Diese Woche im Fernsehen (21.12.2014 – 26.12.2014)

Sonntag, 21.12.2014

Die Marx Brothers – Animal Crackers (22:30 bis 0:05 auf arte)
Von den Marx Brothers habe ich ja immer eher etwas mitbekommen, weil sie in amerikanischen Filmen referenziert werden. Selbst gesehen habe ich noch nichts, aber das kann man zum Beispiel heute ändern.

Kurzschluss (0:05 bis 4:00 auf arte)
Heute Nacht zeigt arte 17 Kurzfilme von 1926 bis 2013. Was genau dabei ist, kann man hier nachgucken.

Montag, 22.12.2014

Tatort: Die fette Hoppe (20:15 bis 21:45 im Ersten)
Der Weihnachtstatort aus Weimar aus dem vorletzten Jahr, bei dem wir uns sehr amüsiert haben. Da es dieses Jahr keinen Weimarer Tatort gibt, muss man sich eben dann hiermit zufrieden geben.

Burgarach – Chronik eines Weltuntergangs (23:00 bis 0:40 im WDR)
Als vor zwei Jahren ja beinahe die Welt unterging, lag ich wahrscheinlich auf dem Sofa. Andere Leute begaben sich nach Burgarach, ein Dorf in Frankreich, wo man die Apokalypse aus mir unbekannten Gründen überleben können sollte. Da konnten sich die Dorfbewohner über eine Menge skurriler Menschen freuen.

Dienstag, 23.12.2014

Ben Hur (20:15 bis 23:40 auf arte)
Wer heute Abend wirklich viel Zeit hat, kann das Historenepos aus dem Jahr 1959 gucken. Es gibt tolle Pferderennen und Charlton Heston und sehr viel Drama und überhaupt.

Free Jimmy (22:05 bis 23:50 auf Tele 5)
In Norwegen befreit man keine Wale, sondern digitale Elefanten, jedenfalls in diesem Film, wo ein Zirkuselefant auf Drogen, der zwar von Tierschützern befreit, aber dann eben von der Mafia und Kiffern verfolgt wird. Klingt absurd? Das ist vermutlich Absicht.

Mittwoch, 24.12.2014

Es folgt eine Auswahl von Filmen, die ich ohne viel Erklärung empfehlen kann. Ja, ich weiß, Heiligabend, muss man denn da Fernsehen, aber ich meine, erstens muss man gar nichts und zweitens hat es auch was, wenn man sich vormittags auf dem Sofa einmummelt und einen Klassiker nach dem anderen guckt. Oder nur einen. Oder zwei.

Pippi geht von Bord (12:10 bis 13:30 im ZDF)

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (12:15 bis 13:35 im Ersten)

Der kleine Nick (12:35 bis 14:00 auf Eins Festival)

Michel in der Suppenschüssel (13:30 bis 15:00 im ZDF)

Weihnachten bei den Hoppenstedts (15:45 bis 16:10 im Ersten)
Der Einhand-Saugbläser! Das Atomkraftwerk! Und dann macht es bumm und die Kühe fallen um! Hurra!

Lederstrumpf (1) (15:45 bis 17:15 auf 3sat)

Die unendliche Geschichte (17:05 bis 18:40 auf Eins Festival)

Mary Poppins (17:15 bis 19:55 auf SAT 1)

Eselshaut (20:15 bis 21:45 auf arte)
Märchen für Erwachsene mit Catherine Deneuve als Prinzessin, die sich verkleidet und ein bisschen Feenhilfe in Anspruch nimmt, um nicht vom Vater zwangsverheiratet zu werden.

Die Geister, die ich rief… (20:15 bis 22:15 auf Kabel Eins)
Die etwas chaotischere Variante der Dickens’schen Weihnachtsgeschichte mit Bill Murray. Sehr New York, sehr Achtziger und deswegen auch irgendwie sehr nostalgisch schön.

Billy Joel “Live at the Shea Studium” (20:15 bis 22:10 auf Tele 5)
Konzert des Musikers aus dem Jahr 2008 im Baseballstadion der New York Mets. Billy Joel geht ja meiner Meinung nach immer. Leider mag er nicht mehr auf Tour gehen.

Weihnachten bei den Hoppenstedts (21:45 bis 22:10 im NDR)
Siehe oben. Kam heute schon mal.

Das kalte Herz (22:40 bis 0:20 im RBB)
DEFA-Klassiker zu nachtschlafender oder zumindest recht später Zeit. Ein armer Köhler verkauft sein Herz. Völlig unerwartet entpuppt sich das als gar nicht mal so gute Idee.

Ist das Leben nicht schön? (0:50 bis 2:55 im ZDF)
Der verschuldete George will an Weihnachten von der Brücke springen, ein Engel hält ihn davon ab und zeigt ihm, wie das Leben ohne ihn wäre. Weihnachtsklassiker, ins Nachtprogramm verbannt. Schade.

Donnerstag, 25.12.2014

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (8:35 bis 10:00 auf Bayern)

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (10:35 bis 12:00 im SWR)

Heidi (12:55 bis 14:30 auf Bayern)

Der Schatz im Silbersee (13:50 bis 15:35 im NDR)

Lederstrumpf (2) (15:45 bis 17:05 auf 3sat)

The King’s Speech – Die Rede des Königs (20:10 bis 21:55 auf 3sat)
Colin Firth als britischer Thronfolger Albert, der leider stottert und deswegen zum Sprachtherapeuten muss. Da stimmt ungefähr alles, von der Story bis zur wunderbaren Besetzung.

