Diese Woche im Fernsehen (28.7.2014 – 3.8.2014)

Den TV-Kalender gibt es auf Anregung von Thomas jetzt auch als Google-Kalender zum Abonnieren (HTML oder ICAL oder XML). Moderne Technik macht es möglich. Außerdem hatte sich letzte Woche der kleine Fehlerteufel eingeschlichen, Ponyo kam nicht im WDR, sondern auf dem KiKa. Ich bemühe mich hier, keine Fehler zu machen, würde aber dazu raten, doch immer noch mal selber die genauen Zeiten und Sender zu überprüfen (und mir auch Bescheid zu sagen, wenn etwas falsch ist).

Montag, 28.7.2014

Wasser für die Elefanten (20:15 bis 22:05 im Ersten)
Ein Zirkusdrama nach der Romanvorlage von Sara Gruen, die ich irgendwann mal gelesen und – wenn ich mich richtig erinnere – ziemlich gut fand. Es wird voraussichtlich kitschig, aber wer das ab kann, der wird immerhin mit Christoph Waltz belohnt.

In guten Händen (20:15 bis 21:50 auf arte)
Irgendwas mit der Behandlung der damals sehr modischen weiblichen Hysterie im viktorianischen  England. Mit Hugh Dancy und Maggie Gyllenhall, in die man ja auch ganz gut dauerverliebt sein kann.

Der Sonnenkönig (22:35 bis 23:20 im Ersten)
Wie das Unternehmen Solarworld expandierte und dann ganz schlimm abrutschte. Wenn man Glück hat, erfährt man vielleicht auch Sinnvolles zur Solarenergie.

Good Night, and Good Luck (22:45 bis 0:15 im WDR)
Neues Subsubgenre entdeckt: Medienpolitdrama. Wie sich der Moderator Edward R. Murrow 1953 mit McCarthy anlegte. Den Spruch hat man jedenfalls mittlerweile gelegentlich schon mal gehört.

Dienstag, 29.7.2014

Wahre Lügen (20:15 bis 22:25 auf Tele 5)
Tele 5 ist ja so der Privatsender, den man hier besonders schlecht ignorieren kann, weil immer wieder hübsche Filmchen laufen. Ich mein, schon Atom Egoyan, den würde man ja doch sonst eher bei arte vermuten. In “Wahre Lügen” geht’s um eine Journalistin, die das Geheimnis eines alten Todesfall klären will. Angeblich sehr David-Lynchian, was zumindest die Bilder in der Fernsehzeitung auch bestätigen.

Quarks & Caspers (21:00 bis 21:45 im WDR)
45 Minuten Wissen, die sich anfühlen wie 10 Minuten. Diesmal über unser Gehirn.

Mittwoch, 30.7.2014

Männertreu (20:15 bis 21:45 im Ersten)
Matthias Brandt als Society-Intellektueller, der hoch hinaus möchte, aber dann doch an seiner eigenen Untreue scheitert. Oder so. Klingt schön zynisch-bitter und Margarita Broich spielt mit. Die fand ich neulich in diesem anderen Film, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe, sehr toll.

Monty Python live (mostly) (21:30 bis 23:05 auf arte)
Wem ich jetzt dazu was erklären muss, der lebt ganz eindeutig in einer anderen Filterblase als ich. MONTY PYTHON! EY!

Die Brücke II (22:25 bis 0:20 auf ZDF Neo)
Der werte Herr Gemahl ist ja unendlich in die schwedische Ermittlerin Saga Noren verliebt. Und na ja, mit gutem Grund. Auch ansonsten ein toller Krimi, fünf Wochen jeweils als Doppelfolge immer mittwochs.

Das Donald-Duck-Prinzip (23:05 bis 0:35 auf arte)
Ein Psychogramm der Unglücksende. Auch hier finde ich, dass diese vier Wörter eigentlich als Argument völlig ausreichen sollten.

Donnerstag, 31.7.2014

Wilde Kreaturen (20:15 bis 21:40 auf ZDF Neo)
Es kommt nicht viel an diesem Donnerstag, da kann man eigentlich nur die Fortsetzung von “Ein Fisch namens Wanda” gucken. Das ist zumindest nicht völlig verkehrt.

Freitag, 1.8.2014

Flughafen Zürich – Ein Blick hinter die Kulissen (14:30 bis 20:15 auf 3sat)
Zugegeben: Ein fast sechsstündiges Fernsehding über einen Flughafen kann sowohl ganz furchtbar toll also auch einfach ganz furchtbar werden. Aber ich finde das zumindest konzeptuell schon so faszinierend, dass ich es erwähnen möchte.

Big Bugs. Kleiner Krabbler ganz groß (19:30 bis 20:15 auf arte)
Die Entomologentochter jauchz und frohlockt: Eine Doku über Insekten mit Groß- und Zeitlupenaufnahmen. Hurra!

Samstag, 2.8.2014

Die Nacht der Sterne (11:50 bis 22:05 auf arte)
Thementag bei arte. Das Weltall ist viel zu faszinierend, um sich nicht dafür zu interessieren.

Findet Nemo (20:15 bis 22:05 auf RTL)
Man wieder eine Ausnahme. RTL zeigt “Findet Nemo” und mit meiner Schwäche für Pixar-Filme möchte ich diese Information der Welt natürlich auch nicht vorenthalten.

Wacken 2014 (20:15 bis 0:05 auf 3sat)
WACKEN! Wer mehr über Wacken wissen möchte, liest bei Isabel oder guckt das hier.

Welcome to the 90s (22:05 bis 23:00 auf arte)
Weiter geht’s mit der 90er-Nostalgie und den Boygroups und Girlbands. Man musste ja irgendwen gut finden, auch wenn ich immer nur so getan habe, weil ich in Wirklichkeit nichts damit anfangen konnte. (Was glaubhaft durchging: Mark von Take That gut finden. Ich habe das getestet.) Danach kann man übrigens auch einfach weitergucken, denn es kommt erst was über die Mode der 90er und dann was über synthetische Popstars.

Rocky Balboa (23:00 bis 0:35 im ZDF)
Ich habe ja neulich zum ersten Mal den ersten Rocky gesehen und ja, das kann man sehr gut machen. Im letzten Teil ist nicht nur Sylvester Stallone gealtert, sondern auch sein Rocky. Boxen tut er trotzdem noch.

Sonntag, 3.8.2014

Die Truman Show (20:15 bis 21:55 auf arte)
Großartiges Filmchen, das mich schon damals im Kino sehr beeindruckt hat. Die Geschichte von Truman, der nicht ahnt, dass er der größte Star einer Show ist, scheint ja mittlerweile noch weniger unmöglich als vor 16 Jahren.

