Tagebuchbloggen, 31.05.2021

Der abendliche Besuch auf der Hundewiese wurde wegen Heimsuchung durch den Sparkassen-Blimp abgebrochen, denn der Hund fand dieses Ding äußerst suspekt, setzte sich in die hinterste Ecke der Wiese direkt an den Zaun und verweigerte die weitere Mitarbeit. Hund also an die Leine und nach Hause. Immerhin hatte er bis dahin schon mit einem anderen Hund gespielt und war zwei Mal dem Ball hinterhergejagt, das musste reichen.

Ansonsten viel Ukulele gespielt, neue Songs ausprobiert, ich glaube, als nächstes übe ich „Nothing Rhymed“ von Gilbert O‘Sullivan und „All That We Have is Now“ von Jesse Winchester.

Neues Hausangebot in einem Ortsteil von Lindlar entdeckt, Haus und Preis machen einen guten Eindruck, Lage hat einen Nachteil, dafür aber drei Vorteile, am ehesten wird es am Garten scheitern, der scheint mir nämlich sowohl zu klein als auch ungünstig geschnitten. Am Ende muss man immer alles vor Ort sehen. Dem Makler des tollen Hauses in Overath schrieb ich am Wochenende eine Mail mit unseren Überlegungen (wir müssten mindestens noch einmal in den Garten), bisher keine Rückmeldung, ich richte mich mental darauf ein, dass er einfach schon Käufer gefunden hat, das würde weitere Überlegungen immerhin angenehm abkürzen.

Tagebuchbloggen, 30.05.2021

Gegen Ende des Monats bekommt der Mai noch mal fast die Kurve, es war ein sehr schönes Wochenende, der Hund kam sehr auf seine Kosten, weil wir ja jetzt auch gerne draußen sind, gestern Hundewiese Mülheim, heute Hundewiese Hattingen. Am Samstag versuchte ich, ob Bällchenspielen im Hof eine Option ist, aber das so mittel erfolgreich, weil die Hund ersten sehr seltsam Bällchen spielt und zweitens sehr schnell das Interesse an Dingen verliert außer an Schnüffeln, Schnüffeln ist immer gut zu jeder Zeit überall. Der Hund liebt Bällchen jedenfalls sehr, hat aber nur bedingtes Interesse daran, ihnen nachzulaufen, er holt sie sich auch gerne auf seine Decke und kaut darauf rum. Wenn sie dann ein bisschen von der Decke wegrollen, starrt er sie gerne an, eventuell in der Hoffnung, sie würden von alleine wieder zurückrollen, tun sie aber nicht, da muss man dann als Mensch nachhelfen.

Heute morgen wachte ich auf und hatte einen Ohrwurm von einem Liedteil, von dem ich zwar sehr sicher wusste, dass es keine Halluzination war, es aber überhaupt nicht zuordnen konnte und mir auch quasi keine Liedzeilen einfielen außer einem sehr vagen „twenty-eight cassettes“. Das Problem war dann, dass ich sehr intensiv darüber nachdenken musste, weil ich ja auch schon alleine aus Neugier rausfinden wollte, welcher Song es jetzt war und Angst hatte, bei Ablenkung würde ich das vergessen. Googeln nach den zwei Wörtern ergab keine sinnvollen Ergebnisse, dann ging ich meine Playlists auf Spotify durch ohne Erfolg und dann wählte ich mehr oder zufällig einer meiner Mix-Playlisten und skippte durch die Songs. Offenbar hatte ich grob eine Ahnung, wann mir das Lied untergekommen sein könnte und hatte tatsächlich recht schnell einen Treffer. Sogar die Liedzeile passte, es wird nur im Internet häufig als „28 cassettes“ geschrieben.

