Lieblingstweets im Juni (Teil 2)

KREISVERKEHRE! NACHOS! QUALLEN MIT JOURNALISTEN-GEN! PROZENTRECHNEN VS. BROTSCHNEIDEN! UND NATÜRLICH FUSSBALL! JEDE MENGE FUSSBALL! (Keine Ahnung, wieso.)

WM-Spezial:

Gute Kundin

Als ich gestern auf der Gourmetmeile in einer Schlange stand, um ein Stück Rindersteak mit Trüffelrisotto zu erstehen, konnte ich natürlich auch beobachten, wie der typische Bestellablauf sich gestaltete.

Servicekraft: Buena Buona sera!
Kunde: Ich hätte gerne dies-und-das.
S: Haben Sie schon Besteck?
K: Ja.
S: Noch etwas zu trinken dazu?
K: Ja, ein Glas So-und-so-Wein.
S: Macht drölf Euro. Bitte stellen Sie sich an der Ausgabe an.

Dann war ich an der Reihe und das ging so:

Servicekraft: Buena Sera!
Anne: Ich hätte gerne das Rindersteak, Besteck hab ich schon und zu trinken möchte ich nichts.
S: Macht neun Euro fünfzig. Bitte stellen Sie sich an der Ausgabe an.

In Wirklichkeit war das Gespräch länger, weil sich der Mensch hinter der Theke so freute, eine gut mitarbeitende und vorausschauende Kundin zu haben, ich aber zumindest zugeben musste, ja auch durch die mitgelauschten Gespräche vorher auf so einem guten Wissensstand zu sein. Jedenfalls waren alles sehr glücklich. Ich geb mir eben auch als Kundin immer sehr viel Mühe.

Schienenersatzverkehr – Keine Liebesgeschichte

Ich könnte jetzt die komplette, etwas komplizierte Geschichte erzählen, wie es zum Schienenersatzverkehr kam, aber das verwirrt dann wieder nur alle und ist auch nicht sonderlich interessant. Jedenfalls muss ich diese Woche jeden Tag mit einem Bus von Essen nach Ratingen fahren und kann nun relativ sicher behaupten, dass man das auch nicht zwingend länger als eine Woche tun muss.

Dabei ist der Schienenersatzverkehr prinzipiell gar nicht so schlimm, wie ich befürchtete. Montagmorgen zum Beispiel fand ich es sehr gemütlich über Essen-Werden am Baldeneysee vorbei nach Kettwig zu gondeln, dann über die Brücke über den Ruhrstausee, vorbei am Schloss Hugenpoet und dann irgendwelche Serpentinen hoch durch einen Wald und an Feldern und Wiesen mit Pferden und Schafen vorbei über Hösel bis nach Ratingen. Das war erstaunlich entspannend, man sieht mal wieder, wie hübsch die Gegend ist und ist entzückt über goldgelbe Felder, wo sich die Ähren im Wind wiegen oder so ähnlich, ich kenne mich da in der Landschaftsbeschreibungsterminologie nur so mittel aus, ich bin auch bei “Herr der Ringe” immer ausgestiegen, wenn Tolkien anfing, einen Berg zu beschreiben und hab da weitergelesen, wo die Adjektivhäufung aufhörte.

Das Problem ist aber folgendes. Erstens kann ich im Bus nicht lesen oder nur in Momenten, in denen die Konstellation meiner körperlichen Verfassung und der Fahrstil des Busfahrers besonders günstig steht. Diese Momente sind leider sehr selten. Ansonsten wird mir vom Lesen im Bus schlecht. Man kann das eine Woche ganz gut überbrücken, in dem man Podcasts hört, aber das ist auf Dauer ja auch keine Lösung. Im Zug dagegen kann ich alles machen, manches sogar gleichzeitig.

Also höre ich Podcasts und würde dabei gerne aus dem Fenster gucken und mich an der hübschen Landschaft erfreuen. Hier kommt das nächste Problem: Aus mir schleierhaften Gründen werden Busse gerne auf beiden Seiten komplett von oben bis unten und von hinten bis vorne mit Werbung tapeziert. Das mit der Werbung verstehe ich ja noch, dafür bekommt man Geld und kann schönere Busse kaufen oder alte Busse reparieren. In gefühlt acht von zehn Fällen werden dabei aber die Fenster mit tapeziert und man kann die entzückenden Schafe auf den hübschen Wiesen nur durch ein auf der Außenscheibe aufgeklebtes Lochmuster sehen.

