Wider den Minimalismus

Minimalismus ist ja voll im Trend. Möglichst wenig, möglichst spartanisch, kein Besitz mehr, nur das Nötigste, schon wegen des nächsten Umzugs irgendwann oder weil Kapitalismus out ist, die Wohnung zu klein. Bücher liest man nur einmal, DVDs guckt man nur einmal, im Kleiderschrank hängt alles mögliche, was man eh nicht anzieht, keine Rumstehchen auf der Kommode, am besten gar keine Kommode, wozu auch, man hat ja kein Zeugs mehr, nur ein Sofa und einen Fernsehen. Nein, auch keinen Fernsehen, das geht auch mit dem Laptop.

Leute packen ihr gesamtes Hab und Gut in ein Lager, ziehen sich nackt aus und holen sich täglich eine Sache heraus, bis sie die wichtigsten Dinge wieder zu Hause haben. Alles andere ist unwichtig, braucht man nicht. Andere führen ein Wegschmeiß-und-Verschenk-Tagebuch im Netz, bei dem man täglich lesen kann, was sie heute endgültig und für immer und ewig aus dem Haushalt verbannt haben. Nicht an dem alten Kram hängen, sagen sie. Wozu die Muschel vom Strand von Sylt, ich kann mich auch ohne Muschel daran erinnern. Überall kann man die ultimativen Tipps und Tricks für den Weg zum Minimalisten lesen: Alles in eine Kiste packen und wenn man es nicht innerhalb eines Jahres herausgeholt hat, braucht man es wohl nicht. In der Küche muss eine gute Pfanne reichen und im Arbeitszimmer stehen die fünf wichtigsten Bücher, na gut, lass es zehn Bücher sein. Mehr braucht kein Mensch.

Pfannen

 

Ich aber sage: Doch. Der Mensch braucht mehr. Zumindest dieser Mensch hier braucht mehr. Ich habe lang genug bewundernd auf diese Menschen geschaut und beeindruckt von ihren Minimalismusabenteuern gelesen, habe das Thema in meinem Kopf hin und her gedreht und bin zu dem überraschenden Schluss gekommen: Ich möchte das nicht.

Ich möchte euren Minimalismus nicht. Ich mag mein Zeug, ich mag meine angesammelten Besitztümern, ich mag sie um mich herum haben, ich gucke sie gerne an, ich freue mich darüber. Nicht, weil ich so stolz bin, dass mir so viel gehört, sondern, weil sie Teil meiner Geschichte sind. Die Bücher um mich herum habe ich – na ja, zum größten Teil – gelesen. Sie waren mit mir in Urlaub, sind mit mir Bahn gefahren, lagen mit mir im Bett und auf dem Sofa. Meine Bilder sind teilweise schon mehrfach mit uns umgezogen. Der Reiskocher hat schon alle möglichen Phasen von Sushi bis Germknödel mitgemacht. Meine ersten CDs habe ich als Teenager gekauft und in meinem Kinderzimmer rauf- und runtergehört, während ich die Texte aus dem Booklet auswendig lernte. Die Tasse auf meinem Schreibtisch, in dem meine Stifte stehen, hat mein bester Freund aus New York mitgebracht.

Ich bin kein Messi. Unsere Wohnung ist üblicherweise halbwegs aufgeräumt und nicht vollgerümpelt. Wir werden sie auch nicht vollrümpeln. Ich will auch nicht, dass Leute mir was zum Hinstellen schenken oder nur dann, wenn ich auch sagen darf: “Danke, voll nett von dir, finde ich aber nicht so schön, dass ich es mir in die Wohnung stellen will, nimmst du das wieder mit?”  Ich habe einen Amazon-Wunschzettel und man kann mir jederzeit Dinge schenken, die man essen oder trinken kann, da muss man nicht noch übermäßig kreativ werden. Der größte Teil unserer Bücher, Klaviernoten, DVDs und Gesellschaftsspiele ist nach wie vor in 40 Kisten gepackt in einem Lagerraum, weil wir gar nicht wüssten, wohin damit. Aber wegschmeißen? Dazu steckt zu viel Liebe zu den Dingen in den Kisten, zu viel Interesse an diversen Themen, zu viel Zeit, die wir uns mit Sachen beschäftigt haben. Aussortieren ja, müsste man mal machen, sicher brauchen wir nicht alles davon, aber das meisten eben, das meiste brauchen wir doch. Nicht zum Überleben, aber zum Leben.