Es ist übrigens „INC.“ von Dori Valentine:

So langsam startet jetzt auch die Balkonsaison wieder, ich habe jetzt schon mehrfach auf beiden Ostbalkonen gesessen. Wir haben ja vier Balkone, einfach an jeder Ecke einen und das Haus ist auch halbwegs gerade von Süd nach Nord ausgerichtet, so dass man die Balkone gut nach Himmelsrichtungen unterscheiden kann. Der Nordostbalkon ist der größte und befindet sich an der Küche, da steht auch der Grill und man kann morgens gut frühstücken, wenn man nicht mit dem Hund raus müsste. Der Südostbalkon ist der, auf dem wir uns am häufigsten aufhalten, denn erstens hängt er am Wohnzimmer und zweitens hat man da fast den ganzen Tag Sonne. Auf dem Südwestbalkon hat man auch fast den ganzen Tag Sonne, aber er hängt an meinem Arbeitszimmer, da läuft man nicht so oft rein und gerade aktuell sowieso nicht, weil ja noch alles voll mit Küchenoberschränken steht. Der Nordwestbalkon ist der kleinste und hängt am Schlafzimmer, da sind wir quasi nie, deswegen steht auch kein Mobiliar drauf, so dass man ihn noch seltener benutzt, weil ja kein Mobiliar drauf steht, man erkennt das Problem. Ich möchte aber, bevor jetzt zu viel Neid aufkommt, darauf hinweist, dass alle Balkone verhältnismäßig klein sind und außerdem alle Türen nach außen aufgehen, was dann in der Balkonplanung noch mal alles schwieriger macht, weil da natürlich ein guter Quadratmeter nie mit verplant werden kann, den braucht man, um die Tür zu öffnen. Außerdem haben wir quasi keine Fenster, weil über all nur Balkontür mit angrenzendem bodentiefen aber nicht zu öffnendem Fenster ist, Frischluft geht also in fast allen Zimmern nur durch Öffnen der Balkontür und die kann man auch nicht auf Kipp stellen, und dann hat man noch den Hund, der zwar noch nie Anstalten gemacht hat, vom Balkon zu springen – aber WEISS MAN’S? – es sind natürlich alles Luxusprobleme, aber das macht es auch nicht einfacher.

Jetzt dachte ich eben, ich hätte nichts zu schreiben und zack, einmal kurz die Balkonsituation beschrieben und schon hat man einen ausreichend langen Beitrag für dieses Wochenende, ich muss jetzt kochen, es gibt Dinge aus dem Kühlschrank, die weg müssen, guten Abend!

Tagebuchbloggen, 14.05.2021

Für den Hund muss es ein super Tag gewesen sein, er durfte zwei Mal auf die Hundewiese. Ich hatte nämlich Urlaub und lief am Vormittag anderthalb Stunden mit ihm über die Hundewiese, weil da zwei Kumpels waren, mit denen er sehr gerne und ausgiebig spielt, ein Pyrenäenberghund und ein Englischer Setter. Danach fuhren wir ein Geschenk für Sandra abgeben und saßen noch eine Stunde auf der Terrasse und danach fuhr ich nach Hause und räumte auf. Dann kam mein Mann nach Hause und wollte auch noch mit dem Hund zur Hundewiese fahren, und ich fuhr mit. Abends gab es Essen vom Italiener, jetzt wo die Abende länger werden, verliere ich komplett das Zeitgefühl, ich denke dann, huch, schon 21 Uhr, aber warum, es ist noch gar nicht richtig dunkel?

Dummen Fehler gemacht, morgens auf der Hundewiese jemandem freudig erzählt, dass der Hund wirklich schon lange nicht mehr gekotzt hätte, na ja, raten Sie mal, was der Hund nachmittags machte. Ich lerne es einfach in diesem Leben nicht mehr.

Außerdem viel nachgedacht und viel Zeit damit verbracht, auf diversen Onlinekarten Routen zu zeichnen und ÖPNV-Verbindungen zu recherchieren, die inneren Verhandlungen sind nunmehr abgeschlossen, die äußeren folgen nun. Damit wurde jetzt die Angst, dass es an einem selber scheitert, von der Angst, dass es an was anderem scheitert, abgelöst, hurra!

Tagebuchbloggen, 09.05.2021 (Angrillen)

Es wurde angegrillt. Aber der Reihe nach.

