Anne erklärt Gebäck: Berliner, Pfannkuchen, Krapfen und so

 

Heute gab es in der Wrintheit wieder die Pfannkuchen-Problematik. Nämlich: Wenn man in Berlin Pfannkuchen bestellt, bekommt man das, was man jetzt zum Beispiel in Köln als Berliner kennt. Was muss man also in Berlin bestellen, um Pfannkuchen zu bekommen, also eben die Sorte Pfannkuchen, die man zum Beispiel in Köln erwarten würde?

Die Antwort, das wusste ich sogar, ist: Eierkuchen.

Ich weiß das, weil ich als Kölnerin in Hessen zusammen mit Leuten aus Berlin und Zwickau zusammengearbeitet und somit die Berliner-Pfannkuchen-Diskussion schon mehr als einmal geführt habe, unter anderem dadurch bedingt, dass mindestens einmal im Jahr irgendwer Berliner spendierte und damit die große babylonische Sprachverwirrung in der Gebäckedition heraufbeschwor.

Es ist allerdings noch komplizierter: In Bayern, das hab ich mir jedenfalls sagen lassen, heißen Berliner „Krapfen“. Und dann musste ich bei Isabella lesen, dass Menschen in Bayern glauben, dass im Rheinland in Krapfen, also Berlinern Rosinen wären. Das ist nicht nur fies, sondern auch Unfug.

Aber der Reihe nach.

Fangen wir mit Pfannkuchen an. Pfannkuchen sind für unseren Zweck die flachen Teigfladen, die man in einer Pfanne zubereitet. Gerne süß, oft aber auch herzhaft, man kann Äpfel mit rein tun oder es lassen, man kann sie mit Kirschen und Sahne servieren oder einfach so. Es gibt sie in vielen unterschiedlichen Variationen, in Frankreich gibt es die hauchdünne Version namens Crêpe (wenn süß) oder Galette (wenn herzhaft und mit Buchweizenmehl). Vermutlich ist das aber auch in Frankreich komplizierter. In Amerika macht man sie gerne mit etwas Backpulver und Buttermilch, mit Blaubeeren und Ahornsirup oben drüber. Es gibt Ofenpfannkuchen, bei denen man die Pfanne in den Ofen gibt und dann den Pfannkuchen da länger backen lässt, es gibt Kaiserschmarrn und es gibt vermutlich noch viel mehr.

Pfannkuchen heißen Pfannkuchen. Im Osten Deutschlands (ich möchte mich hier nicht auf irgendwelche konkrete Grenzen festlegen, das gibt dann eh nur Ärger) heißen sie aber Eierkuchen. Weil, so die Logik, in den Teig Eier kommen. Das gilt natürlich auch für andere Kuchen, also das mit den Eiern, insofern ist das gar kein Alleinstellungsmerkmal, das diese Bezeichnung rechtfertigen würde, aber darüber können Sie mit Ihren ostdeutschen Bekannten diskutieren, ich bin mit dem Thema durch.

Das, was dafür in Berlin und im Osten Deutschlands völlig irrigerweise Pfannkuchen heißt, heißt im Rheinland Berliner und meines Wissens kommt man auch im Rest Deutschlands mit dieser Bezeichnung einigermaßen gut durch, was aber keine Region daran gehindert hat, sich eine eigene Bezeichnung auszudenken. In Hessen zum Beispiel heißen die Dinger Kreppel und in Bayern Krapfen. Irgendwo hab ich auch schon mal „Berliner Ballen“ gehört, aber das möchte ich eigentlich schnell wieder vergessen.

Berliner, Kreppel, Krapfen oder eben Pfannkuchen  sind die runden ausgebackenen Dinger, die meistens mit Marmelade gefüllt sind, manchmal auch mit Eierlikörcremezeug und bei besonderen Spaßfinken auch mal mit Senf oder Mayonnaise, allerdings habe ich das Glück, mit solchen Menschen nicht befreundet zu sein und mir wäre auch viel daran gelegen, wenn das so bliebe. Als ich mal versuchte, zu argumentieren, dass ja der Begriff „Pfannkuchen“ für diese Dinger völlig fehl am Platze sei, weil die ja gar nicht in einer Pfanne gemacht wurden, sagte man mir „Wohl!“ und wies auf die historische Herkunft dieses Gebäcks hin, wo irgendwann auch mal eine Pfanne im Spiel gewesen sein soll. Mist.

Kommen wir zur Königsdisziplin: Dem Krapfen. Krapfen gibt es nämlich im Rheinland auch, es ist aber etwas anderes als ein bayerischer Krapfen bzw. Berliner bzw. Kreppel bzw. Pfannkuchen. Krapfen sind zwar auch Teigklumpen, die in Fett ausgebacken werden, sie sind aber üblicherweise etwas kleiner als Berliner, unregelmäßig geformt und nicht mit irgendwas gefüllt. Womit wir wieder an das bajuwarische Missverständnis von ganz oben anknüpfen können, denn Krapfen gibt es in der einfachen und in der Rosinenvariation. Da kommen dann die Rosinen einfach mit in den Teig und werden dann auch mit dem Teig ausgebacken. Das ist natürlich immer noch fies, weil Rosinen in Zeug generell fies sind, aber es ist zugelassen. Wenn man in der Google Bildersuche „Krapfen Rheinland“ eingibt, dann ist ungefähr alles das, was kein Berliner/Kreppel/Pfannkuchen ist, aber trotzdem irgendwie nach Gebäck aussieht, ein (rheinischer) Krapfen.