Brautstrauß

 

Dazu kommt: Ich mag das Zeug anderer Leute. Ich mag sehen, womit sie sich umgeben, was sie interessiert und interessiert hat, was ihnen wichtig ist und was sie in ihrem Leben angesammelt haben. Nichts ist langweiliger als ein Zimmer, in dem nur Möbel stehen, was soll das? Wer will denn so leben? Natürlich, das hat Vorteile: Man muss weniger putzen, weniger aufräumen, beim nächsten Umzug weniger schleppen, es ist immer automatisch ordentlich, man braucht kein zweites Regal, wenn das erste doch überraschend voll ist.

Nicht falsch verstehen, auch ich schmeiße Dinge weg, und spüre dabei eine gewisse Befriedigung. Bei dem letzten Umzug von Düsseldorf nach Essen haben wir mehrere Fuhren mit Müll zur Müllkippe gebracht und mit Freuden in Container geworfen. Ich überlege nur genauer, was ich wegwerfe. Im Zweifel fürs Behalten. Auf einer gewissen Ebene kann ich die Faszination des Wegwerfens nachvollziehen, aber es lässt sich eben nicht mit dem Glücksgefühl vergleichen, das sich einstellt, wenn ich in mein Bücherregal gucke. Das Bilderbuch von Dr. Seuss, das ich 1999 in New York gekauft habe oder das Buch über Seeotter, das ich 2009 in Monterey im Aquarium gekauft habe, oder die Lustigen Taschenbücher, die stellvertretend für die riesige Sammlung von Lustigen Taschenbüchern im Regal stehen, die Sammlung, die ich in einem Dingeloswerdwahn mit 16 oder 17 Jahren an den Sohn unseres Nachbarn verkaufte, viel zu billig und vor allem viel zu leichtsinnig. Was würde ich dafür geben, diese Sammlung wiederzuhaben. Ebenso wie meine Tagebücher (verbrannt, Teenager machen sowas), meine alten BRAVOs und die Briefe meiner Brieffreundinnen aus aller Welt (weggeschmissen, als Teenager denkt man, das würde einen nie wieder interessieren). Meinen Game Boy, WARUM ZUR HÖLLE HABE ICH MEINEN GAME BOY NICHT MEHR UND WAS HABE ICH DAMIT GEMACHT!?

Seuss

 

Überhaupt Nostalgie. Ja klar, wir alle werden im Netz eine Millionmilliarde Spuren hinterlassen. Wir sind ein Traum für die zukünftigen Generationen von Volkskundlern, es wird nie wieder Klagen darüber geben, dass es keine Primärquellen über das Leben der Menschen Anfang des Jahrtausends gibt. Wir hingegen saßen als Kinder bei den Großeltern, hielten vorsichtig die alten Schulbücher (Wie sonst habt ihr denn geglaubt lernte ich Sütterlin lesen?) in der Hand, blätterten immer und immer wieder durch die alten Fotoalben und standen ehrfürchtig vor dem Klappaltar, der kurz vor Weihnachten für ein paar Wochen zugeklappt wurde. Das alles wollen wir unseren Kinden und Enkeln vorenthalten. Sollen die doch unsere Facebookhistorie durchscrollen, wenn sie mehr über uns wissen wollen, zum Anfassen und Begucken gibt’s nichts mehr!

