel (Was ist los auf der Roanoke-Farm?) wird ziemlich schnell gelöst und ist wenig überraschend. Das zweite Rätsel (Who killed Allegra Roanoke?) braucht dann immerhin noch etwas und ist etwas weniger überraschend.

Dafür ist die Stimmung recht überzeugend eingefangen und die Figuren in all ihrer Stereotypie immerhin erstaunlich wenig schablonenhaft entwickelt. Außerdem liest es sich schnell weg, das ist ja auch was

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Pupu und die gelben Briefe von Jan de Zanger

Ich habe bei Goodreads die gelesenen Bücher aus dem Jahr 1994 nachgetragen, weil ich damals ein paar Wochen lang ein Bücherjournal pflegte. Man kann das hier im Techniktagebuch bewundern. Jedenfalls gab es da ein paar Bücher, die ich noch mal lesen wollte. Neu aufgelegt werden diese wohl nicht mehr, so dass ich sie gebraucht bestellt habe.

Pupu ist die junge Großmutter von Abé und tot. Sie ist die Treppe hinunter gestürzt, ein Unfall heißt es, und Abé ist kreuzunglücklich. Dann findet er aber Hinweise von Pupu, die ihn zu den gelben Briefen führen, die sie vor ihrem Tod bekommen hat und die darauf hindeuten, dass es eben kein Unfall war. Das klingt wie schwere Kost, ist aber letztendlich spannungsmäßig ungefähr auf dem Level einer Drei-Fragezeichen-Folge. Das ist aber auch okay, denn es ist ja ein Kinderbuch und genau so sollte man es auch lesen.

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Das Haus des Schweigens von Gillian Cross

Hier gilt das gleich wie schon oben beschrieben. Auch dieses Buch las ich im Sommer 1994 und wollte es jetzt noch mal lesen, nicht mehr aufgelegt, gebraucht gekauft und so weiter. Hier geht es um die Geschwister Stephen und Hannah, die in dem wunderlichen Haus über einem Wasserfall wohnen. Die Kinder mit der Mutter auf der einen Seite des Wasserfalls, der Vater mit dem seltsamen Onkel auf der anderen. Irgendwann muss etwas vorgefallen sein, aber Stephen erinnert sich nicht mehr und alle anderen schweigen sich tot. Da kommt der junge Student Nick, der sich für die Geschichte des Hauses interessiert und setzt die Ereignisse in Gang, die das Geheimnis um Roscoe’s Leap lüften sollen.

Das ist alles adäquat geheimnisvoll und spannend erzählt und liest sich recht fix runter. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, die Szenerie ansprechend, auch hier bewegen wir uns vom Spannungsniveau grob auf Rocky-Beach-Niveau. Das bedeutet auch, dass die Auflösung weniger spektakulär ist, als man es so gewohnt ist, aber genau das macht die Geschichte dann wieder sympathisch und sogar irgendwie wirklichkeitsnah. Muss ja eben auch nicht immer alles spektakulär sein.

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The Perfect Girl von Gilly Macmillan

Noch so ein Thriller, aber dieses Mal mit weniger guilty pleasure. Klang ganz vielversprechend, kostete fürs Kindle nur einen Euro. Es geht um das Klavierwunderkind Zoe, die Schuld am Tod von drei Mitschülern hat und deswegen auch Zeit abgesessen hat. Die Ehe der Eltern ging darüber zu Bruch, jetzt will ihre Mutter mit neuem Mann, neuem Namen und neuer Stadt auch ein neues Leben beginnen. Bei dem ersten Klaviervorspiel in diesem neuen Leben kommt es aber direkt zu einem unschönen Zwischenfall, so dass die Fassade bröckelt. Am nächsten Tag ist Zoes Mutter tot.

Die Geschichte entwickelt sich gut, jedes Kapitel wird aus einer anderen Perspektive erzählt, man kann recht schon sehen, wie sich die Fäden entspinnen und wieder zusammengeführt werden. Das ist alles keine große Literatur, macht aber Spaß und ist dabei nicht unintelligent. Wer etwas fürs Sofa oder den Liegestuhl sucht, ist bei The Perfect Girl gut aufgehoben.

