Tagebuchbloggen, 21.9.2019

Freitag war tagsüber Arbeit und abends Besuch inklusive Showkochen. Showkochen, weil es zum Nachtisch Crêpes gab und die werden natürlich live vor den Gästen hergestellt, mit genug Teig für einmal Nachschlag für jeden.

Samstag musste ich dann erstmal ausschlafen, dann noch etwas für die Arbeit machen, dann fuhr mein Mann zum Segelkurs und ich ging Einkaufen. Es gab nämlich Chili, weil das für Sonntagabend (wieder Gäste) versprochen wurde und Chili macht man ja sowieso am besten einen Tag vorher. Beim Einkaufen vergaß ich zwei Ordnungsboxen, die es am Tchibo-Stand gab im Einkaufswagen. Also vermutlich vergaß ich sie im Einkaufswagen, sie lagen jedenfalls beim Bezahlen auf dem Band und waren zu Hause nicht in einer der Taschen oder im Korb. Ich überlegte kurz, ob ich zurück zum Supermarkt gehen sollte, dann war ich aber zu faul und hakte den Verlust ab. Fürs Protokoll: Meine Grenze fürs Zurückgehen zum Supermarkt liegt irgendwo oberhalb von 7 Euro.

Dann noch etwas arbeiten.

Mein Mann wünschte sich eine Dokumentation über die letzten Ureinwohner im Amazonasgebiet auf arte, die auch tatsächlich sehr interessant und auf mehreren Ebenen etwas irritierend war, vor allem aber, weil man sich wirklich nicht vorstellen kann, wie die Welt dieser Stämme aussieht und es mir auch schwer fällt, mir in irgendeiner Weise eine Meinung zu bilden, weil das alles so weit weg ist von meinem Leben. Die Dokumentation heißt „Das Ende von Eden“ und man kann sie in diversen Mediatheken sehen, wenn man den Google-Suchergebnissen trauen darf. Dann schlief ich fast auf dem Sofa ein, aber nur fast.

Tagebuchbloggen, 19.9.2019

Ich wachte früh auf und mir fiel sofort siedend heiß etwas ein, dass ich auf einmal mit einem komplett neuen Plottwist versah, was auf mehreren Ebenen sehr ungünstig gewesen wäre. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, es ging um eine Postsendung, die uns schon vor vielen Tagen versprochen wurde, die aber noch nicht angekommen war. Das war noch gar nicht das Problem, aber es gab eine aus den konkreten Umständen heraus nicht unwahrscheinliche Option, dass diese Postsendung an eine andere Adresse geschickt worden sein könnte, was sehr schlecht gewesen wäre und auch bedeutet hätte, dass ich sofort an diesem Tag dorthin hätte fahren und nachgucken müssen. Jedenfalls fiel mir das alles um 6:10 Uhr ein und dann konnte ich nicht mehr wie sonst drei Mal weiter snoozen, sondern war wach und aufgeregt.

Es klärte sich dann alles auf, die Postsendung war vorgestern erst rausgegangen und lag tatsächlich heute bei uns im Briefkasten, die halbe Stunde Schlaf bekomme ich damit aber auch nicht zurück.

Arbeit erfüllt wie immer in den letzten Wochen. Nächste Woche ist ein größeres Release geplant, aber es fehlen noch ein paar wichtige Dinge, teilweise gehen wir davon aus, dass sich nichts ändern sollte, aber es konnte aus unterschiedlichen Gründen noch nicht hinreichend bewiesen werden, dass wir mit dieser Annahme auch richtig liegen. Immerhin kam ich pünktlich raus, das musste auch so sein, weil ich abends noch Gesangsunterricht hatte.

Die Bahn kam natürlich dann doch zu spät, aber es reichte noch gerade so, dass ich pünktlich beim Unterricht war. Wir machten lustige Übungen mit Lax Vox und ohne. Der Lax Vox ist ein Gummischlauch, den man in eine Flasche mit Wasser steckt und dann oben in den Mund nimmt und „Uuuuuuuuuuuu“ macht. Es hat auch einen stimmbildnerischen Effekt, den kann ich aber nicht erklären. Dann versuchte sie mir mit Übungen einen „Twang“ in der Stimme beizubringen, also so einen sehr nervigen lauten Klang, den man unter anderem so beschreibt: Eine quakende Ente, ein weinendes Baby, eine kichernde Hexe. Leider sah ich mich außerstande, als Ente, Baby und Hexe ausreichend laute und nervige Geräusche zu machen. Wir kamen der Sache näher, als ich wie ein Flugzeug klingen sollte, daran muss ich mich jetzt orientieren. Dann sang ich noch „Gravity“ von Sara Bareilles, einmal ganz und zwei Mal den Schluss, jetzt ist die Lehrerin ausreichend zufrieden damit und nächste Woche machen wir anscheinend „Set Fire to the Rain“ von Adele.