Lorots Ödipussi (20:15 bis 21:40 auf Hessen)
Wer schon immer stirnrunzeln da stand und nicht wusste, warum Menschen immer so seltsame Sachen wie “Quallenknödel”, “Hundnase” oder “Schwanzhund” sagen und das irgendwie witzig finden: Dieser Film wird dieses Rätsel lösen. Auch sonst kann man ja alles von und mit Loriot durchaus öfter gucken.

Citizen Kane (23:40 bis 1:35 auf Servus TV)
What the hell is Rosebud? Dieser Klassiker wird irgendwann auch diese Frage beantworten, allerdings erst, nachdem man das Leben des Medienmoguls Kane einmal von vorne bis hinten verfolgt hat.

Freitag, 26.12.2014

Pippi in Taka-Tuka-Land (8:00 bis 9:25 im ZDF)

Der Fuchs und das Mädchen (10:30 bis 12:00 im Ersten)

Winnetou (3) (13:00 bis 14:30 im MDR)

Michel muss mehr Männchen machen (13:35 bis 15:05 im ZDF)

Lederstrumpf (3) (15:25 bis 16:55 auf 3sat)

Loriots Pappa ante portas (15:30 bis 16:55 im RBB)

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (16:25 bis 17:50 im MDR)

Thementag Zirkus (9:25 bis 3:10 auf arte)
Einen Tag lang Zirkuskram auf arte. Circus Roncalli, Cirque Soleil, Sarrasani. Aufführungen und Dokus.

Tatsächlich… Liebe (20:15 bis 22:45 auf VOX)
Muss ich mich jetzt hoffentlich auch nicht großartig drüber auslassen, oder? Der moderne Weihnachtsklassiker aus Großbritannien, mit tollen Schauspielern, schönen Geschichten und quasi Wohlfühlgarantie.

Das fünfte Element (23:15 bis 1:15 auf Eins Festival)
Wer jetzt genug hat von dieser Besinnlichkeit, der kann auf Eins Festival Luc Bessons “Das fünfte Element” gucken. Mit Bruce Willis und Milla Jovovich und ganz viel Spektakel und Kostümen von Gaultier.

Bei Oma

Wir sitzen bei Oma und essen Rinderrouladen aus der Dose. Die Caritas hat den Seniorenheimbewohnern lustige Carepakete zu Weihnachten gepackt, worauf meine Mutter kurz wieder in einen Rant verfällt, wie bescheuert das sei, es ist ja nicht so, als ob die Leute im Seniorenheim notleidend wäre und dann wären fast nur Sachen drin, die man zubereiten muss, Puddingpulver und Kartoffelpüreepulver und eben Dosenessen. Oma verschenkt alles und behält nur die Fertiggerichte, die man nur noch in die Mikrowelle packen soll.

Aber dafür essen wir jetzt Rinderrouladen aus der Dose mit Erbsen und Möhren aus der Dose und es ist kein gastronomisches Highlight aber ausreichend okay.

Wie’s denn beim Adventskonzert war, will Mama wissen. “Blöd”, sagt Oma. “Die haben nur so ganz klassische Weihnachtslieder gespielt.” Letztens war’s schön, sagt sie, da haben noch Jugendliche Klavier gespielt und es wurden Gedichte vorgelesen und das war schön.

Gedichte können wir selber aufsagen, zum Beispiel “Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen“. Wir können es aber nur in dem kölschen Singsang, in dem mein Onkel es 1964 bei der Produktion der ultimativen Weihnachtskassette als Zehnjähriger aufsagte. Die ultimative Weihnachtskassette haben meine Großeltern aufgenommen, ein Potpourri aus Gedichten, Liedern (mit und ohne Gesang) und einem Krippenspiel, bei dem auch die Nachbarskinder mitwirkten. Mama war da drei, fast vier und durfte als ersten Beitrag “Advent, Advent” aufsagen. Wir überlegen uns Vermarktungsstrategien für die Weihnachtskassette, die mein Onkel vor Jahren auf CD brannte und an alle Geschwister verteilte. Da muss doch was gehen. “Kölner Großfamilie Weihnachten 1964 – unplugged und ungekürzt”.

Dann überlegen wir, wie das wohl wird, wenn die Nachkriegsgenerationen ins Seniorenheim kommen. Die, die wirklich gar nicht mehr zum Adventskonzert wollen, noch nicht mal, wenn ihnen sehr langweilig ist. Oder nachher, die Generation wie mein Vater. Der nicht zum Adventskonzert ginge und auch nicht zum Gottesdienst, dafür aber auf seinem Zimmer laut Neil Young hören will. Da müssen sich die Organisationsleute sämtlicher Seniorenheime ganz schön umstellen in ihrer Programmgestaltung. Ganz, ganz später, aber das fällt mir erst jetzt ein, wird das Hauptkriterium bei der Seniorenheimwahl sein, ob es da WLAN gibt. In ein Seniorenheim ohne WLAN geh ich nicht.

Wir essen Kekse und Omas Weihnachtszeug. Dominosteine mag ich nicht, dem Gelee stehe ich neutral gegenüber, aber ich habe eine Schwäche für dieses komische Fondantzeug. Jedesmal, wenn es sowas gibt, muss ich das essen und bin zwischen Abscheu und Genuss hin- und hergerissen. Viel zu süß und so pampig und irgendwie schmeckt es nach Rum, warum ess ich das eigentlich, hmmmm, lecker, ich nehm noch eins.

Wenigstens kann Oma meine Vanillekipferl essen, die sind mürbe genug, zerbröseln ja schon so ein bisschen, wenn man sie zu streng anguckt. “Und?” fragen wir. “Lecker”, sagt Oma.

