Und was macht man so als Softwareentwickler?

Ich bin Softwareentwicklerin. Das bedeutet zunächst mal, dass ich Software entwickle. Im einfachsten Fall war vorher nichts da und nachher gibt es ein Programm, eine Applikation, eine App, ein Gerät oder was auch immer, das irgendwo läuft und mit dem man irgendwas mehr oder weniger Sinnvolles oder Unterhaltsames tun kann.

Die Realität ist selbstverständlich nicht so einfach. Denn erstens ist vorher meistens doch schon irgendwas da, zweitens ist das, was man macht, selten irgendwann fertig, drittens besteht das, was man da macht, damit am Ende irgendwas dabei rauskommt, aus einer Vielzahl von einzelnen Tätigkeiten, und viertens macht man auch noch anderen Kram, entweder weil es dazugehört, oder weil sich sonst niemand findet.

Aber ich fange mal am Anfang an: Wie wird man überhaupt Softwareentwickler? Da gibt es mehrere Wege. Man kann das studieren, man kann eine Ausbildung machen, man kann eine Weiterbildung machen oder man bringt sich das selber bei. Ich habe tatsächlich in meinen knapp zehn Jahren Berufserfahrung alle diese Möglichkeiten gesehen und meiner Erfahrung nach gibt es ungefähr keine Korrelation zwischen Bildungsweg und praktischem Können und Wissen.

Mein Ausbildungsberuf nennt sich ganz offiziell “Fachinformatiker Anwendungsentwicklung”. Es gibt auch einen “Fachinformatiker Systemintegration”, das sind die Leute, die nachher eher Netzwerke einrichten und betreuen, die System-Admins in den Firmen, mit denen man sich besser gut stellt, wenn man irgendwann vielleicht doch mal einen Zugang zu irgendwas braucht.

Als “Fachinformatiker Anwendungsentwicklung” ist man dann später diejenige, die tatsächlich Anwendungen entwickelt, wie der Name schon sagt, also irgendwas tut, wo nachher irgendeine Art von Software rausplumpst.

Was macht jetzt aber so üblicherweise als Softwareentwickler? Ich muss das regelmäßig meinen Eltern erklären, damit die das anderen Leuten erklären können. Irgendwann hatte ich meinen Arbeitsrechner dabei, da konnte ich endlich mal zeigen, wovon ich überhaupt rede, wenn ich von Dental-Software spreche, wie so ein 3D-Modell aussieht und welche Teile der Software auf meine Kappe gehen. Das war sehr hilfreich, denn, wenn ich davon erzähle, klingt vieles vermutlich sehr abstrakt, was letztlich daran liegt, dass es das irgendwie auch ist.

Die Klischeevorstellung vom Softwareentwickler, einem “Programmierer” ist wohl die, dass wir jeden Tag in dunklen Räumen mit viereckigen Augen am Rechner setzen und Zeile für Zeile Code einhacken.

Um damit aufzuräumen, sei folgendes gesagt.

1. Softwareentwickler mögen Sonne. Softwareentwickler sind auch sehr heimelig, dunkle Räume mögen sie gar nicht, lieber schön hell und groß und mit einem großen Schreibtisch, auf dem sie ihren gesammelten Müll unterbringen können. Auch Pflanzen sind beliebt und begehrt und werden gepflegt und benamst. Der beste Weg, einen Softwareentwickler zu Überstunden zu motivieren, ist ihm einen hübschen Arbeitsplatz zu geben und irgendwo in der Nähe eine Kaffeemaschine und einen Wasserspender aufzustellen. (Das mit dem Kaffee ist übrigens ein Klischee, das mit der Realität übereinstimmt.) Anderweitige Kaltgetränke, Obst und/oder Schokolade sind weitere Motivatoren.

2. Softwareentwickler sitzen viel am Rechner, ja. Sie diskutieren aber auch gerne. Sie malen an Whiteboards oder laufen beim Denken auf und ab. Sie stehen gerne in Teeküchen, sofern dies die Größe der Teeküche erlaubt. Sie sitzen in Meetings und schreiben Aufgaben auf Kärtchen und hängen die an die Wand. Sie fahren auf Konferenzen und monieren langweilige Powerpoint-Präsentationen.