Die Hit-Maschine (21:55 bis 22:50 auf arte)
“Video Killed the Radio Star”, eine Doku über MTV. Musiksender waren für mich ja immer ein großes Faszinosum, vor allem da ich mangels Kabel- oder Satellitenfernsehen auf eine halbe Stunde Hit Clip angewiesen war. WIR HATTEN JA NIX!

Searching for Sugar Man (23:15 bis 0:50 auf Servus TV)
Sixto Rodriguez veröffentlichte Anfang der 1970er zwei Alben und geriet dann in Vergessenheit, bis er für diesen Film wieder ausfindig gemacht wurde. Ich bin auf seine Musik über eine Spotify-Playlist von Nike gestoßen und habe mich sofort verliebt.

Geboren in Offenbach (1:00 bis 2:15 auf Hessen)
Eine Doku über drei Töchter albanischer Einwanderer in unser aller Lieblingsstadt Offenbach. Ich mein, schon der Titel!

 

Guten Tag, liebe Leser der SZ!

Möglicherweise kommt ja der ein oder andere zum ersten Mal heute auf mein Blog, weil er den Link dazu in der Süddeutschen Zeitung gesehen hat und sich angucken möchte, was ich hier so mache. In der heutigen SZ ist nämlich ein Essay von mir über Programmiersprachen, womit ich den Eintrag “Irgendwo im Feuilleton einer überregionalen Zeitung stehen” meiner nicht vorhandenen Bucket List hiermit auch abhaken könnte. Aber ich hab noch gar keine Bucket List.

Es ist ein wirklich schöner Artikel geworden, und auch das drumherum ist toll, Stefan Dimitrov hat wunderbar illustriert und Johannes Boie hat einen Text darüber geschrieben, wie und wo man Programmieren lernen kann.

SZ

Wenn Sie jetzt also hier sind, weil Sie wissen wollten, was ich sonst noch so mache, in diesem Blog geht es um alles mögliche. Sollten Sie aber jetzt an weiterführenden Softwarethemen interessiert sein, so kann man hier lesen, was man so als Softwareentwicklerin macht. Außerdem habe ich hier einige Fragen beantwortet, über die Leute von Google und anderen Suchmaschinen auf mein Blog kamen. Außerdem findet sich hier eine hübsche Geschichte über sinnlose Algorithmen im Alltag.

Und wenn Sie dann immer noch mehr wissen wollen, können Sie in meinem englischen Blog stöbern, der leider aktuell nicht mehr regelmäßig gepflegt wird, aber auch einige schöne Beiträge zu Softwarethemen hat. Oder Sie hören sich hier den Audiomitschnitt des re:publica-Workshops “Irgendwo muss man halt anfangen. Programmieren für Nullcheckerbunnys” an, den ich zusammen mit Kathrin Passig im Mai 2014 in Berlin durchführte.

Mehr Musik, aber nur ganz kurz

Da standen wir gestern im Musikzimmer des werten Gemahls und überlegten, welche Songs man so mal aufnehmen könnte, als er etwas erzählte von einem Lied, dass wir “letztens” irgendwann aufgenommen hätten, mit so einer ganz einfachen Melodie in G-Dur und ich kam und kam aber ums Verrecken nicht drauf, was er meinen könnte.

Also suchten wir in den Tiefen des Rechners und fanden tatsächlich. Ein total niedliches Lied, ja, ich erinnere mich daran, das muss ich wohl irgendwann mal geschrieben haben. Faszinierend. Ich fand sogar in einem Notizheft den Text zu einer zweiten Bridge, auch total faszinierend, was man alles so aufschreibt und dann wieder vergisst. Selbstverständlich bekomme ich das Lied seitdem auch sehr schwer wieder aus dem Kopf, ich tendiere dazu, Ohrwurmmelodien zu schreiben, oder jedenfalls solche, die sich bei mir sofort als Ohrwürmer im Kopf breitmachen.

Das könnte man also tatsächlich noch mal neu aufnehmen. So ist der Gesang nämlich noch nicht gut und am Text könnte man auch noch schrauben und überhaupt.

Apropos “und überhaupt”: Ich bin mal wieder auf der Suche nach einem MiniDisc-Spieler, weil ich ja immer noch diese MiniDisc habe, eine Komplettaufnahme von einem Konzert von vor zehn Jahren. Da sind bestimmt auch noch Sachen dabei, die ich längst wieder vergessen habe. Außerdem eine Stunde Live-Konzert, total abgefahren, liegt hier aber eben auf einer MiniDisc rum, zu der mir ein Abspielgerät fehlt. Tragisch. Möglicherweise bekommen wir demnächst eines von einem Arbeitskollegen geliehen, aber das glaub ich auch erst, wenn ich’s habe. Sollte also unter der Leserschaft im Ruhrgebiet jemand sein, der so ein Gerät besitzt, ich bräuchte es nur für zwei bis drei Tage. Ich besitze nur diese eine MiniDisc, habe also gar kein Interesse am längerfristigen Besitz eines solchen Gerätes.

Worauf ich aber eigentlich hinauswollte. Weil wir ja jetzt eine Kamera haben und die auch irgendwie ausprobiert werden will, habe ich einfach ein lustiges Musikvideo zu einem ganz alten und sehr kurzen Song gemacht. Eigentlich war das auch nur eine Entschuldigung, um irgendwas zu haben, was man bei YouTube hochladen kann und es regnete gerade.

Wer also mal eine Aufnahme von 2001 oder so hören will, ich hätte hier was. Und demnächst gibt’s hoffentlich mehr. Wir arbeiten dran. Es kann sich nur noch um Jahre handeln.

Update: Wir haben mittlerweile einen MiniDisc-Player aufgetrieben und erfolgreich die MD auf den Rechner überspielt. Jetzt muss natürlich noch geschnitten und bearbeitet und was-weiß-ich werden, aber nach elf Jahren und zwei Monaten hätten wir dann zumindest den ersten Schritt getan. Alles danach wird vermutlich gar nicht mehr so schwer. Vielen Dank an alle, die mir per Kommentar, Twitter oder Mail Hilfe angeboten haben. Es scheinen doch noch mehr MiniDisc-Player in irgendwelchen Schubladen zu schlummern, als man so meinen könnte.

Diese Woche im Fernsehen (21.7.2014 – 27.7.2014)

Dieses Mal wieder sehr filmlastig. Kann ich aber nichts für, da müsst ihr euch bei sämtlichen Programmdirektoren beschweren, wenn’s euch stört.