Mein Mann holte mich ab, wir fuhren noch zum Supermarkt, einerseits für uns, andererseits weil morgen Gäste kommen. Zum Abendessen gab es dann Fertig-Flammkuchen aus dem Ofen, kein kulinarisches Highlight, aber vom Kosten-Arbeit-Nutzen-Faktor eine gute Sache. Die Wäsche, die ich morgens in die Maschine gepackt hatte, hing auch schon auf dem Wäscheständer. Wir erinnern uns daran, der Plan ist, möglichst viel schon Donnerstag zu erledigen, damit man Freitag umgehend ins Wochenende starten kann. Jetzt spielt mein Mann Klavier und ich sitze am Esstisch und in anderthalb Stunden ist der Tag auch schon wieder zu Ende.

Tagebuchbloggen, 18.9.2019

Abends ging es noch spontan ins Irish Pub, ich kam von der Arbeit direkt dahin, mein Mann und ein Kollege von einer Fahrradtour. Irish Pub ist natürlich super, weil es Cider gibt, beim Essen muss ich wohl noch ein bisschen suchen, bis ich etwas finde, das mich richtig überzeugt.

Für den Nachhauseweg suchte ich einen E-Roller, mit dem ich dann so knapp 2/3 des Weges zurücklegte und dann für das letzte 1/3 mit meinem Mann tauschte, also ich Fahrrad, er E-Roller. Wir sind jetzt beide vom Konzept E-Roller überzeugt, es muss nur noch etwas günstiger werden.

Jetzt Bett und weiter in Sing Down the Stars lesen. Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, gerade erst mit dem Buch angefangen zu haben, aber anscheinend habe ich schon 28 Prozent gelesen, interessant.

Tagebuchbloggen, 16.9.2019

Ich brach extra früh von der Arbeit auf, weil ich noch etwas machen musste, für das der Rechner nicht ausgemacht werden darf und das wollte ich zu Hause starten, weil ich sonst sehr lange auf der Arbeit hätten warten müssen. Der Plan scheiterte grandios daran, dass alle Züge, die bis kurz vor Aufbruch noch als komplett pünktlich auf der Webseite der Deutschen Bahn angezeigt wurden, alle Verspätung hatten. Dafür konnte ich noch Onigiri und Cold Brew bei REWE im Kölner Hauptbahnhof kaufen, damit ich am nächsten Tag Onigiri und Cold Brew mit ins Büro nehmen konnte.

Zu Hause baute ich dann sofort den Laptop auf und startete das, was gemacht werden musste und dann wärmte ich aufgewärmtes Chili auf und guckte den Rest von „Wer wird Millionär?“. Das war es mehr oder weniger.

Ansonsten stellte ich ein interessantes Phänomen fest. Bei Tchibo gibt es… ach nein, ich muss anders anfangen, ich stellte sogar zwei interessante Phänomene fest.

Es war so gewesen: Sonntagabend deinstallierte ich komplett spontan sowohl Pokémon Go als auch Harry Potter: Wizards Unite. Mit spontan meine ich, dass ich gerade noch ein paar Sachen in letzterem Spiel eingesammelt hatte und in dem Moment als ich das Spiel schloss dachte: „Hm, eigentlich interessiert dich das Spiel gar nicht mehr so, oder?“ Dann dachte ich noch mal ein paar Sekunden lang nach, dachte: „Nee, es interessiert mich gerade nicht mehr so.“ und deinstallierte beide Apps. Es ist ein bisschen wie damals 1996, als ich von jetzt auf gleich aufhörte Seifenopern zu gucken, wobei 1996 hatte ich ein paar Tage lang hohes Fieber, das war hier nicht der Fall.