Dazu kommt, dass ich bereits zwei Behauptungen der Minimalismusbefürworter als für mich nicht tauglich enttarnt habe. Die meisten Dinge, so wird gesagt, würde man nie mehr vermissen. Ha! Unfug, sage ich. Ich vermisse regelmäßig Dinge, die ich weggeworfen oder nur sehr ungünstig verlegt habe, ich vermisse sogar die Dinge, die im Lager ihr Dasein fristen, ich hätte sie lieber bei mir. Ich würde sie gerne angucken, aus dem Regal holen, anfassen. Auch die Behauptung, was man ein Jahr nicht gebraucht hätte, würde man nie wieder brauchen, habe ich bereits als Humbug entlarvt. Ich finde zum Beispiel regelmäßig Kleider in meinem Kleiderschrank, die ich schon fast vergessen hatte und die ich dann mit Begeisterung wieder trage. Manchmal gehen Dinge kaputt, dann muss man sie wegschmeißen. Manchmal weiß man mit großer Sicherheit, dass man ein Ding nie wieder brauchen wird, dann kann man es auch wegschmeißen, verkaufen oder verschenken. Manchmal muss das Regal etwas leerer werden, manchmal werden alte Dinge durch neue Dinge ersetzt.

Aber dieser Hundert-Dinge-Minimalismus, das Reduzieren aufs Nötigste, der Wunsch nach Klarheit und das Streben nach Nichtbesitz, das ist nichts für mich. So bin ich nicht gemacht. Aber alle anderen dürfen natürlich weiter wegschmeißen und reduzieren, da stehe ich nicht im Weg. Irgendwann stehen dann alle in meiner Wohnung, mit großen Augen, wie in einem Museum und befingern vorsichtig Dinge.

Humidor

 

“Und was ist das?” werdet ihr fragen.

“Ein Humidor”, werde ich antworten. “Für Zigarren. Haben wir geschenkt bekommen.”

“Darf ich mal aufmachen?” werdet ihr fragen.

“Ist nix drin”, werde ich lächelnd sagen. “Aber so schön, guck mal, streichel mal drüber. Haben wir schon seit zwanzig Jahren.”

Und dann werdet ihr zum nächsten Ausstellungsstück gehen und ehrfürchtig meine Asterixsammlung begutachten.

“Fast komplett”, werde ich sagen. “Bis Band 26. Danach wurd’s doof. Und wenn ihr Band 10 sucht, der liegt gerade auf der Toilette. Damit man was zum Lesen hat.”

Das wird toll.

1945 – “Hello Soldscher!”

Als wir 2005 in Pennsylvania bei den Großeltern einer Bekannten waren, nahmen diese uns zum Sonntagsgottesdienst mit. “This is Peter and Anne”, stellten sie uns ihren Bekannten vor. “They are friends of Caitlin’s from Germany.” “Oh”, sagte eine ältere Frau lachend. “You were our enemies in the war.”

Der Bruder meiner Oma kam bei einem Bombenangriff auf Köln ums Leben.

Mein Opa flüchtete aus dem Sudetenland, meine Oma aus Ostpreußen. Sie trafen sich in Köln. Ohne den zweiten Weltkrieg würde meine Familie nicht existieren.

Jedes Jahr zu Weihnachten nahmen mich meine Großeltern mit zur Ostpreußen-Weihnachtsfeier im Kolpinghaus in Köln.

Meine Schwiegereltern sind Halbwaisen. Beide Väter “blieben im Krieg”, wie man sagte. Als ob sie irgendwo geblieben wären.

Der zweite Weltkrieg ist gleichzeitig so weit weg und doch so eng mit uns verbunden.

VOX zeigt heute von 12 Uhr bis 24 Uhr Originalaufnahmen und Zeitzeugeninterviews vom und über zweiten Weltkrieg. Jede Stunde ist einer anderen Stadt und einem anderen Thema gewidmet. Um 12 Uhr starteten wir mit Köln und nach fünfzehn Minuten kamen wir bei den Aufnahmen des zerstörten Kölns zum ersten (aber nicht zum letzten) Mal die Tränen.

