Tagebuchbloggen, 10.8. und 11.8.2018 – Lesung, Hochzeit, Albert Heijn

Freitagabend durfte ich in Bonn auf der Mimimimi-Sommerlesung, organisiert von dem wunderbaren Moderationsduo Sylvia und Johannes Ukulele spielen und singen. Alles daran war schön, die Lesung selber, dass ich mal wieder vor Leuten spielen und singen durfte und dass zwei Schulfreundinnen sich tatsächlich von Bad Honnef und Leverkusen auf den Weg gemacht hatten, um mir dabei zuzugucken.

Wer nicht dabei sein konnte und den Livestream verpasst hat, der kann das hier auf dem Blog von Mimimimi nachholen.

Leider hatte ich nicht so viel Zeit zum Üben, die beiden Abende, die ich fest dafür verplant hatte, wurden mir ja von der Bahn drastisch gekürzt. Normalerweise muss ich ja auch gar nicht üben, man kann mich im Prinzip an ein Klavier setzen und ich spiele zwei Stunden durch ohne mich zu wiederholen. Nun war da aber kein Klavier und an der Ukulele muss ich mich tatsächlich etwas vorbereiten, um den Eindruck zu vermitteln, ich wüsste, was ich da tu. Es war aber glaub ich, okay. Mein Mann, der härteste Kritiker von allen, hatte jedenfalls nichts Grundsätzliches anzumeckern.

Falls hier also noch jemand eine Pausenauflockerungs-Singer-Songwriterin sucht, ich bin immer gerne zu solcherart Schandtaten bereit. Wer Tipps für Open Stages hat, gerne auch an mich. Meine Gesangslehrerin sagt, das gehört alles auf eine Bühne und sie muss es ja wissen.

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Überhaupt fahre ich ja gerne nach Bonn, es kommt auch viel zu selten vor und ich habe da immerhin eine prägende, wenn auch zu kurze Zeit meines jungen Erwachsenenlebens verbracht. Das musikwissenschaftliche Seminar ist auch schon nicht mehr da, wo es mal war und der Mr. Music hat mittlerweile für immer die Türen dicht gemacht, von der traditionsreichen Buchhandlung Bouvier ganz zu schweigen.

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Samstag waren wir dann auf eine standesamtliche Trauung samt Sektempfang nach Isselburg eingeladen. Ich bin ja gerne auf Hochzeiten, weil es da meistens umsonst Essen gibt und ich ja bekanntlich für Gratisschnittchen fast alles mache. Zudem hatte mein Mann eine Klavierspielverpflichtung auf der Hochzeit und bei der Nähe zur Grenze winkte ein Ausflug zum Albert Heijn, aber dazu später mehr.

Während ich dem romantischen Aspekt einer Hochzeit zwar eher skeptisch entgegenstehe, kann ich dem Feieraspekt sehr viel abgewinnen. Ich machte also viele Fotos von gut angezogenen, glücklichen Menschen und unterhielt mich sehr lange und nett mit dem Bräutigamsbruder und seiner Frau, während der Kellner uns Sekt nachschenkte.

Dazu muss man wissen, dass wir dieses Jahr mit dem schlimmsten Luxusproblem überhaupt zu tun haben: Die kirchliche Trauung ist nämlich im September in Südafrika und wir müssen also dieses Jahr nach Südafrika und selten war ein Jahr ungeeigneter aus diversen Gründen, vor allem aber mussten wir ja den Camperbus einweihen, es bleibt also nicht annähernd so viel Urlaub übrig, wie man als vernünftiger Mensch für eine Südafrikareise bräuchte. Dementsprechend hielt sich der Enthusiasmus bislang in Grenzen.

Seit Samstag stehe ich dem ganzen Unterfangen aber schon sehr viel positiver entgegen, es waren sehr viele nette Leute auf der Hochzeit, mit denen ich gerne im September noch etwas mehr Zeit verbringen möchte. Jetzt nur noch schnell ein bisschen Afrikaans lernen, dann läuft das schon.

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Ich bewerte HochzeitsfotografInnen übrigens mittlerweile nur noch nach dem Gruppenfoto. Bei einer Hochzeit nämlich gab es eine Fotografin, die keine Ruhe gab, bis auch wirklich jeder auf dem Bild zu sehen sein würde. Da wurde hier noch ein Schritt vorgegangen, hier noch mal etwas nach links gewinkt, da einer nach vorne geholt, da hinten noch einer einen Schritt nach rechts. Von allen Hochzeiten, auf denen ich bisher war, ist dieses Bild vermutlich das einzige, auf dem wirklich jeder zu sehen ist, das hat mich schwer beeindruckt, so erwarte ich das eigentlich jetzt immer, es ist aber seitdem nie wieder passiert.

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Nach dem Sektempfang zogen wir mit drei weiteren Gästen, von denen zwei es gar nicht zur Hochzeit geschafft hatten, weil ihnen kurz vor dem Ziel der Wagen verreckte, dann Abschleppen, Mietwagen, und so weiter, jedenfalls zogen wir weiter über die Grenze nach Ulft, aßen im Schaftlokaal unter anderem Fleischkroketten und Cheeseburger, machten noch einen kleinen Spaziergang und fuhren dann zu Albert Heijn, um tolle niederländische Dinge zu kaufen.

Bei Albert Heijn war ich ja initial vor allem von den Säften fasziniert, mittlerweile packen wir immer die Taschen voll mit tollem Kram, den es bei uns nicht gibt.

Gestern war das zum Beispiel:

  • Gewürzmischungen für marinierte Satéspieße und Erdnusssauce
  • Eingelegte Chipotle-Pfefferschoten
  • Quaker Oats mit Zimt
  • Mandarinenlimonade
  • Halbe-Liter-Flaschen mit Fever Tree Tonic
  • Diverse Zitronenlimonaden

Unsere Einkaufsbegleitung wollte noch gerne eine Trinkflasche kaufen, die aber aus so einem Bonusstickersammelheftsortiment kam. Mit vereinten Kräften und einem kurzen Blick auf unseren Kassenbon rückte die nette Frau an der Kasse dann aber die dafür benötigten zwanzig Sticker raus und ich sag mal, wir haben nicht für 200 Euro eingekauft, das war also sehr großzügig aufgerundet.

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Abends waren wir dann so müde und kaputt, dass ich zum ersten und hoffentlich auch erstmal letzten Mal Essen vom Thai anliefern ließ. Das ist dem Thaimann eventuell sogar ein bisschen egal, uns trennen nur drei Häuser, aber mir ist es ein wenig peinlich. Ich war aber keinesfalls mehr bereit, eine Hose anzuziehen.

Zum Essen gab es die Salzburger Inszenierung von Salome von Richard Strauss auf 3sat und ich löste noch das vorletzte Kreuzworträtsel aus der Zeit. MIT KUGELSCHREIBER, because no risk, no fun! Ich möchte das nur erwähnen, weil man sonst leicht den Eindruck gewinnen könnte, bei uns würde nur Trash-TV und Candy Crush Saga konsumiert. Dies ist mitnichten der Fall.

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Aktuell keine Neuigkeiten von der Aufräumfront. Ich musste nämlich zum Beispiel auf eine Lesung und eine Hochzeit. Jetzt ist aber erst mal wieder Ruhe, es kann also demnächst weitergehen. Währenddessen übe ich fleißig Dinge ohne großen Zeitverzug wieder dahin zu stellen, wo sie hingehören. Das klappt erfreulich gut und überhaupt nicht überraschend ist das Leben ein einfacheres, wenn man nicht dauernd Dinge suchen muss, weil sie halt da stehen, wo sie hingehören.


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