Na, dann ist ja gut.

Besser Bahnfahren

Bahnfahren ist kompliziert. Das scheint mir nicht zu leugnen zu sein. Ich finde es gar nicht so kompliziert, beizeiten komplex, aber insgesamt mit ein bisschen Mühe und Nachdenken ganz gut zu erfassen. Allerdings habe ich auch eine BahnCard 100 und muss mir über Preise keine Gedanken zu mache. Aber jenseits von dem Geld, dass man fürs Bahnfahren ausgeben kann oder manchmal auch muss, scheint das System Bahn viele Menschen zu überfordern. Und ich meine das gar nicht böse oder ironisch, ich stelle das nur fest.

Etwas Sorge macht mir dann tatsächlich (und auch eher unironisch), dass man den gleichen Leuten, die nicht in der Lage scheinen, eine Bahnfahrt zu planen, erlaubt, sich in kleine Metallkisten zu sitzen, mit denen sie mit irren Geschwindigkeiten und vollkommen ohne Aufsicht durch die Gegend fahren können, aber das ist ein anderes Problem, über das man bei Gelegenheit mal nachdenken könnte.

Nebenbei fahre ich seit grob 22 Jahren regelmäßig Bahn und habe dadurch auch in bestimmten Regionen und auf der ein oder anderen Strecke Expertenwissen angesammelt, das ich aber auch gerne teile, damit nicht immer alle die gleichen Fehler machen. Denn so schwer ist es ja dann doch nicht.

1. Wichtige Kennzahlen bei der Fahrtplanung

Plant man eine Bahnfahrt, so muss man zunächst mal wissen, von wo man nach wo will. Man will zum Beispiel von Köln nach Berlin oder von Hamburg nach Stuttgart (warum auch immer, egal). Ausreichend techaffine* Menschen gehen dann ins Internet auf die Seite der Bahn und geben beide Bahnhöfe ein, außerdem den Tag der Anreise und die ungefähre Abfahrts- oder Ankunftszeit. Dann erhält man verschiedene Vorschläge. Hier sollte man jetzt schon mal die wichtigsten Kennzahlen angucken, die da wären: Dauer der Fahrt, Anzahl der Umstiege und Art der Beförderungsmittel. Damit arbeiten wir weiter.

*Mir ist durchaus bewusst, dass es viele nicht techaffine Menschen gibt, die auch viel Bahn fahren. Tatsächlich scheint mir an dieser Stelle der Gang ins nächste Bahnservicecenter der geeignete Weg. Ich bin da auch tatsächlich noch nie unfreundlich behandelt worden, aber das mag auch daran liegen, dass ich der Bahn monatlich sehr viel Geld überweise und das mit meiner Karte auch beweisen kann.

2. Weniger Umsteigen ist mehr

Ein Umstieg weniger wiegt locker zwanzig Minuten mehr Fahrtzeit auf. Das ist natürlich Geschmackssache und kommt auch auf die individuelle Situation an, trotzdem sollte man die Anzahl der Umstiege nicht unterschätzen. Zumal ein Umstieg auch immer das Risiko mitbringt, dass man einen Zug verpasst, weil man nicht genügend Umstiegspufferzeit eingeplant hat.

Die schönsten Fahrten sind die, wo man in A in den Zug steigt und in B aus dem Zug steigt und nicht zwischendurch irgendwelche Cs, Ds und Es rumliegen hat. Umsteigen ist anstrengend. Man kann zum Beispiel beim Umsteigen sehr schlecht schlafen, beim Sitzenbleiben im Zug hingegen schon. Wie viel zusätzliche Fahrtzeit und/oder Kosten einem einmal weniger Umsteigen wert ist, ist sicherlich eine persönliche Frage, man sollte den Wert aber nicht unterschätzen, sondern stets in die Fahrtplanung mit einbeziehen.

3. Supergeheimer Geheimtipp

Der supergeheime Geheimtipp existiert leider nicht. Ich hatte hier wohl mal Platz für irgendwas gelassen und dann vergessen für was und außerdem war es sehr früh morgens.

Aber, damit man hier nicht leer ausgeht: Im ICE sind die Steckdosen üblicherweise zwischen den Sitzen unter den Sitzflächen, es gibt also eine pro zwei Sitzplätze. So lernt man im Zweifelsfall auch mal seine Sitznachbarin kennen, die auch gerne ihr mobiles Endgerät laden möchte. Im EC sind sie übrigens direkt unter den Lehnen und es gibt zwei davon. Jetzt wissen Sie auch das und müssen nicht mehr doof fragen. (Ich habe übrigens in den letzten vier Jahren ungefähr einmal erlebt, dass eine Steckdose nicht funktioniert hätte. Die Mär der nie funktionierenden ICE-Steckdose scheint mir eine ähnliche urban legend wie die fehlende IKEA-Schraube.)

4. Ein Bahnhof ist nicht wie der andere

Tatsächlich sollte man bei der Wahl der Umsteigebahnhöfe auch darauf achten, dass man nicht in Hintertupfingen umsteigt, sondern vielleicht eher in Frankfurt. Hierbei handelt es sich um ein Thema aus dem Bereich des Risikomanagements. Wenn alles gut geht, ist es selbstverständlich egal, wo man umsteigt, geht aber irgendwas irgendwo nicht gut und man bekommt den Anschlusszug nicht, dann möchte man die eine Stunde bis zum nächsten Zug lieber an einem Bahnhof verbringen, der zum Beispiel ausreichend überdacht und mit den üblichen Unterhaltungsoptionen ausgestattet ist. In Hintertupfingen hingegen zieht es unangenehm und im einzigen Bahnhofscafé gibt’s nur schlechten Filterkaffee. Zudem ist es bei größeren Bahnhöfen wahrscheinlicher, dass die nächste Weiterfahrtmöglichkeit vielleicht doch schon eine halbe Stunde später geht.

