Traumzitate

Im Moment träume ich wieder sehr wirres und interessantes Zeug und weiß davon auch am Morgen immer noch sehr viel, bevor ich es dann über den Tag doch meistens leider wieder vergesse. Es wird wirklich Zeit für ein Traumtagebuch.

Auch von der heutigen Nacht weiß ich nicht mehr all zu viel, nur eine Sache ist hängengeblieben, diese bereitet mir jedoch größtes Grübeln, denn es ist alles wirklich sehr rätselhaft.

Zum vielleicht ersten Mal hatte ich einen Traum im Traum (Inception lässt grüßen), ich wachte also im Traum aus einem Traum aus, der irgendwas mit Roger Willemsens Tod zu tun hatten und in diesem Zusammenhang ging es irgendwie um einen Satz, den ich sehr schön fand und den ich mir (im Traum) unbedingt merken wollte, so wie ich mir dann als ich dann auch aus diesem äußeren Traum aufwachte unbedingt zumindest diesen einen Satz merken wollte.

Der Satz lautet – Obacht bitte! – wie folgt und alle Traumdeuter und anderweitig an meinem Unterbewussten Interessierten dürfen sich nun darauf stürzen:

Auch auf Gräbern wachsen Klaviere.

Zumindest glaube ich, dass der Satz so ging. Ich werde nicht mehr schlau draus, aber vielleicht ist das ja auch einfach so bei Träumen.

Webgedöns am 7.2.2016

Das vielleicht niedlichste Katzenvideo der Welt

Ich habe heute Abend nicht viel zu sagen, aber ich gucke mir seit zwei Tagen immer wieder gerne dieses Katzenvideo in Dauerschleife an und bin danach immer ein bisschen glücklicher als vorher. Vielleicht hilft das ja dem ein oder anderen hier auch weiter. Also bitte, hier entlang!

(Ich guck jetzt auch noch mal ein paar Minuten weiter.)

 

Webgedöns am 2.2.2016

Gelesen im Januar 2015

Es wird kleine Änderungen geben, ich habe nämlich beschlossen, die Detailinformationen zum Buch wegzulassen. Das ist nämlich erstaunlicherweise erschreckend viel Arbeit und hat mich beim letzten Mal in tiefe Verwirrung gestürzt, weil es natürlich gerade bei älteren Büchern immer unterschiedliche Erscheinungsdaten gibt und dann weiß man nicht, nimmt man das von der Erstausgabe oder das von der, die man gelesen hat und was ist, wenn man ein eBook liest, das einen anderen Verlag hat als die Druckausgabe. Es ist kompliziert und deswegen gibt es jetzt Autor und Buchtitel und bei Übersetzungen noch den Übersetzer und das war’s. Außerdem noch der Link zum ethisch unkorrekten Amazon, aber den muss ja niemand benutzen. Davon bekomme ich aktuell alle zwei bis vier Monate einen Gutschein zusammen, von dem ich neue Bücher kaufen oder andere Leute von ihrem Wunschzettel beschenken kann.

Im Januar sah es etwas mau ist. Ich war krank und im Stress und habe deswegen nur drei Bücher geschafft. Dafür waren alle  sehr gut, es hat sich also doch gelohnt.

 

The Golem and the Jinni von Helene Wecker

Wollte ich eigentlich noch im Dezember fertig hören, das hat aber nicht ganz geklappt, also ist es ins nächste Jahr gerutscht. The Golem and the Jinni erzählt die Geschichte von… man ahnt es fast… einem Golem und einem Jinni. Beide stranden Anfang des 20. Jahrhunderts in New York. Der Golem mit ihrem Erschaffer, der auf der Schiffsüberfahrt stirbt und sie so quasi herrenlos zurücklässt. Einzig ein alter Rabbi erkennt, wer sie wirklich ist, nimmt sie auf, gibt ihr einen Namen und erklärt ihr, wie die Welt funktioniert. Im syrischen Viertel wird zur gleichen Zeit ein Jinni aus seiner Flasche befreit und muss sich genau wie der Golem in dieser neuen Welt zurecht finden. Es bleibt natürlich nicht aus, dass sich dieses gleiche und doch so ungleiche Paar findet und gleichzeitig gemeinsam und jeder für sich die Möglichkeiten eines Daseins in der menschlichen Welt auslotet.

