Lieblingstweets im (ganzen) Oktober

Lieblingstweets im September (Teil 2)

Tagebuchbloggen, 29.9.2019

Ausschlafen war nicht wegen Pfarrfest in der Heimatsiedlung in Köln. Ich würde sagen, ich gehe da traditionell auch in den Gottesdienst, aber tatsächlich war ich ja erst zwei Mal da, ab nächstem Jahr kann ich dann vielleicht von Tradition sprechen.

Beim Gottesdienst war viel Weihrauch, was ich ja tatsächlich ganz gerne mag. Gesungen wurde aus einem neuen Liederbuch, das ich noch nicht kannte. Hauptsächlich etwas neueres Zeug, zwei Mal auf Englisch und natürlich mit Chor. Ein Lied fand ich besonders interessant, es heißt „Wäre Gesanges voll unser Mund“, es war mir vollkommen unbekannt, hat aber eine Stelle, wo von G-Dur kurz nach F-Dur und wieder zurück moduliert wird, das ist für ein Kirchenlied schon verhältnismäßig abgefahrene Harmonik.

Die Predigt war auch unerwartet kritisch, es ging um Veränderungen in der Kirche und darum, dass die Kirche und der Gottesdienst zwar schön und wichtig, aber die Arbeit der Gemeinde selber vielleicht noch etwas wichtiger wäre. Im Nachhinein erfuhr ich, dass es konkrete Anlässe für diese Predigt gab, es steht nämlich im Raum, dass das Pfarrheim geschlossen werden soll und das will natürlich keiner in der Gemeinde. Später wurde auch das Nichtstattfinden der traditionellen Prozession heiß diskutiert, also richtig offiziell auf der Bühne mit Pro und Kontra. Ich hatte angenommen, dass die Prozession wegen Wetter nicht stattgefunden hatte, das war aber mitnichten der Fall, es war tatsächlich eine Organisationsfrage und sollte als Anlass zur Debatte dienen, was man tun muss, damit die Prozession eventuell anders organisiert stattfinden kann oder ob sie überhaupt nötig ist oder ob man vielleicht zu einem anderen Anlass eine Prozession machen könnte. Ich bin ja nur zu Besuch da und in Essen auch in keiner Gemeinde aktiv, so ein Einblick, bei dem man sich auch keine abschließende Meinung bilden muss, ist auch ganz spannend.

Pfarrfest

Ansonsten gab es Essen vom Männerkochclub und Kuchen von der Kuchentheke und Gemüseverlosung und einen Crêpestand von den Messdiener. Es gab eine Hüpfburg und eine Slackline und eine Tischtennisplatte, die alle (in diesem Fall tatsächlich wegen Wetter) in der Kirche aufgebaut waren. Und natürlich Familie und Leute, die sich freuten, dass sie einen mal wiedersahen.

Männerkochclub

Hüpfburg

Danach ging es noch mit der Familie zu meinen Eltern und am frühen Abend brachte mich meine Tante zum Bahnhof, so dass ich immerhin um kurz nach 19 Uhr zu Hause war, Essen vom Thai abholen konnte und dann gab es noch Tatort und dann Bett.

Tagebuchbloggen, 27.9.2019

Morgens fuhr keine Bahn, da lohnte es sich erstmals, dass der Zug im Moment ungünstig fährt, denn so konnte ich locker zu Fuß zum Bahnhof gehen. Auf dem Weg überlegte ich mehrfach, doch einen E-Roller zu nehmen, da ich aber keinen Zeitdruck hatte und die Strecke außerdem an einer unangenehm großen Straße entlanggeht, ließ ich es bleiben.

Als ich in Köln ausstieg, traf ich just meinen jüngsten Cousin an, der am Bahnhof auf einen Bus wartete. Jüngster Cousin täuscht eventuell, die Familie meiner Mutter hat die ganze Kinderkriegerei ja einfach konsequent in den Achtzigern abgewickelt. Ich und meine ältere Cousine sind 1980 geboren und dann folgten einfach jedes Jahr ein oder zwei Geburten bis 1989 und dann war Schluss. In anderen Worten: Der jüngste Cousin ist jetzt Lehrer. Also so richtig fertiger Lehrer. Das war jedenfalls schön, wir hatten uns schon sehr lange nicht gesehen, eigentlich ein sehr dummer Zustand.