5. Ein Zug ist nicht wie der andere

Ob man mit dem ICE oder dem Bummelzug fährt ist natürlich zunächst mal eine Preisfrage. Es gibt allerdings auch gute Gründe, mehr Geld zu bezahlen – sofern es sich im Rahmen hält -, um in die Vorzüge der Personenbeförderung per Schnellzug zu kommen.

Beispielsweise ist so ein ICE schneller. Das ist schon mal ein Vorteil, es sei denn man will gar nicht dahin, wo man hinfährt und möchte es möglichst hinauszögern. Zudem hat man zumindest ein bisschen mehr Platz als in den üblichen Doppelstockregionalzügen. Das gilt sowohl für einen selber so als Mensch als auch für das möglicherweise mitgeführte Gepäck. Wir können jetzt selbstverständlicherweise mal wieder darüber diskutieren, wie unverschämt das mangelnde Kofferabstellangebot in deutschen Zügen ist, das ändert aber auch nichts.

Es gibt auch andere Vorteile. Zum Beispiel ist der Kuchen im Bordbistro überraschend gut, wie ich mal eher aus Zufall festgestellt habe. Außerdem gibt es im ICE Tischchen und Steckdosen und manchmal sogar Internet, jedenfalls, wenn man Zugangsdaten zu den Telekom-Hot-Spots hat. Für letzteres kann ich aber nicht garantieren. Es klappt öfter als in Social-Media-Kreisen (auch von mir selber) beunkt, aber leider auch oft genug eher so nicht.

6. Reservieren schadet nie

Folgende Situation erleben Profibahnfahrer immer wieder: Laienbahnfahrer mit vielen Koffern steigen an einem beliebigen Bahnhof in den Zug. Meistens sind sie auf dem Weg vom oder zum nächsten Flughafen, sie fahren sonst nie, wirklich nie Bahn und die Irritation, dass die Bahn nicht wie erwartet gähnend leer ist, steht ihnen ins Gesicht geschrieben.

Selbstverständlich haben sie nicht reserviert. Wieso auch? Es war ja nicht abzusehen, dass auch andere Leute mit der Bahn fahren. Niemand, wirklich niemand konnte das ahnen.

Hier ein Tipp: Planen Sie eine längere Bahnfahrt und wissen nicht wirklich hundertprozentig, dass nicht viel los sein wird, RESERVIEREN SIE UM GOTTES WILLEN! Wenn man alleine unterwegs ist, kann man das Risiko ja noch eingehen, aber spätestens, wenn man zu zweit ist und möglicherweise plant, sich während der Fahrt zu unterhalten, sollte man einfach sicherstellen, dass man auch nebeneinander sitzt.

Dieser Hinweis gilt noch mal besonders für Eltern mit Kindern oder Reisegruppen: RESERVIEREN SIE! Planen Sie die Kosten einfach von Anfang mit ein, lassen Sie den Gedanken, man könnte ja auch nicht reservieren, einfach nicht zu.

Protipp: Ein Wasser im Bordrestaurant kostet 3 Euro (Stand irgendwann vor zwei Jahren). Man kann also ganz risikobewusst nicht reservieren und hoffen, dass im Bordrestaurant was frei ist und man nicht nach einer Stunde höflich rausgeschmissen wird, weil man sich an seinem Wasser festklammert. So spart man sich aber die Reservierung und hat zusätzlich noch ein Getränk.

7. Aufpassen im Erdkundeunterricht

Mangels magischer Fähigkeiten hält sich die Bahn im Wesentlichen an die geographischen Grundbedingungen des Landes. Es hilft also, wenn man weiß, wie die Städte auf der vorgeschlagenen Strecke so grob liegen, um zu erkennen, ob die vorgeschlagene Strecke vielleicht doch etwas albern ist. Im Prinzip erkennt man das auch an der Fahrtzeit.

Zudem hilft es enorm, wenn man möglicherweise bei einem Zugausfall, einem verpassten Zug oder weil man es halt aus irgendeinem anderen Grund eilig hat relativ schnell entscheiden kann, ob ein Zug einen zumindest in die richtige Richtung bringt. Da spielt natürlich auch die konkrete Streckenführung der Bahn eine Rolle, das ist aber tatsächlich schon ein Expertenthema. Möchte ich aber zum Beispiel von Köln nach Essen, dann ist es nicht verkehrt, wenn ich die Züge nach Aachen, Krefeld und Bonn recht schnell als nicht zielführend ausschließen kann. Züge nach Dortmund, Hamburg oder Berlin hingegen könnten vielversprechend sein, da hilft dann ein Blick auf die Zwischenstationen, um rauszufinden, ob sich der Weg zum Gleis lohnt.