Montag, 21.7.2014

Der Gott des Gemetzels (20:15 bis 21:30 im Ersten)
Wollte ich ja gar nicht gucken, weil ich eskalierende Kammerspiele nur sehr schwer ertrage. Als Frau des größten Christoph-Waltz-Fans konnte ich mich aber nur sehr schlecht wehren und es stellte sich dann auch raus, dass dieser Film nicht nur angenehm kurz ist (ich halte diese Tendenz zum Dreistundenkino ja für eine falsche Richtung), sondern auch ziemlich großartig und überhaupt gar nicht schlimm.

Nach fünf im Urwald (20:15 bis 21:50 auf Eins Festival)
Viel dringender möchte ich aber “Nach fünf im Urwald” empfehlen, einen Film, den ich noch als Originalvideokassette besaß, einfach, weil ich ihn so unglaublich gut fand. Frank Potentes Debüt, ein unheimlich sympathisches und originelles Filmstückchen, dass ich wirklich allen nur ans Herz legen kann. Außerdem: Axel Milberg! Hurra!

Persepolis (0:35 bis 2:00 im WDR)
Verfilmung der Comicbücher von Marjane Satrapi, in denen sie von ihrer Kindheit im Iran erzählt. Ich kenne nur die Bücher, nach allem, was man so mitbekommen hat, lohnt sich der Film aber auch.

Dienstag, 22.7.2014

Quarks & Caspers (21:00 bis 21:45 im WDR)
Ihr werdet euch einfach damit abfinden müssen, dass ich wild alles mit Ralph Caspers empfehle. Aber das hat ja auch Gründe. Diesmal geht’s um die Kunst der Ingenieure.

Ronin (0:20 bis 2:10 im ZDF)
Sehr schöner Actionthriller mit Jean Reno und Robert De Niro, die zusammen mit anderen Spezialisten einen Koffer besorgen wollen. Wer immer schon ein astreines Beispiel für einen MacGuffin gezeigt bekommen wollte, hier hätten wir eins.

Mittwoch, 23.7.2014

… und jeder sucht sein Kätzchen (22:55 bis 0:25 auf arte)
Eine Französin sucht in Paris ihre Katze und das halbe Viertel sucht mit. Ja ja, französischer Film, ja ja, viel Gerede um nichts. Aber das können sie halt, die Franzosen.

Donnerstag, 24.7.2014

Familiengrab (22:25 bis 0:20 auf 3sat)
Der 54. und letzte Film von Alfred Hitchcock. Da fällt einem ja schnell ein, wie wenige Hitchcock-Filme man eigentlich kennt. Oder man merkt, dass Hitchcock mehr als doppelt so viele Filme gemacht hat wie alle James-Bond-Filme zusammengerechnet. Verrückt. In “Familiengrab” geht es um eine “Hellseherin”, die einen Alleinerben finden soll. Weil es aber mit ihren Visionen eher so mittelgut klappt, macht sich eben ihr Lover auf die Suche nach dem Erben, der aus guten Gründen gar nicht gefunden werden will.

Das weiße Band (23:35 bis 1:50 im MDR)
Vermutlich kein Film, den ich gucken möchte, was ja nicht die Schuld des Filmes ist, sondern, dass ich so ein sensibles Weichei bin. Michael Haneke drehte einen Film über Opportunismus, Gewalt und den alltäglichen Faschismus in einem Dorf im Jahre 1913.

Freitag, 25.7.2014

Tödliche Entscheidung (22:35 bis 0:25 auf 3sat)
Zwei Brüder brauchen Geld und beschließen, den Juwelierladen der eigenen Eltern zu überfallen. Viel wichtiger aber: Philip Seymour Hoffman spielt in diesem Film, der gleichzeitig der letzte Film des Regisseurs Sidney Lumet war. Wenn ich jetzt nur wüsste, ob ich den schon gesehen habe.

So glücklich war ich noch nie (23:55 bis 1:25 auf ZDF Kultur)
Bei diesem Film weiß ich hingegen, dass ich ihn schon gesehen habe. Devid Striesow spielt einen sympathischen Hochstapler, der das Hochstapeln leider auch nach seiner Entlassung nicht lassen kann. Sehr komisch und tragisch zugleich.

Samstag, 26.7.2014

Ponyo (15:00 bis 16:30 im WDR)
Anscheinend ist Samstag jetzt Miyazakizeit im WDR. Ponyo habe ich gesehen und fand ihn wunderbar rührend. Nur, dass ich halt gewöhnt bin, Animes auf Japanisch (mit Untertitel selbstverständlich) zu gucken, macht es immer ein bisschen schwierig. Dafür kann ich aber eben schon einige Halbsatzinterjektionen. “Hai.” “Demo…” “Sou desu ka?”

Welcome to the 90s (21:40 bis 22:35 auf arte)
Auf arte ist gerade Summer of the 90s. Da weiß man ja auch nicht, ob man nostalgisch werden soll oder froh ist, dass das vorbei ist. Ich werde zunehmend nostalgisch, oder, wie man wohl im Volksmund sagt: alt. Schlimm. Es geht übrigens um Musik, falls das noch jemanden interessiert.

Sonntag, 27.7.2014

Inoffizieller Thementag “Irgendwas mit Tiefsee” (14:00 bis 1:39 auf 3sat)
Es steht nicht offiziell als Thementag in der Fernsehzeitung, aber die Dokumentation tragen Namen wie “Die See der kleinen Monster”, “Das Geheimnis der Buckelwale” und “Jacques Cousteaus Vermächtnis”. Ich glaube, das kann man mit “Irgendwas mit Tiefsee” ganz passend zusammenfassen.

Good Bye, Lenin! (20:15 bis 22:05 auf arte)
Empfohlen mit gemischten Gefühlen, ich fand diesen Film nämlich hoffnungslos überschätzt und hatte das Gefühl, sämtliche guten Szenen wären schon im Trailer zu sehen und alles dazwischen Füllmaterial, um irgendwie auf die 110 Minuten zu kommen. Die Story sollte bekannt sein (Kinder einer linientreuen DDRlerin, die sehr ungünstig kurz vor dem Mauerfall ins Koma fiel, versuchen die Illusion der DDR nach ihrem Erwachen aufrecht zu erhalten), möglicherweise habe ich da einfach nie den richtigen Zugang gefunden.

Party auf dem Todesstreifen (23:00 bis 23:55 auf arte)
Eine Musikgeschichtsdoku über die Entwicklung der Musikszene nach dem Mauerfall, wo auf dem ehemaligen Todesstreifen in zahlreichen Bunkern  und Fabrikhallen die Technoszene aufblühte.