Es regnet heute doch eh. Guckt das. Ich kann es nicht aus historischem Blickwinkel beurteilen, nur aus einem laienhaften, menschlichen, emotionalen. Aber aus diesem Blickwinkel ist das gut. Verstörend. Bewegend. Traurig. Tragisch. So weit weg und doch irgendwie so nah dran.

Gelesen: Alles wird gut und zwar morgen! von Toni Mahoni

mahonsenToni wird von seiner Freundin Peggy sitzengelassen, von jetzt auf gleich. Ein bisschen wegen seines Bauchs, aber vor allem wegen dem, was der Bauch bedeutet. Toni soll mal sein Leben in den Griff bekommen, nicht immer nur rumgammeln, findet Peggy und deswegen geht sie erstmal nach Barcelona und Toni bleibt in Berlin und hat Liebeskummer.

Wer Liebeskummer hat, findet Tonis Kumpel Meta, der gehört nach Mallorca. Der soll nicht im tristen Berlin vor sich hin trauern, und sich lieber am Meer sonnen. Deswegen fliegt Toni nach Mallorca, hängt mit Meta und Ronny in einer Finca rum, springt mit spanischen Mädchen von der Klippe ins Meer und wird auf eine Party in der Nachbarvilla eingeladen, wo er sich im Rausch spontan in eine Statue verliebt und mit ihr zusammen umkippt. Die Statue zerbricht, die mafiösen Söhne des Villabesitzers sind wenig erfreut, Meta gibt Toni als Bildhauer aus und Toni wird mit einem Zettel, auf denen die Maße der Statue stehen, zurück nach Berlin geschickt.

Das alles passiert auf den ersten vierzig Seiten von “Alles wird gut und zwar morgen!” von Toni Mahoni und in diesem Tempo geht es weiter. Er trifft Moni, die ihn wiederum mit Vlad bekannt macht, der tatsächlich Bildhauer ist, aber vor Arbeitsbeginn erstmal ein paar Aufträge hat. Also fährt Toni nach Polen, um Wodka zu besorgen und nach Frankreich, um Bressehühner aufzutreiben, lebend wohlgemerkt. Währenddessen sucht Peggy in Barcelona nach Informationen über die Statue und kommt dabei einem Kunstskandal auf die Spur, die Mafiosibrüder halten Meta und Ronny auf Mallorca als Geiseln und Toni lernt Katja kennen.

Im Auto atmete ich auf. Die Dinge waren auf den Weg gebracht. Was hatte ich eigentlich früher getan, als ich noch nicht Figuren der größten Bildhauer der Geschichte fälschen ließ, um meine Haut zu retten? Hatte ich nicht auch mal Musik gemacht? Wo war eigentlich meine Band? Wo waren die Partys und die Fressgelage mit mehreren Gängen und die Feste mit Tanz und fröhlichem Ringelpiez? Und wo zur Hölle war vor allem Peggy? Was war denn so schlecht an meinem Bauch? Wo war überhaupt mein Bauch?

“Alles wird gut und zwar morgen!” ist ein wunderbar federleichtes Buch ohne dabei seicht zu sein. Wie sich Toni von einer scheinbar unlösbaren Aufgabe zur nächsten manövriert und dabei stets kurz vorm Resignieren eben doch nicht aufgibt, ist so schön liebevoll, einfach und unkitschig erzählt, dass man dieses Buch von vorne bis hinten schon alleine deswegen liebhaben muss. Dazu kommen die skurrilen Charaktere, und die Geschichte, die sich stets einen Hauch zu weit von der Realität bewegt, aber eben nur so weit, dass man immer wieder denkt: “Aber es könnte so passieren.”

Ein Sommerbuch, aber vielleicht auch ein Buch für alle Tage, an denen man denkt, es wäre alles ein bisschen zu viel. Denn wenn wir ehrlich sind: Wenn ein Toni Mahoni eine Statue fälschen kann, dann schaffen wir das auch mit der Steuererklärung.