8. Bahnfahren ist keine Magie!

Worüber ich mich tatsächlich nicht äußern kann, ist die Frage nach der Preisgestaltung. Diese scheint mir auch insgesamt das magischste an dem ganzen Prozess des Bahnfahrens zu sein. Bevor ich jedoch gefährliches Halbwissen auspacke, konzentrieren wir uns auf die Aspekte, bei denen ich mir recht sicher bin:

Bahnfahren ist keine Magie. Man kann das nicht nur lernen, mit ein bisschen Nachdenken bei der Planung und bei der Fahrt selber braucht man noch nicht mal wahnsinnig viel Erfahrung, sondern nur ausreichend viel gesunden Menschenverstand. Ich selber habe auch genug anekdotisches Geschichtenmaterial dafür, wie eine Bahnfahrt eher so suboptimal klappte und mir keiner der obigen Hinweise großartig weitergeholfen hätte. Aber die habe ich fürs Autofahren auch. Und fürs Fliegen. In der Bahn musste ich zum Beispiel noch nie 50 Dollar für ein zweites Gepäckstück zahlen. Ich wurde auch noch nie von hinten angeblinkt und angehupt, weil ich darauf bestand, den Wagen neben mir mit 150 km/h statt mit 180 km/h zu überholen.

Niemand muss zum Profibahnfahrer werden. Aber es gibt weniger Hürden auf dem Weg dorthin, als man vielleicht vermuten könnte.

Lieblingstweets im Dezember (Teil 1)

WIRTSCHAFTSKRISENEINBUSSEN! KLASSENTREFFEN! HITS AUS DEN SECHZIGERN! MARKUS MIT M! PRESSEHAMSTER! RAUPENRISOTTO! EINGESCHWEISSTE GURKEN! UND DAS MÖHRCHEN BLEIBT DRIN!

Diese Woche im Fernsehen (13.12.2014 – 19.12.2014)

Samstag, 13.12.2014

Alles, was wir geben mussten (20:15 bis 22:25 auf PRO Sieben)
Nach dem Roman von Kazuo Ishiguro verfilmt und das ziemlich grandios. Irgendwann in der nicht allzu weit entfernten Zukunft wachsen geklonte Menschen als Ersatzteillager heran. Aber bevor ihr Einsatz nötig wird, machen sie genau das, was wie alle tun: Leben. Nur eben immer in dem Wissen, dass es bald vorbei sein kann. Gibt nix, was ich hier nicht empfehlen könnte.

Heimatklänge (21:15 bis 22:35 auf 3sat)
Dass alle Schweizer jodeln, wissen wir ja. Eine Selbstverständlichkeit. Manche tun es allerdings aber auf etwas experimentellere Art und Weise und von diesen Leuten handelt diese Dokumentation.

Tiger & Dragon (0:15 bis 2:00 auf arte)
Schöner Martial-Arts-Film von Ang Lee, der ja sowieso recht vielfältig ist. Kann man schön gucken, wenn man vor allem schöne Bilder und hübsch choreografierte Kampfszenen sehen will. Lustige Story zu diesem Film: Wir haben den damals im Original mit deutschen Untertiteln im Kino gesehen. Was wir nicht wussten: Die reden im Original wirklich chinesisch. Für uns nicht so tragisch, wir hatten ja die Untertitel. Für den englischen Muttersprachler eine Reihe vor uns aber insgesamt schon doof.

Sonntag, 14.12.2o14

Drei Hasenüsse für Aschenbrödel (13:25 bis 14:50 im Ersten)
Bitte schön, gern geschehen.

Die Feuerzangenbowle (14:55 bis 16:30 im Ersten)
Siehe oben.

Drei Hasenüsse für Aschenbrödel (16:30 bis 17:55 im MDR)
Siehe oben.

Horowitz – Der letzte Romantiker (16:55 bis 18:30 auf arte)
Dokumentation aus dem Jahr 1985 über den Klaviervirtuosen Vladimir Horowitz. Er spielt und seine Frau darf kommentieren. Das klingt wie gute Arbeitsteilung.

Marlon Brando (22:25 bis 23:55 auf arte)
2004 starb Marlon Brando, aber bis dahin spielte er jahrzehntelang in unzähligen Filmen und führte anscheinend ein nicht ganz unaufregendes Leben, über das man heute in diesem Porträt etwas mehr lernen kann.

Vier im roten Kreis (23:20 bis 1:35 auf Bayern)
Französisch-italienischer Gangsterkrimi aus dem Jahr 1970 mit Alain Delon. Ein gerade entlassener Sträfling plant, ein Juwelengeschäft auszurauben. Dabei sagt 25 Minuten keiner was. Steht jedenfalls so in der Fernsehzeitung. Buffyfans nicken wissend mit dem Kopf.

Montag, 15.12.2014

Die Reifeprüfung (13:55 bis 15:40 auf arte)
Was auch immer diese Uhrzeit soll: Wenn ihr könnt, guckt diesen Film. Wunderbare Schauspieler, tolle Musik und großartige Kamera. Echt jetzt! (“ELAAAAAAAAAAINE!!!”)

Endstation Sehnsucht (20:15 bis 22:10 auf arte)
Wo wir ja gerade schon bei Marlon Brando waren. Hier kann man ihn in dem Film sehen, mit dem er berühmt wurde, der Verfilmung des Theaterstücks von Tennessee Williams. Da sind allerdings nachher auch wieder alle nur unglücklich. Heißt ja nicht umsonst Drama. (“STELLAAAAAAAAAAA!!!”)

Jón Gnarr – Mein Reykjavik (21:00 bis 22:00 auf 3sat)
Porträt des Mannes, der bis Juli dieses Jahres Bürgermeister von Islands Hauptstadt war. Vorher war er aber zuerst schwererziehbar, Krankenpfleger, Werber und bestimmt noch andere Sachen.

Dienstag, 16.12.2014

Gods and Monsters (20:15 bis 21:55 auf ZDF Kultur)
Ian McKellen als schwuler Regisseur, der in Hollywood nach seinem Coming Out keine Schnitte mehr hat, dafür aber einen homophoben Gärtner. Das klingt doch vernünftig.