3. Wenn sie dann am Rechner sitzen, was (da stimmt das Klischee dann wieder) doch zu einem nicht unerheblichen Anteil der Arbeitszeit der Fall ist, dann schreiben sie nicht zwingend Code. Softwareentwickler suchen nach Lösungen für Probleme im Internet, sie testen das, was sie da gerade programmiert haben, sie finden Bugs und versuchen, diese zu fixen, schreiben Dokumentationen, benutzen eine Vielzahl von Tools, die bei irgendwas helfen sollen, lesen Anforderungen, schreiben Mails, pflegen das interne Wiki oder ihr Issue- und Bug-Tracking-System (soll heißen, irgendein System, in dem all die Dinge stehen, die noch erledigt werden müssen) und so weiter.

Es gibt eigentlich keinen typischen Arbeitstag, jedenfalls nicht im Kleinen. Richtig ist, dass ein typischer Softwareentwicklertag so aussieht, dass man irgendwann ins Büro kommt, irgendwann Essen geht und irgendwann Feierabend macht, üblicherweise in der Reihenfolge. Was dazwischen passiert, hängt davon ab, was man halt gerade so zu tun hat, wie der Arbeitsprozess organisiert ist und was überraschenderweise so dazwischen kommt.

Wenn man Glück hat, kann man tatsächlich ungestört einen oder gar mehrere Tage an einem neuen Feature arbeiten. Also guckt man sich an, was gefordert ist, diskutiert das noch mal mit dem Chef, dem Produktmanager oder den Kollegen, fängt dann an, ein bisschen Code zu schreiben, guckt sich an, ob der Code, den man geschrieben hat, tatsächlich so funktioniert, wie man sich das gedacht hat und ändert dann entweder das, was nicht funktioniert oder programmiert weiter. Zwischendurch isst man Schokolade oder Kuchen.

Das ist, wenn man Glück hat. Wenn man nicht so viel Glück hat, dann wird man irgendwann unterbrochen, weil auf einmal ein Kunde ein Problem hat, etwas anderes bis morgen gemacht sein muss, sich die Anforderungen geändert haben, oder irgendwas anderes ist.

Zusätzlich besteht die Arbeit als Softwareentwickler eben nicht nur aus der Neuentwicklung von coolen Funktionalitäten, sondern auch daraus, bestehende Funktionalitäten zu ändern oder – noch schlimmer – Bugs zu fixen.

Bugs fixen ist deshalb oft doof, weil es sehr unbefriedigend ist. Üblicherweise besteht ein Bugfix daraus, dass man erst sehr lange sucht, bis man die Stelle gefunden hat, wo das Problem überhaupt ist, dann einige Zeit damit verbringt, den Code umzuschreiben, ohne dass das Problem behoben ist, dabei eine gefühlte Million Mal die Software neu startet und testet, ob es jetzt endlich geklappt hat und dann nach einem halben Tag eine Zeile löscht, ändert oder hinzufügt und es dann endlich funktioniert.

Das Endergebnis ist dann immer sehr enttäuschend: Ein halber Tag rum und quasi nichts geändert. Ich bete dann immer das Mantra runter, dass die eigentliche Arbeit beim Bugfixen eben das Aufspüren des bösen Codes ist, und eben nicht die Menge an geändertem Code. Dennoch kommt man sich höchst unproduktiv und dezent doof vor, wenn man nach stundenlanger Arbeit nur eine Datei ins Produktivsystem hochlädt (Entwicklersprech: auf den Mainbranch eincheckt), bei der sich kaum etwas geändert hat. Aber immerhin: Der Glühbirnenmoment, wenn man endlich schnallt, was kaputt ist und es dann tatsächlich funktioniert, ist auch nicht zu verachten und löst dann große Freude und kleine Stuhltanzeinlagen aus.

Das Schöne am Entwicklerberuf ist, dass er unglaublich vielfältig ist. Zum einen gibt es eine gewisse Branchenflexiblität. Meine Ausbildung habe ich bei einer Versicherung gemacht, den ersten Job hatte ich bei einer Firma, die sich auf elektronische Transaktionen in der Pharmabranche spezialisiert hatte, es ging also darum, dass Apotheken und Krankenhäuser über unser System direkt beim Hersteller bestellen konnten. Die nächste Firma entwickelte Software für Personal- und Talentmanagement und jetzt bin ich in der Dentalbranche, auf meinem Schreibtisch liegen Zahnmodelle aus Gips und Plastik und ich bin deutlich firmer, was Dentalsprache angeht.