Wunderschön erzählt mit viel New-York-Lokalkolorit und viel Fantasie. Natürlich ist das irgendwie im weitesten Sinne Fantasy, aber wirklich nur im allerweitesten. Das kann also auch jeder lesen, der es sonst nicht so mit magischen Gestalten hat.

Helene Wecker: The Golem and the Jinni (auf Deutsch: Golem und Dschin, übersetzt von Annette Grube) [Amazon-Werbelink] 

 

Radiance von Catherynne M. Valente

Für den Online-Buchclub gelesen und sofort geliebt, obwohl es etwas fordernd ist. Radiance spielt in einer Alternativwelt, in der alle Planeten besiedelt (und besiedelbar) sind und in der auf der anderen Seite Filme eine große Rolle spielen (Stummfilme allerdings, denn der Tonfilm konnte sich aus Patentgründen nicht durchsetzen). Einer der bedeutendsten Regisseure ist Percival Unck, Vater von Severin Unck, die in seine Fußstapfen tritt und beim Drehen einer Dokumentation in einer verlassenen Stadt auf der Venus einfach verschwindet. Um diesen Vorfall dreht sich das Buch. Catherynne M. Valente hat aber nicht einfach eine normal von Anfang bis Ende erzählte Geschichte daraus gemacht, sondern präsentiert Versatzstücke, die als Puzzle die gesamte Geschichte ergeben. Interviews, persönliche Berichte der Menschen, die mit Severin zu tun hatten oder sogar bei ihrem Verschwinden dabei waren, Drehbücher und transkribierte Filmaufnahmen. Man reist einmal von Planet zu Planet und darf sich das Leben von Severin zusammenreimen. Das ist alles ganz großartig, ein Art-Deco-Film-Noir-Stück im Weltraum. Nicht einfach zu lesen zwar, aber ganz grandios. Das erste Buch des Jahres mit guten Chancen auf mein Lieblingsbuch des Jahres 2016.

Bisher noch keine deutsche Übersetzung, ist aber angekündigt.

Catherynne M. Valente: Radiance [Amazon-Werbelink]

 

Alles außer irdisch von Horst Evers

Als Hörbuch gehört, weil Horst Evers so schön liest. Diesmal keine Kurzgeschichten und auch kein Krimi, sondern eine Science-Fiction-Komödie. Wer jetzt an Douglas Adams denkt, liegt nicht so falsch, aber im Gegenzug zu vielen Nachahmern, die ich mit mäßiger Begeisterung gelesen habe, muss sich Horst Evers mit seinen Einfällen nicht verstecken. Es beginnt mit Goiko Schulz, 36 und nicht gerade auf der Gewinnerseite der Leben, bis er immerhin durch eine Kette von seltsamen Fügungen ein Ticket für einen Flug nach New York gewinnt. Und zwar nicht irgendeinem Flug, sondern dem ersten Flug vom neu eröffneten Flughafen BER. Das Glück wird allerdings schnell getrübt als ein riesiges Raumschiff auf den Flughafen stürzt und damit alles noch seltsamer wird als vorher schon. Und Goiko steckt natürlich mittendrin und muss die Welt retten. Er soll mit einer Truppe außerirdischer Artenretter zum interplanetaren Gerichtshof fliegen, um da für die Erde zu sprechen. Aber dann geht die Tür des Raumschiffs nicht zu und es wird alles nur noch komplizierter.

Die Story kennen wir natürlich aus „Per Anhalter durch die Galaxis“, aber Horst Evers hat genug eigene Einfälle, um aus der Grundidee seine ganz eigene Geschichte zu basteln, mit tollen abgefahrenen Ideen, fantastischen außerirdischen Lebensformen und ein bisschen Zeitreise obendrauf. Das war super, ich könnte es eigentlich gleich noch mal lesen (oder hören). Ebenfalls eine große Empfehlung.

Horst Evers: Alles außer irdisch [Amazon-Werbelink]

Lieblingstweets im Januar woanders

Lieblingstweets im Januar (Teil 2)

PARALELLUNIVERSEN! PIZZA „VIER TAGESZEITEN“! VERZAUBERTE MÄUSE! CRAFT-CONTROLLING! LIEBLICHE KRÖTENBRUNNEN! GLÜCKSSPIELMESSEN! UND UNSERE PROBLEME VON FRÜHER! ZUM VERGLEICH!