Niemals weit genug (22:45 bis 0:20 auf Bayern)
Porträt des Zeichners Tomi Ungerer, der übrigens Franzose ist und nicht Schweizer oder Österreicher, wie ich vor 30 Sekunden noch dachte. Was ihn nicht davon abgehalten hat, Illustrationen für deutsche Kinderlieder zu machen, von denen mir die für “Auf der schwäbschen Eisenbahne” auf ewig ins Gedächtnis eingebrannt sein wird. Fragt nicht. Fragt einfach nicht.

Mittwoch bis Freitag folgen…

Diese Woche im Fernsehen (6.12.2014 – 12.12.2014)

Nach zwei Wochen Pause wegen Zeugs geht es jetzt weiter mit dem kuratierten Fernsehprogramm.

Samstag, 6.12.2014

Wie ein wilder Stier (22:50 bis 1:05 auf Servus TV)
Ein ziemlich junger Robert de Niro schlägt sich als Boxer durch. Weil es Robert de Niro ist und der Regisseur Scorsese geht’s auch irgendwie um Mafia. Da wundert man sich ja auch nicht drüber.

Aufforderung zum Tanz (23:35 bis 1:30 auf Eins Festival)
Ein ebenso ziemlich junger Marius Müller-Westernhagen verzockt sich als Theo im Ruhrgebiet und muss jetzt mit den Konsequenzen klarkommen. Gegen den Rest der Welt geht es übrigens erst später. Wieder was gelernt.

Sonntag, 7.12.2014

Hannah Arendt (21:45 bis 23:30 im Ersten)
Drama über Hannah Arendt, die jüdische Philosophin, die als Journalistin über die Prozesse gegen Adolf Eichmann berichtete und sich dabei nicht nur Freunde machten. Auf Filmgenreneudeutsch heißt sowas glaube ich “Biopic”, aber wir bleiben hier lässig bei Drama und lernen möglicherweise wieder etwas Interessantes aus der Geschichte des letzten Jahrhunderts.

On the Road – Unterwegs (22:10 bis 1:00 auf Tele 5)
Wo wir gerade bei Dazulernen sind: Wer den Klassiker “On the Road” von Jack Keroauc noch nicht gelesen hat, kann ihn heute Abend einfach gucken. Geht auch schneller. Die Fernsehzeitung findet’s nicht so doll, aber verspricht zumindest stylische Bilder. Und danach kann man ja im Zweifelsfall immer noch das Buch lesen.

Rekruten des Todes (0:20 bis 1:53 im Ersten)
Politthriller aus Frankreich. Diane wird erpresst und soll für den französischen Auslandsnachrichtendienst arbeiten. Auf der anderen Seite schließt sich der Kleinkriminelle Pierre aus Not einem Fundamentalisten an. Scheint in Frankreich ziemlich eingeschlagen zu haben und lohnt vielleicht auch als Alternative zum üblichen Hollywood-Politthriller-Film.

Montag, 8.12.2014

Robin Hood – König der Vagabunden (20:15 bis 21:55 auf arte)
DER Klassiker der Robin-Hood-Verfilmungen mit Errol Flynn. Es sei denn natürlich, man hält die Disney-Variante für DEN Klassiker. Oder den mit Kevin Costner. Oder na ja, also, es gab schon viele Verfilmungen, diese hier ist aber eben auch nicht unbekannt. Regie hat übrigens Michael Curtiz, der vier Jahre später “Casablanca” drehte. Die Musik komponierte Erich Wolfgang Korngold und das weiß ich wieder, weil der Herr Gemahl großer Korngold-Fan ist, was unter anderem der Grund sind, warum wir nächsten April in Hamburg in die Oper gehen. Aber das hat schon mit dem Film nichts mehr zu tun.

Bewegte Republik Deutschland (20:15 bis 21:45 auf 3sat)
Auf 3sat kommt wieder so eine Sendung, wie ich sie besonders gerne gucke. Rückblicke auf Deutschland, wie es früher war, von 1945 bis heute in Kultur, Konsum und Politik. Solange die Zeitmaschine noch nicht erfunden ist, müssen wir halt auf solche Dokumentationen zurückgreifen,

Auf dem Weg nach Oregon (21:55 bis 23:30 auf arte)
Moderne Western, von dem ich noch nie gehört habe, der aber durchaus vielversprechend klingt, weil er die Tristheit und die Mühen des langen Zugs nach Westen darstellt. Was man daraus schon man als wertvolle Lektion mitnehmen kann: Nicht vom Haupttrek entfernen, weil irgendwer meint, eine Abkürzung zu kennen. Keine gute Idee.

Dienstag, 9.12.2014

The Whale Rider (20:15 bis 22:05 auf Servus TV)
Mehrfach prämiertes Drama aus Neuseeland über eine junge Maori, die Stammeshäuptling werden will. Als Mädchen. Geht natürlich nicht, da tun sich ja die meisten Kulturen irgendwie nix. Dafür kann man aber wenigstens schöne Filme draus machen.

Hungerwinter (20:15 bis 21:45 auf Phoenix)
Auch hier wieder Zeitzeugenberichte und Archivmaterial, aber mit deutlich weniger Konsum als gestern auf 3sat. Es geht nämlich um die kalten Nachkriegswinter in den Jahren 1946 und 1947, als der Krieg zwar vorbei, die Not aber eben immer noch nicht. Bestimmt kein leichter Stoff, aber nu.