Auch das, was man als Softwareentwickler Tag für Tag tut, kann durchaus abwechslungsreich sein. Bei der letzten Firma arbeiteten wir mit Entwicklern aus England und Offshore-Teams aus Vietnam zusammen. Um die Codequalität zu erhalten, hatten wir in unserem Team stets jemanden, der zur Beantwortung von Fragen zuständig war. Auf einem ausrangierten Laptop lief Skype und dieser Laptop wurde dann im Tagesrhythmus weitergereicht. An dieser Stelle kann man auch gleich mit dem Klischee aufräumen, dass Softwareentwickler unkommunikative Einzelgänger wären. Die meisten Softwareentwickler, jedenfalls die, die ich kenne, sind im hohen Maße kommunikative und sozialverträgliche Menschen.

Muss man auch sein. Als Softwareentwickler redet und diskutiert man mit seinen Kollegen, mit seinem Chef, dem Produktmanager, dem Tester, dem Designer, dem Vertrieb und im schlimmsten Fall auch mit dem Kunden. Man diskutiert im Büro, in Meetings, am Telefon oder per E-Mail. Man beantwortet Fragen oder sucht selber Antworten. Die Umsetzung der Anforderung muss genauso geklärt werden wie die Priorität der Features und Bugs, wenn die Deadline naht und klar ist, dass nicht mehr alles zu schaffen ist. Es gibt sicherlich Bereiche, wo man ungestört vor sich herarbeiten kann, in meinem Berufsleben kam das nicht vor.

Und zuletzt gibt es noch die Vielfältigkeit der Aufgaben. Ich bin eher so ein Frontendentwickler. Ich mag Benutzeroberflächen, überlege gerne, wie man ein Nutzerbedürfnis am besten umsetzt, sowohl im Code als auch auf der Oberfläche, die der Nutzer dann später sieht. Andere Entwickler interessieren sich mehr für die Gesamtarchitektur einer Software, wie die einzelnen technischen Komponenten aufeinander aufbauen, wie sie miteinander kommunizieren und das möglichst effektiv. Andere wiederum basteln an sogenannten APIs (application programming interface), also an Schnittstellen, die dann wieder anderen Softwareentwicklern zur Verfügung gestellt werden, um darauf andere Software zu entwickeln. Es gibt maschinennahe Entwicklung und Entwicklung von Webanwendungen, es gibt Software, die nur auf eigens dafür gebauten Geräten läuft, es gibt Apps fürs Smartphone und Programme, die man als Desktopapplikation auf dem Rechner installieren muss. Es gibt große Applikationen mit vielen Funktionen, kleinere Tools, Plugins und Add-Ons, es gibt Spiele und Apps, deren einzige Funktion ist, dass ein Grillenzirpen erklingt, wenn man auf den Button drückt. Es gibt eine Unmenge an Software, die man braucht, um Software entwickeln zu können.

Diese Vielfältigkeit ist das Wunderbare an diesem Beruf, ich bin an keine Branche gebunden, und auch an kein spezielles Produkt. Es gibt Stellen, die ich nicht annehmen könnte, weil mir die nötigen Kenntnisse fehlen, aber das gilt für jeden Entwickler, dafür ist die Binnendifferenzierung einfach viel zu groß.

Was macht man also so als Softwareentwickler? Tatsächlich entwickelt man Software. Dazu schreibt man Code, ohne Frage. Zusätzlich schreibt man Dokumentationen, fixt Bugs, diskutiert Anforderungen und Prioritäten, redet mit Produktmanagern, Testern, Designern und Kunden, probiert rum, macht, tut, schreibt, liest, verzweifelt und freut sich.

Und zwischendurch isst man Schokolade und Kuchen.

Es ist ein toller Beruf. Und wer jetzt noch Fragen hat, der stelle sie bitte in den Kommentaren.

(Vor zwei Jahren schrieb ich auf meinem anderen Blog schon mal darüber, was man so als Softwareentwickler außer Code schreiben noch macht, allerdings aus einer etwas anderen Richtung. Es fügt sich aber schön als Bonusfeature in diesen Zusammenhang ein.)

Dieser Artikel reiht sich in die lange Liste berufserklärender Artikel ein, die von “Sinn und Verstand” hier angeregt wurde. Zwar ist Softwareentwickler kein wirklich neues Berufsbild und zudem vermutlich längst nicht so geheimnisumwoben wie “Key Account Manager” oder “Social Media Consultant”, aber ich glaube auch hier, dass viele Leute nicht wissen, was man da eigentlich so macht.

30 comments

  1. Julia

    Vielen Dank! Ich werde bei der nächsten Frage “Was machst du denn da den ganzen Tag” hierauf verweisen.