Und weil wir uns im Rheinland auf Fettgebackenes so gut verstehen, haben wir uns auch noch Mutzenmandeln ausgedacht, die sind aus einem anderen Teig und noch kleiner, werden aber auch ausgebacken. Allerdings gibt es neben den Mutzenmandeln auch noch die Mutzen, das ist wiederum etwas anderes, wird aber auch ausgebacken. Und an dieser Stelle steige ich auch aus, denn ich esse sowieso am allerliebsten Quarkbällchen. Aber das ist dann schon wieder was anderes und hat hier auch gar nichts mehr zu suchen.

Wir lernen also: Pfannkuchen heißen in Berlin Eierkuchen, dafür halten die Pfannkuchen für das, was anderswo Berliner, Kreppel, Krapfen oder sonstwie heißt. Dafür ist das, was im Rheinland Krapfen heißt etwas anderes als das, was in Bayern Krapfen heißt. Wie das, was im Rheinland Krapfen heißt, woanders heißt, wenn es das da überhaupt gibt, weiß ich allerdings nicht.

Und wenn Sie demnächst keine Lust zu arbeiten haben und zufällig mit jemandem aus einer anderen Region Deutschlands im Büro sitzen, dann kaufen Sie doch einfach ein paar Berliner (Pfannkuchen/Kreppel/Krapfen). Ich garantiere, Sie werden mindestens eine Stunde inbrünstigster Diskussion über die richtige Bezeichnung anzetteln. Je mehr unterschiedliche Regionen Deutschlands anwesend sind, desto lustiger wird das. Man muss nur ein bisschen so tun, als wäre die Bezeichnung seiner Mitmenschen das Absurdeste und Lächerlichste, was man seit langem gehört hätte, und schon hat man Spaß!

(Als nächstes erkläre ich dann Teilchen.)

Hier gibt’s eine Übersicht der Universität Augsburg, wo man was zu Pfannkuchen sagt.

Und hier eine dazu, wo man Berliner bzw. Krapfen bzw. Kreppel (oder anscheinend Kräppel) bzw. Pfannkuchen sagt.

Astrophysik

In der Mayerschen Buchhandlung in Essen gibt es in der Spielwarenabteilung Geburtstagskörbe für Kinder. Das ist quasi das Äquivalent zu den Hochzeitstischen bei Kaufhof, nur als Plastikkorb in einem EXPEDIT-Regal und mit weniger Geschirr und Besteck und mehr Spielzeug.

(Die Diskussion, warum es in Buchhandlungen Spielwarenabteilungen gibt, soll jetzt hier übrigens auch nicht geführt werden.)

Heute lief jedenfalls eine Familie auf das Geburtagskorbregal zu.

„Da isses“, sagte die Mutter und zog einen roten Plastikkorb aus dem Regal und guckte rein.

„Ist aber schon leer“, sagte sie.

„Tja“, sagte der Vater. „Da kann man nix machen. Hat aber auch sein Gutes. Dann kann ich ja jetzt doch das Astrophysikbuch kaufen.“

Ob das Astrophysikbuch für ihn oder das Geburtstagskind sein sollte, das konnte ich allerdings auch nicht rausfinden.

3D! Jetzt überall!

Es ist ja so: Ich brauche eine Brille. Historisch hat sich das so entwickelt: Irgendwann in der Unterstufe stellte sich raus, dass ich wohl doch nicht so gut gucken kann. Schon damals war es vor allem das rechte Auge, das Ärger machte und so stieg ich mit -0.25 Dioptrien auf dem linken und -1.25 Dioptrien auf dem rechten in die Kurzsichtigkeit ein.

Es ist allerdings auch so, dass, wenn man nur auf einem Auge ernsthaft kurzsichtig ist, man trotzdem auch ohne Brille so insgesamt ganz gut gucken kann, denn das gute Auge übernimmt dann halt die Arbeit, die das andere nicht leisten kann. Das bewirkt dann wiederum, dass das andere Auge noch fauler wird, weil es merkt, dass es ja eigentlich gar nichts tun muss und dementsprechend auch mit den Jahren immer schlechter wird. Es ist wie im richtigen Leben.

Mittlerweile bin ich bei -3.25 auf dem rechten Auge angekommen, wenn ich also das linke Auge zukneife, sehe ich quasi nichts mehr (Leute mit -10 Diotrien werden jetzt herzhaft lachen), wenn ich mit beiden Augen gucke, was ja auch die normale Herangehensweise ans Gucken ist, dann sehe ich aber ausreichend gut. Ich könnte mehr oder minder alles ohne Brille tun, nur ist das sehr anstrengend für das Gehirn und ich merke das dann auch und greife instinktiv zur Brille.

(Fun fact am Rande: Ich kann nur das linke Auge zukneifen, also so alleine für sich. Das rechte Auge weigert sich, alleine irgendwas zu tun. Das ist auch schöner Party-Smalltalk, vor allem, wenn man mich dann bittet „Versuch doch mal!“ und dann darauf wartet, dass da zumindest irgendwas zuckt oder so. Nein, ehrlich, da tut sich gar nichts, man sieht noch nicht mal, dass ich was versuche. Es ist aber auch ganz praktisch, weil ich so relativ einfach von „gut sehen“ auf „überhaupt nichts sehen“ umschalten kann. Man kann das prima bei gruseligen Filmen einsetzen, wenn man zwar mitkriegen will, was passiert, aber keine Details sehen möchte. Alternativ bei so optischen Täuschungen, wo es hilft, wenn man das Bild verschwommen sieht. Ich sehe es also eher als Feature als als Bug.)

