Ein kleiner Leitfaden zur Benutzung dieses Blogs

Jemand machte mich auf Twitter darauf aufmerksam, dass besonders verrückte Menschen mich bzw. diesen Blog für den Grimme Online Award nominiert haben. Falls sich also demnächst irgendwelche Jurymitglieder auf dieser Seite tummeln, weil sie rausfinden wollen, worum es hier eigentlich geht und was ich hier so mache, dachte ich mir, ich schreibe einfach einen kleinen Leitfaden zur Benutzung dieses Blogs, damit man nicht verwirrt und orientierungslos hier herumstolpert, sondern sofort weiß, ob sich der Aufenthalt hier lohnt oder ob man wohl doch besser zu grüneren Wiesen und weißeren Stränden aufbricht.

Meistens geht es hier um das, was mir gerade einfällt. Allerdings gibt es auch einige mehr oder wenige feste Institutionen, auf die ich gerne gesondert hinweise:

Da ich viel mit dem Zug fahre, habe ich damit angefangen Bahnhöfe zu rezensieren. Die komplette Liste findet sich auf dieser Seite und in Zukunft geht es hier auch noch weiter. (Ich habe zum Beispiel immer noch nicht über den Bahnhof Köln Deutz/Messe geschrieben, obwohl er mir so besonders am Herzen liegt.)

Wer mehr übers Ruhrgebiet erfahren will, der kann das bei “Der Rest vom Ruhrgebiet” tun. Hier haben viele Menschen über ihren Ruhrgebietsstadtteil geschrieben, manche hier, andere in ihrem eigenen Blog. Zwar ist das schon eine Weile her, aber die Texte kann man immer noch schön lesen.

Nebenbei schreibe ich gelegentlich Lyrikpostkarten und veschicke die dann an wehrlose Menschen, die dann, das gebietet die Höflichkeit, so tun müssen, als würden sie sich darüber freuen.

Da dieses Blog aber auch ein Bildungsblog ist, schreibe ich zum Beispiel auch über die Opernbesuche, zu denen mich mein Mann nötigt oder erkläre das Internet. Außerdem habe ich mal darüber geschrieben, was man als Softwareentwickler so macht, was mir tatsächlich vollkommen unerwartet Nachfragen von interessierten Schülern verschafft.

Wenn mir gar nichts mehr einfällt, dann bediene ich mich an den Inhalten anderer Menschen und präsentiere zwei Mal im Monat eine Sammlung von Lieblingstweets. Und ein Mal im Monat sammle ich dann noch die Lieblingstweetsammlungen anderer Menschen, bediene mich also an Inhalten von Menschen, die sich an Inhalten anderen Menschen bedienen, was aber offenbar trotz dieser offensichtlichen Einfallslosigkeit ganz gut ankommt.

Wenn jetzt bis hierhin nichts interessantes dabei war, dann wird das wohl nichts mit uns. Ist aber auch nicht schlimm, denn ich mach das ja hier nicht, um Preise zu gewinnen, sondern weil es Spaß macht.

(Ich würde den Preis aber auch nehmen. Nicht, dass wir uns hier falsch verstehen.)

Lieblingstweets im März (Teil 1)

WINDMÜHLEN! STAUBSAUGER! HAMSTER! SINNVOLLE PRODUKTE! BENEDICT CUMBERBATCH! UND ROSINENKEKSE! IMMER DIESE ROSINENKEKSE!

Webgedöns – Nicht, dass Sie denken, ich würde nichts tun!

Vollkommend überraschend hat mich dieses Leben total im Griff. Es ist kaum auszuhalten. Wenn man gar nicht mehr die Hälfte der Woche abends allein zu Hause ist, was einem da für wertvolle Internetzeit abhanden kommt. Außerdem hat sich ja die Zugfahrzeit auf 20 bis 25 Minuten pro Strecke (also die nutzbare Zugfahrzeit, Straßenbahn zählt nicht) reduziert, da kann man ja gar nichts machen, außer ein bisschen lesen oder Threes! spielen.