    Den Tanz auf dem Stuhl bei erfolgreichem Bugfix kenne ich gut. Allerdings auch die gelegentlich aufkommenden “Oh, bin ich doof!” Ausrufe, wenn ein Bug doch vermeidbar gewesen wäre. Oder die Fehlersuche sich zu lange auf die falsche Stelle fokussiert hat. Aber es überwiegen doch die glücklichen Momente.

    Als Einstig in den Beruf kann ich übrigens auch sehr die Ausbildung “Mathematisch technische(r) Softwareentwickler(in) (ehemals Mathematisch technisch(e) Assistent(in)) empfehlen.

  2. jpr

    Sehr schoene Beschreibung, gerade weil sie die Vielfalt einfaengt.
    Das ist der eine Punkt, den ich immer betone, wenn jemand ‘was tust Du eigentlich’ fragt. Es ist ja nicht nur so, dass Du *innerhalb* der Branche sehr viele verschiedene Dinge tun kannst, sondern eben auch Einblick in viele Branchen bekommen kannst. Denn ich glaube: wenn Du fuer jemanden gute (im Sinne von hilfreiche und nuetzliche) Software schreiben willst (oder auch nur dafuer sorgst, dass andere das tun) musst Du recht weit verstehen, was diese Leute tun und was fuer sie wichtig ist und was nicht. Und meine Erfahrung da ist: jedes Business ist spannend, wenn man sich im Detail damit auseinandersetzt (natuerlich gibt es ueberall auch langweilige Teile aber fuer mich ueberwiegt im Allgemeinen eben doch der interessante Part).

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  4. lajulitschka

    Hallo Anne.
    Toll erklärt, danke dir.
    Ich hätte gewusst, was ein Key Account Manager macht, aber so ganz konkret als Softwareentwickler?
    JEtzt kann ich mir das besser vorstellen :)
    LG lajulitschka

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  6. xoxi

    Nur Softwareentwickler benutzen »benamst«, welches ein sehr skurriler Neologismus ist, da es das Wort »benannt« schon längst gibt (aber das ist anscheinend nicht gut genug). Alle Leute, die ich kenne, die »benamst« sagen, sind tatsächlich in der Entwickler-Ecke zu finden.

    Dazu gesellen sich dann noch weitere bizarre Worterfindungen wie »Benamsung« (statt »Name« oder »Bezeichner«).

    • Anne

      “Benamst” wurde uns schon in der Ausbildung beigebracht. Das ist bestimmt so’n Gildending, was von Entwicklergeneration zu Entwicklergeneration weitergegeben wird und als internes Erkennungszeichen dient. Wir sagen das wirklich. Und oft.

      Vielleicht liegt es daran, dass es immer so abstrakte Dinge sind, die wir “benennen” und das offizielle Wort nicht passt. Einen Hund kann ich “benennen” oder ein selbsterfundenes Gericht. Eine Variable oder Klasse “benamse” ich.

    • Anne

      Nachtrag: Ich sehe gerade, im Text wurde das in Zusammenhang mit einer Pflanze benutzt. Gut, es ist dann wohl doch so, dass wir das öfter sagen. Es ist aber auch so ein hübsches Wort.

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  9. Heiko

    Vielen Dank! Nach solch einem Artikel habe ich schon seit Ewigkeiten gesucht, denn – auf Frage nach meinem Beruf – wird man gleich auf die Klischees reduziert ist somit im besten Fall ein hoffnungslos langweiliger Mensch bis zum schlechtesten Fall der Abschaum der Gesellschaft.

    Nun kann ich zumindest einige Leute auf den Artikel verweisen :-)

  10. Pingback: ichbindiegute » Tagebuchbloggen
  11. Hendriik

    Vielen Dank für den Einblick in den Job des Softwareentwickler! Ich habe gehört, dass man bei der Arbeit als Softwareentwickler, Java Developer, Informatiker usw. ständig von Freunden/Bekannten usw. nach Lösungen für Computerprobleme gefragt wird. Stimmt das?