Aus einer Laune heraus dachte ich dann neulich, ich könnte es ja mal wieder mit Kontaktlinsen versuchen und ging zum Optiker umme Ecke (support your local dealer und so). Dort gab es eine Komplettvermessung, der ganze Kladderadatsch von „Welche Buchstaben stehen in der mittleren Reihe?“ über Detailfotos von beiden Augen bis zur 3D-Topographie-Vermessung der Augen. Jetzt weiß ich auch, dass meine Augen kein runder Ball, sondern eher plateauartig sind. Es war alles sehr faszinierend, und dann stellte sich noch raus, dass meine Augen gar nicht so schlecht sind, wie ich dachte (eben aktuell -0.25 und -3.25) und ich außerdem auf jedem einzelnen eine Sehkraft von 120% und auf beiden zusammen eine Sehkraft von 150% habe. Wenn Sie nicht wissen, was das ist, ich hab es zwar verstanden, kann das aber nicht erklären. Gehen Sie zum Optiker umme Ecke und fragen Sie da mal. Da können Sie auch gleich noch mal Ihre Augen überprüfen lassen, wer weiß, was sich seit dem letzten Mal so getan hat.

Weil das eine Auge nun topographisch nicht so standardmäßig geformt war, wollte der Optiker angepasste Kontaktlinsen bestellen, und die waren heute da und ich durfte hin und sie anprobieren. Gelernt habe ich erstmal, dass ich das Einsetzen noch komplett drauf habe. Ich hatte ja schon öfter Kontaktlinsen und bin das gewöhnt. Leute mit Kontaktlinsen wissen ja auch, dass man mit den Fingern getrost aufs Auge patschen kann, da passiert gar nichts, so Augen sind erstaunlich hart im Nehmen.

Kontaktlinsen rein, kurz überprüft, und dann die größte Überraschung: DIE WELT IST JA KOMPLETT IN 3D! Das konnte ich ja nicht ahnen! Total abgefahren! ALLES 3D!

Es ist nämlich auch so, dass, wenn man ein gutes und ein schlechtes Auge hat, zwar auch ohne Brille verhältnismäßig gut gucken kann, da aber vor allem das eine Auge gut im Gucken ist, sieht man alles tendenziell in 2D. Das fällt einem natürlich nicht so auf, man kennt es ja nicht anders und auch mit Brille wird dieses Problem nicht komplett behoben (auch das hat mir der Optiker erklärt, aber das habe ich noch weniger verstanden und kann es jetzt bestimmt nicht wiedergeben). Mit Kontaktlinsen aber: WHOA! KRASS!

Ich laufe also jetzt ein bisschen rum und gucke mir diesen abgefahrenen 360°-3D-Effekt an und bin total begeistert.

Jetzt war ich noch mal im Laden, der Optiker hat die Sehkraft nochmal überprüft und war mit dem einen Auge noch nicht so zufrieden. Da geht wohl noch was, es werden noch mal Testkontaktlinsen bestellt und so lange darf ich dann mit den aktuellen schon üben.

Ganz abgesehen davon weigert sich der Optiker sehr hartnäckig, Geld von mir zu nehmen, nichts für den ausführlichen Sehtest, nichts für die Testkontaktlinsen, nichts für das Starterset mit Kontaktlinsendöschen und Kontaktlinsenflüssigkeitszeug. Ich darf dem erst was geben, wenn er mit dem Ergebnis zufrieden ist. Das ist zwar auf der einen Seite vielleicht auch verständlich, aber ich fühle mich da so bekümmert, dass ich gerne schon irgendwas bezahlt hätte, ich darf aber nicht. Das mit der Servicewüste Deutschland ist wohl endgültig vorbei.

Und ich guck jetzt noch ein bisschen 3D. Weil ich’s kann.

Herzliste 2014

Was Vorsätze angeht, so kann man sich hier auch einiges von Softwareentwicklung abgucken. Auf der einen Seite sollte man wissen, was man so generell anstrebt. Bei agilen Softwareprojekten ist das die „Vision“. Visionen dürfen wenig detailliert sein, das soll so, es geht nämlich nur darum, wo man so prinzipiell hinwill, also ob man z.B. lieber ein Nischenpublikum bedienen will oder die breite Masse (das ist jetzt ein schlechtes und möglicherweise irreführendes Beispiel, aber mir fällt gerade nichts besseres ein). Im übertragenen Sinn sind das meine Leitfäden, die ich vor ein paar Tagen ausgepackt und noch mal auf Sinnhaftigkeit überprüft habe.

Kombinieren sollte man das ganze jetzt mit konkreten Aufgaben, die vielleicht etwas mit dieser Vision zu tun haben oder auch nicht. Diese Aufgaben sollten nicht nur konkret, sondern auch ausreichend detailliert, verständlich und vor allem machbar sein.

In diesem Fall ist es sogar noch besser. Ich mache eine Herzliste 2014, eine Idee von Yasmina Banaszczuk. Statt guter Vorsätze, die einem nur das Leben schwer machen, gibt es eine Liste von Sachen, die ich sowieso immer schon machen wollte, nur im Alltag immer vergesse, vor mir herschiebe oder hinten anstelle. Da es sich um Dinge handelt, die ich aber eigentlich total gerne machen würde, sollte es gar nicht so schwer sein, 2014 damit zu verschönern. Es ist also quasi eine Win-Win-Situation, die man sich da zurechtbastelt.

Eventuell wird die Liste noch erweitert oder im Laufe des Jahres geändert. Zu diesem Zweck gibt es in der Softwareentwicklung am Ende eines Entwicklungszyklus immer eine Retrospektive, bei der man sich anguckt, was gut gelaufen ist und was nicht und warum irgendwas gut oder schlecht gelaufen ist und den Entwicklungsprozess auf dieser Basis anpasst und (so zumindest die Theorie) Stückchen für Stückchen optimiert. Auch für die guten Vorsätze bietet sich so eine Retrospektive an. Stimmen die Leitsätze noch? Sind sie richtig priorisiert? Kann ich das alles überhaupt schaffen? Will ich das überhaupt noch oder hat sich rausgestellt, dass ich etwas anderes will? Aber bei der Retrospektive sind wir noch nicht, das machen wir später. Erstmal gibt’s die Liste und dann haben wir etwas, womit wir dieses Jahr arbeiten können.