YNAB oder wie ich zumindest halbwegs meine Finanzen überblicke

tl;dr Ich benutze seit einem Dreivierteljahr eine Budgetierungssoftware namens YNAB und habe nur gute Erfahrungen gemacht, weil ich direkter merke, wann das Geld wohin geht und besser planen kann. Wer es selber ausprobieren will, kann diesen Referallink nehmen.

Von YNAB habe ich das erste Mal in einer Folge von Wrint gehört, in der Holgi dieses wunderbare Finanzverwaltungs- bzw. Budgetierungstool vorstellte. YNAB steht für You Need a Budget und soll dabei helfen, seine privaten Finanzen in den Griff zu kriegen. Das klang wie etwas, das für mich interessant sein könnte, also lud ich mir die 34-Tage-Testversion runter und fing an. (Die Testversion ist etwas länger als ein Monat, damit man auf jeden Fall in die Verlegenheit, einen Monatsübergang mitzumachen.)

Dazu muss man folgendes wissen: Ich kann gleichzeitig ganz gut und überhaupt nicht mit Geld umgehen. Ganz gut, weil ich im Leben bislang noch nicht in ernsthaft prekäre Situationen gekommen bin, schon allein, weil ich immer festangestellt war und rechtzeitig große Panik bekomme, wenn es doch mal etwas enger wird. Überhaupt nicht, weil ich abgesehen davon ungefähr keinen Überblick darüber hatte, wo mein Geld hingeht. Dabei geht es weniger um größere Ausgaben, ich gehe eher selten in die Stadt und haue da größere Summen auf den Kopf, das ist mir schon mental viel zu anstrengend. Es sind eher die kleinen Sachen, die sich zusammenläppern. Wenn dann noch Mitte des Monats die Kreditkartenabrechnung kommt mit all dem anderen Kleinkram, den ich bis dahin wieder verdrängt habe, dann sieht’s halt manchmal überraschend nicht so gut aus.

Vor YNAB hatte ich immerhin eine ganz gute Methode, die ich schon zu Ausbildungszeiten angefangen hatte: Jeden Monat überweise ich per Dauerauftrag einen festen Betrag auf ein Sparkonto. Das Geld geht üblicherweise kurz nach Gehaltseingang auf das Konto, so dass es quasi nie da war. Vom Sparkonto abheben kann ich nur, wenn ich persönlich bei der Bank vorbeikomme und denen den letzten Kontoauszug mitbringe. Es erfordert also einen Organisierungs- und Zeitaufwand, den ich tatsächlich nur dann bereit bin zu bringen, wenn ich wirklich etwas brauche. Dafür kann ich die monatliche Überweisung natürlich ändern, wenn ich will, aber auch das muss bei einem Prokrastinierprofi wie mir ja erst mal einen wirklich triftigen Grund haben. Ich habe mir da also ein paar Hürden gebaut, die es wahrscheinlicher machen, dass ich auf dem Sparkonto tatsächlich größere Summen ansparen kann.

Damit bin ich eigentlich die letzten fünfzehn Jahre ganz gut gefahren, war aber nicht immer ganz zufrieden. Ich würde gerne zu den Menschen gehören, die Ende des Monats immerhin nur bei null rauskommen und nicht bei irgendeiner Minuszahl. Am allerschönsten wäre natürlich eine positive Zahl. Und ich würde vor allem einfach gerne wissen, wie viel ich eigentlich tatsächlich für was ausgebe.

Wie funktioniert YNAB?

YNAB ist eine Budgetverwaltung. Das bedeutet, dass man sich am Monatsanfang überlegt, wie viel Geld man voraussichtlich zur Verfügung hat und dann für unterschiedliche Kategorien überlegt, wie viel man ausgeben will, bis man entweder alles Geld verplant hat oder alles Budget verteilt hat und vielleicht noch was übrig ist. Beides ist legitim.

Dann gibt man im Verlauf des Monats jede Ausgabe an und sieht, wie das ursprünglich so schön große Budget schrumpft und schrumpft. Tatsächlich scheint das die für mich am besten funktionierende Methode zu sein. Zu sehen, wie etwas weniger wird scheint mir intuitiver als Belege zu addieren und etwas mehr werden zu lassen, was ja im Gegensatz eigentlich nicht mehr da ist. Dass eine Ausgabe ein Minus von etwas und nicht ein Plus auf etwas ist, geht besser in meinen Kopf und ich reagiere gut auf Farbcodierungen mit rot und grün.