Und genau das scheint mir das Grundproblem beim Busfahren zu sein: Im Zug brauche ich nicht aus dem Fenster zu gucken, da kann ich nämlich lesen, ich könnte aber aus dem Fenster gucken, weil bisher noch niemand auf die Idee gekommen ist, Werbung an einen RE oder gar einen ICE zu kleben. Im Bus, wo ich nicht lesen kann und ich auf einmal große visuelle Kapazitäten frei habe, mit denen ich prima aus dem Fenster gucken könnte, kann ich das nicht, weil ich eh alles nur hinter einem Grauschleier erahnen kann. Da hat doch jemand nicht richtig mitgedacht! Das ergibt doch so alles keinen Sinn!

Es ist aber auch ein bisschen egal, weil ich nur noch morgen einmal nach Ratingen und wieder zurück muss und ab nächster Woche wieder mit Zügen fahren darf. Das ist vielleicht dann auch für alle Beteiligten ganz gut, denn entweder meine Verfassung wird zunehmend schlechter oder der Busfahrer heute hatte es besonders eilig, nach Essen zu kommen. Möglicherweise wollte er auch das Fußballspiel nicht verpassen. So habe ich mich jedenfalls erfolgreich zurückgehalten und auch heute nicht in den Bus gekotzt. Ich bin ein bisschen stolz auf mich und wenn in der nächsten Woche jemand, der aussieht wie ich, in Essen in die Bahn steigt und spontane Loblieder auf den Schienenverkehr intoniert, dann ist jetzt hoffentlich auch klar, wie es dazu kommen konnte. Es war mal wieder der Schienenersatzverkehr mit Bussen.

For Groovy Moovy People Only

Wir haben am Samstag eher spontan einen Camcorder gekauft, aber darüber habe ich ja schon im Techniktagebuch berichtet. Da schrieb ich auch etwas von einem Musikvideo und hüpfenden Kuscheltieren und so, und das war selbstverständlich nicht gelogen, sondern die volle Wahrheit.

Der feine Herr Gemahl hat nämlich einen lustigen kleinen Sommer-Elektropopsong geschrieben und weil ich selber eher nur gut Sitztanzen kann, haben die Kuscheltiere den Tanzpart übernommen. Davon hätte man auch schön ein Making-Of drehen können. Wie ich zum Beispiel verdreht hinter einer Cajon auf dem Boden lag oder mit einem Quilt zugedeckt hinter einem Bass kniete. Wir haben uns da wirklich sehr viel Mühe gegeben und keine Kosten und Mühen gescheut.

Herausgekommen ist dann jetzt das hier. Und dafür, dass wir uns weder im Drehen von Videos noch im Schneiden von eben solchen bis zu diesem Wochenende irgendwie auskannten, ist es ziemlich gut geworden.

Fanpost an den Koala dann bitte weiterhin an unsere Adresse, wir leiten das dann weiter.

Diese Woche im Fernsehen (23.6.2014 – 29.6.2014)

Vom Sommerloch merkt man in meiner Fernsehzeitung übrigens nichts. Ich weiß gar nicht, was die wollen. Erstens soll man doch rausgehen und zweitens kommt dauernd Fußball.

Montag, 23.6.2014

Im Westen nichts Neues (20:15 bis 22:25 auf arte)
Draußen tolles Wetter, außerdem lustiger Fußball, aber wer trotzdem Lust hat, sich ordentlich deprimieren zu lassen, kann natürlich auch alte (Anti-)Kriegsfilmklassiker gucken.

Geschundenes Zelluloid (22:25 bis 22:55 auf arte)
Und im Anschluss gibt es dann noch eine Doku zur Zensurgeschichte von “Im Westen nichts Neues”. Das ist bestimmt auch sehr heiter und flockig.

Midnight in Paris (22:00 bis 23:25 im ZDF)
Woody Allen ist ja so ein Kandidat, mit dem man entweder sehr viel anfangen kann oder gar nichts. Aber: Marion Cotillard! Rachel McAdams! Adrien Brody! Tom Hiddleston! Und natürlich Paris! Klingt nicht verkehrt.

Dienstag, 24.6.2014

Prohibition (20:15 bis 22:00 auf arte)
Es geht weiter mit Teil 4 und 5 der Dokureihe über die Zeit der Prohibition in Amerika. Meistens kann man sowas ja auch gucken, wenn man die anderen Teile verpasst hat.