Herzliste 2014

  • Mindestens zwei Mal auftreten
  • Mit dem besten Freund zu einem Karaokeabend (1)
  • Wieder mehr Klarinette spielen (2)
  • Mehr Französisch lernen (3)
  • Vier mal ein komplettes Dinner (drei Gänge) für Gäste kochen
  • Sechs neue Restaurants/Bistros/anderweitige gastronomische Einrichtungen ausprobieren
  • Einmal ins Aquarium (gerne öfter) (4)
  • Endlich mal ins Folkwangmuseum
  • Mindestens einmal nach Berlin (rp14 zählt nicht)
  • Einen Pubquiz mitmachen
  • Die Asterix-Sammlung um sagenwirmal sechs Hefte erweitern (5)
  • Vier klassische Gerichte selber machen (Lasagne, Brathähnchen, you name it…)
  • Einen Spieleabend machen

(1) Wer mitkommen will, melde sich. Wir werden singen und mindestens einer von uns beiden kann es erwiesenermaßen nicht. Wer außerdem weiß, wo man in Düsseldorf oder Essen oder irgendwo dazwischen gut Karaoke singen kann, der melde sich bitte auch mit Hinweisen.

(2) Da ich letztes Jahr, wenn überhaupt, höchstens einmal Klarinette gespielt habe, ist die Angabe „mehr“ ausreichend konkret.

(3) Ich kann ja Französisch, aber mein Französischwissen ist merkwürdig durchlöchert. Mir fehlen manchmal die einfachsten Wörter und Grammatikregeln, dafür kann ich dann irgendwas relativ Fortgeschrittenes. Die Idee ist, einfach noch mal komplett von vorne mit irgendwelchen Lehrbüchern anzufangen und mich nebenbei einfach öfter der Sprache auszusetzen. Gestern schon mit „Jules et Jim“ angefangen und erstaunt gewesen, wie viel ich, obwohl vollkommen aus der Übung, verstanden habe. (Ich würde sagen, ich habe etwa 50 Prozent verstanden, so hat es sich jedenfalls angefühlt, und das fand ich so aus dem Stand und ohne Untertitel gar nicht schlecht.)

(4) Wer mitkommen möchte oder schöne Aquarien kennt, sage bitte Bescheid.

(5) Die Bände 27 bis 34 zählen nicht, die brauch ich nicht. Sonderausgaben auch nicht.

Vorsatzretrospektive 2013

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Es ist wieder Gute-Vorsätze-Zeit. Vorher sollte man sich aber natürlich die Guten Vorsätze des letzten Jahres angucken und überlegen, was gut gelaufen ist und was nicht so gut gelaufen ist und warum. In der agilen Softwareentwicklung macht man das auch, da heißt so was Retrospektive und ist erstaunlich hilfreich. Warum also so etwas nicht auch im Alltagsleben anwenden? Was hatte ich mir also für das gerade frisch abgelaufene Jahr vorgenommen und was ist daraus geworden?

1. Weniger Ballast

Hm, tja. So richtig viel hab ich da nicht gemacht. Der emotionale Ballast, das habe ich so ab der zweiten Hälfte 2013 gemerkt, ist weniger geworden, da konnte ich mich von ein paar Grübeleien lösen, zwar nicht komplett, aber doch so, dass ich es gemerkt habe. Was den Rest angeht, so gab es hier weder eine große Entrümpelung, die steht noch aus und auch sonst nichts, was sich im Zeichen von weniger Ballast groß hervorgetan hätte.

Auf der Habenseite: Neuen Job gesucht und gefunden. Alter Job inklusive Zweitwohnung im Auflösungsprozess. Dieser Prozess ist zwar noch nicht abgeschlossen und hat zwischenzeitlich und auch jetzt immer noch für ein Mehr-Ballast-Gefühl gesorgt, aber wenn es dann soweit ist, mache ich nicht nur drei Kreuze, sondern habe hoffentlich ab Februar ein deutlich entspannteres Leben. Auch, wenn ich die Entscheidung, drei Jahre lang ein Hin-und-Her-Leben zu führen, nie bereut habe, ich wusste dann irgendwann auch sehr genau, dass es reicht.

Weniger Ballast ist wichtig und bleibt auf der Liste.

2. Mehr zu Ende bringen

Haha! Hahahahaha! Hihihi.

Nein. Nix. Bleibt auf der Liste und müsste auf den ersten Platz rücken.

3. Mehr Woanders

Hat funktioniert, wenn auch teils durch Einwirken anderer Leute.

2013 war ich in: Hamburg, Berlin, Dresden, Weimar (Zwar nur zwei Stunden auf der Rückfahrt von Dresden, aber hey, ich war da!), zwei Mal in Konstanz (und da auch ein paar Stunden in Meersburg), Bonn, mehrmals in Köln, Recklinghausen, Frankreich, Edinburgh, Antwerpen, im Rahmen meiner Jobsuche in Ditzingen (Fragensenich.), Dortmund, Düsseldorf, Velbert und Monheim und natürlich in Frankfurt, Hanau, Essen und anderen Ruhrgebietsstädtchen.

Ich finde, das ist gar nicht so schlecht. Nächstes Mal hätte ich das gerne in etwas geplanter und nicht immer so stressig auf einen Haufen oder vielzukurz.

Bleibt auch auf der Liste. Woanders ist gut.