Tatsächlich ist weder das monatliche Budgetieren noch das tägliche Verwalten viel Arbeit, es macht im Gegensatz sogar irgendwie Spaß, jedenfalls, wenn man ich ist. Wenn man einmal ein paar Erfahrungswerte hat, geht das monatliche Eintragen der Budgets auch sehr flott von der Hand. Dann setze ich mich im Verlauf des Monats noch mal gelegentlich dran und schiebe ein bisschen Geld rum, weil sich unerwartete Ausgaben in einer Kategorie ergeben haben und das Geld dann halt bei anderen Posten abgezwackt werden muss. Im Zweifelsfall kann man Ausgaben auch auf den nächsten Monat schieben und so langsam abstottern, man merkt es dann eben eventuell daran, dass man in den nächsten ein oder zwei Monaten auf dem Konto etwas klammer ist. Wenn man dann aber weiß, woran es liegt, ist es auch gleich weniger schlimm.

Für den Einstieg schnappt man sich am besten die Kontoauszüge der letzten zwei bis drei Monate und macht sich einen Überblick über monatliche Kosten und eventuell auch schon darüber, wofür man allgemein so Geld ausgibt. Das funktioniert natürlich besser, wenn man eher mit Karte als bar bezahlt. Das bedeutet auch, dass die initiale Anlage etwas länger dauert, danach geht aber fast alles immer sehr fix und ohne großen Aufwand.

Ich runde üblicherweise kaufmännisch, ein Supermarkteinkauf von 34,82 Euro wird eben mit 35 Euro verbucht. Außerdem nehme ich es mit den Kategorien nicht so genau. Ob ein Döner zu „Snacks“ oder „Restaurant“ kommt, ist nicht so wichtig. Man kann sich seine Kategorien selbst zusammenbasteln, da muss jeder selbst entscheiden, wie feingranular man werden will. Ich habe eine Strategie gefunden, nach der ich jede Ausgabe schon irgendwo hinsortieren kann, ohne dass ich mir gedanklich zu viel Stress machen muss. Im schlimmsten Fall macht man eben eine Kategorie „Diverses“ und gut ist, so weit ist es bei mir aber noch gar nicht gekommen.

Das ist im Prinzip auch schon die ganze Magie. Ich hätte gerne einen Screenshot präsentiert, musste dann aber einsehen, dass dieser nach Ausblenden sämtlicher Daten erschreckend aussagelos ist, deswegen lasse ich das einfach. Auf der Homepage von YNAB gibt es Bilder.

Zur technischen Seite ist noch zu sagen, dass YNAB als Desktop-Applikation läuft und dort auch den kompletten Funktionsumfang bietet. Es gibt über Dropbox die Möglichkeit, eine mobile App zu verbinden, die sich dann über Dateien, die in der Dropbox abgelegt werden, mit der Desktop-App synchronisiert.

Zu meinem allgemeinen Unbehagen hat YNAB sein Geschäftsmodell jetzt umgestellt. Ich konnte YNAB noch als Standalone-Desktop-Software für einen einmaligen Betrag kaufen, das neue Geschäftsmodell sieht ein Abo vor ($5 im Monat oder $50 im Jahr) und läuft in der Cloud. Aus unternehmerischer Sicht sicher eine gute Idee, aus Nutzersicht eher so na ja. Ob und wann ich umsteige, weiß ich nicht, erstmal bleibe ich bei meiner Desktopversion und warte ab. Nicht zuletzt weiß ich ja dank YNAB wie auch kleine Beträge den Braten fett machen. So oder so: Ohne möchte ich aber nicht mehr.

Was habe ich gelernt?