Was Threes! angeht, gucken Sie das nicht nach! Vertrauen Sie mir! Es reicht schon, wenn ich stundenlang Zahlen rumschiebe, ich möchte da nicht noch weitere Menschen in die Spielsuchthölle führen. Und wenn jetzt doch jemand guckt, kann man wenigstens nachher nicht sagen, ich hätte nicht gewarnt.

Dann gibt es ja noch den neuen Job und man unterschätzt ja schnell, wie anstrengend so neue Eindrücke sein können. Auf einmal ist man abends vor Mitternacht müde, unfassbar sowas!

Zu allem Überfluss empfahl mir der beste Freund beim Abendessen beim Koreaner die Jugendromanserie “Gone” von Michael Grant [Werbelink]. Das erste Buch habe ich Montagabend angefangen und war Mittwoch damit durch. Man kommt übrigens sehr schlecht zum Schreiben, wenn man die ganze Zeit lesen muss, weil man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Schlimm.

Vom Techniktagebuch schrieb ich bereits, da bin ich übrigens sehr fleißig, und dann musste Anke Gröner natürlich irgendwo den Kantinenvergleich von Konrad Lischka verlinken. JA DANKE AUCH! Wer das Bild von meiner Blätterteigtasche mit Blutwurst und Apfel sehen möchte, kann das also auch gerne hier tun.

Vorletzte Woche schrieb ich auch noch im CULTurMAG über den Roman “Black Box” von Jennifer Egan.

Es ist also gar nicht so, als ob ich nicht da wäre. Ich bin nur gerade nicht immer hier.

Lieblingstweets im Februar woanders

Lieblingstweets im Februar (Teil 2)

ÜBERSPRUNGSDONAUWELLE! (‘Nuff said.)

Wir haben da mal was vorbereitet: Techniktagebuch

Wenn es hier in den letzten Tagen etwas still war, dann nicht, weil ich keine Zeit zum Bloggen gehabt hätte, sondern, weil ich woanders gebloggt habe, nämlich hier beim Techniktagebuch: http://techniktagebuch.tumblr.com/

Das Techniktagebuch ist eine Idee von Kathrin Passig und funktioniert so: Wir schreiben da rein, was wir heute alles wie machen und in zwanzig Jahren kann man dann mit großer Verwunderung und leichtem Unglauben nachlesen, wie seltsam und absurd das damals(tm) alles war.

Oder, wie Kathrin das schön als Untertitel formuliert hat: Ja, jetzt ist das langweilig. Aber in zwanzig Jahren!

Mittlerweile sind wir zu viert und schreiben nicht nur darüber, wie es heute so  ist, sondern versuchen auch Stück für Stück unsere Technikvergangenheit zu verarbeiten. Man kann also heute schon nachlesen, wie vollkommen abgefahren die Welt noch vor wenigen Jahren war. Krass!

Gelesen: Ruhrgebiet – Ein Heimatbuch von Frank Klötgen

09086864a8Frank Klötgen lebt in Berlin, war mal Deutscher Vizemeister im Skateboardfahren und ist jetzt nicht nur Slam-Poet und Netz-Literat, sondern mischt auch sonst in allen möglichen (und unmöglichen) Bereichen der Kulturszene mit.

Aber auch: Frank Klötgen wurde in Essen geboren und hat seine Kindheit und Jugend im Ruhrgebiet verbracht. Und ins Ruhrgebiet kehrt er jetzt für eine kleine Erkundungstour in seine Heimat zurück. Sein Kumpel Thomas hat ihn eingeladen, er solle doch mal nicht nur immer über Berlin schreiben, sondern auch mal übers Ruhrgebiet, wo er immerhin herkommt. Dafür darf er auch in seiner Pension in Wattenscheid wohnen, allerdings nicht ganz umsonst. Die Bezahlung: Ein Gedicht pro Nacht, selbstverständlich ein Gedicht übers Ruhrgebiet.

Und so findet sich Frank auf einmal mitten im Ruhrgebiet wieder, wird als Fremdenführer für die niederländischen Touristen Wim und Margret und ihrer pubertierenden Tochter Enie eingespannt, klettert auf Halden, versackt im Bermudadreieck, geht ins Stadion, trifft alte Schulfreunde auf Partys wieder und denkt vor allem immer an eine: Maike, seinen Jugendschwarm, an den er nie rankam, die er aber auch nie vergessen hat.