Auf der Arbeit das eine größere Problem so gelöst, dass die Anwender jetzt glücklich sind, wir aber noch nicht. Da muss also noch was passieren. Ansonsten läuft es insgesamt wie erwartet etwas ruckelig, aber Gott sei Dank ohne größere Probleme.

Seit gestern bin ich auch technisch ganz ausgestattet. Ich habe jetzt kein Telefon mehr, sondern ein Headset, dass sich mit Skype synchronisiert, die Anrufe gehen also auf dem Rechner ein. Ich war anfangs skeptisch und habe mich ja auch fünf Jahre lang gegen ein Headset gewehrt, weil ich es irgendwie albern fand. Nach zwei Tagen muss ich sagen: Wie dumm ich war! Das Headset ist aus mehreren Gründen total, aber vor allem habe ich zwei Hände frei und mir war einfach nicht klar, was für eine unfassbare Erleichterung das ist. Das ist also alles sehr zufriedenstellend insgesamt. Das Headset kann auch noch andere tolle Sachen, dazu aber vermutlich demnächst mehr im Techniktagebuch.

Obwohl ich eigentlich früher gehen wollte, ergab sich das nicht. Es wäre auch sehr ärgerlich gewesen, denn die frühere Bahn kam so viel zu spät, dass sie gerade einfuhr, als ich am Bahnhof eintraf. Auf dem Rückweg lief meine Cousine an und wollte mir mehrere Dinge mitteilen und schon mal demnächst benötigte Hilfe anmelden. Wir sprachen ungefähr bis ich zu Hause und ihr Telefonakku fast leer war. Dann musste ich noch zur Packstation und telefonierte kurz mit meiner Mutter, es war ja anscheinend Familienkontakttag, da bot es sich an.

Mein Mann ist jetzt noch irgendwo mit Kollegen unterwegs, Klavier gespielt, Buffy geguckt, neue Songidee gehabt und jetzt gibt es entweder Buch oder die neue Folge von den drei Fragezeichen oder beides, aber hintereinander und nicht gleichzeitig.

Tagebuchbloggen, 24.9.2019

Großer Releasetag. Was zu beweisen war, wurde bewiesen. Zwischenzeitlich schimpfte ich wie ein Rohrspatz, dann funktionierte aber fast alles und das, was nicht funktionierte, bekommen wir auch in den Griff.

Um kurz nach 21 Uhr war ich dann am Hauptbahnhof, die U-Bahn war gerade weg, deswegen nahm ich wieder einen E-Roller, fuhr einen etwas dämlichen Umweg, war aber trotzdem in 15 Minuten zu Hause. Ich finde es immer noch zu teuer, aber es hat auch für mich aktuell das beste Kosten-Leistungs-Verhältnis. Zu Fuß gehen ist gratis, dauert aber länger, Leihrad ist auch günstiger, aber anstrengender, auf die Bahn warten ist auch gratis (und das Bahnfahren auch) und dauert noch länger als zu Fuß gehen und Taxi geht zwar schneller, ist aber teurer. Ich finde die „Letzter-Kilometer“-Argumente, die ich vereinzelt gelesen habe, und nach der so ein E-Roller eben nutzlos ist, weil die Strecken, die man damit gut zurücklegen kann, könnte man auch mit dem Verkehrsmittel zurücklegen, mit dem man eh unterwegs ist. Ich habe dauernd  letzte Kilometer zurückzulegen, die auch immer im Bereich ein bis drei Kilometer sind und aus Erfahrung weiß ich, gerade die nerven am meisten und es macht eine enorm großen Unterschied, ob ich für genau diesen letzten Kilometer 5 oder 15 Minuten brauche. So.

Zu Hause „Höhle der Löwen“ geguckt, dabei sehr gefreut, als sich Kofler in Rage redete und zwischendurch erfreut festgestellt, dass ein weiteres Puzzlestein des großen Releases fehlerfrei funktionierte.