Wir hatten Besuch, der kam erst auf die Hundewiese, weil der konkrete Wunsch geäußert wurde, mit dem Hund spazieren zu gehen und die Hundewiese auch auf dem Anreiseweg lag. Für den Hund war ein Huskymix da, mit dem er gerne spielt. So langsam können wir ganz gut einschätzen, mit welchen Hunden der Hund gut spielen kann, Huskys und Border Collies sind hoch im Kurs, die passen von der Größe und haben meistens ähnliche Vorstellung vom Spielen. Unser Hund mag Rangeleien mit Körperkontakt, aber auch schnelles Wegrennen mit Hakenschlagen, wenn es zu ruppig wird, ist er manchmal raus, aber man stumpft ja auch als Hundehalter irgendwann ab und erweitert seinen Definitionsraum von „ruppig“.

Danach gab es Sekt und Gegrilltes und Brot vom dänischen Wunderbäcker mit drei Olivenölen, die in unterschiedlichen Kategorien Testsieger waren und die ich im Probierpaket bestellt hatte. später Gambas und Eis mit Erdbeeren und später noch mal Eis von der Eisdiele, um den Sechsjährigen zu einem zweiten Spaziergang mit Hund zu überreden. Es ist außerdem gut zu wissen, dass das hier zwar ein knallharter Erwachsenenhaushalt ist, sich Zwölf- und Sechsjährige aber dank Gravitrax-Murmelbahn, Switch und Hund tatsächlich nicht langweilen müssen. Leider durfte ich aus logistischen Gründen nicht mehr am Wettpuzzeln teilnehmen, das war doof.

Als den Besuch weg war, waren wir sehr müde von Sekt und Sonne und auch nicht mehr in der Lage, großartig aktiv zu werden, deswegen gab es abends Liefersushi und Ninja Warrior. Vorher saß ich zum ersten Mal in diesem Jahr auf dem Nordostbalkon und las Network Effect zu Ende. Als nächstes mache ich mit der Wayward-Children-Reihe von Seanan McGuire weiter. Das sind alles Novellen, liest sich außerdem sehr gut, da kann man auch abends mal locker ein Drittel des Buches weglesen.

Quasitagebuchbloggen, 30.04.2021 (Die Geschichte vom Angsthund)

Ich habe ja jetzt schon mehrfach auf verschiedenen Kanälen den Hundetrainer erwähnt, der unserem Hund attestierte, ein Angsthund zu sein und wollte das jetzt mal etwas ausführen, erstens, um den Hundetrainer ein kleines bisschen zu rehabilitieren, aber auch, um genau das Gegenteil zu tun.

Jedenfalls waren wir vor ein paar Monaten auf einem Feld, auf dem man auch gut mit Hunden spazieren gehen kann, weil die meisten Hunde da frei laufen, genug Platz ist, dass sie miteinander spielen können und die nächste Straße weit genug weg, als dass man nicht dauernd Schiss haben müsste, dass der Hund aus Versehen auf die Straße läuft. Die nächste Hundewiese hier ist nämlich genau neben einer mehrspurigen vielbefahrenen Straße und ich frage mich immer, was die Statdplaner, die Flächen als Hundefreilaufflächen glauben, wie groß der Prozentsatz der Hunde ist, die da wirklich ohne Probleme frei laufen können.

Auf diesem Feld geht auch ein Mensch mit einem Hund spazieren, vor dem unserer aus noch nicht geklärten Gründen Angst hat. Unseres Wissens hat der Hund unserem nichts getan, es gab bisher exakt zwei Begegnungen (bei der ersten war ich nicht dabei) und in beiden Fällen wollte unser Hund sehr dringend weg und hat das im Rahmen seiner Möglichkeiten dann auch gemacht. Der andere Hund ist ein Landseer, die sehen ein bisschen aus wie etwas größere, etwas schlankere Bernhardiner, die Wikipedia sagt aber, dass sie mit Neufundländern verwandt sind.

Bei der zweiten Begegnung war nun ein Hundetrainer anwesend, der mit seinen Hunden ebenfalls spazieren ging. Nun war die Situation zugegebenermaßen etwas verworren, es ging nämlich eine etwas ruppige Spielsituation mit einem der Schäferhunde des Trainers voraus. Schäferhunde findet unser Hund grundsätzlich interessant, sie spielen aber oftmals etwas ruppiger als er das gut findet und dann möchte er das nicht. Bislang hat ihn das aber nicht daran gehindert, unbekannte Schäferhunde kennenlernen zu wollen. Aus dieser Spielsituation kam der Mensch mit dem Landseer, unser Hund sah den Landseer und verließ zügig den Ort des Geschehens und zwar ohne dass der Landseer auch nur annäherungsweise irgendwas getan hätte. Dann versuchte ich sehr lange, den Hund wieder an die Leine zu nehmen, weil er ja nicht doof ist und der Landseer da immer noch rumstand.