Das ist die Geschichte, in der gar nicht so viel passiert, die aber als Rundumschlag einen ziemlich guten Überblick über das bietet, was man so im Ruhrgebiet zwischen Duisburg und Dortmund, zwischen der Eckkneipe im Bochumer Bermudadreieck und der Aftershowparty im Dortmunder U so erleben kann. Damit das Ganze auch noch einen kleinen Kulturservicebonuspunkt bekommt, gibt es immer wieder kleine Exkurse, Wissenshäppchen passend zum Kapitel mit Hintergrundinformationen, Adressen und Ausflugstipps.

Für jemanden wie mich, die hier jetzt lebt und auch schon das ein oder andere gesehen hat, aber nicht hier aufgewachsen ist, bietet “Ruhrgebiet –  Ein Heimatbuch” eine gute Mischung aus “Kenn ich schon.” über “Ach, so ist das!” bis zu “Ach guck, das kannte ich ja noch gar nicht.”

Auch jenseits der praktischen Tipps kann man nicht meckern. Klötgens Geschichte über den Ausgewanderten, der für ein paar Tage in die Heimat zurückkommt, liest sich angenehm flüssig und wird mit genau dem richtigen Anteil Heimatsentimentalität erzählt. Während das Herz immer noch den alten Tagen nachhängt, muss man eben doch erkennen, dass a) nicht alles so toll war, wie man immer dachte und b) die Dinge sich ändern, manchmal zum besseren und manchmal auch nicht. Und so fährt Klötgen dann auch am Ende des Buches nach Hause nach Berlin. In die neue Heimat.

Frank Klötgens “Büdchenzauber und Zechenverse: Ruhrgebiet – Ein Heimatbuch” ist 2013 im Conbook Verlag erschienen. Man erhält es als Hardcover für 11,95 Euro bei Amazon [Werbelink], bei der Buchhandlung proust in Essen oder bei jeder anderen Buchhandlung.

Aus der Reihe “Heimatbuch” gibt es von Berlin bis Wien noch viele andere Liebeserklärungen an die Heimat. Die komplette Auswahl findet man hier.

PS: Die Szene, wo sich ein Schalke-Fan und ein BVB-Fan auf der Extraschicht treffen, hielt ich ja zunächst für übertrieben. Bis mir Kollegen von ihren Erfahrungen bei Fußballspielen in Düsseldorf, Gelsenkirchen und Dortmund erzählten und ich diese Szene jetzt für mindestens realistisch, wenn nicht sogar stark verharmlost halte. Man lernt halt nie aus.

Lieblingstweets im Februar (Teil 1)

SAARBRÜCKEN! ANGOULEME! ENTEN! PERLHÜHNER! SKLAVENMÄRKTE! ERDBEERFRITT! KARTOFFELCHIPS! UND CHAMPAGNER! CHAMPAGNER FÜR ALLE!

Bücher 2013 – Sonderpreise

Nachdem ich schon meine Bücherbestenliste in zwei Teile (Plätze 10 bis 6 und Plätze 5 bis 1) aufteilen musste, kommt jetzt noch der dritte Teil: Die Sonderpreise! Da es sich um eine schön lange Liste handelt, verzichte ich diesmal ganz konsumethisch unkorrekt auf die Links zu den Onlineshops der inhabergeführten Buchhandlungen. Ich garantiere aber, dass man vermutlich jedes dieser Bücher auch bei dem kleinen Buchladen um die Ecke kaufen oder bestellen kann. Klicks auf den Werbelink führen hingegen zu Amazon, wo ich für jeden darüber gekauften Artikel eine kleine Provision bekomme und mir dann alle paar Monate ein bis drei neue Bücher kaufen kann.

 

Beste YA-Fiction (Young Adult): Every Day von David Levithan [Werbelink]

A wacht jeden Morgen im Körper eines anderen Menschen auf und verbringt einen Tag im Leben dieser Person. So trifft er/sie Rhiannon und verliebt sich. Eine schlicht umögliche Geschichte, aber so wunderbar erzählt, dass ich sie mehr oder weniger in einem Rutsch ausgelesen habe.