4. Mehr Zuhause

Wir haben ein neues Küchenregal, das Wohnzimmerregal ausgeweitet, mehr Vorhänge und fast alle Lampen angebracht. Ins Weinregal passen jetzt 36 Flaschen und seit gestern haben wir nicht nur das Pornoupdate fürs Bett (erkläre ich später mal), sondern auch ein Badezimmerschränkchen, das aber leider noch nicht unters Waschbecken passt, weil die Wasserzuläufe ein bisschen im Weg sind. Aber hey, Badezimmerschränkchen! Außerdem habe ich eine Orchidee gekauft. Dafür haben wir es geschafft, einen quasi unkaputtbaren Zimmerbaum zu töten. Den grünen Daumen suchen Sie bitte in einem anderen Haushalt, hier ist er nicht.

Es ist noch viel zu tun, man muss nur mal bedenken, dass wir hier seit drei Jahren wohnen und immer noch keine Lampen im Bad haben. Also, da hängt eine Glühbirne aus der Wand raus, Licht ist da schon, aber es sieht halt eher scheiße aus. Ich habe die irre Hoffnung, dass das ALLES besser wird, wenn ich ab Februar wieder komplett hier bin, aber ich habe auch die Befürchtung, dass das eine sehr absurde Hoffnung ist.

Bleibt auch auf der Liste, dieses Jahr erst recht.

Die Vorsatztrends des Vorjahres setzen wir also unverändert fort. Das sind gute Leitideen, daran kann man sich ganz gut durchs Jahr hangeln. Ergänzt werden sie so bald wie möglich mit der „Herzliste“, einer Idee von Yasmina Banaszczuk. Statt guter Vorsätze, die einem das gute Gewissen einflüstert („Abnehmen!“, „Mehr bewegen!“, „Weniger Internet!“, „Gesünder ernähren!“, „Weniger Geld ausgeben!“) und die sich schon deshalb nicht umsetzen lassen werden, weil man gar keinen Bock drauf hat, gibt es eine Liste mit Sachen, die man sowieso schon immer machen wollte, weil man eben Lust drauf hat und zu denen man einfach irgendwie nicht kommt. Jetzt muss ich nur noch überlegen, was da auf meiner Liste so stehen könnte.

Lieblingstweets im Dezember woanders

Mein Teil 1 und Teil 2 finden sich hier, die anderen Sammlungen folgen sofort. Ich gebe mir immer große Mühe, niemanden zu vergessen, es kann aber immer vorkommen, dass ich etwas nicht mitbekomme, übersehe oder vergesse. Dann reicht ein kleiner Kommentar oder Pingback, alternativ auch ein Hinweis auf Twitter. Das gilt selbstverständlich auch fürs nächste Jahr und all die schönen Lieblingstweetsammlungen, die es dann hoffentlich geben wird.

1ppm

Anke Gröner

Crocodylus

Das Nuf

Die liebe Nessy mit einer Weihnachts-Speschl-Edischn

eeek/I live by the fjord

Ellebil

Ennomane

Excellensa

Herzdamengeschichten Teil 1 und Teil 2

Jan Eidens

Jörn Schaar

Journelle

Jukefrosch

Lady Himmelblau

Too much information

Volker König

wirres.net Teil 1 und Teil 2

Extramittel

blogoli

Die liebe Nessy (ohne Weihnachten)

André Herrmann

Christoph Koch

Stadtneurotiker

Außerdem haben ein paar Menschen die besten Tweets des Jahres gesammelt:

Ellebil

Nutellagangbang

Jörn Schaar

Neujahrsspaziergang oder Zombiecalypse now!

Sonne

Ich habe heute morgen einen unfreiwilligen Neujahrsspaziergang gemacht. Und das kam so:

Aus Gründen, die niemand versteht, am allerwenigsten wir, waren wir heute um Viertel nach neun wach. Das ist aus zwei Gründen beachtlich: Erstens, weil wir auch an normalen Ausschlafmorgenden durchaus mal bis nach zehn schlafen und zweitens, weil das kein normaler Ausschlafmorgen war. Statt dessen plumpsten wir in der Neujahrsnacht gegen vier Uhr morgens ins Bett und das auch noch nicht mal, weil wir so irre abgefeiert haben und sturzbetrunken waren, sondern, weil wir gut acht Stunden bei einer Silvesterparty ausgeholfen hatten und nicht mehr konnten.

Zombiekalypse

Trotzdem also um Viertel nach neun wach und wenn man schon mal wach ist und Neujahr ist und außerdem die Sonne scheint, dann kann man auch schon mal auf die Idee kommen, man könnte ja Brötchen fürs Frühstück holen. Also angezogen und raus.

Selbstverständlich hatte keiner der drei Bäcker in unmittelbarer Nähe geöffnet. So etwas hatte ich mir zwar fast schon gedacht, aber man ist ja optimistisch und denkt sich, dass vielleicht doch irgendwo ein Bäcker, aber nein, keiner. Ganz Holsterhausen nicht nur ausgestorben und unter Silvesterknallermüll begraben, sondern auch komplett brötchenfreie Zone.

Zombiekalypse

Dann passierte etwas, was man vielleicht den Forrest-Gump-Effekt nennen könnte, ich dachte nämlich: „Na ja, wenn ich jetzt schon hier bin, guck ich noch mal bei dem anderen Bäcker auf der Soundsostraße, ob der vielleicht auf hat.“ Der Bäcker auf der Soundsostraße hatte selbstverständlich auch nicht geöffnet, aber weil der Bäcker auf der Soundsostraße auf halbem Weg nach Rüttenscheid liegt und ja die Sonne schien und ich ausnahmsweise mal halbwegs früh auf den Beinen und dementsprechend sehr stolz auf mich war (und wir außerdem auch kein wirkliche Brötchenalternative im Haus hatten), dachte ich dann: „Na ja, wenn ich schon mal hier bin, dann kann ich auch noch nach Rüttenscheid laufen, und gucken, ob da ein Bäcker auf hat.“

Man kann jetzt schon ahnen, wie die Geschichte weitergeht: In Rüttenscheid hatte selbstverständlich auch kein Bäcker auf, jedenfalls keiner bis zum Rüttenscheider Stern und weiter wollte ich nicht laufen. Statt dessen dachte ich: „Na ja, wenn ich jetzt schon mal hier am Stern bin, kann ich ja auch mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof fahren und da gucken, ob ein Bäcker auf hat.“

Gott sei Dank endet die Geschichte dann auch bald, denn am Hauptbahnhof gab es Bäcker. Also, es gab Kamps. Das zählt zwar an normalen Tagen nicht als akzeptabler Bäcker, aber in Notsituationen schon.