Lieblingstweets im Juli (Teil 1)

KILLERWELLEN! BUNDESJUGENDSPIELE! PLATEAUSCHUH TRAGENDE STIERE! GIRAFFENENTEN! ACKERGERÄTE! CAIPIBEMBEL!

Und die schönste WM-Tweets gibt es natürlich auch:

Diese Woche im Fernsehen (14.7.2014 – 20.7.2014)

Etwas verspätet, weil der Sonntag etwas konfus war, aber hoffentlich noch rechtzeitig kommt hier das kuratierte Fernsehprogramm dieser Woche.

Montag, 14.7.2014

Der Name der Leute (20:15 bis 21:50 auf Eins Festival)
Eine Linksaktivistin schläft mit Männern, die sie für Faschisten hält und hofft so, sie zu bekehren. Kann man machen. Eine französische Gesellschaftssatire, bei der mich vor allem das Bild in der Fernsehzeitung fasziniert. Man sieht ja nicht so auf glückliche Frauen, die in jeder Hand einen Krebs halten.

Rubber (22:00 bis 23:25 auf arte)
Ich glaube, dieser Film ist mir schon mal in einer Liste der bescheuertsten Filmplots aller Zeiten untergekommen. Es geht um einen Autoreifen, der sich in eine Autofahrerin verliebt und mittels Telekinese Köpfe explodieren lassen kann. Wenn man das ganze dann “Groteske” nennt, geht es als Arthouse-Kino durch. Clever!

Im Visier der Hacker: Wie gefährlich wird das Netz? (22:35 bis 23:20 im Ersten)
Auch hier stellt sich natürlich die Frage, inwiefern man so einem Thema in 45 Minuten gerecht werden kann, aber letztlich stellt sich diese Frage ja fast immer, es fällt uns nur umso mehr auf, je mehr Ahnung wir selber haben. Immerhin wird es anscheinend jetzt auch langsam ein Thema in den guten alten Massenmedien. Das ist ja auch was wert.

Dienstag, 15.7.2014

Quarks & Caspers (21:00 bis 21:45 im WDR)
Das Thema ist Geschwindigkeit, mein Hauptargument für diese Sendung ist aber, dass alles, was mit Ralph Caspers ist, gut ist.

Anke hat Zeit (22:30 bis 0:00 im WDR)
Eine der schönsten Sendungen, die aktuell im Fernsehen laufen. Ich finde es so toll, was für unterschiedliche Leute da gezeigt und interviewt werden, von Pop über Literatur bis zu Klassik und Kleinkunst. Es ist alles ganz wunderbar und könnte meinetwegen viel öfter kommen. Allerdings wäre es dann vielleicht nicht mehr so ein wunderbares Ereignis, auf das man sich freuen kann.

Mittwoch, 16.7.2014

Aktenzeichen XY… ungelöst (20:15 bis 21:45 im ZDF)
Seien Sie auch dieses Mal wieder live dabei, wenn Rudi Cerne dreisten Gaunerbanden das Handwerk legt, über üble Ganovenbanden berichtet oder gemeinen Trickbetrügern auf die Schliche kommen will. Ich gucke das ja immer nur, weil ich mich durch die anachronistische Wortwahl so schön in die Vergangenheit zurückversetzt fühle und weil ich immer noch darauf warte, endlich mal “DEN KENN ICH!” rufen zu können. Außerdem kommt sonst heute auch nix.

Donnerstag, 17.7.2014

Partytiere (20:15 bis 22:00 auf 3sat)
Wissenssendung über Alkoholkonsum, aber eben nicht (nur) beim Menschen, sondern auch bei Tieren. Die betrinken sich nämlich auch mal gerne. Danach geht’s weiter mit “scobel”, der über Genuss und Sucht diskutiert. Mein Weinregal ist gespannt.

Wer wenn nicht wir (22:45 bis 0:40 im Ersten)
Mal wieder ein Drama über RAF-Personal. Diesmal geht es um den Schriftsteller Bernward Vesper (gespielt von August Diehl), der in den Sechzigern eine Beziehung zu Gudrun Ensslin hatte. Das ist zumindest mal ein anderer Schwerpunkt, immerhin habe ich den Namen Vesper noch nicht gehört.

Freitag, 18.7.2014

Popartist James Rizzi (18:30 bis 19:00 auf N-TV)
Ist N-TV nicht der Sender, wo sonst immer nur über die größten Flugzeugträger/Monstertrucks/Panzer/Hochhäuser berichtet wird? Bei James Rizzi fällt mir ja spontan ein, wie ich mal in einem Kunstladen stand, mich durch die Posterdrucke blätterte und zu meinem Mann “Ich finde Keith Haring ja total überschätzt!” sagte. Nur, dass neben mir eben gar nicht mein Mann stand, sondern irgendein fremder Mensch. Der grinste und nickte nur. Aber es geht ja nicht um Keith Haring, sondern James Rizzi, der andere New Yorker, der bunte Männchen mit dicken schwarzen Umrandungen malt.

Im Stau stehen (20:15 bis 21:00 auf 3sat)
Stauforschung finde ich ja höchst faszinierend. Ich habe mich da letztens noch mit meinem Mann drüber unterhalten. Im Auto selbstverständlich. Ob man nach dieser Doku schlauer ist, muss man wohl selber testen.

Moderne Papas (22:35 bis 23:25 auf arte)
In meiner Filterbubble geht es ja gerne Mal um die Rolle der Väter in der allgemeinen Familienplanung. arte zeigt hilfreicherweise einfach einen Dokumentarfilm zu diesem Thema.

Samstag, 19.7.2014

Kikis kleiner Lieferservice (15:00 bis 16.30 auf KiKa)
Ein Miyazaki-Film. Miyazaki-Filme gehen immer.

Die Nordsee von oben (20:15 bis 21:45 auf arte)
Sandra erzählte, wie sie “Die Ostsee von oben” im Kino sah und dieser tatsächlich mit “Von den Machern von ‘Die Nordsee von oben’” angekündigt wurde. Das ist so absurd, dass es selber eigentlich nur in einem Film vorkommen sollte. Tatsächlich war sie aber von dem Film sehr begeistert. Und die Nordsee ist bestimmt mindestens genauso toll wie die Ostsee, das muss dann also auch gut sein.

The Fall – Im Reich der Fantasie (0:15 bis 2:00 im WDR)
Ich habe noch nie vorher von diesem Film gehört, aber in der Minimalbeschreibung der Fernsehzeitung stehen die Wörter “Derwische”, “schwimmende Elefanten”, “furioser Bildrausch” und “Lee Pace”. Lee Pace! “Pushing Daisies” Lee Pace!