Als ich wiederkam, war der Landseer weg und der Hundetrainer überzeugt, dass wir einen Angsthund hätten. Nun haben wir den Hund ja schon etwas länger und haben folgendes festgestellt. Er hat Angst vor: Straßenbahnen, Drachen, Zeppelinen und anderen tieffliegenden Dingen, Menschen, die stark nach Alkohol oder Zigaretten riechen, Silvesterböllern und Landseern. Oder vielleicht einem Landseer, es ist noch unklar, wir kennen nur den einen. Ansonsten läuft der Hund sehr fröhlich zu anderen Menschen und Hunde und möchte sie dringend kennenlernen. Das häufigste, was ich höre (neben „Oh, der ist aber hübsch!“) ist „Oh, der ist aber freundlich.“

Wir versuchten mehrfach klarzustellen, dass er aus unbekannten Gründen sehr konkret Angst vor diesem einen Hund hätte und sonst sehr sozial sei und gerne mit anderen Hunden spiele, gegebenenfalls etwas unsicher, aber sicher nicht ängstlich sei, während der Hundetrainer davon redete, dass er sich auskenne, er hätte selber schon viele Angsthunde im Training gehabt. Dann versuchte er ein paar Anti-Angstübungen mit unserem Angsthund zu machen, die den Hund komplett verunsicherten, was den Trainer in seiner Meinung bestärkte, es hier mit einem Angsthund zu tun zu haben.

„Würden Sie sich jetzt trauen, den los zu machen?“ fragte er dann irgendwann und wir sagten nur etwas irritiert „Ja, klar.“ Der Landseer war ja weg, der Hund ist ansonsten nicht für dauerndes Weglaufen bekannt. Wir machten den Hund los und der Hund machte: Nix. Warum auch?

Ich möchte dem Tiertrainer jetzt zugute halten, dass die Situation für Außenstehende tatsächlich etwas verwirrend war, weil der Weglaufsituation ja gar keine Interaktion mit dem Landseer, sondern eine Spielsituation mit einem anderen Hund vorausgegangen war. Auf der anderen Seite kam die Pauschaldiagnose „Angsthund“ so übereilt und überzeugt, dass sie mir wie eine Standarddiagnose vorkam. Auch das wäre noch nicht das Problem, aber wir kannten den Hund da ja schon etwas länger und wiederholte Beteuerungen, dass das jetzt exakt zwei Mal vorgekommen war und zwar bei exakt dem gleichen Hund (was der Mensch mit dem Landseer übrigens bestätigte) und er ansonsten super mit anderen Hunden klarkommt, halfen nicht. Wir hatten ganz augenscheinlich einen Angsthund, der dringend Anti-Angsthundtraining brauchte.

Nur um das klarzustellen: Ich glaube sehr, dass Hundetrainer Dinge sehen, die man als Hundehalter vielleicht nicht sieht, erstens sind sie dafür ausgebildet und zweitens haben sie von Berufs wegen mehr Erfahrung. Ich erwarte aber auch, dass mir als Hundehalter zugehört wird, wenn ich meine Erfahrungen aus mehr oder weniger 24/7 Zusammenleben mit dem Hund schildere, die quasi diametral von der Diagnose abweichen. Hundetraining ist auch Menschentraining und wenn ich da als Mensch nicht abgeholt werde, bin ich raus.