Die wichtigsten Erkenntnisse, die ich aus etwa neun Monaten mit YNAB gewonnen habe und die zwar als abstrakte Vermutung schon vorher in meinem Kopf waren, die ich aber erst im praktischen Umgang wirklich begriffen habe:

1. Es läppert sich tatsächlich zusammen. Hier hilft das Denken in Budgets und Kategorien, das war für mich auch die entscheidende Umstellung, die in meinem Kopf stattgefunden hat. Ein Kaffee bei Starbucks kostet sagenwirmal vier Euro. Wenn man jetzt den kompletten Topf an Geld nimmt, den ich nach Abzug von laufenden Kosten monatlich zur Verfügung habe, sind vier Euro nicht viel, komplett vernachlässigbar. Denke ich aber in Kategorien, dann möchte ich vielleicht im Monat für Snacks und Kaffee nicht mehr als 40 Euro ausgeben. Dann sind vier Euro schon viel mehr, nämlich immerhin ein Zehntel. Wenn ich mir dann zehn Kaffees leiste, ist das Budget weg. Dann darf ich entweder keinen elften Kaffee oder ich muss von einem anderen Budget etwas abzwacken. Da ich aber das Geld, das ich für andere Posten veranschlagt habe, ja eigentlich auch dafür ausgeben möchte, ist das auch doof. Man teilt den größeren Haufen Geld also in viele kleine Haufen ab, denen man konkrete Namen gibt. So wird der Verwendungszweck klarer und gleichzeitig merkt man, dass man für jeden einzelnen Posten eben doch gar nicht so viel zur Verfgüung hat.

2. Jeder Euro zählt, auch oder erst recht auf der Einnahmenseite. Das Budget aufzuteilen und sich zu beherrschen ist die eine Sache, man kann aber eben auch zusehen, ob man nicht auch etwas Geld zusammenbekommt. Ich fülle jetzt zum Beispiel wirklich immer die doofen Fahrgastrechteformulare aus, wenn die Bahn wieder mehr als 60 Minuten Verspätung hat. Früher war mir das oft zu lästig. Mittlerweile weiß ich: Die zehn Euro, die ich da kriege, kann ich für irgendeine Budgetkategorie bestimmt gut brauchen.

Weitere Erkenntnisse:

  • Ich habe zunächst mal alle möglichen Abos gekündigt, die ich nicht brauchte. Es waren leider/zum Glück nicht so viele wie befürchtet, so dass sich das Einsparpotential in Grenzen hielt.
  • Das meiste gebe ich tatsächlich für Essen und Restaurantbesuche aus.
  • Für Bücher musste ich zunächst deutlich mehr einplanen. Ich hatte zunächst mit 20 bis 30 Euro kalkuliert, was sich schon im ersten Monat als wilder Irrglaube herausstellte, danach plante ich eher so 50 bis 60 Euro ein.
  • Dafür hat sich mein Buchkaufverhalten geändert. Vorher habe ich eBooks, die mich halbwegs interessierten und weniger als fünf Euro kosteten oft einfach so gekauft. Jetzt kaufe ich Bücher wirklich nur, wenn ich sie haben will. Außerdem gucke ich auch öfter, ob ich ein Buch nicht als Rezensionsexemplar bekomme. Das bedeutet natürlich auch, dass ich dann nachher Zeit investieren muss, um darüber zu schreiben.
  • Ich achte vermehrt darauf, Dinge, die ich im Blog vorstelle mit einem Amazon-Affiliate-Link zu versehen. So läppert sich alle paar Monate ein Gutschein zusammen und ich kann das Buchbudget für diesen Monat verringern (oder ein bis zwei Bücher mehr kaufen).
  • Gut verzichten kann ich auf: Snacks und Kleidung. Die Ausgaben für Kleidung belaufen sich eher auf höhere einzelne Posten und dann in den nächsten zwei Monaten wieder gar nichts.
  • Budget für Snacks brauche ich fast nur im Sommer, wenn wir nach der Mittagspause zum Eismann laufen. Das ist auch gefühlt das erste, was ich mir sehr gut abgewöhnen konnte: Ich kaufe so gut wie nie mehr mal eben irgendwo ein Teilchen oder ein Getränk, es sei denn, es sieht besonders verführerisch aus oder ich haben extremen Hunger.
  • Weiter zurückgefahren habe ich den Zeitschriftenkonsum, ich kaufe fast ausschließlich nur noch die Zeitschriften, die ich wirklich haben will. Einmal im Quartal werde ich schwach und kaufe noch irgendwas anderes, das reicht dann aber auch.
  • Zusätzlich war ich motivierter, endlich das Abo für eine Zeitschrift über meine Firma abzuschließen, da ich so in den Genuss von 40% Rabatt komme. Für eine andere Zeitschrift habe ich ein Halbjahresabo mit meinen Bahn.Bonus-Punkten gekauft.