Sonntag, 20.7.2014

Reality bites – Voll das Leben (20:15 bis 21:50 auf arte)
Dieser Tipp ist mit Vorsicht zu genießen. Ich habe nämlich, als ich wegen einer Bronchitis viel Zeit hatte, das Angebot von Watchever auszuloten, nach fünfzehn Jahren oder so das erste Mal wieder “Reality bites” gesehen und war leicht desillusioniert. Das war mir als Teenager doch alles viel cooler und vernünftiger vorgekommen. Auf der anderen Seite war dieser Film ein großer Bestandteil meiner formative years (sozusagen), weswegen ich immer noch an ihm hänge. Außerdem bewirkt kaum ein Film mehr diesen Hirnknoten, wo man sich nicht entscheiden kann, ob man sich gerade wehmütig-nostalgisch in die Neunziger zurückwünscht oder doch eher froh sein sollte, dass dieser Unfug vorbei ist.

Basic Instinct (21:50 bis 23:55 auf arte)
Nie gesehen. Sollte ich vielleicht mal, oder?

Sie küßten und sie schlugen ihn (0:20 bis 2:10 auf Tele 5)
Leider mit Werbung. Muss man sich mal überlegen: Truffaut mit Werbung! Da kann man sich ja gleich ein Leberwurstbrot mit Marmelade machen. Es ist übrigens so, dass man diese Truffautfilme alle unheimlich gut gucken kann, weil sie einen so mitnehmen und es einem so einfach machen, sie gut zu finden. Dazu ein Leberwurstbrot mit Marmelade. Lecker.

Was Sie schon immer über Frauenzählen wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten.

In den letzten Tagen entbrannte mal wieder eine Diskussion um Frauenzählen, Frauenquote, Verantwortlichkeiten und andere vermeintliche Befindlichkeiten. In diesem Fall ging es um die brandeins. Eine Abonnentin hatte sich aus einem dumpfen Gefühl heraus die Mühe gemacht, in der aktuellen brandeins und einigen alten Ausgaben Frauen zu zählen und war zu einem für sie wenig befriedigenden Ergebnis gekommen, was sie der Zeitschrift auf Facebook kundtat.

Das hätte auch vermutlich gar nicht so viele Leute aufgeregt, wenn die brandeins bzw. einer ihrer Redakteure darauf nicht eher unglücklich reagiert hätte. Die brandeins würde eben nicht auf eine Quote achten, hieß es, es gäbe halt Themen und dann würde man sich Leute überlegen, die dazu passen würden und das wären dann eben oft keine Frauen. Als diese Antwort nicht besonders überraschend gar nicht gut ankam, wunderte man sich, es wäre doch gar nicht so gemeint gewesen, und es könne ja jemand gerne 50 intelligente Frauen vorschlagen.

Wer mehr über diese Diskussion lesen will, Felix Schwenzel hat das sehr schön zusammengefasst. In Anbetracht dessen, dass eine ähnliche Diskussion kürzlich bei dem Crowdfunding-Projekt der Krautreporter aufebbte, versuche ich aber nun mal, einige der häufigsten Fragen und Gegenargumente zu beantworten bzw. zu entkräftigen.

 

1. Was sind wir denn für eine Gesellschaft, in der Leute Frauen zählen?/Das ist doch Erbsenzählerei!/Habt ihr nichts besseres zu tun?

Ich habe hier schon mal darüber geschrieben, warum ich Frauen zähle. Im Wesentlichen geht es darum, einen brauch- und vorzeigbaren Beweis für ein dumpfes Gefühl zu haben. Das Gefühl nämlich, ob des Geschlechtes unterrepräsentiert zu sein. Ich möchte im Zweifelsfall nicht sagen müssen: “Ich habe das Gefühl, dass bei X oder Y zu wenig Frauen vorkommen.” Ich möchte sagen können: “Bei X oder Y kommen zu wenig Frauen vor. Ich habe nämlich nachgezählt und folgende Zahlen sind dabei herausgekommen.”

Außerdem geht es darum, strukturelle Probleme aufzudecken und das geht eben am besten erst mal über Quantität. Einfacher gesagt: Ich muss gar nicht über die Qualität diskutieren, wenn ich schon bei der Quantität ein Problem habe. (Anne Roth zählt zum Beispiel schon seit längerem Frauen bei Konferenzen.)

Oder noch anders gesagt: Ich kann die Rahmenbedingungen kritisieren, ohne dass ich den Inhalt kritisiere. Zwei Paar Schuhe.

Ein Beispiel: Im letzten Jahr gab es zwei Mal einen Thementag mit Konzerten, einmal auf irgendeinem ZDF-Spartensender und einmal auf 3sat. Den ganzen Tag Konzerte. Von morgens bis spät in die Nacht. Bei dem ZDF-Spartensender gab es exakt ein Konzert einer Frau. Cyndi Lauper. Nachts um drei. Bei 3sat sah es ein bisschen besser aus, immerhin gab es drei oder vier Konzerte von insgesamt über zwanzig, was aber eben immer noch wahnwitzig traurig ist.

Wir reden hier nicht über die IT-Branche oder eine Ingenieurszeitschrift, sondern um Musikkonzerte, wo es doch nun wirklich möglich sein sollte, mehr als drei oder vier ausreichend interessante Künstlerinnen zu finden. Die Tatsache, dass in der Redaktion, das diese Auswahl getroffen hat, niemand auf die Idee gekommen ist, dass dieses Verhältnis, ganz gelinde gesagt, problematisch sein könnte, finde ich bemerkenswert. Und nicht auf eine gute Art.

Und was die Frage “Habt ihr nichts besseres zu tun?” angeht: Erstens kann ich recht schnell zählen und zweitens habe ich in so einer Situation tatsächlich nichts besseres zu tun, als für mein diffuses Gefühl eine solide Datenbasis zu erlangen. Um nämlich dann sagen zu können: “Nein, es ist kein Einzelfall und nein, ich bilde mir das auch nicht ein.”

 

2. Aber es geht doch um den Inhalt!

Ja. Und?

“Es geht um den Inhalt” ist eines der schlechtesten Argumente überhaupt, denn es ist genauso irreführend wie implizit beleidigend.

Frauen machen ungefähr 50 Prozent unserer Gesellschaft aus. Zu behaupten, es wäre nicht möglich, unter diesen 50 Prozent ausreichend interessante Menschen für Thema A bis Z zu finden, ist schlichtweg eine nette Formulierung von “Männer sind halt interessanter als Frauen”, was wiederum eine nette Formulierung von “Frauen sind zu vernachlässigen”ist.