Bestes Kinderbuch: The Ocean at the End of the Lane von Neil Gaiman [Werbelink]

Weil Neil Gaiman. Ist halt so.

Beste Non-Fiction: Quiet von Susan McCain [Werbelink]

Es sieht zwar so aus, als würde es in diesem Buch hauptsächlich darum gehen, warum Introvertierte die besseren Menschen wären, aber das stimmt natürlich nicht. Statt dessen werden die Begriffe introvertiert, extrovertiert und – Achtung! – ambivertiert schön aufgedröselt. Ich hatte das Gefühl, mich selber nach der Lektüre ein bisschen besser zu verstehen, vor allem, weil ich jetzt relativ sicher glaube, dass ich eben nicht introvertiert bin und das ist doch schon mal was. Alexandra Tobor hat es auch gelesen und darüber erzählt.

Lustigstes Buch: Die Welt ist nicht immer Freitag von Horst Evers [Werbelink]

Ich empfehle hier übrigens ganz dringend, die Hörbücher zu hören. Danach kann man auch die Bücher lesen, aber wenn man einmal weiß, wie Horst Evers seine Geschichten liest, sind sie nochmal lustiger.

Deprimierendstes Buch: Wuthering Heights von Emily Bronte [Werbelink]

Dagegen ist Jane Eyre quasi leichte Kost.

Seltsamstes Buch: Bridge of Birds von Barry Hughart [Werbelink]

Fragt mich nicht, worum es geht. Irgendwas mit China, seltsamen Krankheiten und alten Männern, die das halbe Buch durch die Gegend getragen werden. Wenn man sich einmal dran gewöhnt hat, lohnt es sich aber, vor allem, weil ich selten erlebt habe, wie alle Fäden am Ende so unglaublich geschickt und unerwartet wieder zusammengeführt wurden.

Gruseligstes Buch: The Child Thief von Brom [Werbelink]

Die Entmystifizierung von Peter Pan auf maximal-unheimliche Art und Weise. Als Hörbuch gehört. Kann man gut machen, danach braucht man aber irgendwas zum Aufheitern. Oder Kuchen. Oder beides.

Schönstes Buch übers Ruhrgebiet: Da gewöhnze dich dran von Vanessa Giese [Werbelink]

Schrieb ich hier drüber.

Buch, das nicht zu Ende zu gehen schien: Oblomow von Ivan Gorcharow [Werbelink]

Das Buch ist zwar auch lang, aber nicht so lang, wie es sich anfühlte. Ich habe mich durchgequält, wobei das auch der falsche Ausdruck ist, denn ich habe es ja gerne gelesen, ich bin nur nicht voran gekommen und war dann doch froh, als es irgendwann vorbei war. Allerdings passt diese Lesegefühl auch zum Inhalt, vielleicht soll das so. Frau Serotonic ging es glaub ich ähnlich.

Bestes Krimi mit Ente: Erwin, Mord und Ente von Thomas Krüger [Werbelink]

Bestes Buch mit sprechendem Tier: Die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling [Werbelink]

Besser als Hörbuch hören übrigens. Ich habe das für euch getestet.

Überschätztestes Buch: Reckless von Cornelia Funke

Ich fand ja schon Tintenherz überschätzt. Ich kapier den Hype um Cornelia Funkes Bücher einfach nicht. Zweitplatziert in dieser Kategorie übrigens: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson. Nett, aber nicht so doll wie man überall hört.

Buch mit nervigstem Protagonisten: Wilder Wein von Stuart Pigott

Musste ich irgendwann abbrechen, weil ich’s nicht mehr ausgehalten habe. Das ist auch nicht ordentlich lektoriert worden, niemand braucht so viele Ausdrücke in kursiv.

Schlechtestes Buch: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert von Joel Dicker

Ich schrieb hier darüber. LEST DAS NICHT!