Wir sind dann irgendwann weitergegangen und jedenfalls, worauf ich eigentlich hinauswollte, gestern waren wir wieder auf der Hundewiese und der Hund traf einen rumänischen Husky und einen Labradormix (Herkunftsland vergessen) und man sieht hier ganz offenkundig das Verhalten eines Angsthundes im Freilauf:

Tagebuchbloggen, 29.04.2021

Wenn man in der Stadt einen Hund hat, fällt einem erst richtig auf, wie viel Müll überall rumliegt, weil ja alles eine potentielle Gefahrenquelle darstellt, vor allem Essensreste, die der Hund gerne fressen würde und zerbrochenes Glas, in das er reintreten könnte. Gestern Abend war der Hund bei einem Gebüsch ganz aufgeregt und als ich der Aufregung hinterherforschte, fand ich mehrere weggeworfene Brötchen,

Ich ertappe mich dann dabei, wie ich denke, na ja, aber es wohnen auch viele Menschen hier, und wenn da jeder nur ein Papierchen wegschmeißt… und dann fällt mir auf, dass ich wirklich noch nie in meinem Leben absichtlich irgendwelchen Müll einfach so auf die Straße geworfen habe, abgesehen vielleicht von einer Apfelkitsche, die ich in ein Gebüsch warf, das möchte ich nicht ausschließen und es kann auch sein, dass mir schon mal irgendwas aus der Tasche gefallen ist, dem ich dann nicht hinterhergejagt bin. Aber bewusst und absichtlich habe ich in 40 Lebensjahren keinen Müll auf die Straße geworfen, so hat man mich nicht erzogen, das widerstrebt mir so sehr, ich habe in den letzten Monaten Müll, den ich dem Hund aus dem Maul ziehen musste,  in die Jackentasche gepackt und bis zum nächsten Mülleimer getragen.

Im Prinzip ist es also ganz einfach, wenn einfach niemand Müll auf die Straße werfen würde, dann wäre es sehr viel ordentlicher. Und ich bin ein sehr bequemer Menschen, wenn ich das seit 40 Jahren hinkriege, kriegt das jeder hin, da bin ich sicher. Es scheitert wohl alleine am Wollen.


Kleine Enttäuschung, es gab eine Kleiderlieferung aus UK, die sich aber als Fehllieferung herausstellte. Bestellt hatte ich nämlich ein Kleid, bekommen habe ich einen Rock. Gleicher Stoff, eigentlich sogar ganz hübsch, ich wäre bereit, den zu behalten, hätte dann aber gerne die 36 Euro Preisdifferenz zum Kleid erstattet. Wir werden sehen, wie schnell sich das mit dem Kundenservice klären lässt.


Abends gab es Bunny Chow aus der Kochbox. Das ist ein südafrikanisches Gericht, Curry in ausgehöhltem gerösteten Brot. Wir waren beide etwas skeptisch, weil sich uns die Anrichtungsart nicht erschloss, wobei gar nicht die Anrichtungsart selber, das kapierten wir schon. In der Kochbox gab es aber für zwei Personen nur ein Brot zum Aushöhlen, das macht überhaupt keinen Sinn, so ist das Gericht auch nicht gedacht, es sei denn, man isst dann auch von einem Teller. Es war dann aber egal, wir haben das Curry im Brot dann einfach in der Mitte durchgeschnitten, dann taugt das Brot halt nicht mehr als Gefäß, es schmeckte aber überraschend gut. Die alternative Kochbox hat jetzt schon zwei Mal sehr mit Geschmack überzeugt, aber bei der Darreichungsform komplett versagt. Da uns Geschmack aber wichtiger ist, ist das gar nicht so schlimm.


Dann wünschte sich mein Mann einen Film statt True-Crime-Doku, wir landeten bei „The Imitation Game“ über Enigma und Bletchley Park und vor allem Alan Turing und jetzt sind wir beide etwas deprimiert, weil die Welt nicht fair ist. Aber schöner Film.

Tagebuchbloggen, 18.04.2021 (mit extra Kryptik)

Am Samstag passierte etwas sehr schönes, von dem ich leider nicht berichten kann, aus drei Gründen:

  1. Teile der Geschichte sind noch nicht spruchreif.
  2. Weitere Teile der Geschichte betreffen dritte Personen, von denen ich ja nicht weiß, ob sie unbedingt als Nebenfiguren in einem Blog vorkommen wollen.
  3. Wieder weitere Teile der Geschichte beruhen auf Annahmen meinerseits, die ich aber nicht hundertprozentig belegen kann.