Im schlimmsten Falle befinden wir uns hier in einer Todesspirale. Zeitschrift X interviewt männlichen Experten Y zu Thema Z. Zeitschrift V möchte jetzt auch darüber berichten, kennt das Interview aus Zeitschrift X und fragt aus naheliegenden Gründen bei Experten Y nach, ob er nicht auch. Sendung W möchte jetzt einen kleinen Beitrag zu Thema Z machen, recherchiert und findet Experten Y bei Zeitschrift X und V, denkt sich “Ja, der muss sich ja auskennen!” und fragt mal nach. Auf die Idee, dass es zu Thema Z auch noch drölfzig interessante Experten sowohl weiblichen als auch männlichen Geschlechts geben könnte, kommt zu diesem Zeitpunkt niemand mehr.

 

3. Zeitschrift X/Organisation Y/Konferenz Z hat nun mal keine Pflicht, einer Frauenquote gleich zu kommen!

Nein, hat sie nicht. Muss sie auch nicht tun. Aber sie verliert mich dann halt möglicherweise als Interessentin. Wem das egal ist, das ist dann nicht mein Problem. Genauso wenig wie es eine Pflicht zur Frauenquote gibt, genauso wenig habe ich eine Pflicht, mich für Produkte, die die Existenz von Frauen ignorieren zu interessieren.

 

4. Wir wollen hier die Realität abbilden, und da gibt es halt in Branche X nicht so viele Frauen!

Ein zugegebenermaßen auf den ersten Blick sehr valides Argument, dass sich aber auch ganz gut auseinanderdröseln lässt.

Ich arbeite als Softwareentwicklerin, mein Mann arbeitet in der Energiebranche. Ja, es ist schwierig. Aber ich kenne weibliche Softwareentwicklerinnen und ich kenne weibliche Ingenieurinnen. Es gibt uns!

Niemand erwartet eine Verzerrung der Realität, doch auch hier scheint es mir ein großer Teil Bequemlichkeit zu sein, der dazu führt, dass in männerdominierten Branchen auch hauptsächlich Männer porträtiert werden. Und das führt wieder zu einer Todesspirale, nur halt zu einer noch schlimmeren. Denn, wenn in Zeitschriften, Fernsehsendungen und auf Konferenzen immer nur Männer als Macher, Manager und Experten reden, dann müssen wir uns auch nicht wundern, wenn sich in der Realität nichts ändert. Wie auch, wenn dauernd vermittelt wird, dass Frauen nichts Interessantes zu sagen hätten.

Dieses Argument klingt okay, ist aber bitterböse und sagt: “Wir haben kein Interesse daran, die Realität zu ändern.” Kann man natürlich machen, da muss jeder selber wissen, welchen Anspruch er an sich selbst stellt. Von einer Zeitschrift wie der brandeins, die von sich selber wohl gerne behaupten würde, auch jenseits des Tellerrands zu agieren, kann ich jedenfalls durchaus auch erwarten, dass sie in der Lage ist, sich über die üblichen Geschlechterstereotype hinwegzusetzen.

 

5. Dann macht es doch selber besser!/Macht doch einfach mal selber Vorschläge!

Die kurze Antwort: That’s not my fucking job!

Die längere Antwort: Kennt ihr diese Szene, wenn in irgendeiner Castingshow ein Kandidat ausgebuht wird und dann beleidigt sagt: “Kommt doch auf die Bühne und macht es besser!”

Was hier missverstanden wird: Ich kann eine Leistung kritisieren und nicht gut finden, ohne dass ich selber in der Lage sein muss, es besser machen zu können. Ich kann – um Felix Beispiel aufzugreifen – in einem Restaurant das Essen kritisieren, weil es versalzen ist, ohne dass ich selber überhaupt kochen können muss.

Genauso bin ich nicht in der Verantwortlichkeit, eine Zeitschrift mit besserer Frauenquote zu veröffentlichen, nur weil ich eine andere wegen ihrer schlechten Frauenquote kritisiere. Da sind schon Leute, die von sich behaupten, sie könnten gute Zeitschriften herausbringen, und ich muss ihnen zutrauen, sich dieser Aufgabe stellen zu können. Und zwar ohne meine Hilfe.

Ich bin auch nicht verantwortlich dafür, Vorschläge zu machen oder den Verantwortlichen bei der Suche nach geeigneten Gesprächspartnerinnen oder Speakerinnen zu helfen. Ich gehe davon aus, dass sie das sehr gut alleine können, weil sie hoffentlich Profis sind und einen entsprechenden Anspruch an ihre eigene Arbeit haben.

Anatol Stefanowitsch hat dazu unlängst auch etwas Kluges geschrieben.

 

6. Aber mit dem Finger auf Zeitschrift X/Organisation Y/Konferenz Z bringt doch auch nichts und in Afrika sterben die Kinder!

Im besten Fall bringt es ein paar Leute dazu, umzudenken und sich in Zukunft mehr Mühe zu geben, ein bisschen länger zu suchen und nicht immer die gleichen Leute zu fragen. Das wäre mal ein Anfang.

Oftmals wird Kritik hier auch als böser Fingerzeig verstanden. Doch meist ist ja das Gegenteil der Fall. Julia Mnsk ist Abonnentin der brandeins, also offensichtlich interessiert an dieser Zeitschrift. Mit ihrer Kritik teilt sie den Machern dieser Zeitschrift mit, dass sie etwas stört und fragt, ob es nicht möglich wäre, daran etwas zu ändern.

Genauso sah es vermutlich auch bei vielen Kritikern des Frauenverhältnisses bei den Krautreportern aus. Nur, wenn mich etwas grundsätzlich interessiert, habe ich auch ein Interesse, die Verantwortlichen darauf hinzuweisen. Wird Kritik niedergebügelt oder ignoriert, ist die Chance, dass ich später bereit bin, mein Geld in diese Richtung auszugeben, recht gering.

Es gibt hier also zwei Optionen: Nichts sagen und Zeitschrift X/Organisation Y/Konferenz Z in Zukunft nicht mehr zu unterstützen. Oder eben Kritik äußern in der Hoffnung, dass sich etwas ändert und man auch in Zukunft mit einem guten Gefühl Geld in diese Richtung schubsen kann.

Diese Woche im Fernsehen (7.7.2014 – 13.7.2014)

Die letzte Woche der Fußballweltmeisterschaft und schon wieder alles voll mit guten Sachen. Es ist fast so, als würden sich die Fernsehsender Mühe geben.