Eine Tüte Gemischtes

Ich bin ja jetzt fast eine Woche im neuen Job und abgesehen davon, dass ich auf diesem Blog ja sowieso nur sehr selten und unkonkret über meine Arbeit schreibe, kann ich folgendes berichten:

Im Büro ist das so: Es gibt Büros, von denen man nach draußen guckt und solche, von denen man in den Innenhof guckt, wo auch der Empfang ist und die Kantine und all sowas. Das klingt seltsamer als es ist, eigentlich ist es sehr schön, weil das Gebäude auch hauptsächlich aus Glas besteht (jedenfalls gefühlt) und man auch mit Innenhofausblick Tageslicht hat. Angeblich kommen regelmäßig Architekturstudenten und zeichnen irgendwas, ich programmiere also quasi in modernem Kulturgut.

Für mich ist das super, weil – und jetzt kommt die zweite Sache über die ich schreiben wollte – ich ein Starrer bin. Es gibt nach meiner Erfahrung zwei Typen von Softwareentwicklern: Die Starrer und die Wanderer. Die Starrer brauchen etwas zum Hingucken, wenn sie nachdenken. Das kann die Wand sein oder die Decke oder der Bildschirm, das darf aber auch gerne irgendwas sein, was sich vorm Fenster abspielt. In einem anderen Büro saß ich im Erdgeschoß und draußen war Bahndamm, also Wiese mit Fußweg und vor allem: Häschen! Häschen gucken war super! Jetzt habe ich Leute, die rumlaufen oder sitzen oder irgendwas tun, und das ist auch super. Es darf ja auch nicht zuviel passieren, sonst ist man wieder abgelenkt.

Dann gibt es die Wanderer, das sind die, die zum Nachdenken rumlaufen müssen. Davon kenne ich nicht ganz so viele, vielleicht sind viele Starrer auch verhinderte Wanderer, weil Wandern doch deutlich eher auffällt und doofe Kommentare der Kollegen provoziert als Rumgucken. Eventuell gibt es auch noch Softwareentwickler, die gar nicht nachdenken, das ist dann aber auch keine wirkliche Lösung.

Ein kleines Problem ergibt sich im neuen Büro aber so ab 11 Uhr, wenn nämlich die Kantine so langsam auf Touren kommt und es auf einmal nach Essen riecht. Dann sitze ich da nämlich und habe sehr, sehr lange Hunger, weil es ja schon so lecker riecht, bis die Kollegen zum Mittag vorbeikommen.

Möglicherweise sollte ich jetzt auch von Starrer auf Wanderer umsatteln, weil ich ja jetzt ein Fitbit [Werbelink] habe. Das ist so ein kleines Ding, das man in der Tasche rumträgt und das einem dann sagt, wie viele Schritte oder Etagen oder Kilometer man so am Tag gelaufen ist. Ich hätte mir das auch gar nicht gekauft, wenn andere Leute das nicht schon gehabt hätten und wir uns somit gegenseitig motivieren, sprich frustrieren und anpöbeln können. Gestern war ich zum Beispiel kurz vor 10 km und musste noch ein bisschen zwischen Schlafzimmer und Küche hin und her laufen, bis der Zähler dann endlich umsprang.

Der Mann hat seit heute übrigens auch eins, und ist direkt mal ein paar Runden um den Esszimmertisch gelaufen. Ich laufe also aktuell oft sinnlos durch die Gegend. Auf der anderen Seite ist es natürlich gut möglich, dass genau dieses sinnlose Rumlaufen der Sinn der Sache ist. Perfider Kram.

Fitbits kann man übrigens quasi nicht im Einzelhandel kaufen, ich habe das ausführlich getestet. Nachdem man mich sowohl im Saturn als auch in diversen anderen Sport- oder Technikläden erst mit großen Augen ansah und mich dann zu einem anderen Laden schickte, bei dem ich mit mindestens genauso großen Augen angeguckt wurde, war ich schon kurz davor, im Internet zu bestellen. Tatsächlich kann man aber im Apple Store Fitbits kaufen, das habe ich noch kurz recherchiert. Das ist jetzt konsummoralisch auch nicht besser als Amazon, aber da konnte ich heute wenigstens nach der Arbeit kurz vorbeilaufen.

Und dann lief ich noch vom neuen Kö-Bogen bis zum Düsseldorfer Hauptbahnhof, weil ich ja irgendwie auf meine 10.000 Schritte kommen musste. Das Leben mit Fitbit ist nicht einfach, aber man ist schön viel zu Fuß unterwegs.