 

Tagebuchbloggen 23.9.2019

Morgens ist es jetzt dunkel, wenn ich aufstehe, das kann ich nicht gutheißen. Ich bin relativ sicher, dass der Sommer zu kurz war, irgendwas ist da schief gelaufen.

Auf der Arbeit abwechselnd gute Nachrichten und Komplikationen. Die Komplikationen führten dazu, dass wir bis 18 Uhr immer noch beweisen konnten, was wir beweisen wollten.

Zu Hause Restchili, dazu dieses Jenke-Selbstexperiment mit Plastik auf RTL. Ich wollte es eigentlich nur gucken, weil ich vermutete, dass irgendwann die Mülltonnenszene kommen würde, bei deren Dreh wir ja quasi in der Mittagspause direkt daneben standen. Sie kam dann auch inklusive diverser Szenen im Bürogebäude, was dazu führte, dass ich immer wieder Pause machte, um genauer zu gucken oder sowas wie „Uh, kenn ich!“ sagte. Ansonsten war die Sendung besser als ich erwartet hatte, wenn auch an einigen Stellen zu überzogen und emotional. Immerhin kann ich nicht behaupten, nichts Neues erfahren zu haben.

Dann guckten wir noch einen Film im ZDF-Montagskino. Der Film war insgesamt ganz ordentlich, ich machte aber währenddessen Kreuzworträtsel und musste immer wieder an meinen Rechner, um zu gucken, ob irgendein Skript schon durchgelaufen war und dann das nächste anzustoßen. Wir müssen ja immer noch was beweisen.

Um Mitternacht war dann alles durch, ich ließ noch die wichtigsten Vergleichsskripte zur Beweiserbringung laufen, die alle die erhofften Ergebnisse brachten und dann machte ich das Licht aus. Den Rest können die zuständigen Fachleute morgen machen.

Tagebuchbloggen, 21.9.2019

Freitag war tagsüber Arbeit und abends Besuch inklusive Showkochen. Showkochen, weil es zum Nachtisch Crêpes gab und die werden natürlich live vor den Gästen hergestellt, mit genug Teig für einmal Nachschlag für jeden.

Samstag musste ich dann erstmal ausschlafen, dann noch etwas für die Arbeit machen, dann fuhr mein Mann zum Segelkurs und ich ging Einkaufen. Es gab nämlich Chili, weil das für Sonntagabend (wieder Gäste) versprochen wurde und Chili macht man ja sowieso am besten einen Tag vorher. Beim Einkaufen vergaß ich zwei Ordnungsboxen, die es am Tchibo-Stand gab im Einkaufswagen. Also vermutlich vergaß ich sie im Einkaufswagen, sie lagen jedenfalls beim Bezahlen auf dem Band und waren zu Hause nicht in einer der Taschen oder im Korb. Ich überlegte kurz, ob ich zurück zum Supermarkt gehen sollte, dann war ich aber zu faul und hakte den Verlust ab. Fürs Protokoll: Meine Grenze fürs Zurückgehen zum Supermarkt liegt irgendwo oberhalb von 7 Euro.

Dann noch etwas arbeiten.

Mein Mann wünschte sich eine Dokumentation über die letzten Ureinwohner im Amazonasgebiet auf arte, die auch tatsächlich sehr interessant und auf mehreren Ebenen etwas irritierend war, vor allem aber, weil man sich wirklich nicht vorstellen kann, wie die Welt dieser Stämme aussieht und es mir auch schwer fällt, mir in irgendeiner Weise eine Meinung zu bilden, weil das alles so weit weg ist von meinem Leben. Die Dokumentation heißt „Das Ende von Eden“ und man kann sie in diversen Mediatheken sehen, wenn man den Google-Suchergebnissen trauen darf. Dann schlief ich fast auf dem Sofa ein, aber nur fast.