Mittwoch, 25.6.2014

“Carmen” aus der Arena von Verona (20:15 bis 23:05 auf arte)
Erst, wenn man das regelmäßig aufschreibt, fällt einem auf, wie oft ganze Opern im Fernsehen gezeigt werden. Es gibt also gar keine Ausreden, ein bisschen Hochkultur zu betreiben, außer natürlich, weil man Opern doof findet.

Donnerstag, 26.6.2014

Das System Ponzi (22:00 bis 23:25 auf arte)
Okay. Es gibt also ein Theaterstück über den Finanzbetrüger Ponzi und davon gibt es eine Verfilmung. Es gibt also offiziell nichts, was es nicht geben könnte.

Freitag, 27.6.2014

Die Muppets (20.15 bis 22:25 auf Pro Sieben)
Ich versuche ja, die Privaten zu vermeiden, das wird heute schwierig, weil: MUPPETS! Obwohl ich ja gleich anmerken muss, dass man sich den doch am besten direkt auf DVD oder Blu-ray oder als Video on Demand oder hassenichtgesehn angucken kann und dann am besten noch auf Englisch. Aber für alle anderen kommt er halt heute auf Pro Sieben. Geht auch.

Die durch die Hölle gehen (22:15 bis 1:35 auf Servus TV)
Es gibt kein Filmgenre, das mich so deprimiert wie Kriegsfilme. Oder Antikriegsfilme. Wie auch immer. Deswegen gucke ich das nicht mehr. Was nichts daran ändert, dass es da sehr gute Filme gibt, und andere Leute die vielleicht gerne gucken möchte. “Die durch die Hölle gehen” zum Beispiel. Hab ich gesehen, möchte ich nicht noch einmal sehen. Sehr guter Filme, nur halt unerträglich deprimierend.

Samstag, 28.6.2014

Pina – Tanzt, tanzt sonst sind wir verloren (21:45 bis 23:25 auf 3sat)
Dokumentarfilm von Wim Wenders über Pina Bausch, preisgekrönt und so weiter und so fort. Alles sehr hochkulturig bestimmt, aber das kann man ja auch mal machen.

Sonntag, 29.6.2014

Der rosarote Panther (15:20 bis 17:10 im ZDF)
Das Original von 1963. Hab ich wahrscheinlich gar nicht gesehen, aber es ist ja nie zu spät dafür, etwas Filmgeschichte aufzuholen.

Wir, die Teenager (21:35 bis 22:55 auf arte)
Es nennt sich “Essayfilm” und es geht um die Entwicklung der Jugendkultur. Wer regelmäßig wie ich unter akuter Nostalgie leidet, für den könnte das was sein. Melancholie inklusive.

Nowhere Boy – Als John Lennon noch ein Junge war (23:30 bis 1:03 im Ersten)
Wir lernen noch ein neues Wort: Biopic! Also eine verfilmte Biographie oder so. Diesmal über die Jugendjahre von John Lennon in Liverpool.

Unfälle beim Rückenschwimmen

Als jetzt gerade im Fernsehen arme Fußballspieler mit Platzwunden auf dem Platz lagen, nach einem Spiel gegen Ghana, das mich ja nur vom Zugucken vollkommen kirre gemacht hat, da musste ich wieder an heute morgen denken.

Heute morgen war ich nämlich Schwimmen. Es ist ja so, dass der feine Herr Gemahl mittlerweile zwei bis vier Mal in der Woche morgens irgendwelchen Sport macht. Absurd, ich weiß, aber so ist es jetzt wohl. Manchmal geht er laufen, manchmal geht er schwimmen, jedenfalls steht er zu absurden Zeiten auf, um sich mit anderen verrückten Menschen zu treffen und sich körperlich zu betätigen. Vorm Mitmachen rettet mich nur, dass ich in einer anderen Stadt arbeite und das morgens zeitlich einfach nicht schaffen würde.

Heute war aber Samstag und es fehlte mir nicht nur an Ausreden, mit ins Schwimmbad zu gehen, ich hatte sogar irgendwie Lust dazu. Und so begab es sich, dass ich heute um kurz nach halb neun im Rüttenscheider Schwimmzentrum ins große Becken stieg und 20 Bahnen in sehr moderatem Tempo hin und her schwamm. Meistens Brustschwimmen, denn etwas anderes kann ich nicht.

Das Rüttenscheider Schwimmzentrum ist nicht schön, aber gut besucht. Ich kenne mich in Essen zu wenig aus, aber ich glaube, die Hallenbaddichte ist nicht besonders gut und man nimmt, was man kriegt und was in der Nähe ist, deswegen nehmen viele Menschen eben das Rüttenscheider Schwimmzentrum.