Man möchte sich auch gar nicht überlegen, wie das weitergegangen wäre, wenn am Hauptbahnhof kein Bäcker aufgehabt hätte. Ich hatte nämlich zum Zwecke des Bezahlens mein Portemonnaie dabei und da ist auch meine BahnCard 100 drin, der nächste logische Schritt wäre also gewesen, sich von nächstgrößerer Stadt zu nächstgrößerer Stadt zu hangeln, und wenn es dann in Düsseldorf keine Brötchen gegeben hätte, wäre ich nachher noch nach Köln gefahren. Da hätte man in der Zeit fast selber Brötchen backen können, Trockenhefe und Mehl hab ich jedenfalls tatsächlich im Haus.

Zombiekalypse

Was mir dann noch aufgefallen ist: Selten sind Straßen so menschenleer und seltsam wie am Neujahrsmorgen. Selbst Rüttenscheid war wie ausgestorben, statt dessen überall leere Flaschen und Pappmüll, Raketenstöckchen und abgebrannte Wunderkerzen. So ein bisschen muss man sich wohl die Zombiekalypse vorstellen, nur vielleicht mit weniger Sekt- und Champagnerflaschen und statt Luftschlangen das ein oder andere verstreute Körperteil. Kommt aber auch auf die Art der Zombies an, nicht alle sind ja zwingend gewalttätig.

Aber vielleicht denke ich sowas auch nur, weil ich sehr oft über die Zombiekalypse nachdenke, aber das ist dann doch eine andere Geschichte und hat auch überhaupt rein gar nichts mit Brötchenholen zu tun.

Zombiekalypse

Ich habe aus Anschauungszwecken alle Bilder (bis auf das erste ganz oben) durch einen hübschen Filter gejagt, damit das mit der Zombiekalypse wenigstens ein bisschen nachvollziehbar wird. In Wirklichkeit war der Himmel nämlich gar nicht so gelbgräulich, sondern eher knalleblau.

Zombiekalypse

Immerhin wurde bei uns in der Straße mit echtem Champagner gefeiert. Sollte es zu einer wirklichen Zombiekalypse kommen, gehen wir hier wenigstens stilvoll unter.

Zombiekalypse

Luftschlangen. Fast wie Gedärme. Nur bunter. Und aus Papier. Und nicht eklig. Eigentlich überhaupt nicht wie Gedärme.

2013 als Fragebogen

Machen ja eh alle, warum dann nicht auch ich?

Zugenommen oder abgenommen?

Eher zu. Da ich mich nicht wiege, weiß ich das aber nicht so genau.

Haare länger oder kürzer?

Länger. Ich gehe ja quasi nie zum Friseur. Aber seit ich begriffen habe, dass ich ja dann nächstes Jahr wieder zu meinem Düsseldorfer Friseur kann, steht das schon auf der Liste.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Hoffentlich gleich kurzsichtig geblieben. Was bedeutet: Ich müsste mal wieder zum Augenarzt.

Mehr Kohle oder weniger?

Eher mehr.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Im Zweifelsfall mehr. Schon allein, weil wir zwei Mal im Urlaub waren und da immer so viel Geld bleibt.

Mehr bewegt oder weniger?

Ich fürchte ja weniger.

Der hirnrissigste Plan?

Wie immer: Mit offensichtlicher Erkältung ins Büro gehen. Sollte man einfach nicht tun. Hilft niemandem.

Die gefährlichste Unternehmung?

Ich mach nix gefährliches, ich bin doch nicht blöd.

Der beste Sex?

Ja. (Ist das eine ernst gemeinte Frage?)

Die teuerste Anschaffung?

Der neue Laptop. Hat sich aber gelohnt.

Das leckerste Essen?

Bei Jamie’s Italian in Edinburgh. Und im Steakhaus Ontario in Dresden. Außerdem endlich wieder mal Sushi in Düsseldorf gegessen. Und: Linsensalat mit Dilldressing von Sandra nach dem Rezept von Rachel Khoo [Werbelink]. Für Linsen- und Dillliebhaber wie mich sofort zum Lieblingsessen erklärt worden. Immer gut: Currywurst mit Pommes und Mayo vom Xaver umme Ecke.

Das beeindruckendste Buch?

Die besten Bücher des Jahres 2013 folgen noch, das wird auch noch mal viel Arbeit. Leider fehlten dieses Jahr die richtig großen Knaller, aber vielleicht habe ich das auch nur vergessen, weil ich so irre viel gelesen habe. 2312 von Kim Stanley Robinson [Werbelink] war sehr beeindruckend, Science-Fiction-Literatur im Breitwandformat. Beeindruckend schlecht hingegen war „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“, aber da schrieb ich schon im CULTurMAG drüber.

Der ergreifendste Film?

An Filme erinnere ich mich ja noch weniger als an Bücher. „About Time“ war sehr toll, ergreifend, berührend und so weiter. Große Empfehlung, auch schon hier drüber geschrieben.

Das beste Lied?