Montag, 7.7.2014

Die gefährlichsten Schulwege der Welt (18:25 bis 19:10 auf arte)
Direkt der erste Vorschlag diese Woche ist also ein weiterer Kandidat für ein “Es gibt anscheinend nichts, worüber man keine Dokumentation drehen könnte”. Die Reihe hat fünf Teile.

Ziemlich beste Freunde (20:15 bis 22:00 im Ersten)
Ich muss zugeben, dass ich dieses Problem habe, wo ich schnell trotzig reagiere, wenn auf einmal alle irgendeinen französischen Film super finden. Ich finde es zu einfach, französische Filme super zu finden und möchte dann dabei nicht mitmachen. “Ziemlich beste Freunde” fanden ja alle super, folgerichtig habe ich ihn nicht gesehen. Aber möglicherweise ist er ja tatsächlich super, wer weiß?

Der Loulou (20:15 bis 21:55 auf arte)
Dafür kommt auf arte ein französischer Film, der vor meiner Geburt in die Kinos kam und bei dem ich eben keinen Hype kenne, selbst wenn es einen gab. Gérard Depardieu spielt einen proletarischen Kleinganoven, in den sich Isabelle Huppert verliebt und für den sie ihr bürgerliches Leben verlässt. Oder so ähnlich. Sozialdrama mit Depardieu und Huppert eben, vielleicht hätte das als Anreiz auch gereicht.

Zugriff – Wenn das Netz zum Gegner wird (22:00 bis 22:30 im Ersten)
Die Chancen, dass das Erste dem Thema Datenschutz in 30 Minuten gerecht wird, sind, sagen wir mal vorsichtig, gering. Aber um diese Befürchtungen zu bestätigen, muss man’s halt auch selber gucken.

Dienstag, 8.7.2014

Die gefährlichsten Schulwege der Welt (18:25 bis 19:10 auf arte)
Diesmal wird in Kenia zur Schule gelaufen.

Abenteuer Erde (20:15 bis 21:00 im WDR)
Dieses Mal geht es um “Die Wupper – Amazonas im Bergischen Land”. Das klingt ein bisschen dick aufgetragen und ich würde das ja vor allem gucken, um zu sehen, wie viel von Opladen man da sieht und was ich alles kenne.

Mittwoch, 9.7.2014

Die gefährlichsten Schulwege der Welt (18:25 bis 19:10 auf arte)
Diesmal wird im, am oder irgendwo auf dem Himalaya zur Schule gelaufen.

Die Zauberflöte (20:15 bis 23:15 auf arte)
Ich gebe ja langsam die Hoffnung auf, mit dem feinen Herrn Opernliebhaber mal in eine Aufführung der Zauberflöte zu gehen, weil er sich da doch relativ strikt weigert. Dafür kann man heute einen Aufführung vom Opernfestival in Aix-en-Provence einfach auf arte gucken.

Honeymoon Killers (1:35 bis 3:15 auf 3sat)
Die Fernsehzeitung nennt es “grotesk-grausiger B-Klassiker”. Es geht um ein Pärchen, das in den 40er Jahren vereinsamte reiche Frauen ausnimmt.

Donnerstag, 10.7.2014

Die gefährlichsten Schulwege der Welt (18:25 bis 19:10 auf arte)
Diesmal wird in Peru zur Schule gelaufen.

Zurück in die Zukunft 3 (20:15 bis 22:35 auf VOX)
Wieder eine Ausnahme für Zurück in die Zukunft. Diesen Film habe ich übrigens mit 11 im Kino gesehen, und bei der letzten Szene mit der Brücke Todesängste ausgestanden. Ich sag ja nur.

The Killing (20:15 bis 22:15 auf arte)
Folge 3 und 4 der dritten Staffel über Kommissarin Sarah Lund.

Der Rassist in uns (22:15 bis 23:30 auf ZDF neo)
Bei einem Experiment, bei dem die Teilnehmer nach Augenfarbe aufgeteilt werden, erfahren sie, wie sich täglicher Rassismus und Diskriminierung anfühlt. Ich kann sowas ja ganz schlecht sehen, aber eben vor allem, weil es so beklemmend ist.

Fear X (22:23 bis 23:55 auf 3sat)
Paranoiathriller von Nicolas Winding Refn, der nicht nur einen seltsamen Namen, sondern auf “Drive” gedreht hat. John Turturro spielt mit und ich finde, das sind schon ausreichend viele Gründe.

Freitag, 11.7.2014

Die gefährlichsten Schulwege der Welt (18:25 bis 19:10 auf arte)
Diesmal wird in Sibirien zur Schule gelaufen.

Ghostbusters (20:15 bis 21:55 auf ZDF neo)
WHO YA GONNA CALL?

Bronson (22:35 bis 0:05 auf 3sat)
Es sind wohl Refn-Wochen auf 3sat. Diesmal nennt es die Fernsehzeitung “Gewaltdrama”. Man lernt in Sachen Subgenres eben nie aus. Der Protagonist Michael Peterson will sich einen Namen macht und weil ihm wohl nichts besseres einfällt eben als “gefährlichster Gefangene Englands”. Man muss nur Ziele haben.

Früher. Später. Jetzt. (23:15 bis 0:00 im WDR)
Eine Dokumentation über Liebe und Sex im Wandel der Zeit. Kann man machen.

Samstag, 12.7.2014

Robert Altman’s Last Radioshow (14:45 bis 16:25 auf Eins festival)
Tragikomödie über die letzte Vorstellung einer Radioshow. Die Fernsehzeitung sagt “wehmütig-witzig”, was nur bedeuten kann, dass ich am Ende weinen muss.

Gastmahl der Liebe (16:55 bis 18:25 auf Eins festival)
Pasolini reiste durch Italien und befragte Menschen zu Themen wie Liebe, Prostitution, Ehebruch und Homosexualität und das 1963. Kann eigentlich nur interessant sein.

Fashion! (22:00 bis 0:55 auf arte)
Alle drei Teile einer französischen Doku über Modegeschichte von den 80er bis in die 2000er Jahre.

Sonntag, 13.7.2014

Jenseits von Afrika (16:25 bis 19:00 im ZDF)
Klassiker mit Meryl Streep und Robert Redford, über den ich hoffentlich nichts mehr sagen muss.

Thementag Louis de Funès (11:00 bis spät in die Nacht auf 3sat)
Sucht euch was aus, es kommt den ganzen Tag Louis de Funès.

Dressed to Kill (22:00 bis 23:40 auf Bayern)
Ui! Ein Film von Brian de Palma. Der feine Herr Filmkenner hier im Haushalt schwört ja auf de Palme. In diesem Thriller beobachtet eine Prostituierte einen Mord und gerät unfairerweise erstmal selbst in Verdacht. Wie das eben so ist. 