Aber sagen wir es mal sehr kryptisch, es war eine sehr erfreute Reaktion auf etwas, was ich sagte, was mich wiederum zu dem Schluss führte, dass eine Beziehung, die ich sehr schätze, offensichtlich auf Gegenseitigkeit beruht. Die Reaktion kam auch sehr spontan und komplett ohne Not, man hätte auch komplett anders reagieren können ohne dass es in irgendeiner Weise unangemessen gewesen wäre. Ich finde es vollkommen normal und unproblematisch, dass viele Beziehungen im Leben asymmetrisch sind, Menschen für einen selber also relevanter sind als man selber für sie ist oder andersrum. Solange das Verhältnis nicht komplett absurd ist, funktioniert das ganz hervorragend, es müssen nicht alle Leute, die mir viel bedeuten, das gleiche von mir sagen und ich möchte das andersrum eben auch nicht. In dem Fall scheint es jetzt aber, dass ich einer Person, die mir wichtig ist, auch wichtig bin und das war schön.

Außerdem sahen wir drei Rehe und zwei Hasen und das war auch schön. Den Hund tangierte das so mittel, er hatte die Rehe schon vor uns bemerkt, machte aber keine Anstalten, hinterher zu laufen. Dann war er aber von einem querliegenden Baumstamm sehr fasziniert, da stand er sehr lange und starrte den Baumstamm an und drehte sich noch beim Weiterlaufen mehrfach um. Man weiß einfach nicht, was in diesen Fellköpfchen vor sich geht.

***

Heute war nichts besonders. Mittags guckte ich „Lilo & Stitch“, vor allem, weil ich letztens eher zufällig in „Küss den Frosch“ reingeschaltet habe und das sehr mochte. Jetzt dachte ich, ich gucke einfach mal all die Disney-Filme, die ich noch nicht gesehen habe, nach Pocahontas gibt es eine lange Phase, in der ich nichts mitbekommen habe, da gibt’s also noch ein bisschen was nachzuholen. „Lilo & Stitch“ mochte ich ein bisschen weniger als „Küss den Frosch“, was aber eher Geschmackssache ist, objektiv ist der Film deutlich origineller als „Küss den Frosch“, aber auch ein bisschen anstrengender, das war mein Hauptproblem, aber ich musste natürlich auch weinen, weil ich das bei rührenden Szenen halt so mache. Kein Scheiß, ich habe letztens aus Versehen die letzten drei Minuten oder so von „Seite an Seite“ gesehen und die letzten Szenen sind wirklich Kitsch as Kitsch can, aber wem liefen die Tränen runter? Exactly. Immerhin hab ich noch Gefühle übrig, dass ist nach einem Jahr Pandemie ja nicht selbstverständlich. Danach schlief ich eine Runde mit dem Hund auf dem Sofa, dann ging ich noch eine Runde mit dem Hund raus und dann gab es Spargel.

Tagebuchbloggen, 15.04.2021

Ich wollte mal den Blogrhythmus umstellen und es eher auf Novemberregen-Art machen, es scheint mir sinnvoller, abends tagebuchzubloggen als morgens, zumal ich morgens auch manchmal nicht dazu komme und dann ist oft Mittag und es sind schon Dinge passiert, die nicht zu gestern gehören und dann bin ich verwirrt. Dass sich nach 23:45 Uhr noch spannende neue Dinge passieren, scheint mir unwahrscheinlicher und wenn, werde ich damit umgehen können.

Heute ist allerdings gar nicht viel passiert. Auf der Hundewiese kam ganz zum Schluss noch ein Hund, der sowohl optisch aussah wie unser Hund, nur etwas kleiner und dicker als auch in der Körpersprache ein kleiner Zwilling unseres Hundes war. Er hatte sogar die gleiche irreführende Fellfarbe, der Hund hier ist nämlich gar nicht schwarz, sondern nur sehr, sehr dunkeldunkelbraun. Man sieht es ein bisschen an den Ohren und wenn die Sonne im richtigen Winkel auf den Hund scheint. Es stellte sich raus, dass der Hund auch aus Kroatien kommt, so dass meine Vermutung, dass ein Hrvatski ovčar drinsteckt, das ist ein kroatischer Schäferhund.