Alles wird gut und zwar morgen! von Toni Mahoni ist 2014 im Galiani Verlag erschienen, hat 320 Seiten und kostet als broschierte Ausgabe 14,99 Euro. Man kann es auf Amazon [Werbelink] kaufen, bei der Buchhandlung Proust in Essen und bei jedem anderen Buchhandel.

Das Buch auf der Verlagsseite

Toni Mahoni in der deutschen Wikipedia

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Das hat keinen Einfluss auf meine Rezension.

Gelesen: China 151 von Françoise Hauser und Volker Häring

BuchcoverEigentlich habe ich mit China nicht viel zu tun. Ich war einmal für zwei Tage in Hong Kong und bin seitdem von dieser Stadt und möchte unbedingt noch mal hin. Außerdem hatte ich in der elften Klasse ein halbes Jahr Chinesischunterricht, bis mir und meiner Freundin bewusst wurde, dass wir hier gerade Hochchinesisch lernten, was uns – zumindest, was das Sprechen und Verstehen angeht – sollten wir je nach China kommen, ungefähr überhaupt nicht weiterhelfen würde. Ein bisschen Faulheit wird bei der Entscheidung, den Kurs abzuwählen, wohl aber auch eine Rolle gespielt haben. Trotzdem wurden wir ungläubig angesehen, weil wir anscheinend als einzige im Kurs nicht das geringste Problem damit gehabt hatten, Schriftzeichen auswendig zu lernen.

Nach einem etwas längeren, aber ebenso wenig erfolgreichen VHS-Kurs in Japanisch weiß ich jetzt jedenfalls den wesentlichen Unterschied zwischen Japanisch und Chinesisch. Chinesisch hat quasi keine Grammatik, dafür scheitert man als Europäer an der Aussprache (ich sag nur “Tonhöhen”). Japanisch dagegen kann man als Europäer super aussprechen, aber die Grammatik ist ein kleines wehrhaftes Arschloch.

So einfach die Grammatik im Chinesischen ist (aus einem Satz macht man eine Frage, indem man ein “ma” hintendran hängt), so komplex ist der Rest von China. Und das lässt sich in 151 kleinen Häppchen in dem Buch “China 151 – Das riesige Reich der Mitte in 151 Momentaufnahmen” nachlesen. Hier wird alles oder zumindest fast alles abgearbeitet, was einem bei einer Chinareise seltsam vorkommen könnte. Denn es wird einem viel seltsam vorkommen. In Hong Kong hatte ich tatsächlich meinen ersten richtigen Kulturschock. (Vermutlich hätte ich schon in Vietnam einen gehabt, aber da waren wir geschäftlich und in Hotels und Konferenzzimmern lässt es sich nur bedingt kulturschocken.) Und Hong Kong ist meines Wissens “China light”, the best of China mit einem beruhigenden westlichen Einfluss.

151 Momentaufnahmen also, angefangen vom eher problematischen Umgang der Chinesen mit Afrikanern, der Möglichkeit, seine Ahnen auch online zu verehren oder dem Hang, alles abzureißen und neu aufzubauen (“Chai”) über diverse aus unterschiedlichen Gründen zu verehrende Götter, Karaoke, Lotusblumen und Pekingoper bis zum chinesischen Zirkus und dem letzten Kapitel “Zu viele Menschen”. Die Texte sind kurz und können so leider das Thema immer nur anreißen. Eine Seite Text, ein Bild dazu, das muss reichen. Wer mehr wissen will, weiß aber jetzt immerhin, wonach er suchen muss und gewinnt so auf den knapp 300 Seiten zwar einen etwas oberflächlichen Überblick über dieses seltsame Land und seine Menschen, hat dafür aber überall mal reingeschnuppert. Das ist schön für zwischendurch, man muss es nicht am Stück lesen, sondern kann eine zufällige Seite aufschlagen und einfach mal lesen. Andererseits stellt sich so eben auch der “Na komm, eins noch”-Effekt ein und dann hat man auf einmal doch das ganze Buch durchgelesen und ist doch ein bisschen schlauer als vorher.