Quarks & Co (21:00 bis 21:45 im WDR)
EBOLA! Endlich werden wir mal ordentlich aufgeklärt, was es damit eigentlich auf sich hat, warum die Krankheit so schlimm ist und ob wir uns tatsächlich fürchten müssen.

Jenseits der Stille (22:05 bis 0:30 auf Servus TV)
Falls sich jemand mal gefragt hat, warum ich Klarinette spielen gelernt habe: Dieser Film ist schuld. Den kann man wirklich sehr gut gucken, gerade im Winter und ich bin seitdem ja sehr angetan von Sylvie Testud. Lara hat zwei gehörlose Eltern, möchte aber Musikerin werden. Damit kann vor allem ihr Vater nicht umgehen. Insgesamt einer meiner Lieblingsfilme, den kann ich wärmstens empfehlen.

Mittwoch, 10.12.2014

A Christmas Carol (20:15 bis 22:15 auf Tele 5)
Kommt, ihr wollt es doch auch! Zumindest, wenn Patrick Stewart Ebenezer Scrooge aus Dickens berühmter Weihnachtsgeschichte spielt. Besser wird’s nur mit Michael Caine und den Muppets, aber den habt ihr ja hoffentlich sowieso alle auf DVD im Regal.

Bewegte Republik Deutschland (21:15 bis 21:45 auf 3sat)
Teil 3 und 4 der Reihe, von der es am Montag Teil 1 und 2 gab. Hurra!

Backen wir’s noch? (20:45 bis 21:15 im MDR)
Kleine Doku über die Menschen, die mitten in der Nacht aufstehen, damit wir morgens warme Brötchen haben. Und wir beklagen uns, wenn der Wecker um 7 Uhr klingelt. Da lachen die Bäcker nur drüber.

Der Name der Rose (23:15 bis 1:20 auf Hessen)
Ja nu. Der Name der Rose. Umberto Eco. Sean Connery. Christian Slater. Mönche. Morde. Schnee. Viel Schnee. Insgesamt sollte der Film bekannt sein, ich will nur nicht, dass es nachher heißt, ich hätte nicht Bescheid gesagt, dass er kommt.

Donnerstag, 11.12.2014

Der Grinch (20:15 bis 21:50 auf ZDF Neo)
Ich möchte hier mal anmerken, dass mir die Verfilmung des Klassikers des genialen Dr. Seuss deutlich zu anstrengend ist, aber vielleicht bin ich auch zu alt oder so. Auf der anderen Seite gehört die Geschichte ja zum popkulturellen Wissen. Man kann natürlich auch das Buch lesen, geht in dem Fall sogar schneller und man kriegt was von dem großartigen Seuss’schen Wortwitz mit.

Verspielte Welt (20:15 bis 21:00 auf 3sat)
Über die Gamification des Lebens. Müsste uns also alle interessieren, jedenfalls, wenn wir mit “Zombies, Run!” joggen, Bonuspunkte sammeln oder mit FitBit durch die Gegend laufen, um mehr Schritte zu haben als andere Leute in diesem Internet. Ich mag Gamification ja, aber ob das alles auch so super ist, werden wir wohl auch erst in ein paar Jahren wissen. Frühestens.

Freitag, 12.11.2014

Süßes Gift (20:15 bis 21:50 auf arte)
Wo spielt wohl diese Verfilmung eines Buches des finnischen Kultautors Arto Paasilinna? Selbstverständlich in Frankreich. Passt auch, fängt beides mit F an. Erst will sich die Witwe Clémence selbst umbringen, dann kommt aber alles und wird – davon gehe ich jedenfalls aus – ausreichend chaotisch.

Island – Insel mit Eigensinn (21:00 bis 21:30 auf 3sat)
Island steht ja schon sehr lange auf meiner Reisewunschliste, aber man kann da bestimmt sehr schlecht surfen. In dieser kleinen Dokumentation geht es aber um den Staatsbankrott vor ein paar Jahren. Wobei man sich da ja auch immer fragt: Was ist eigentlich, wenn ein Land Bankrott ist? Man kann es ja nicht einfach verkaufen oder einfach zumachen? Ob es auf diese Fragen Antworten gibt, kann ich nicht versprechen, aber möglich ist es immerhin.

Der diskrete Charme der Bourgeoisie (22:15 bis 0:15 auf Servus TV)
Schon das Wort “Bourgeoisie” zu tippen, ist ja nicht einfach, dieser Film ist nicht einfacher. Lohnt sich aber, wenn man mit den surrealen Ideen von Buñuel klar kommt. Dann ist das ein sehr amüsantes Filmstückchen. Nur erwarten, dass irgendwas Sinn ergibt, sollte man vielleicht nicht.

Auf der Jagd nach dem heiligen Tempranillo

Im Sommer probierten wir bei der hiesigen Filiale von Jacques’ Weindepot einen Tempranillo, der nach Weihnachten schmeckte und kauften zwei Flaschen.

Irgendwann zwischen Sommer und jetzt kam ich ins Grübeln, ob wir da nicht ein paar Flaschen mehr hätten kaufen sollen. Ich grübelte und grübelte, irgendwann sah ich dann im Internet, dass der Wein online ausverkauft war und anscheinend auch nirgendwo sonst zu kriegen. Leichte Panik setzte ein. Also fragte ich am Samstag bei der hiesigen Filiale noch mal nach. Haben wir hier nicht mehr, sagte der Filialbetreiber, druckte mir aber zwei Listen mit Filialen in der Umgebung aus, die den Wein zumindest laut System noch vorrätig haben könnten.

 

Heute dann Anruf bei einer Filiale in Köln:

Begrüßungsgeplänkel.

