Tagebuchbloggen, 03.05.2021

Über den Tag gibt es nichts Spannendes zu berichten, deswegen hier noch ein Erkenntnisgewinn aus der Pandemie:

Ich bin ja jetzt seit über einem Jahr im Home Office und auch, wenn ich das Konzept ja grundsätzlich schon immer gut fand, dachte ich sehr lange, das wäre nichts für mich, so ganz alleine zu Hause mit all den Ablenkungen. Es stellt sich raus, natürlich gibt es hier Ablenkungen, aber die gibt es im Büro auch, das Internet zum Beispiel ist immer da und ja wohl die größte Ablenkung der Menschheitsgeschichte. Wenn ich mich jetzt hier mal zwischendurch fünf Minuten ans Klavier sitze, ist das das Äquivalent zur Kaffeepause, das zählt meines Erachtens nicht.

Vor allem aber wurde mir klar, dass Organisiertheit im Alltag auch sehr viel mit physischer Anwesenheit zu tun hat. Ich bin zum Beispiel sehr sicher, dass dieses und letztes Jahr noch überhaupt nie eine Mülltonne nicht am Tag vor Abholung draußen stand, weil ich ja erstens vor Ort und zweitens mehrfach am Tag wegen des Hundes draußen bin und im Zweifelsfall stelle ich die dann halt raus (wir haben einen Müllplan, wer wann zuständig ist, aber wenn ich zufällig vor dem Tor stehe und zwei Minuten Zeit habe, dann stelle ich auch die Tonnen raus, auch wenn ich nicht dran bin).

Auch sowas wie Wäschewaschen erledigt sich viel besser, wenn man es nicht nur abends nach 19 Uhr oder am Wochenende erledigen kann. Schon allein, dass bei mir nicht mehr drei Stunden am Tag für Pendelei draufgehen hilft sehr und die dauerhafte Anwesenheit in der Wohnung bewirkt natürlich auch, dass man zwischendurch auch mal Dinge wegräumt, das sind alles Sachen, die man dann nicht mehr abends machen muss, wenn man erstens keinen Bock hat und zweitens zu müde ist.

Es ist ja jetzt auch nicht so, dass hier vorher das Chaos geherrscht hätte, aber es ist schon erstaunlich, wie viel mehr ich das Gefühl habe, mein Leben halbwegs im Griff zu haben, seit ich von zu Hause arbeite. Wir haben jetzt sogar eine geordnete Kramschublade mit Batterien und Glühbirnen. AUF VORRAT!

Da fällt mir ein, ich muss noch die eine Glühbirne im Hausflur auswechseln. Heimliche Hausmeisterin bin ich nämlich auch noch, seit wir Pandemie haben. Die selbst auferlegten Pflichten beinhalten das Auswechseln von Glühbirnen im Hausflur, das Austauschen der Klingelschilder nach Einzug (dafür braucht man einen Schlüssel für den Klingelkasten UND DEN HABE ICH!) und das Verteilen von Schokohasen und Weihnachtsmännern zu Ostern bzw. Weihnachten.

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