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Mrs. Flax und Töchter von Patty Dann

Im Bücherschrank gefunden. Ich weiß noch, wie ich es 1994 gelesen habe, vor allem aber habe ich den Film (deutscher Titel: Meerjungfrauen küssen besser) wirklich sehr, sehr, sehr oft gesehen. Ich bin dementsprechend quasi unfähig, dieses Buch zu bewerten, weil ich den Film so liebe, und es schwierig ist, Buch und Film auseinanderzuhalten. Die 15-jährige Charlotte zieht im Jahr 1963 zum x-ten Mal mit ihren unkonventionellen Mutter Mrs. Flax und ihrer kleinen Schwester Kate um. Ihren Vater kennt sie nicht, das unstete Leben ihrer Mutter verachtet sie und überhaupt will sie Nonne werden und wartet auf ein Zeichen von Gott.

Zumindest habe ich es jetzt, 23 Jahre, nachdem ich es zum ersten Mal gelesen habe und etliche Male, die ich den Film gesehen habe, später, auch sehr gerne gelesen. Es passiert nicht viel, die Figuren sind ein bisschen weniger ausgearbeitet als im Film, aber es gab ein unangenehmes „Und das fand ich als Teenager gut?“-Gefühl, im Gegenteil. Das ist ein nettes Jugendbuch, ob es heute noch funktioniert, kann ich schlecht beurteilen. Auf jeden Fall muss ich dringend die DVD ausgraben, ich habe akute Nostalgie.

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Die unsichtbare Bibliothek von Genevieve Cogman

Vielleicht nicht das geeignete Buch, um es als Hörbuch zu hören. Ich musste es drei Mal neu anfangen, weil ich immer wieder weggedriftet bin und irgendwann nicht mehr wusste, worum es geht. Dabei ist die Geschichte gar nicht so kompliziert und eigentlich angenehm quirky und hätte mir mehr zusagen müssen, als sie es dann letztendlich tat.

Es geht um Irene, die als Bibliothekarin der „unsichtbaren Bibliothek“ durch Parallelwelten reist, um seltene Bücher zu finden und in die Bibliothek zu bringen. Ihr neuer Auftrag, eine Erstausgabe eines Märchenbuchs der Grimms zu besorgen, führt sie nach London, wo sie es auf einmal mit einem Mord an einem Vampir, Elfen, der rivalisierenden Bibliothekarin Bradamant und dem mysteriösen Alberich zu tun hat.

Irgendwann nimmt die Geschichte an Fahrt auf und dann wird es tatsächlich auch spannend, aber insgesamt konnte mich das ganz nicht so mitnehmen, wie ich es mir gehofft hatte. Ich habe auch den leisen Verdacht, dass die Übersetzung eher so mittel ist, denn es werden dauernd Dinge „erinnerlich“ und irgendwann werden „schockierende Blicke“ ausgetauscht, wo vermutlich eher „schockierte Blicke“ gemeint waren.

Vielleicht wäre es im Original und nicht als Hörbuch besser gewesen, aber ich probiere es jetzt nicht aus.

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2 Antworten auf „Noch mehr gelesen im April 2017“

  1. Neulich noch über das Buch „Das Haus des Schweigens“ nachgedacht – nur der Titel fiel mir nicht mehr ein und Google half auch nicht weiter.
    Und jetzt steht das hier einfach so! Wunderbar!

  2. Ach guck, „Die unsichtbare Bibliothek“ hab ich letztes Jahr im Original fürs Kindle gelesen, da gab es offenbar noch keine Übersetzung. Ich fand es gut, aber im Englischen grade den Tick zu kompliziert, der mich davon abhielt, die Fortsetzung zu lesen.

    Hab ich allerdings Lust, mich mit einer miesen Übersetzung rumzuschlagen? Muss mal schauen!

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