Konschtänzle

Als mich beim ersten Besuch in Konstanz eine nette Dame im Café fragte, ob ich zum Bezahlen wohl ein Fünferle hätte und mich dann darauf hinwies, dass ich den Kaffee auch am Tischle trinken könnte, wusste ich, dass ich diese Stadt ausgesprochen reizend finden, aber lieber nicht hier leben wollen würde.

Das Hauptproblem an Konstanz ist, dass man nie mal so auf der Durchreise von A nach B dran vorbeikommt. Es gibt kein A und auch kein B, die so gelegen wären, dass Konstanz auf irgendeine günstige Art dazwischen liegen würde. Nach Konstanz muss man wollen. Und zwar übelst. Das hat man davon, wenn man sich im letzten Eck von Deutschland zwischen zwei Seen eingeklemmt befindet und auf die sensationelle Idee kommt, dass hier, ausgerechnet hier, ja prima eine Stadt hinpassen könnte.

Tatsächlich ist Konstanz furchtbar reizend und hübsch. Und vor allem: Direkt am Bodensee. War vielleicht doch nicht so eine doofe Idee, denn man kann schon sehr schön am See rumstehen oder rumsitzen und aufs Wasser und die Schiffchen und die Entchen gucken.

Aber ein bisschen fühlt man sich auch reingelegt von Konstanz. “Die Stadt lebt”, sagt mein Schwiegervater immer stolz, als ob das ein bisschen auch ein persönlicher Verdienst wäre. Aber er stimmt schon, es ist immer was los in Konstanz, und so vergisst man schnell, dass Konstanz eigentlich nur ein Kaff ist. Ein sehr pittoreskes, wunderschön gelegenes Kaff, aber eben trotzdem ein Kaff.

Ein Kaff mit 80.000 Einwohnern, die vollkommen entspannt an jedes dritte Wort ein “-le” dranhängen, ein Kaff, wo das Restaurant mit elsässischer Küche schon eine exotische Erscheinung in der Gastronomielandschaft ist, ein Kaff, in dem ich mich nach wenigen Kurzbesuchen schon so gut auskenne, als ob ich hier schon Wochen verbracht hätte.

Die Schönheit dieses Bodenseeörtchens zu leugnen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Aber leben wollen würde ich hier trotzdem nicht.

Citroen

Haus

Brötle

Türmle

Noch ein Türmle

Blau

Wasserspeier

Kaputt

Haus

Mimi

Brunnen

Klopferle

Kino

Werbung

Plankton

Schilder

Home

Ente

Ente II

Bahnhofstürmle

Zimmerle frei

Elefant

Briefmärkle

Blaugelb

Lampe

Katze

3 comments

  1. Christian

    Vollkommen d’accord. In allem. Hätten wir damals nicht gedacht “Ach, lass uns doch mal den nördlichsten, südlichsten, östlichsten und westlichsten Ort Deutschlands mit Jugendherberge besuchen”, dann wäre ich da wohl auch nie gelandet. Aber hübsch. Und auf den See rauszugucken ist ja auch nicht zu verachten.

  2. Fabulatoria

    Gez hab ich Heimweh ;o) Ich hab mal fürs Studium ein Jahr in Konstanz gewohnt. Und dahin kommen, ist wie Zuhause im Pott ankommen. Es ist das charmanteste Städchen, das ich kenne. Und den Bodensee vor der Haustür zu haben ist ein Traum. Danke für deine Impressionen.

    Liebe Grüße, Carmen

  3. Pingback: 2012. Eine Blog-Bilanz. | Ach komm, geh wech!

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