Lieblingstweets im Oktober (Teil 2)

KINDERGEBURTSTAGE! MUFFINS STATT OBST! MÄNNER-BHS! LEBKUCHEN-LIEFERSERVICE! UND TASTENTÖNE AM KLAVIER!

Webgedöns am 27.10.2016

Warum ich Science-Fiction lese – Vortrag in Warschau

Vortrag

Vorletztes Wochenende war ich in Warschau und habe für das Goethe-Institut Warschau einen Vortrag gehalten und danach über Science-Fiction geredet. Mit dabei waren Karolina Kuszyk, die die Moderation übernommen hat und Paweł Dunin-Wąsowicz, ein polnischer Science-Fiction-Experte, der unter anderem einen fantastischen Atlas von Polen („Fantastyczny Atlas Polski“) geschrieben hat, ein wirklich wunderschönes Buch mit etlichen Karten über die Schauplätze von SF/F-Geschichten in und über Polen. Es ist schon fast tragisch, dass ich so enorm wenig Polnisch verstehe, ansonsten hätte ich das Buch gleich mitgenommen. Aber über die Höflichkeitsformeln bin ich bislang leider nicht hinausgekommen.

Warschau

Meinen Vortrag mit dem Titel „Warum ich Science-Fiction lese“ habe ich jetzt mal hier hochgeladen, damit es auch andere lesen können. Einen Mitschnitt der Diskussionsrunde gibt es meines Wissens nicht.

Auf jeden Fall hat es sehr viel Spaß gemacht, ich habe Warschau kennengelernt, Piroggen gegessen und heiße Schokolade von Wedel getrunken und mir im Chopin-Museum sehr viel Zeug angesehen. Vielen Dank an das Goethe-Institut für die Einladung!

Gelesen im September 2016 (Teil 1)

Weil September der Urlaubsmonat war, wurde auch mehr gelesen und deswegen gibt es den Rückblick für diesen Monat in zwei Teilen.

 

Himmelstrand von John Ajvide Lindqvist

Zehn Menschen wachen eines Morgens in ihren Campingwagen auf und befinden sich im Nichts. Die Campingwagen, die gestern noch auf einem Campingplatz standen, stehen auf einer endlosen Wiese, am Himmel fehlt die Sonne und im Radio kommen nur Lieder, die der Schlagerkomponist Peter Himmelstrand geschrieben hat. So beginnt das Buch des schwedischen Autors John Ajvide Lindqvist und ich ich hatte mir nach „So finster die Nacht“ viel versprochen und wurde auch fast nicht enttäuscht. Die 500 Seiten lassen sich in einem Rutsch weglesen, spannend ist es auf jeden Fall, das Kammerspiel in der endlosen Weite, bei dem natürlich auch viel durchgedreht wird, ist dicht erzählt und erinnert an vielen Stellen tatsächlich an Stephen King. Das Ende hat mich jedoch ein bisschen rätselnd zurückgelassen, vielleicht sollte das so, für mich war es aber ein kleiner Wermutstropfen eines ansonsten sehr schönen Horrothrillers.

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Schloss Gripsholm von Kurt Tucholsky

Nach Jahren wieder gelesen und wieder begeistert. Tucholsky erzählt die Geschichte eines Sommers in Schweden mit wunderbarer Leichtigkeit, man kann sich in diesem Buch verlieren und möchte auch nach Schweden, sofort, obwohl man gerade in Frankreich am Strand liegt, wo es ja auch schön ist. Tatsächlich ist Schloss Gripsholm auch sehr zeitlos, das einzige Problem mit dem Buch ist, dass es so furchtbar kurz ist. Aber dafür kann man es dann doch vielleicht einfach öfter mal lesen.

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Rheinsberg: ein Bilderbuch für Verliebte von Kurt Tucholsky

Direkt nach Schloss Gripsholm habe ich mit Rheinsberg weiter gemacht, ebenfalls einer kleinen Urlaubsgeschichte, allerdings nicht so weit weg und nur ein Wochenende. Auch das ist sehr hübsch und noch ein bisschen kürzer. Mir fehlten allerdings die Bilder, weil ich einen Tucholsky-Sammelband fürs Kindle gekauft hatte. Man könnte sich die Tucholskybücher aber auch schön ins Regal stellen, denke ich, das hätten sie verdient.