    • Heiko

      Ohja, davon kann ich ein Lied singen und es ist nervig.
      Vor allem, da man als Softwareentwickler SOFORT sofort der Windowsexperte in aller auf diesem Planeten verfügbarer Software UND Hardware ist, man ja vor allem nur tippt und klickt und sonst nix und deswegen auch SOFORT und souverän jedem den Bilsdschirmhintergrund zusammenklicken kann (man macht ja ausschließlich das beruflich) und WEHE man kann mal etwas nicht auf ANHIEB, dann ist man der dumme Kerl und man weiß ja warum man selbst nie so ein “niederer” Softwareentwickler geworden ist, die NICHTS und REIN NICHTS sinnvolles machen…

      Ich helfe seit Jahren keinem mehr, der sich weigert einzusehen, dass Softwareentwickler nicht nur verdummte Personen sind, die den ganzen Tag nur stupide klicken und tippen und für im Grunde nix tun auch noch frecherweise bezahlt werden.

      Aber ich liebe meinen Job :-)

  12. Daniel

    Kann ich so ganz gut unterzeichnen.
    Achja und an Heiko…

    …”Hey, du bist doch so’n IT-Mensch, oder?”
    …”Ja?”
    …”Kannst du mir vielleicht bei XYZ helfen?”
    …”Seh ich aus wie ‘nen Tech-Support? Ich bin Entwickler, ich bastel an Applikationen. Ich schreibe sie. Was weiß ich was das mit deiner Software XYZ zu tun hat?
    …”Ja, aber du könntest das ja mal probieren!?”
    …”Ja, gut, gib her, was los, mhm…. so…….dein Rechner ist schrott.”
    …”Ach ich dachte du kannst sowas lösen?”
    …”ALTER, da steht dass diese Software nicht unterstützt wird. Was hast du für ein System?”
    …”Windows XP”
    …”32 oder 64 bit meine ich?”
    …”Was?”
    …System -> Win XP 32 bit : “32 bit und du willst ‘ne 64 bit applikation drauf laufen lassen…”
    …Lange Diskussion wird vom Zaun gebrochen und Person Y hat danach eh nichts dabei gelernt.

    Irgendjemand sieht einfach nur einen kritischen Fehler, fragt sofort dich und du musst dein gegenüber fragen, ob er/sie/es denn mal die Nachricht gelesen oder wenigstens im Internet gesucht hat.
    Fehlanzeige.

    DU bist der Hort des IT-Wissens. Alle anderen meinen sie brauchen ab dann nicht mehr ihr Gehirn zu benutzen.

    Genauso schön ist es ja mit Freundinnen die mich fragen, was sie denn für einen neuen PC/Laptop kaufen sollten. Ich gebe eine Empfehlung ab und es wird sich nicht an die Empfehlung gehalten. Soweit ok.

    1 Woche später hört man dann, dass Anschlüsse fehlten, Videos ruckeln, der Rechner an sich langsam wäre o.ä.
    Selbst schuld wenn man sich dann einen Laptop im “Angebot” kauft, der einfach nur rausgeschmissenes Geld ist, aber nein, dann will ja niemand auf meine Meinung vertrauen.

    Naja. Ich reg mich in dem Beruf mehr auf als alles andere, obwohl er mir auch sehr viel Spaß macht. Vor allem wegen Fehler anderer.
    Und noch mehr ärgere ich mich über eigene Fehler bei denen ich mir manchmal auch meine Kaffeetasse gegen den Kopf titsche, weil ich mich selbst für Fehler hasse.

    Man sollte als Entwickler halt kein Perfektionist sein. Meine Empfehlung!

    Gutes gelingen!

  13. Dilara

    Hallo ihr Lieben,
    super interessanter Beitrag.
    Vielleicht könnt ihr mir weiter helfen!
    Ich soll ein Werbe-Plakat designen, welches sich an IT’ler richtet. Das Ziel ist es diese auf neue, bessere Jobs aufmerksam zu machen. Ich habe mir überlegt ein paar witzige Insider Klischees mit aufzunehmen. (IT’ler haben ja schließlich viel Humor ;)) Könnt ihr mir da vllt Tipps geben? Ich möchte nicht unbedingt Klischees, die zu “low” sind… sprich “sitzen nur im Dunkeln” etc.

    Danke und Liebe Grüße

  14. Nakaramia

    Schöner Artikel.
    Ich mag Käferdressur, auch wenn ich alle dazu erwähnten Punkte teile. Der Moment, in dem man dahinter steigt, ist manchmal so blamabel, aber den Weg zu gehen, finde ich befriedigend.

    Andererseits denke ich, ein Softwareentwickler sollte ganz unbedingt ein krümelkackender Perfektionist sein, wie anders will man solide Software hervorbringen? Natürlich braucht man ein gehöriges Maß an Frustrationstoleranz und Gelassenheit.

    Naja, dem literweisen Kaffee-Konsum musste ich abschwören, zum Glück ist die Süßwaren-Abteilung noch geöffnet.