“China 151″ ist ein Rundumschlag, der kaum einen Aspekt auslässt, China gleichzeitig kritisch und liebevoll betrachtet und den unbedarften Leser damit zumindest einen Hauch näher an dieses fremde Land heranführt. Nach der Lektüre möchte ich jedenfalls ein bisschen dringender noch mal nach Hong Kong. Und den Rest von China müsste man sich dann vielleicht auch mal angucken, nur um es alles mal selbst zu erleben.

“China 151″ von Françoise Hauser und Volker Häring ist im Conbook Verlag erschienen, hat 288 Seiten und kostet 14,95 Euro. Man bekommt es bei Amazon [Werbelink], bei der Buchhandlung stories in Hamburg oder bei jedem anderen Buchhändler.

Mehr zum Buch

Conbook Verlag

(Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt bekommen. Dies hat keine Auswirkungen auf meine Rezension.)

Balkonstatusupdate

Es fehlt zwar noch die Fortsetzung der Balkongartensaga, aber bis ich dazu komme, erzähle ich mal über den aktuellen Balkonstatus. Nachdem die Erdbeerchen umgetopft waren, kaufte ich noch ein paar Kräuter: Salbei, Rosmarin, Koriander und Minze. Die wurden auch in zwei Balkonkästen umgetopft, zusammen mit dem Bärlauch und einem Supermarkt-Basilikum, der als erster auch den Geist aufgab. Allen anderen Kräutern geht es bislang gut. Die Minze möchte anscheinend etwas mittiger im Blumenkasten leben und wuselt sich in die Richtung, der Bärlauch blüht und sonst scheint es keine Beschwerden zu geben. Pflanzen reden ja nicht mit einem, ich kann da nur raten

Blühender Bärlauch

Salbei

Bärlauch und Minze

Kräuterkästen

In der Zwischenzeit wachsen die Erdbeerchen vor sich hin, unterschiedlich erfolgreich. Zwei der zehn Pflänzchen wollen nicht so richtig, bilden keine ordentlichen Blätter und machen einen insgesamt eher traurigen Eindruck. Andere blättern und blühen ordentlich vor sich hin, die ersten Blüten haben sich schon in etwas verwandelt, das verdächtig nach unreifer Erdbeere aussieht. Wie groß die Ausbeute wird, sehen wir dann in den nächsten Wochen und Monaten.

Erdbeerchen

Erdbeerenkästen

Erdbeerchen

Mehr Erdbeerchen

Dann gibt es noch die Wildsalatmischung, die ich auf dem bislang letzten Balkonkasten ausgesät habe und der einsam auf dem Südwestbalkon hängt. Vor Hamburg waren vielleicht fünf kleine Pflänzchen zu sehen, nach Hamburg war die Bude voll. Es ist natürlich als Außenstehender noch arg unspektakulär, aber wenn man ich ist und jeden Morgen und Abend zu allererst auf die Balkone läuft, um den Fortschritt zu begutachten, ist es sehr spektakulär. (Auch das Bild ist nicht aktuell, mittlerweile ist da deutlich mehr zu sehen.)

Wildsalat

Zuletzt habe ich noch Tomaten und essbare Blüten in ein paar alte Eierkartons gesät, um sie später umzutopfen. Das ganze in eine Kiste mit einer Plastiktüte als Unterlage und direkt vor die Balkontür. Frischhaltefolie für den Gewächshauseffekt und ZACK!, drei Tage später guckten die ersten essbaren Blüten schon raus. Die Tomaten lassen noch auf sich warten, das habe ich aber auch nicht anders erwartet.

Essbare Blüten

Letzte Aussaat

Weiterhin fehlt mir ein Himbeerstrauch, der auch auf den Nordwestbalkon soll und dann eben noch alles mögliche andere, was ich mir noch überlegen muss. Und Möbel. Und Lichterketten. Und ach… ich sehe da einiges auf uns zukommen.