Und sonst so?

Was wichtig für mich ist: YNAB hält mich nicht davon ab, mir geiles Zeug zu kaufen. Es hält mich auch nicht davon ab, mal unvernünftig zu sein. Kurz: Ich fühle mich nicht eingeengt. Das finde ich wichtig, da ich sonst vermutlich keinen Spaß dabei hätte und es auf Dauer aufgeben würde. Ich kann immer noch so viel (oder wenig) Geld ausgeben, wie ich will, ich sehe nur die Konsequenzen schneller und direkter und weiß daher, wann ich mich auch mal zurückhalten muss. Da man jederzeit Budgets umschieben oder auch mal ein Minus mit in den nächsten Monat nehmen kann, ist es eher die Transparenz, die mir hilft, quasi von alleine vernünftiger mit meinem Geld umzugehen und nicht, weil ich irgendeinen äußeren Druck verspüre. Man kann natürlich schummeln, aber dann bescheißt man sich im Endeffekt eben nur selber, dann kann man es auch gleich lassen.

Inwiefern ich mit YNAB bares Geld gespart habe, kann ich kaum beurteilen. Es ist bei mir eher so, dass Kaufentscheidungen etwas bewusster getroffen werden. Außerdem weiß ich mittlerweile, wo das Geld hingeht und wo ich im Zweifelsfall auch sparen kann. Die abstrakte Vermutung „Es läppert sich halt so zusammen“ hat sich bestätigt, aber ich habe so auch gelernt, wie ich auf der Einnahmenseite noch ein bisschen läppern kann. Zudem musste ich im letzten Jahr exakt einmal ans Sparkonto, sonst kam das auch häufiger vor. Ich konnte zum Beispiel die zusätzlichen Ausgaben für den Sommerurlaub schon im Voraus mit einplanen.

YNAB ist super für Menschen wie mich, denen das Sparen nicht mit in die DNS gegeben wurde und die einfach mal einen Überblick brauchen. Es ist sicherlich auch super für Menschen, die aus anderen Gründen eine bessere Übersicht brauchen, weil sie eben vielleicht immer eher knapp über die Runden kommen oder als Freiberufler unregelmäßige Einnahmen haben und anders planen müssen.

Wer jetzt selber ausprobieren will und eventuell das Ding nachher kaufen will, ich habe hier noch einen Urzeit-Referrallink, bei dem ich angeblich Geld bekomme, wenn jemand darüber die Software kauft. Ob sich das auch mit dem neuen Modell verträgt, weiß ich nicht, aber da ich ja jetzt gelernt habe, dass sich auch kleine Beträge lohnen, weise ich darauf hin. Dafür bitte folgenden Link benutzern: http://ynab.refr.cc/T2PM7NT

Wer mir keinen Cent gönnt, der kann natürlich auch einfach so auf der YNAB-Homepage gucken. Ich habe keine Vertrag oder eine anderweitige Verabredung mit YNAB, ich bin nur sehr glücklich mit der Software und finde das Thema ausreichend spannend, dass ich denke, dass es auch für andere interessant sein könnte.

Rolltreppenproblematiken

Ich bin ja der festen Überzeugung, dass eine Menschheit, die mit der sach- und fachgerechten Benutzung von Rolltreppen überfordert ist, nicht mit komplexeren Problemen wie „Weltfrieden“ konfrontiert werden sollte. Wie soll das gehen?

Aber ich möchte das erklären. Ich bin großer Anhänger des Prinzips „rechts stehen, links gehen“. Dieses Prinzip ist leider nirgendwo im Grundgesetz verankert, es ist eher eine lose Vereinbarung, die sich leider noch nicht komplett rumgesprochen hat und gelegentlich absichtlich ignoriert wird. Das Prinzip erschloss sich mir sofort, weshalb es mir umso schwerer fällt, zu verstehen, warum nicht längst flächendeckend so verfahren wird.