Weil ich also aber nicht zwanzig Bahnen einfach so nur mit Brustschwimmen schaffe, brauchte ich ein bisschen Rückenschwimmen. Da guckt man dann vorher, ob die Bahn frei ist, legt sich entspannt auf den Rücken und schwimmt drauf los. Danach sieht man ja nicht mehr viel außer der recht unattraktiven Schwimmhallendecke.

Jedenfalls liege ich da so auf dem Rücken und stoße auf einmal gegen irgendwas. Irgendwas ist ein vielleicht Siebzigjähriger, der die gleiche Idee hatte wie ich und die Bahn auf dem Rücken zurücklegen wollte, nur eben in die andere Richtung. Wir entschuldigen uns gegenseitig, stellen fest, dass ja nichts passiert ist, niemand blutet, niemand ist schuld, wir schwimmen weiter und alles ist gut. So geht das also auch. Völlig unspektakulär, aber dafür halt auch nicht so wirklich interessant.

Diese Woche im Fernsehen (16.6.2014 – 22.6.2014)

Ihr guckt eh alle Fußball und das Fernsehprogramm scheint sich darauf eingestellt zu haben, es ist nämlich eher so mittelüberzeugend, aber ich finde bestimmt etwas, was man gucken kann. Also, wenn man nicht sowieso gerade Fußball guckt.

Montag, 16.6.2014

Ein mörderisches Geschäft (20:15 bis 21:45 im ZDF)
Hab ich nicht gesehen, ist vielleicht auch eher so normal okay, aber Devid Striesow spielt mit und das ist ja schon ein ganz gutes Argument für einen deutschen Fernsehfilm.

Dienstag, 17.6.2014

Prohibition (20:15 bis 22:55 auf arte)
Teil 1 bis 3 einer Dokureihe über die Zeit der Prohibition in Amerika. What’s not to like? Nächste Woche gibt’s dann Teil 4 bis 6.

This Ain’t California (22:45 bis 0:20 auf ARD)
Nennt sich Pseudodoku, was auch immer da sein soll, aber es geht um die Skaterszene in der DDR in den Achtziger Jahren. Das klingt zumindest ausreichend amüsant und verrückt, als dass es sich lohnen könnte.

Mittwoch, 18.6.2014

Moonlight Mile (0:00 bis 1:50 auf 3sat)
Zugegebenermaßen ein Verlegenheitstipp, weil sonst wirklich so gar nichts kommt. Ich kenne den Film nicht, denke aber, dass ein Film mit Jake Gyllenhall, Susan Sarandon und Dustin Hoffman nicht ernsthaft schlecht sein kann. Aber es wird bestimmt ganz furchtbar traurig.

Donnerstag, 19.6.2014

Kung Fu Panda (16:40 bis 18:05 im WDR)
Ja ja, Kung Fu Panda. Klingt seltsam, ist aber wirklich lustig. Ich hab irgendwann mal aus Versehen reingeschaltet und würde es wieder tun.

Höhle der Haie (18:15 bis 19:00 auf arte)
Unterwasserdoku! Muss ich denn mehr sagen? (Es ist eine Unterwasserdoku. Mit Fischen! Und Haien!)

Das Spiel von Liebe und Zufall (21:35 bis 22:50 auf arte)
Es ist eine französische Liebesverwechslungsdingensichkomödie nach einem Theaterstück. Kann man ja auch mal machen.

Der Untergang des Römischen Reiches (23:35 bis 2:20 im MDR)
MONUMENTALEPOS! MIT SOPHIA LOREN! UND ALEX GUINNESS! UND ÜBERHAUPT!

Freitag, 20.6.2014

Am Himmel der Tag (21:45 bis 23:10 auf Eins Festival)
Drama mit Aylin Tezel, die ja jetzt im Dortmunder Tatort mitspielt. Kenn ich nicht, lief in der letzten Zeit aber dauernd auf irgendwelchen Spartenprogrammen, bekommt gute Kritiekn und sonst kommt auch wirklich nichts.

Mit der Schultasche in die Welt (23:15 bis 0:00 im WDR)
Doku über die Anfänge des Schüleraustauschs in den Fünfziger Jahren. Denkt man ja gar nicht dran, dass man darüber Dokus machen kann. Der zweite Teil kommt nächste Woche.