  15. Markus

    Sehr lebendig geschrieben. Du hast vermutlich neben den Programmierfähigkeiten auch noch eine Ader für Journalismus. Klar, informativ und unterhaltsam. Tolle Berufsbeschreibung!

  16. (ein anderer) Heiko

    Obwohl ich eigentlich in einem künstlerischen Beruf tätig bin, betreibe ich die Softwareentwicklung schon seit langer Zeit mit großer Leidenschaft für meine eigenen Projekte.
    Vieles daran kommt meinen Vorstellungen eines Traumberufes deutlich näher als das, was ich zur Zeitz noch hauptberuflich mache. Deshalb hatte ich neulich ein Vorstellungsgespräch mit einem Systemhaus und stehe nun evtl. kurz davor, den Beruf zu wechseln.

    Jetzt versuche ich natürlich, ein möglichst umfassendes Bild davon zu bekommen, was mich in dem neuen Beruf erwartet. Diese Seite war das Beste, was ich bisher zu diesem Thema gefunden habe. Mein Traum wäre, beide Berufe in Teilzeit machen zu können, sich in dem einen quasi vom anderen zu erhohlen. Aber dafür sind die beiden Berufe wohl nicht geeignet. Etwa eine Woche werde ich mir wohl für meine Entscheidungsfindung noch Zeit nehmen können, bevor ich entgültig zu- oder absage.
    Danke für den Artikel.

  17. Pingback: Schöner Suchen – Die Softwareentwickler-Edition | Ach komm, geh wech!
  18. Sven

    WOW ! SUPER Artikel !!
    Der Artikel spricht mir echt aus der Seele, echt Klasse geschrieben! Ich selbst bin auch Anwendungsentwickler und kenne die Sachen die du beschreibst zu gut. Finde ich klasse !

  19. Rebecca

    Hallo!
    Der Artikel ist echt sehr hilfreich und interessant.
    Ich bin im Moment noch Schülerin und informiere mich über verschiedene Jobs, die ich später ausüben oder jetzt erstmal als Praktikum machen kann. Da ich Informatik in der Schule habe und mir das auch Spaß macht, dachte ich mir, Softwareentwickler wäre vielleicht eine gute Idee.
    Was mich jetzt aber noch interessieren würde, ist das Gehalt :). Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen!

  20. Till

    super Artikel! würde es dir was ausmachen, wenn ich ein Paar Informationen aus deinem Text klaute, und sie für meinen schülerpraktikumsbericht verwendete?
    und, welche Aufstiegsmöglichkeiten hat man eigentlich so als Softwareentwickler/in?
    mfg :)
    -till

    • Anne

      Du kannst gerne Informationen aus dem Text weiterverwenden. Aufstiegsmöglichkeiten sind vielfältig: Entweder man entwickelt sich fachlich weiter, und geht so z.B. in den Architekten- bzw. Beraterbereich. Softwarearchitekten sind die, die sich eher darum kümmern, wie eine Anwendung bzw. ein System aufgebaut ist, welche Technologien man wie zusammen verwenden kann, usw. Berater kümmern sich eher ums Kundengeschäft, fahren also in andere Unternehmen, gucken sich an, was die so wollen und entwickeln dann Lösungen. Alternativ kann man natürlich auch immer klassisch hierarchisch zum Teamleiter oder zum Leiter einer Softwareabteilung werden. Da gibt man dann aber erfahrungsgemäß das Arbeiten am Code mehr oder weniger auf und kümmert sich eher um organisatorische und disziplinarische Dinge. Muss man auch können und wollen.

      Wie immer hängt das alles davon ab, in welcher Firma man arbeitet und wie da die Hierarchien bzw. Weiterbildungsoptionen so aufgestellt sind. Es gibt da keine feste Antwort und sicher noch zig weitere Aufstiegsmöglichkeiten, die mir jetzt nicht einfallen.

  21. Melih

    Hallo Anne,
    Erstmal danke für die Informationen.

    Ich bin 15 Jahre alt und ich interessiere mich sehr für den Beruf und ich hab mich gefragt ob man als Softwareentwickler mit einem System arbeitet der auch aktuell ist Bsp. Windows 7 oder 8.

    Die Frage ist möglicherweise dumm, aber egal auf welchen Internetseiten ich war, sah es nicht gerade so aus als wenn neue PC s benutzt worden sind.

    Ich wäre sehr froh wenn du mich aufklären könntest.

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