„Walk on the Wild Side“, gesungen von Amanda Palmer und ihrem Publikum im November in Köln. Das war schön.

Das schönste Konzert?

Hands down Amanda Palmer im November in Köln. Allerdings fand ich auch das Weihnachtskonzert von Helge Schneider in der Mülheimer Stadthalle sehr schön, das hat sowas familiäres.

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Dem Mann nehme ich an. Dafür hab ich ihn ja geheiratet. Alternativ mit fremden Leuten im ICE.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Siehe die Frage davor. Also die erste Antwort. Auch wenn im Zug gelegentlich sehr nette Leute mitfahren.

Vorherrschendes Gefühl 2013?

„Puh.“

2013 zum ersten Mal getan?

Auf der re:publica gewesen. War gut. Mach ich wieder.

Außerdem: Ernsthaft auf einem Surfbrett gestanden. Mehrfach. Eigentlich habe ich ja 2012 zum ersten Mal auf einem Surfbrett gestanden, aber das war mehr so ein Afterthought des Frankreichurlaubs und zählt gefühlt nicht. 2013 dann richtig.

In einem Porsche Oldtimer gefahren.

Mit dem Zug quer durch die Niederlande nach Belgien gefahren (und zurück).

Stollen gegessen. War leider nix. Da sind Rosinen drin.

2013 nach langer Zeit wieder getan?

Neuen Job gesucht. Gekündigt. Buffy geguckt. Einen Adventskalender gebastelt. In der Zeitung gewesen, sogar zwei Mal.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Dauernd erkältet zu sein. Es gab auch andere doofe Dinge, das war aber Kleinkram.

Die wichtigste Sache, von der ich jemand überzeugen wollte?

„Ich möchte gerne bei Ihnen arbeiten.“

2013 war mit einem Wort…?

Anstrengendabergut.

Lieblingstweets im Dezember (Teil 2)

Die letzten Lieblingstweets des Jahres. Mit viel Omnomnom und ein bisschen Ommm.

Auf dass ihr im nächsten Jahr genauso lustig in der Gegen rumtwittert wie in diesem. Konfetti! Champagner! Guten Rutsch! Und natürlich Käsekuchen!

Sachen erledigen

Gestern habe ich Sachen erledigt. An Weihnachten habe ich mich nämlich geweigert, auch nur annähernd sinnvolle Dinge zu tun, dafür bin ich dann aber gestern kurz vor 7 Uhr morgens leicht panisch aufgewacht und dachte kurzfristig, die Welt könnte untergehen, weil es noch so viel unerledigtes Zeug gibt. Erwartungsgemäß schlief ich dann aber wieder ein und ein paar Stunden später war ich dann wieder einigermaßen sicher, dass die Welt vermutlich doch nicht untergehen würde. Dann habe ich Sachen erledigt:

Sachen erledigen I – Polizeiliches Führungszeugnis

Für die neue Stelle brauche ich ein polizeiliches Führungszeugnis. Das ist prinzipiell kein Problem, außer, dass natürlich alles, wo man zum Bürgeramt muss mit schier unüberwindlichen Hindernissen verbunden ist, aber das ist eine andere Geschichte. Ich hätte das auch schon längst erledigt (vielleicht), wenn das polizeiliche Führungszeugnis nicht bei Vorlegen maximal zwei Monaten alt sein dürfte. Ich habe mich sogar im Internet informiert und da stand, dass die Ausstellung drei bis vier Wochen dauert. Dadurch wird das Zeitfenster deutlich kleiner und der beste Termin zum Beantragen wäre ungefähr jetzt zwischen Weihnachten und Neujahr.

Ich hatte also vor, gestern zum Bürgeramt zu laufen und da ein polizeiliches Führungszeugnis zu Beantragen. Leider (Gott sei Dank!) stand im Internet auch, dass sämtliche Bürgerämter zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen sind. Die Sache hat sich also zumindest aktuell von alleine erledigt und muss jetzt im neuen Jahr nachgeholt werden.

Sachen erledigen II – Passbild für die neue Krankenkassenkarte

Seit ungefähr einem Jahr bekomme ich regelmäßig Schreiben von meiner Krankenkasse, dass ich ihnen doch bitte ein Passbild schicken soll, weil die neuen Versicherungskarten mit Bild sind und die deswegen eins brauchen.

Diese Schreiben habe ich sehr konsequent ignoriert, nicht, weil mich das nicht generell interessieren würde oder ich meine Krankenkasse ärgern wollte, sondern weil das Auftreiben eines (physischen) Passbildes so einen enormen Aufwand darstellte, dass ich mich nicht in der Lage sah, mich dieser Aufgabe zu stellen.

Jetzt ist es aber auch so, dass ich gerne krankenversichert bin und das auch bleiben möchte. Also sah der Plan so aus, vor oder nach dem Besuch beim Bürgeramt irgendwo bei einem Fotografen (alternativ: Fotoautomaten) vorbeizulaufen und ein paar Passbilder machen zu lassen.

Um dann wenigstens alles richtig zu machen, holte ich eines der Schreiben noch mal raus, um es zur Abwechslung mal ganz zu lesen und stellte fest, dass die Krankenkasse nicht nur ein sehr kundenfreundliches Rückschreiben inklusive Umschlag und Kladderadatsch zur Verfügung gestellt hatte, sondern es einem auch praktischerweise ermöglichte, das Passbild online(!) selber hochzuladen(!!!). Nach monatelanger Panik, wie um Himmels Willen ich denn bloß in den Besitz eines aktuellen Passbildes kommen sollte, erledigte sich dieses Problem durch einfaches Lesen des Informationsschreibens von alleine.