Deutschland, deine Bahnhöfe: Ratingen Ost (S)

Pro: Hübsches Gebäude und übersichtlicher Bahnhof, das ist hier alles sehr einfach zu verstehen. Hier fährt die S6, und zwar nur die S6, in die eine Richtung nach Essen, in die andere nach Düsseldorf. Kann man sich merken. Fahrräder kann man hier auch unterstellen und am Busbahnhof, der vermutlich als Lastenausgleich für “hier fährt nur die S6″ sehr gut frequentiert wird, ist ein Spielplatz. Außerdem gibt es eine praktische Anzeigetafel, auf der angezeigt wird, wann der nächste Zug in welche Richtung kommt. Da weiß man sofort, ob es sich noch lohnt, sich zu beeilen, oder ob man gemütlich zum Bahnsteig schlendern kann. Außerdem gibt es irgendwelche Imbissbuden und laut Schildern auch die Gaststätte “Dampflok”.

Contra: Hier fährt übrigens nur die S6 und zwischen Pfingsten und August 2014 noch nicht mal die. Da war nämlich erst Sturm und dann wurden die Gleise erneuert. Ersteres war eine spontane Idee des Wetters, letzteres wohl schon länger geplant. Insgesamt ist die S6 ja auch ein sehr sensibles Pflänzchen. Gelegentlich werden am S-Bahnhof Ratingen Ost wohl auch Buchstaben geklaut, man kann jedenfalls nicht mehr “zu den Zügen”, sondern nur noch “zu en Zügen”. Und ins Hauptgebäude kann man sowieso nicht, es würde einem auch gar nichts bringen, denn von da aus kommt man gar nicht aufs Gleis. Sensible Personen könnten sich außerdem von den vielen typografisch unterschiedlichen Schildern belästigt fühlen, aber wenigstens steht dauernd irgendwo, dass man am Bahnhof “Ratingen Ost” ist. Falls man es zwischenzeitlich vergessen haben sollte.

Geheimtipp: Gehen Sie doch mal hinter dem Bahnhof die erste Straße links… und… nein, nein, da ist nichts. Ich hatte nur a) keine Zeit, diesen Bahnhof genauer zu erkunden und befürchte zweitens, dass es hier auch keine Geheimtippkandidaten gibt. Aber möglicherweise tue ich dem Bahnhof damit auch schwer Unrecht.

Besser nicht: Darauf verlassen, dass nur, weil hier laut Fahrplan dauernd S-Bahnen in die nächstgrößeren Städte fahren, diese auch wirklich fahren würden. Es sei denn, man steht auf Schienenersatzverkehr mit Bussen. Dann muss man sich keine Sorgen machen.

Die Tour: Vom Busbahnhof einmal Richtung Eingang Hauptgebäude, dann auf den Bahnsteig und von da aus auf die andere Seite.

 

Ratingen Ost

Von vorn

Busbahnhof

Blatt

Automat

Blumen

Fenster

Eingang

Kein Zugang

Fahrradständer

Untergang

Aufzug

Frosch

Tafel

Aufzug

Mehr Aufzug

zu en Zügen

Bahnsteig

Ausblick

Keine S-Bahnen

Gebäude

Schild

Zaun

Gleis 1

10

Fenster

Zum Bahnhofsvorplatz

Wie man einen Kratzbaum aufbaut. Und wie nicht.

Gestern war ich ja beinahe spontan bei Herzbruchens zu Hause. Beinahe spontan, weil der Plan immerhin vorgestern abends entstand, also eine gewisse Vorlaufzeit hatte, aber eben keine besonders lange. Die Gelegenheit war günstig, weil der feine Herr Gemahl auf irgendeinem Abteilungsausflug war und außerdem war es ja auch dringend, weil acht Wochen alte Babykatzen ja nicht ewig lange acht Wochen bleiben. Um genau zu sein, bleiben sie exakt eine Woche lang acht Wochen alt.

Jedenfalls wurde ich anscheinend spontan vom Herzbruchkind zum Kratzbaum aufbauen eingeplant. Das kommt davon, wenn man keinen Kuchen mitbringt. Der Kratzbaum steckte in einer großen Kiste, zusammen mit gefühlt grob 400 Päckchen Katzenfutter und einem Päckchen getrockneter “Herzchen aus Hähnchenfleisch”. Frau Herzbruch betonte mehrmals, dass es eigentlich ein Scherz gewesen wäre und ich jetzt nicht wirklich den Kratzbaum aufbauen müsste, aber als IKEA-Aufbau-Expertin erschien mir dieser Kratzbaum als eine meiner leichteren Übungen. Zumal ich selten in die Verlegenheit komme, einen Kratzbaum aufzubauen und ja der Meinung bin, man sollte doch fast alles wenigstens einmal gemacht haben.

Ich fing also an, zusammen mit dem Herzbruchkind Kratzbaumstützen auf flauschige Platten zu schrauben. Die Anleitung bestand aus einer Skizze des Kratzbaumes, mit Buchstabenbezeichnungen für die Stützen und Nummern für die Schrauben und so Zahlen an der Skizze. “Ich hoffe mal, die Zahlen sind nicht die Reihenfolge, sonst habe ich hier nämlich was falsch gemacht” sagte ich heiter. Die Zahlen auf der Skizze zeigten nämlich grob von oben nach unten, während ich tapfer und zielstrebig von unten nach oben baute. Ungefähr auf der Hälfte der Strecke überlegte ich dann, wie ich nachher die oberste Platte gleichzeitig auf zwei Stützen schrauben sollte und kam nach einer kurzen Zeit intensiven Nachdenkens zu dem Schluss, dass das wohl einfach unmöglich wäre.

Es ist nämlich so: Man denkt, es wäre egal, in welcher Richtung man einen Kratzbaum aufbaut, aber es stellt sich überraschend heraus, dass es einen Unterschied macht, ob man von oben nach unten oder von unten nach oben baut. Der Unterschied besteht im Wesentlichen daraus, dass es von unten nach oben nicht geht.

Ich schraubte also leise fluchend alles wieder auseinander und baute den Kratzbaum nach Anleitung unter Einbeziehung der Zahlen in der richtigen Reihenfolge von oben nach unten zusammen. Als ich abends dann noch mal mein Werk begutachtete, schlief eine Babykatze ganz oben und die andere in so einem Stoffkuhlenelement. Der Anblick von zwei schlummernden Babykatzen, was könnte einem besser sagen, dass man da einen prima Kratzbaum zusammengeschraubt hat.