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Das fremde Meer von Katharina Hartwell

Katharina Hartwell erzählt die Liebesgeschichte von Marie und Jan in zehn verschiedenen Geschichten und Genres. Sie erzählt Märchen, macht einen historischen Besuch in einer Psychiatrie, fährt auf einsame Inseln und erzählt von verschwindenden Städten. In der elften Geschichte erfährt man von Marie, was wirklich geschah und warum sie diese Geschichten geschrieben hat. Das wird an keiner Stelle langweilig, und tatsächlich wurde ich vom Ende sowohl überrascht als auch ausreichend erschüttert, das ist alles sehr filigran und sorgfältig gearbeitet und unbedingt empfehlenswert.

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Slade House von David Mitchell

David Mitchell macht wieder das, was er am besten kann, und erzählt in Slade House eine Gruselgeschichte von einem seltsamen Haus, in dem alle neun Jahre Menschen verschwinden, aus der Perspektive der Verschwundenen. Fünf Stimmen, fünf Geschichten, fünf Mal wirklich gruselige Stimmung. Ich wusste ungefähr nichts über das Buch, als großer Mitchell-Fan war mir das aber egal und ich wurde nicht enttäuscht. Vorteil für Mitchell-Einsteiger: Das Buch ist recht kurz, bietet aber trotzdem all das, was den Autor so besonders macht.

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Lieblingstweets im Oktober (Teil 1)

FLEISCHSALAT! ROSEN UND LÖWENZAHN! TOTE SCHWEINSWALE! 8 KILO PUDERZUCKER!
UND LITERATURNOBELPREISZEUG!

Kochprofileaks oder wie ich einmal im Fernsehen war

Letztes Wochenende war ich im Fernsehen. Da saß ich mit zehn anderen Leuten in einem Restaurant in Witten, aß ein Drei-Gänge-Menü und sagte etwas darüber. Insgesamt saß ich sogar zwei Mal in einem Restaurant in Witten, aß ein Drei-Gänge-Menü und sagte etwas darüber.

Und das kam so:

Anfang Mai bekam ich eine Anfrage von einer Produktionsfirma, ob ich Lust hätte, bei einem neuen Format einer Kochsendung mitzumachen. Details standen nicht in der Mail, also meldete ich mich, bekundete generell mein Interesse und es kam zu detaillierteren Mails und Telefongesprächen. Das Grundkonzept: Die Kochprofis von RTL II machen ein Restaurant Battle. Jeweils vier Restaurants kochen ein Drei-Gänge-Menü von der Karte, das wird gegessen und bewertet, dann werden die Köche einen Tag von den Kochprofis gecoacht und die Gerichte überarbeitet und dann kommt die gleiche Jury und isst und bewertet noch mal. Das Restaurant mit der größten Punktedifferenz zwischen dem ersten und dem zweiten Abend gewinnt Geld.

Das schien mir recht risikofrei zu sein. Bei ähnlichen Kochsendungen dieser Art, die ich zugegebenermaßen gelegentlich auch gucke, spielt die Jury eine untergeordnete Rolle, die sitzen halt rum und essen und sagen ein paar Sätze in die Kamera, die Chancen, hier irgendwie etwas peinliches zu tun oder zu sagen, schienen mir gering. Außerdem will ich ja immer wissen, wie Dinge funktionieren, wie das also auch zum Beispiel ist, bei einer Fernsehsendung mitzumachen und was da so alles passiert. Also sagte ich zu und fuhr an zwei Nachmittagen nach der Arbeit nach Witten und wurde beim Essen und Reden, zwei meiner Kernkompetenzen, gefilmt. Und weil es vielleicht noch andere Leute interessiert, wie das so ist, beantworte ich hier die drängendsten Fragen einfach im Blog.

 

War die Sendung gescripted?

Ein klares Nein, zumindest für die Teile, bei denen ich dabei war. Was tatsächlich passiert: Die Storyverantwortlichen sagen gelegentlich, wer was sagen soll, wo er stehen soll und was die anderen in der Zeit tun sollen. Das sah dann ungefähr so aus: „So, und jetzt kommt ihr rein und dann steht da der J. und begrüßt euch.“ Vor, während und nach dem Essen wurde gelegentlich einzelnen Personen Fragen gestellt, die wir dann beantwortet haben und zwar, ganz wichtig, in ganzen Sätzen! Die Fragen würden später schließlich nicht in der Sendung gezeigt werden, nur die Antworten. Auch Formulierungen wie „wie gesagt“ waren verboten. Außerdem liefen dauernd Leute um den Tisch und hörten sich an, was wir redeten und wenn etwas Sendungstaugliches dabei war, durften wir das noch mal sagen. Und eventuell noch mal. Und eventuell noch mal. Grundsätzlich haben wir aber immer nur Dinge gesagt, die wir auch so meinten bzw. eine Minute vorher spontan gesagt hatten und im Wesentlichen saßen wir einfach zu zehnt an einem Tisch und haben uns über das Essen (und andere Dinge) unterhalten.