Samstag, 21.6.2014

Dick und Doof: Hände hoch – oder nicht (16:15 bis 17:45 auf 3sat)
Sollte man vielleicht mal gucken. Man weiß ja immer nur, dass es das gibt, hat es aber viel zu oft gar nicht selbst gesehen.

Insomnia – Schlaflos (1:15 bis 3:05 im ZDF)
Remake des norwegischen Thrillers aus dem Jahre 1997 (also das Remake, dieser ist von 2002). Auch hier gilt: Ein Film mit Robin Williams, Al Pacino und Hilary Swank kann nicht ernsthaft schlecht sein. Erst recht, wenn Robin Williams den Bösen spielen darf. (Das ist meines Wissens übrigens kein Spoiler.)

Sonntag, 22.6.2014

Saturday Night Fever (20:15 bis 22:05 auf arte)
Gnihihi. Weil wegen, nicht wahr?

Bad 25 (22:05 bis 23:15 auf arte)
Doku von Spike Lee zum 25. Geburtstag von Michael Jacksons “Bad”. Ich verwechsele ja immer Spike Lee und Spike Jonze, aber ich glaube, das ist okay, die machen beide gute Sachen.

Lieblingstweets im Juni (Teil 1)

OBST MIT LEBENSERFAHRUNG! NUDELN MIT TOMATENSOSSE! AUTOS MIT PARKASSISTENTEN! GESCHIRRSPÜLTABS MIT WASSERLÖSLICHER FOLIE! UND GANZ AKTUELL MIT GLEICH ZWEI SONDEREDITIONEN!

Sturmsonderedition:

Und dann noch, kaum zu vermeiden, die WM-Sonderedition:

Die Ruhe nach dem Sturm

Es fing ja eigentlich damit an, dass wir gestern Abend nach Hause kamen und an der Kreuzung auf einmal alle Ampeln ausgingen. Dabei dachte ich mir noch gar nicht so viel, bis wir dann in unsere Straße kamen, wo die Nachbarn über die Straße hinweg laut rufend abcheckten, ob bei allen anderen wohl auch der Strom ausgefallen sei. Ja, war er. Überall. Strom weg.

Für solche Fälle bin ich ja gewaffnet und habe ausreichend viele Kerzen und Streichhölzer im Haus. Nur den Tatort konnten wir dann nicht gucken, dafür schnibbelte ich bei Kerzenschein noch schnell die restlichen Erdbeeren klein und holte den Sekt aus dem Kühlschrank, der musste ja weg, solange er noch kalt war.

Dann kam der Strom wieder.

Und dann kam der Sturm. Eigentlich erwartet man das ja andersrum, erst Sturm und Gewitter, dann Strom weg. Hier im Ruhrgebiet macht man das wohl andersrum. Es war ein ganz schönes Stürmchen mit ziemlich viel Geblitze und bedenklich viel Wasser, das eimerweise vom Himmel runterkam. Plötzlich leuchtete noch nicht mal mehr das RWE-Drehding, und ich wusste nicht, ob das jemand absichtlich abgeschaltet hatte, es einfach ausgegangen war oder ich es einfach durch den Regen nicht mehr sehen konnte.

Währenddessen konnte man auf Twitter schön verfolgen, wo sich das Unwetter noch so umtrieb. Arme Menschen hingen an Bahnhöfen fest oder teilten beunruhigende Videos mit wankenden Bäumen und Dauerblitzen. Vor dem Fenster prasselte und blitzte und stürmte es und irgendwann war dann gut, wir rissen die Fenster auf, um die Luft reinzulassen und gingen ins Bett und schliefen schlecht.

Heute morgen machte ich mich dann todesmutig auf Richtung Bahnhof, in der zugegebenermaßen eher irrigen Hoffnung, zur Arbeit fahren zu können. Dass die U-Bahn nicht fuhr, schien mir angemessen und ich lief zu Fuß, musste dabei ein paar Mal wegen umgeknickter Bäume auf der Straße entlanglaufen und einmal unter einem querliegenden Ast durchkrabbeln, ansonsten ging das aber ganz gut. Natürlich fuhr dann nichts. Also so gar nichts. Arme Menschen lagen in den Gängen auf dem Boden, hatten scheinbar notdürftig am Bahnhof übernachtet, andere saßen auf den Treppen oder standen rum und ließen sich vom Bahnpersonal Bestätigungsschreiben aushändigen, auf denen die Bahn offiziell bescheinigte, dass nichts lief. Also lief ich wieder nach Hause, kam an einem komplett entwurzelten Baum vorbei, klärte noch ab, dass ich wohl eher nicht auf die Arbeit kommen würde und legte mich wieder ins Bett.