Anne: Ich suche einen Wein, und zwar den Lurton Salamandra Barricas Tempranillo. Wissen Sie, welchen ich meine?

Weinhändler: Ja sicher, mein Lieblingsrotwein.

Anne: Haben Sie denn da noch was?

Weinhändler: Theoretisch schon…

Anne: Theoretisch?

Weinhändler: …aber das ist alles schon reserviert für eine Veranstaltung.

Anne: Alles? Wirklich alles?

Weinhändler: Alles. Aber Sie können im nächsten Jahr im ersten Quartal noch mal nachfragen, wenn dann noch was da ist, können Sie den haben.

Verabschiedungsgeplänkel.

 

Anruf bei einer Filiale in Duisburg:

Begrüßungsgeplänkel.

Anne: Ich suche einen Wein, und zwar den Lurton Salamandra Barricas Tempranillo. Wissen Sie, welchen ich meine?

Weinhändler: Ja, kenne ich. Haben wir auch noch vorrätig.

Anne: Würden Sie mir den auch verkaufen?

Weinhändler, verwirrt lachend: Ja, aber natürlich.

Anne: Ja ja, Sie lachen, aber Ihr Kollege aus Köln wollte den lieber für sich behalten.

Weinhändler: Nein nein, wir haben noch genug da, keine Sorge.

Ich lasse mir noch mal versichern, dass der Wein nicht spontan auf einmal ausverkauft sein könnte. Dann Verabschiedungsgeplänkel.

 

Jedenfalls sprang ich dann heute um 18:50 Uhr in Duisburg aus dem Zug, hechtete die Mülheimer Straße Richtung Duissern entlang, legte mich dabei auf den Routenplaner im Handy schauend gepflegt einmal quer auf den Bürgersteig, rief noch mal an und ächzte “MACHEN SIE NOCH NICHT ZU, ICH BIN AUF DEM WEG! SIE KÖNNEN SCHON MAL SECHS FLASCHEN EINPACKEN!” ins Telefon und war dann pünktlich um 19 Uhr im Laden, um das fertiggepackte und bereits in die Kasse gebuchte Paket mit sechs Flaschen Weihnachts-Tempranillo in Empfang zu nehmen.

Da wir jetzt acht Flaschen davon haben, bin ich gerne bereit, zu verraten, dass es neben der Filiale in Duisburg-Duissern auch noch Filialen in Bochum, Wuppertal, Hilden und bestimmt auch noch woanders gibt, wo man diesen Wein noch bekommen kann. Eventuell. Wenn der Weinhändler ihn nicht selber so super findet, dass er die Herausgabe verweigert. In Köln-Buchheim würde ich jedenfalls nicht fragen, da wird man nur enttäuscht. Ansonsten kann einem aber auch in jeder Filiale von Jacques’ Weindepot geholfen werden, die sehen nämlich im System, wo es den noch gibt oder zumindest theoretisch geben müsste und drucken einem das aus. Jedenfalls, wenn man nett fragt.

Einmal um die ganze Welt

Weltreisen sind ja spätestens in seit Meike Winnemuth 2011 zwölf Monate in zwölf Städten verbrachte und erst darüber bloggte, um dann später ein sehr schönes Buch [Werbelink] darüber zu schreiben.

Seitdem wissen wir: Weltreisen sind machbar, man muss sich nur aufraffen.

Genau das hat meine Cousine jetzt gemacht und ist seit drei Monaten unterwegs. Einen Endtermin gibt es nicht, irgendwann geht die Lust oder das Geld aus oder das Heimweh wird zu groß, was davon zuerst eintritt, wird sich zeigen. Von Köln aus ging es zuerst nach Namibia zur Safari, dann nach Südafrika und von da aus zum aktuellen Aufenthalt nach Sri Lanka. Danach geht es weiter nach Thailand. Es ist alles so furchtbar aufregend!

Blog_Screenshot

Damit wir uns zu Hause keine Sorgen machen müssen, sondern nur neidisch Geschichten lesen und Bilder und Videos gucken können, versorgt sie uns auf ihrem Blog Travel Makes You Richer mit dem dazu geeigneten Material. So saß ich dann auch gestern frisch geschminkt und fertig für die Einladung zum Adventsbrunch noch kurz vor dem Rechner, guckte das Südafrika-Video (BERGSTEIGEN! SEILBAHN! LÖWENBABYS! KAPSTADT VON OBEN!) und fing dann bei der Szene mit der Fahrradtour durchs Township an zu weinen. Warum das so schön ist, findet man am besten selber raus, ich spoile ja hier nicht unnötig rum.

Jedenfalls finde ich, es sollten viel mehr Leute Monas Blog lesen – und das nicht nur, weil ich das natürlich familiär bedingt ganz furchtbar spannend finde. Endlich wieder live bei einer Weltreise dabei sein! Das Internet macht’s möglich.

Und weil, eben… genau, das Internet alles möglich macht kann man auch über Facebook, Instagram und Twitter voller Neid beispielsweise auf Eiskaffee am Strand von Sri Lanka starren, während bei uns jetzt endgültig die Winterjacken rausgeholt werden.

Hach.

Lieblingstweet im November woanders

Lieblingstweets im November (Teil 2)

HOLZ UND LANGEWEILE! KINDERRIEGEL UND PORRIDGE! BEN & JERRY’S UND LAPHROAIG! HUPEN UND BLINKEN! HYPERKNUDDELDINGENS! THERMOSOCKEN! UND JETZT ALLE SALAT ESSEN UND BLUSEN BÜGELN!