Anne und Holger

 

War die Currysuppe wirklich so schlimm?

Jup. Lustigerweise habe ich sie sogar aufgegessen, aber ich habe ja auch schon mal aus Verzweiflung Gemüsebrühepulver vernascht.

 

War die Crème zum Nachtisch wirklich so schlimm?

Jup. Lustigerweise habe ich sie sogar aufgegessen, aber ich esse ja auch Nusspli pur aus dem Becher.

Kamera

 

Waren die Punkte abgesprochen?

Nein. Natürlich bekam man während des Essens und Drehens mit, wie so die Meinung der anderen zum Essen war. Ansonsten hat aber jeder seine Punktzahl auf das Täfelchen geschrieben bzw. den umherlaufenden Punkteeinsammlern leise mitgeteilt. In der zweiten Sendung schien es tatsächlich eine Gruppe zu geben, die die Punkte durchdiskutiert hat, sowas haben wir nicht gemacht.

Täfelchen

 

Wurde etwas Wesentliches rausgeschnitten?

Ich habe die Mangosauce des Todes vermisst, die uns zum Hauptgang gereicht wurden. Niemand hat kapiert, was sie sollte und woraus sie bestand und so richtig wollten wir das auch nicht wissen. Es gibt sogar ein Behind-the-Scenes-Video feat. Mangosauce, aber das kursiert nur brav in der WhatsApp-Gruppe der Teilnehmer. Und der Hund eines Teilnehmers, der zwar eigentlich draußen warten sollte, wo es ihm aber offensichtlich zu langweilig wurde, so dass er irgendwann interessiert mitten im Restaurant stand und zugucken wollte.

 

Wie war die Stimmung?

Super. Wir haben uns von Anfang an verstanden, sowohl als Jury, als auch mit dem Produktionsteam, hatten sehr viel Spaß und haben eigentlich die meiste Zeit gelacht. Gerüchten zufolge war das nicht bei jeder Gruppe der Fall und manche haben sich eher angeschwiegen. Wir wurden eher zurechtgewiesen, jetzt aber mal bitte leise zu sein, weil jemand anders gerade etwas in die Kamera sagte und in einer anderen Ecke wild gekichert wurde. Die Gruppe war zwar wild zusammengewürfelt, von der Mentalität her hat es aber sehr gut gepasst, vielleicht auch gerade, weil sie wild zusammengewürfelt war.

Gruppe im Fernsehen

 

Würdest du das noch mal machen?

Ja.

 

Sonja vom Vest-Blog war auch dabei und hat schon Ende September darüber geschrieben.

Zu sehen gibt es das Ganze auch bei TV NOW, dazu muss man sich aber meines Wissens anmelden.

Lieblingstweets im September woanders

Lieblingstweets im September (Teil 2)

SCHLAGSAHNE UND PUDERZUCKER! GIRAFFEN! LAUBSÄGEARBEITEN! HARTWEIZENGRIESS! SCHULMILCHBESTELLUNGEN! SEHR WICHTIGE SCHULMILCHBESTELLUNGEN!

Webgedöns am 26.9.2016

Pia schreibt im Techniktagebuch über die Zeiten, und wie sie sich ändern. Früher ging man zu den Freunden, bei denen es Limo gab,  heute zu denen, bei denen man das WLAN-Passwort bekommt.

Haben zwar alle schon gesehen, aber hier der Aufruf, bei den US-Wahlen den richtigen Kandidaten zu wählen, für den Joss Whedon unzählige Prominente gewinnen konnte. 

Der Vorspann zu Stranger Things im Stil von Buffy. Von diesem Spiel gibt es ja die tollsten Varianten, diese hier ist aber wieder mal besonders gut gelungen.

Angela Lansbury singt das Titellied aus „Die Schöne und das Biest“. I’m not crying, you’re crying. (Außerdem neues Lebensziel: Mit 90 noch so fit sein wie Angela Lansbury.)

Auf Foodlovin‘ gibt es eine kleine Käsebrotkunde mit einem Rezept für Grilled Cheese Sandwich. Gegrilltes Käsebrot gab es bei uns gestern, darauf ein halbflüssiges Eigelb und Schnittlauch. Kann man empfehlen.