Meinetwegen darf es ja in Kaufhäusern, Kinos und anderen eher dem Freizeitvergnügen zugeordneten Orten ein bisschen lockerer zugehen. In Bahnhöfen jedoch, an Flughäfen oder U-Bahnhaltestellen ist häufig zu beobachten, dass Menschen es eilig haben, weil sie zum Beispiel fremd- oder selbstverschuldet ein bisschen spät dran sind und noch irgendeine Bahn oder ein Flugzeug erwischen wollen. In diesen Fällen hilft es ungemein, wenn die Rolltreppe nicht über die gesamte Breite blockiert ist.

Nun gibt es natürlich immer wieder Schlaumeier, die einem „Wennse’s eilig haben, nehmense halt die Treppe!“ zublöken, wenn man sich einen Weg an ihnen vorbei bahnt. Das ist natürlich Unfug, denn wenn ich es eilig habe, nehme ich den schnellsten Weg. Aus meiner persönlichen Erfahrung behaupte ich: Mit dem Aufzug (sofern vorhanden) dauert es am längsten, dann stehend auf der Rolltreppe, dann laufend auf der normalen Treppe. Am allerallerschnellsten geht es aber natürlich laufend auf der Rolltreppe, weil ich zwei Geschwindigkeiten, nämlich das Rollen der Treppe und mein eigenes Laufen, zusammenaddieren kann und dann noch schneller bin. Wenn halt nicht dauernd Leute im Weg stünden. Es ist also meiner Ansicht nach total nachvollziehbar, dass man als Mensch in Eile am liebsten die Rolltreppe nimmt, dann aber eben laufend.

(Notiz am Rande: Ich verhalte mich sogar wie im Straßenverkehr und laufe links an Menschen vorbei, ordne mich dann aber bei freier rechter Seite wieder ein, falls doch noch jemand schneller ist als ich und mich links überholen möchte.)

So weit, so gut. Ich habe mich mittlerweile damit abgefunden, dass es Menschen gibt, die mit dieser Regel nicht vertraut sind, oder sie absichtlich ignorieren, weil sie böse und rücksichtslos sind. Na gut, ich habe mich eigentlich nicht damit abgefunden, ich ärgere und wundere mich quasi täglich, sonst würde ich ja auch nicht drüber schreiben.

Es gibt allerdings einen bestimmten Typ Mensch, den ich am allerwenigsten verstehe und über den ich mich am allermeisten wundere. Ich wundere mich sogar so sehr, dass ich vergesse mich zu ärgern, so sehr erstaunt mich das folgende Phänomen wieder und wieder. Ich begreife es schlicht nicht.

Stellen Sie sich also eine Rolltreppe vor, zum Beispiel am Essener Hauptbahnhof, denn da muss ich täglich aus der U-Bahn an die Oberfläche. Stellen Sie sich nun vor, Sie haben es überraschend mit einer Gruppe verständiger informierter Rolltreppenfahrer zu tun, die alle, und zwar wirklich alle rechts stehen. Niemand steht links. Die Rolltreppe ist quasi zur Hälfte frei, von unten bis oben. Nun kommt ein neuer Mensch und stellt sich als einziger links hin.

Und steht.

Links.

Jetzt zu meiner Frage: Wundern sich diese Leute nicht, warum vor ihnen niemand steht während die gesamte rechte Seite voll mit Menschen ist? Sehen die das nicht? Denken sie nicht kurz darüber nach, ob dieses Verhalten einen Grund haben könnte und versuchen, ihr Verhalten ob dieser neuen Beobachtung in einen Zusammenhang zu ordnen?

Denn, dass es sich Menschen auf einer ohnehin schon beidseitig vollen Rolltreppe auch mal links hinstellen, das verstehe ich. Es würde das Problem zwar viel schneller lösen, täten sie es nicht, meine Verwunderung hält sich aber in Grenzen. Die komplett allein auf der linken Seite stehenden Leute jedoch haben jedes Mal wieder meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Ich werde es vermutlich nie begreifen, aber vielleicht braucht man im Leben ja auch solche Mysteriösitäten, die nie zu klären sind.

Lieblingstweets im Januar (Teil 1)

ZIMTSCHNECKEN! ROSENKOHL-EMOJIS! SALATGURKEN IM FAHRRADKORB! MILCHREIS IN DER BADEWANNE! UND ALLES ESSEN IN SÜDTIROL! (Man könnte glauben, 2016 ging es euch bisher nur ums Essen.)