Also jedenfalls deinstallierte ich beides und jetzt beobachte ich, wie ich immer noch in alte Denkmuster zurückfalle. Es ist sehr seltsam am Bahnhof zu sein und nicht noch schnell Zauberenergie zu sammeln oder zu gucken, ob die Zeit noch reicht, um in der Festung zu kämpfen. Ich steige jetzt auch woanders am Bahnsteig in den Zug, weil ich ja die Pokéstops am Ankunftsort nicht mehr mit einplanen muss.

Jedenfalls habe ich jetzt plötzlich am Bahnhof unfassbar viel Zeit, weil ich ja keine Aufgaben mehr erledigen muss und deswegen war ich bei Tchibo, was uns zum zweiten Phänomen bringt. Tchibo hat aktuell lauter Ordnungskram, der ganz hübsch ist und auch grundsätzlich praktisch aussieht. Nun bin ich leider sehr geizig, was Neuanschaffungen angeht und hinterfrage erstmal zehn Mal, ob ich das wirklich brauche. Bei Tchibo kommt ein interessanter Aspekt dazu, ich weiß ja nämlich, dass es diese Dinge nur eine kurze Zeit geben will, ich muss mich also in adäquater Zeit für oder gegen einen Kauf entscheiden, was dazu führt, dass ich zusätzlich hinterfrage, ob ich das Ding nur kaufen möchte, weil ich Angst habe, dass ich es irgendwann nicht mehr kaufen kann. Es kommt also eine zusätzliche Denkschleife hinzu, die dazu führt, dass ich meistens so lange hadere, dass es das Ding dann irgendwann nicht gibt. Aber ich habe ja jetzt jeden Morgen unfassbar viel Zeit am Bahnhof, vielleicht kaufe ich doch noch was.

Lieblingstweets im September (Teil 1)

Tagebuchbloggen, 15.9.2019

Verhältnismäßig früh aufgewacht, weil der Wecker ja gestellt war, weil mein Mann um 10 Uhr in Bochum zum Segelkurs sein musste. Ich ging dann einfach noch mal ins Bett und schlief erstaunlich tief und fest zur Neuauflage von 2004 von „Die drei ??? und der Superpapagei“ ein. Der Superpapagei war die erste Hörspielfolge der drei ???, das Original ist aus dem Jahr 1979.

Ich wachte irgendwann zum Ende der Folge auf und merkte, dass die Story keinen Sinn mehr ergab und auch gar nicht mehr zu der Originalgeschichte passte. Wie sich rausstellte, kommen nach der eigentlichen Geschichte noch Outtakes von Versprechern und sonstigen lustigen Szenen aus diversen Folgen, das wusste ich nicht und wurde zu diesen Hörspiel-Schnipseln so langsam dämmernd wach. Als ich einen gewissen Bewusstseinszustand erreicht hatte, musste ich dann irgendwann mitlachen und wurde so kichernd immer wacher. Eine sehr angenehme Art, aufzuwachen, ich glaube allerdings leider nicht, dass sich das reproduzierbar in den Alltag integrieren lässt.

Ansonsten keine größeren Vorkommnisse, ich räumte auf, erledigte Dinge, irgendwann kam mein Mann sehr kaputt vom Segelkurs nach Hause und ich ging noch mal ans Büdchen um Getränke zu kaufen. Zum Abendessen wärmte ich eingefrorenes Chilli auf, dazu Spaghetti, es war dann noch so viel übrig, dass wir morgen davon essen können.

Schlecht eingeschlafen, was soll das?

Tagebuchbloggen, 14.9.2019

Morgens war Ukulele-Workshop in der Stadtbibliothek Köln. Die Gruppe war angenehm klein, zwei angemeldete Leute kamen nicht, dafür jemand, der gar nicht auf der Liste stand, am Ende waren es sieben Leute. Ich frage am Anfang immer etwas provokativ, warum sie hier mit einer Ukulele in einem Anfängerkurs sitzen, gestern waren die bislang schönsten Geschichten dabei.