Das nächste Problem bestand dann aber darin, dass ich mich auf der Passbildhochladseite der Krankenkasse nicht ordentlich anmelden konnte. Ich befürchtete schon, bei der Hotline anrufen und mit einem Menschen sprechen zu müssen, erinnerte mich dann aber, dass ich irgendwann schon mal mit einem Krankenkassenmenschen gechattet(!) hatte, suchte und wurde fündig. Der erste Versuch schlug fehl und ich monologisierte im Beraterchat ein wenig vor mich hin, beim zweiten Mal antwortete dann tatsächlich jemand auf meine Frage, ob da jetzt ein richtiger Mensch sei, mit dem ich kommunizieren könnte.

Der richtige Mensch wusste dann zwar auch nicht, warum ich mich nicht einloggen konnte, bot mir aber an, ich könnte das Bild auch per Mail schicken, und sie würden es dann hochladen. Das tat ich dann auch und eine weitere Sache war erledigt, ohne dass ich das Haus verlassen musste.

Sachen erledigen IIb – Mitgliedsbescheinigung

Ob ich noch ein Anliegen hätte, frage mich der Krankenkassenmensch.

Ja, sagte ich, ich bräuchte dann auch noch eine Mitgliedsbescheinigung für meinen neuen Arbeitgeber, ob er das auch in die Wege leiten könnte.

Ja, sagte der Krankenkassenmensche, das könnte er, er bräuchte dann nur die Adresse des Arbeitsgebers und das Datum, zu dem ich da anfangen müsste.

Organisiert, wie ich tatsächlich manchmal bin, hatte ich diese Daten sogar parat und eine weitere Sache war erledigt. So ein Beraterchat ist was Feines, das dürfen meinetwegen auch noch mehr Dienstleister so regeln.

Sachen erledigen III – Müll- und Winterdienst

Dann dachte ich, ich bin mal sehr clever und trage den Müll- und Winterdienst für nächstes Jahr in den Kalender ein.

Das mit dem Winterdienst war schnell erledigt. Wir sind immer am Sonntag dran und ich musste kurz überlegen, ob ich das doof finde, entschied mich aber aus zwei Gründen dagegen. Erstens ist es eigentlich praktischer, wenn man an einem Tag Winterdienst hat, wo man wahrscheinlich auch zu Hause ist und zweitens muss es dafür ja erstmal schneien. Da lohnt sich (zumindest bei der aktuellen Wetterlage) der Aufwand des Echauffierens gar nicht.

Nach dem Winterdienst kam der Mülldienst und da musste ich mich dann leider doch echauffieren und das kam so:

Wir sind in diesem Haus acht Parteien inklusive zwei Büros im Haus und einem Hinterhaus. Von den sieben Wohnungen im Haus gehören tatsächlich zwei uns, die wir aber beide nutzen, sozusagen als eine Wohnung, die aber jetzt laut Teilungserklärung und so immer noch zwei getrennte Parteien sind. Das heißt, rein formal gesehen sind wir mit Müll rausbringen dann eben doppelt so oft dran, wenn man das einfach nach Parteien aufteilt. Soweit könnte ich damit auch noch leben, das hefte ich unter persönliches Pech ab, finde es aber trotzdem doof.

Ich bin eigentlich auch ein Freund von gut verstehbaren und klaren Regeln, wenn man nämlich immer mit Ausnahmen anfängt, dann kommen nachher alle an und dann blickt keiner mehr durch. Ich thematisiere immer so wenig wie möglich, um das Risiko, dass andere Leute auf falsche Gedanken und zurückthematisieren könnten, so klein wie möglich zu halten.

Jetzt ist es aber außerdem so, dass nicht nur wöchentlich der Restmüll abgeholt wird, sondern auch alle zwei Wochen die gelbe Tonne und alle vier Wochen das Altpapier in der blauen Tonne. Was bei acht Parteien die etwas ungünstige Situation ergibt, dass dann die Leute, die einmal mit Altpapier dran sind, immer mit Altpapier dran sind und bei der gelben Tonne genauso. Umgekehrt gibt es dann andere Parteien, die NIE mit der gelben oder blauen Tonne dran sind. Auch das würde ich so für sich genommen noch als persönliches Pech abheften. Acht ist nun mal durch vier und zwei teilbar, das ist Mathematik, da kann auch die Hausverwaltung nichts für.

Bei uns summierte sich das aber auf, und beim Eintragen stellte ich fest, dass wir nicht nur doppelt so oft dran sind (eben wegen der zwei Wohnungen), sondern auch beide Male in eine Woche mit gelber bzw. blauer Tonne fallen. Also auch doppelt so viele Tonnen pro Woche rausstellen dürfen. An dem Punkt wurde ich, das passiert mir manchmal und ich schäme mich dann auch ein bisschen, pedantisch und ich zählte nach. Insgesamt sind wir laut diesem Plan 2014 24 Mal mit Tonnen rausstellen dran, während andere Parteien insgesamt 6 Mal dran sind.

Die Differenz war mir dann für persönliches Pech doch zu groß und ich hätte dann demnächst mal was zu klären mit der Hausverwaltung. Es ist übrigens auch für den Rest des Hauses gar nicht so gut, wenn wir übermäßig oft mit Mülltonnen rausbringen dran sind, weil wir das auch übermäßig oft vergessen. Was beim Restmüll vermutlich nicht so schlimm ist, beim Altpapier aber schon mal sehr ungünstig sein könnte. (Aus diesem Grund wollte ich das ja auch in den Kalender eintragen, damit wir das nicht mehr ganz so oft vergessen, und nur deswegen bin ich auf diese schlimme Ungleichverteilung gestoßen.)

Dann machte ich noch ein paar Onlineüberweisungen, richtete einen Dauerauftrag ein und löschte zwei und dann hatte ich auf einmal ganz viele Sachen erledigt, ohne auch nur die Wohnung verlassen zu müssen.