Später habe ich dann noch die Situation und das mittlerweile doch verdächtig schöne Wetter genutzt, den Mann zur Arbeit begleitet und dann im Stadtpark nach dem Rechten gesehen. Und jetzt sitze ich wieder auf dem Sofa und lausche dem mittlerweile vertrauten Klang der Sirenen. Da muss noch ganz schön viel aufgeräumt werden.

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Irgendwo auf der Holsterhauser Straße

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Leicht lädierte Ampel

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Extrasicherung beim Zebrastreifen

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Baustelle hinterm Bahnhof – heute mit Baum

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Irgendwo an der Papestraße (glaube ich)

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Komplett entwurzelt

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Ecke Gemarkenstraße/Kahrstraße

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Unter diesem Baum ist ein armes rotes Auto versteckt.

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Dieser Baum hat sich bemüht, zwischen den Autos zu landen.

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Komplettentwurzelung – Parkedition

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Unwetterbegutachter wie wir (dahinter die Philharmonie).

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Auch diese Lichterkette hat es erwischt.

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Der Springbrunnen tut so, als wär nix.

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Normalerweise ist es im Stadtgarten nicht so unordentlich.

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Kreuzung Alfredstraße/Zweigertstraße

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Man kann es schlecht sehen, aber die Oberleitungen hängen sehr ungünstig. Diese arme Straßenbahn steht nur dumm rum.

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Armes Autochen.

Diese Woche im Fernsehen (9.6.2014 – 15.6.2014)

Weiter geht’s. Auch in der nächsten Woche gibt es wieder das ein oder andere sehenswerte im Fernsehen. Man glaubt es ja kaum, aber es ist so, man muss nur wissen, wann und wo.

Montag, 9.6.2014

Coraline (20:15 bis 21:45 auf 3sat)
Das erste Buch, das ich von Neil Gaiman gelesen habe, wurde ja als schnieker Animationsfilm verfilmt. Ich hab’s noch nicht gesehen, aber es kann eigentlich nicht schlecht sein und meine Mutter fand es auch gut.

Dienstag, 10.6.2014

Der zauberhafte Zug (16:10 bis 16:55 auf arte)
Ich weiß nicht mehr über die Doku, als dass die Kurzbeschreibung in der Fernsehzeitung “Mit der Bahn durch Schottlands Highlands” heißt und ich finde, das reicht als Argument völlig.

Mittwoch, 11.6.2014

Richard Strauss: Das umstrittene Musikgenie (21:45 bis 22:40 auf arte)
Ich habe gestern zufällig eine halbe Doku über Richard Strauss gesehen und fand das tatsächlich ziemlich interessant. Es ist ja dann auch immer wieder erstaunlich, wenn einem klar wird, dass es von manchen Komponisten richtige Filmaufnahmen gibt, weil die ja noch gar nicht so lange tot sind.

Donnerstag, 12.6.2014

Start der Fußballweltmeisterschaft (20:15 bis 0:30 auf ZDF)
Machen wir uns nichts vor, am Donnerstag startet die Fußball-Weltmeisterschaft. Gucken wir dann halt Fußball, es ist ja auch gar nicht verkehrt. (Es kommt auch sonst nichts bemerkenswertes

Freitag, 13.6.2014

Im Winter ein Jahr (20:15 bis 22:15 auf arte)
Hab ich auch nicht gesehen, klingt aber gut und ist von Caroline Link. Ich mochte bisher ja alles, wo Caroline Link Regie geführt habe.

Samstag, 14.6.2014

Ariadne auf Naxos (20:15 bis 22:35 auf 3sat)
MEHR RICHARD STRAUSS! OPER STATT FUSSBALL! Wer jedenfalls nach der Doku am Mittwoch mehr über Richard Strauss wissen will, kann hier mal wieder eine Oper gucken. Und mit knapp über zwei Stunden Nettospielzeit auch noch eine ziemlich kurze.

Sonntag, 15.6.2014

Hollywoods Spaßfabrik – Als die Bilder lachen lernten (22:30 bis 0:00 auf arte)
Dokumentation über den Produzenten Hal Roach, der unter anderem “Dick und Doof” auf die Leinwand brachte. Wir haben letztens die zweite Hälfte gesehen und man kann das sehr gut gucken.