Ukulelenworkshop

Eine Teilnehmerin hatte sich eine Ukulele von einer Freundin aus Hawaii mitbringen lassen ohne konkrete Ambitionen, einfach als landestypisches Mitbringsel, eine andere wollte ihren Mann zum 50. Geburtstag mit einem Ständchen überraschen und sich dafür eine (sehr schöne) Ukulele besorgt und war tapfer ein paar Monate zu einem Ukulele-Lehrer gegangen, um genau dieses eine Stück zu üben, was wohl dann auch bis zum Geburtstag geklappt hatte, das war aber schon zwei Jahre her und jetzt wollte sie doch mal gucken, ob man nicht noch mal ein bisschen mehr mit der Ukulele machen könnte. Eine andere wollte eine Ukulele verschenken, konnte sich dann aber nicht entscheiden und bestellte dann einfach zwei. Eine Japanerin erzählte, dass sie schon andere Instrumente gespielt hatte, bei näherer Nachfrage kam raus, dass sie mal Kontrabass gelernt hatte, was, na ja, es klingt klischeehaft, aber ich habe schon relativ große Hände und mehr als drei Halbtöne kriege ich damit auch nicht gegriffen, Kontrabass war also so ungefähr das letzte Instrument, das ich erwartet hatte.

Insgesamt sehr erfolgreich, die Gruppe war sehr nett und hilfsbereit, wir hatten eine Ukulele zu wenig, das war aber überhaupt kein Probleme, weil immer jemand freiwillig seine zu der ukulelenlosen Teilnehmerin reichte.

Vor dem Workshop musste ich noch was essen, ich wollte die Gelegenheit nutzen und eine belgische Sandwich-Kette ausprobieren, von der mein Ex-Chef aus Hanau sehr begeistert war, er hatte mehrere Jahre in Brüssel gelebt. Ich wusste ungefähr, wo die Kölner Filiale war, aber nicht genau und dann fiel mir der Name nicht ein, ich probierte erst ohne Erfolg „eki“, dann ohne Erfolg „exi“ und dann mit Erfolg „exki„. Jedenfalls kann ich sagen, das Sandwich mit Rindertartar ist wirklich sehr gut.

Danach fuhr ich in einer komplett unnötigen Aktion nach Marl, was mich etwas ärgerte, es war aber wohl so, dass sich erst während der Fahrt herausstellte, dass es eine komplett unnötige Aktion war und so bin ich jetzt jedenfalls mal nach Marl gefahren, auch wenn ich sonst nicht viel von der Stadt sah. Mein Mann holte mich am Bahnhof ab und wir fuhren nach Hause, hielten ein Nachmittagsnickerchen und dann feierten wir einen 50. Geburtstag bei Frau Inkanina mit sehr gutem Sekt und sehr netten Gästen. Aus Segelkursgründen blieben wir aber nicht zu lange, fielen aber trotz relativ früher Stunde sofort ins Bett und schliefen ein.

Tagebuchbloggen, 13.9.2019

Ein insgesamt sehr ausgefüllter und langer Tag auf der Arbeit. Nach hinten raus verlängerte er sich etwas, weil ich nicht zeitig genug für den früheren Zug vom Hauptbahnhof rauskam und dann der nächste Zug zwanzig Minuten Verspätung hatte. Das ergab sich aber ganz gut, weil ich in der Zeit noch wichtige Dinge klären konnte, die sonst bis Montag hätten warten müssen. In der Kantine gab es angeblich Fidéua (wir erinnern uns, es ist aus unerfindlichen Gründen Dänemark-und-Spanien-Woche), das war aber nur eine lose Beschreibung des Gerichts. Vielleicht kommt mir aber auch mein doch recht großes kulinarisches Wissen in die Quere, ich habe noch nie Fidéua gegessen, wusste aber eben, dass das mit Fadennudeln und nicht mit Orzo gemacht wird. Es war ansonsten eigentlich recht lecker, allerdings auch etwas teuer, vor allem, weil sehr an Fisch und Garnelen gespart wurde.

Morgens hatte ich noch Planetfall [Amazon-Werbelink] ausgelesen, zum Schluss hin leider etwas abrupte Storywendungen (nicht unglaubwürdig, aber eben sehr plötzlich) und das Ende fand ich unbefriedigend, ich würde das Buch aber trotzdem empfehlen und hadere momentan damit, ob ich die Reihe weiterlesen soll, obwohl ich doch noch so viele andere Bücher auf dem Kindle habe, die ich eigentlich erstmal lesen wollte, vom Papierbücherstapel mal abgesehen. Jetzt habe ich erstmal Sing Down the Stars von L.J. Hatton [Amazon-Werbelink] angefangen, es war einfach das nächste Buch auf dem Kindle.