Lieblingstweets im April (Teil 1)

FOTOSAFARI! HUNDEBABYS! BRILLEN ALLEIN ZU HAUS! ABWESENDE GEBÄUDE! UND BRONTOSAURIER SIND ENDLICH WIEDER EIN PLANET!

Hamburgausflug

Wir waren schon wieder in Hamburg. Also, “schon wieder”, das letzte Mal ist ja doch schon zwei Jahre her. Diesmal hatten wir sogar einen Anlass in Form von Opernkarten für eine der Lieblingsopern des werten Herrn Gemahls. In der Hamburger Staatsoper gab es Korngolds “Die tote Stadt”, von der er mir seit ungefähr fünfzehn Jahren vorwschwärmt und die leider nicht annähernd oft genug gegeben wird. Man muss also erst recherchieren, ob und wo diese Saison gespielt wird und dann ein ganzes Wochenende drumrum planen, weil es eben nicht in Essen oder Düsseldorf oder Köln ist, sondern in Hamburg.

Das fanden wir aber gar nicht so schlimm, denn wir fanden Hamburg schon beim letzten Mal hübsch und das Wochenende zu kurz. Und dann saßen wir am Freitag im IC von Essen nach Hamburg, zogen in Hamburg den Koffer ein paar hundert Meter bis nach St. Georg ins Hotel und machten uns dann gleich auf den Weg in die Stadt. Zunächst Burger essen am Alten Fischmarkt mit exzellentem Chili con Carne, dann schnell eine Jacke kaufen, dabei Faultiersocken finden und sofort mitnehmen und dann durch die Stadt flanieren, um die Binnenalster rum und überhaupt. Das Wetter präsentierte sich von seiner besten Seite, ganz so, wie ich es schon bei Twitter bestellt hatte und blieb auch weitestgehend so.

Und wie das so bei schönem Wetter letzten Freitag in Hamburg aussah, das kann man jetzt hier sehen. Bilder marsch!

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Schiffchen

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Bank ist besetzt

An der Binnenalster

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Funkturm, vermutlich

Rathaus

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Wasser, überall Wasser

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Thalia

St. Georg

Ostern

Dieses Wochenende ging uns erst unsere Zugbrücke kaputt (ich werde noch berichten), dann naschte die Mieterkatze von den Osterglocken und kotzte aufs Sofa, dann brach bei der Mieterin irgendwas aus dem Scharnier eines Küchenoberschranks und dann ging mein Ladekabel für den Laptop kaputt. Dementsprechend schreibe ich das jetzt auf einem  MacBook, das in diesen Tagen acht Jahre alt wird. Das weiß ich zufällig, weil ich es damals zum zweiten Hochzeitstag bekommen habe und am Samstag ist…, aber das können Sie sich jetzt selbst zusammenreimen.

Dieses Ostern ist nachweislich kaputt, ich möchte es zurückgeben und ein neues anfordern. Eines, wo weniger Dinge kaputt gehen, die im Zweifelsfall Geld kosten und deren Reparatur auch nicht prokrastinierbar ist.

Um auch etwas positives zu berichten: Es schlüpfen gerade Petersilienküken sieben und acht, wir haben einen neuen Gasgrill und keine Ahnung, wie wir bisher ohne Grill leben konnten und ich habe mich an ein Projekt gewagt, das mir schon seit einiger Zeit im Kopf rumgeht.

In den nächsten Wochen werde ich fast täglich ein Video hochladen, auf dem ich mit der Ukulele Songs von Paul Simon covere. Eigentlich sollte es täglich sein, da weiß ich jetzt aber ziemlich sicher, dass ich das nicht schaffe. Aber dreißig sollen es werden. Bei acht sind wir mittlerweile angekommen, es gibt eine Hörerwunschliste, es darf aber gerne ganz unverbindlich weiter gewünscht werden.

Die Playliste auf YouTube findet man hier.

 

Lieblingstweets im März woanders