Tagebuchbloggen, 19.9.2019

Ich wachte früh auf und mir fiel sofort siedend heiß etwas ein, dass ich auf einmal mit einem komplett neuen Plottwist versah, was auf mehreren Ebenen sehr ungünstig gewesen wäre. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, es ging um eine Postsendung, die uns schon vor vielen Tagen versprochen wurde, die aber noch nicht angekommen war. Das war noch gar nicht das Problem, aber es gab eine aus den konkreten Umständen heraus nicht unwahrscheinliche Option, dass diese Postsendung an eine andere Adresse geschickt worden sein könnte, was sehr schlecht gewesen wäre und auch bedeutet hätte, dass ich sofort an diesem Tag dorthin hätte fahren und nachgucken müssen. Jedenfalls fiel mir das alles um 6:10 Uhr ein und dann konnte ich nicht mehr wie sonst drei Mal weiter snoozen, sondern war wach und aufgeregt.

Es klärte sich dann alles auf, die Postsendung war vorgestern erst rausgegangen und lag tatsächlich heute bei uns im Briefkasten, die halbe Stunde Schlaf bekomme ich damit aber auch nicht zurück.

Arbeit erfüllt wie immer in den letzten Wochen. Nächste Woche ist ein größeres Release geplant, aber es fehlen noch ein paar wichtige Dinge, teilweise gehen wir davon aus, dass sich nichts ändern sollte, aber es konnte aus unterschiedlichen Gründen noch nicht hinreichend bewiesen werden, dass wir mit dieser Annahme auch richtig liegen. Immerhin kam ich pünktlich raus, das musste auch so sein, weil ich abends noch Gesangsunterricht hatte.

Die Bahn kam natürlich dann doch zu spät, aber es reichte noch gerade so, dass ich pünktlich beim Unterricht war. Wir machten lustige Übungen mit Lax Vox und ohne. Der Lax Vox ist ein Gummischlauch, den man in eine Flasche mit Wasser steckt und dann oben in den Mund nimmt und „Uuuuuuuuuuuu“ macht. Es hat auch einen stimmbildnerischen Effekt, den kann ich aber nicht erklären. Dann versuchte sie mir mit Übungen einen „Twang“ in der Stimme beizubringen, also so einen sehr nervigen lauten Klang, den man unter anderem so beschreibt: Eine quakende Ente, ein weinendes Baby, eine kichernde Hexe. Leider sah ich mich außerstande, als Ente, Baby und Hexe ausreichend laute und nervige Geräusche zu machen. Wir kamen der Sache näher, als ich wie ein Flugzeug klingen sollte, daran muss ich mich jetzt orientieren. Dann sang ich noch „Gravity“ von Sara Bareilles, einmal ganz und zwei Mal den Schluss, jetzt ist die Lehrerin ausreichend zufrieden damit und nächste Woche machen wir anscheinend „Set Fire to the Rain“ von Adele.

Mein Mann holte mich ab, wir fuhren noch zum Supermarkt, einerseits für uns, andererseits weil morgen Gäste kommen. Zum Abendessen gab es dann Fertig-Flammkuchen aus dem Ofen, kein kulinarisches Highlight, aber vom Kosten-Arbeit-Nutzen-Faktor eine gute Sache. Die Wäsche, die ich morgens in die Maschine gepackt hatte, hing auch schon auf dem Wäscheständer. Wir erinnern uns daran, der Plan ist, möglichst viel schon Donnerstag zu erledigen, damit man Freitag umgehend ins Wochenende starten kann. Jetzt spielt mein Mann Klavier und ich sitze am Esstisch und in anderthalb Stunden ist der Tag auch schon wieder zu Ende.

Tagebuchbloggen, 18.9.2019

Abends ging es noch spontan ins Irish Pub, ich kam von der Arbeit direkt dahin, mein Mann und ein Kollege von einer Fahrradtour. Irish Pub ist natürlich super, weil es Cider gibt, beim Essen muss ich wohl noch ein bisschen suchen, bis ich etwas finde, das mich richtig überzeugt.

Für den Nachhauseweg suchte ich einen E-Roller, mit dem ich dann so knapp 2/3 des Weges zurücklegte und dann für das letzte 1/3 mit meinem Mann tauschte, also ich Fahrrad, er E-Roller. Wir sind jetzt beide vom Konzept E-Roller überzeugt, es muss nur noch etwas günstiger werden.

Jetzt Bett und weiter in Sing Down the Stars lesen. Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, gerade erst mit dem Buch angefangen zu haben, aber anscheinend habe ich schon 28 Prozent gelesen, interessant.