Auf dem Heimweg habe ich dann weiter Spanisch mit Duolingo gelernt und bin überraschend an den Formulierungen für Wettergespräche gescheitert. Dann traf ich meinen Mann im Essener Einkaufszentrum, wo er noch Schokolade kaufen wollte. Das hatte er bereits erledigt als ich ankam und es war dann auch schon Viertel vor Ladenschluss, so dass wir dann einfach zusammen zum Supermarkt fuhren, um noch ein bisschen einzukaufen. Der morgige Tag ist ein bisschen mit Aktivität zugeplant, es hat sich ergeben, dass wir insgesamt drei Verabredungen haben, die sich teilweise überschneiden, teilweise auch nicht und ich bei mindestens einer nicht die Ausmaße der Veranstaltung abschätzen kann, vielleicht ist alles um 16 Uhr vorbei, vielleicht auch nicht. Dementsprechend ist die allgemeine Tagesplanung unklar.

Zu Hause kochte ich aus Resten eine Art Spaghettipfanne, die Reste waren Spaghetti, roher Schinken, Eier, Tomatensauce und Parmesan. Na gut, die Eier waren keine Reste, es schien mir eine sinnvolle Ergänzung. Man zupft den Schinken in Stücke, brät ihn in der Pfanne etwas an, packt dann die Spaghetti drauf, rührt die Eier dazu, damit alles ein wenig anstockt, dann Tomatensauce drauf, gerne mit etwas Sriracha-Unterstützung und reibt Parmesan drüber. Wenn der Parmesan geschmolzen ist, ist fertig, so zumindest meine Theorie, in der Praxis dauerte mir das zu lange, also war der Parmesan so halb geschmolzen. Für Resteessen vollkommen okay, aber keine kulinarische Erleuchtung.

Im Fernsehen kam „Ninja Warrior“, was mein Mann dringend gucken wollte, dabei guckte ich ein bisschen, machte Zeug auf dem Handy, noch ein paar kleine Sachen für die Arbeit, las ein bisschen und schlief dann auf dem Sofa ein.

Tagebuchbloggen, 12.9.2019

Im Zuge der Aufräumaktionen letztes Jahr (nicht abgeschlossen übrigens, aber man kommt ja zu nix) habe ich ja angefangen, das Waschen vom Wochenende auf Freitag zu verschieben, damit man das eben am Wochenende nicht mehr machen muss. Jetzt las ich irgendwann den noch besseren Tipp, möglichst viel schon am Donnerstag zu machen, damit man am Freitag nach Hause kommt und möglichst nur noch die Sektflasche öffnen und sich aufs Sofa verziehen kann. Das leuchtete mir sofort ein, dementsprechend warf ich direkt beim Nachhausekommen die erste Ladung in die Waschmaschine und schaffte dann vor 22 Uhr immerhin noch eine zweite kurze Wäsche. Es hat nicht ganz gereicht, eine Ladung ist noch übrig, die kann man aber morgens in die Maschine stecken und den Timer so stellen, dass sie abends fertig ist, dann muss man nur noch kurz ein bisschen Wäsche abhängen, die neue Ladung aufhängen, perfekt.

Ansonsten hier Impressionen der großen Mülleimereinsammelaktion. Morgens standen sie in Stapeln in der Mall, so heißt die überdachte Arkade, die durch das Firmengebäude durchläuft, mittags hatten sie fleißige Menschen draußen aufgebaut und es wurde mit einer Drohne irgendeine Art Beitrag gedreht, so ist das beim Fernsehen. Ich erfuhr in diesem Zuge noch eine schöne Geschichte namens „Winnie und der Papst“, leider intern, deswegen können Sie sich nur am Titel erfreuen, es geht unter anderem um eine Steckdose, sprechen Sie mich einfach persönlich an, wenn wir uns mal begegnen.

Die Mülleimer werden gesammelt und sollen zu Helmen für Kinder recycelt werden und an einen Skatepark in Syrien gespendet werden. Wer genau hinsieht kann vielleicht im zweiten Bild ein Symbol-Skateboard entdecken.

Ansonsten keine berichtenswerten Vorkommnisse.

Tagebuchbloggen, 11.9.2019

Morgens große Verwirrung am Bahnhof, weil weder der Zug fuhr, mit dem ich eigentlich hatte fahren wollen noch der danach. Sie standen auch noch nicht mal als verspätet oder ausgefallen angeschlagen. Auf einem der zahlreichen Fahrplanänderungen-Zettel fand ich die Lösung. Diese Züge halten diese Woche nicht in Essen. Das hatte ich nur nicht bemerkt, weil ich ja zwei Mal hintereinander den verspäteten früheren Zug erwischt hatte.

Ich habe dann das einzig sinnvolle aus dieser Situation gemacht und mich für 40 Minuten in die DB Lounge gesetzt, weil man da erstens Kaffee bekommt und zweitens vernünftiges Internet, um schon mal ein paar Dinge zu erledigen. Ich habe ja seit ein paar Wochen einen neuen Arbeitsrechner, der über magische Technik von überall her ins Firmennetzwerk kommt und außerdem auch einfach so toll ist, ich bin immer noch ganz angetan. Außerdem gab es von diesem Sitzplatz aus direkt zwei Gasthäuser im Harry-Potter-Spiel, so dass ich zwischendurch ordentlich Zauberenergie sammeln konnte.

Auf der Arbeit wieder ungeplante Probleme, die im Laufe des Tages zwar (fast) alle irgendwie gelöst werden konnten, aber wieder viel Zeit fraßen. Außerdem machte ich Bekanntschaft mit dem neuen Raumbuchungssystem, es ist ja immer sehr erfreulich, wenn Technik nicht nur Probleme löst, sondern auch funktioniert. Mittags gab es Cevapcici, auf dem Zettel stand mit Soße oder Tzatziki, was mich gleich in eine Sinnkrise stürzte, es war aber entweder ein Fehler oder die austeilenden Köche wussten nichts davon, ich bekam jedenfalls ohne Probleme Soße und Tzatziki.

Im Büro hatte ich zu Konzentrationszwecken angefangen, alle möglichen Alben von Paul Simon zu hören, ich kann mich am besten konzentrieren, wenn ich mir sehr bekannte Musik höre, meine Mutter berichtet davon, wie ich in der Oberstufe singend, aber voll konzentriert meine Hausaufgaben machte. Im Büro singen ist ein bisschen problematisch, es sind da ja auch andere Leute, die nicht meine Eltern oder mein Mann sind und es vielleicht gar nicht so niedlich finden, wenn ich singe und außerdem ist es womöglich nicht ersichtlich, dass Mitsingen kein Zeichen von Abgelenktheit, sondern das genau Gegenteil darstellt.

Mit Paul Simon auf sehr laut auf den Kopfhörern dann zum Bahnhof, der Zug kam auch pünktlich, vielleicht um mich mit dem Zugausfall von morgens zu versöhnen, man weiß es nicht. Ich las weiter in Planetfall, es ist einfach ein sehr gutes Buch, tut mir leid, wenn ich das immer wiederhole. Ich bin jetzt allerdings erst zur Hälfte durch, weil, ach, dazu kommen wir später.

Mein Mann hatte eingekauft, unter anderem etwas, das meinen Unmut auf sich zog, weil wir damit offensichtlich Hamsterbevorratung betreiben. Das wusste ich auch nicht, bis ich letztens den Badezimmerschrank aufräumte und sofort ein strenges Neukaufverbot verhängte. Dieses Neukaufverbot wurde anscheinend wahr- aber nicht ernstgenommen. Wie sich rausstellte allerdings nicht aus grundsätzlicher Ignoranz, sondern weil die Ausmaße der Bevorratung gar nicht bekannt waren. Kommunikation, so wichtig, ich habe hier auch gelernt.

Klavier gespielt, unter anderem ein Stück, dass ich so vor gut 22 Jahren schrieb, und das ich gestern fast vollständig aus der Erinnerung reproduzieren konnte, nur beim Schluss scheint etwas zu passieren, das ich aktuell noch nicht hundertprozentig in Melodie und Harmonie umsetzen kann. Ich habe die Texte fast aller Lieder Gott sei Dank irgendwo abgespeichert, nur eben den Rest oft nicht. Dann aus akuter Kochfaulheit Sushi bestellt, wir haben einen neuen Sushilieferanten entdeckt, der nicht nur gut und schnell ist, sondern auch überaus freundlich. Ich könnte mal eine Bewertung hinterlassen, darum baten sie beim letzten Mal.

Im Bett wollte ich dann möglichst viel von Planetfall weiterlesen, aber jetzt kommen wir zum Problem, ich werde beim Lesen im Bett einfach furchtbar schnell müde und dann werden es halt doch nur ein paar Seiten, aber immerhin vor Mitternach eingeschlafen, das ist doch auch was.