Dann gab es noch Hackbällchen mit Quinoa und Salat zum Abendessen und die letzten zwei Folgen von LOL und das zweitletzte Labyrinth von Link’s Awakening. Ich spiele mittlerweile mit dem geöffneten Walkthrough im Handybrowser, ich bin zu alt, die Lösung komplett alleine rauszufinden.

Das Essen war wieder aus einer Kochbox, ich habe aber versuchsweise von Hello Fresh auf Marley Spoon umgestellt. Erstens begannen sich die Rezepte bei Hello Fresh zu wiederholen und zweitens wollte ich mal den Unterschied testen. Das erste Essen war so mittel überzeugend, das war aber eher Geschmacksfrage als objektiver Qualitätsunterschied. Das erste Essen von Hello Fresh fand ich auch mittel, danach wurde es immer besser. Vielleicht ist das so ein Kochbox-Fluch, so wie der erste Pfannkuchen, der immer misslingt. Größter Unterschied bei Marley Spoon ist, dass die Zutaten für die einzelnen Gerichte nicht in Tüten verpackt ist. Das macht auf der einen Seite, dass der Kühlschrank nicht gleich komplett zugepackt ist, man muss aber auch beim Zubereiten mehr suchen und sie haben entweder in der Box eine Zutat vergessen oder ich habe sie einfach vergessen und nicht mehr wiedergefunden. Es war sogar eine sehr wichtige Zutat und eine, die man nicht zwingend im Haus hat, nämlich Kokosmilch. Wir leben aber hier in einem Haushalt, in dem es Kokosmilch-Vorräte gibt, insofern war es kein Problem.

Spannend an Marley Spoon finde ich auch, dass es jede Woche ein Nachtisch-Gericht gibt oder vielmehr eine süße Hauptspeise. Das fehlt mir bei Hello Fresh ein bisschen. Ich könnte natürlich einfach so was Süßes kochen oder backen, aber Teil des Charmes ist ja, dass sich andere Leute Gedanken über Rezepte machen und ich nur „Will ich haben“ klicken muss.

So, Nacherzählung von heute fertig, hoffentlich passiert nichts mehr.

Tagebuchbloggen, 10.04.2021

Auf der Hundewiese war ein Hund, der sich wirklich stehenden Fußes komplett in unseren verliebte. Leider war unserer erst uninteressiert und wollte lieber mit anderen Hunden spielen. So stelle ich mir das vor, wenn man ein Kind hat und ein anderes Kind auf dem Spielplatz sehr dringend mit dem eigenen spielen will, aber das eigene keinen Bock hat und man es ja auch nicht zwingen will und kann, weil es ja durchaus selber entscheiden soll, was es mit wem spielt, aber man hat trotzdem sehr viel Mitgefühl mit dem anderen Kind, dass da mit dem Ball oder dem Sandeimer steht und immer wieder vorsichtige Annäherungsversuche macht. Jedenfalls lief der Hund immer wieder zu unserem hin und wollte auch nichts anderes als irgendwie in seiner Nähe sein und dann klappte es irgendwann auch mit dem Spielen und es war sehr, sehr bezaubernd. Mehr noch für die anderen Leute, die da sehr gerührt standen, weil „der spielt sonst ganz selten“. Unserer spielt ja dauernd, was es nicht weniger bezaubernd, aber halt jetzt nicht so besonders ungewöhnlich macht.

Den Rest des Tages verbrachten wir hauptsächlich damit, zwei True Crime-Dokumentationen auf TVNOW zu gucken, gerade „Der Alptraummann“ ist sehr empfehlenswert, und hat uns beide so beeindruckt, dass wir immer noch darüber diskutieren. Es ist auch sehr schön gefilmt, ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass nur, weil man eine Drohne im Budget hat, man diese nicht immer und überall nutzen muss, auch wenn die entstandenen Bilder sehr schön waren, ohne Frage.

Dann wurde Essen vom Inder geliefert und ich spielte noch etwas zu lange Legend of Zelda. Ich kann jetzt schwimmen und tauchen, woohoo!

Tagebuchbloggen, 08.04.2021

Der Tag bestand hauptsächlich aus Erwerbsarbeit, das ist ja nichts Neues und auch nicht wirklich berichtenswert, ich wollte es nur noch mal in Erinnerung rufen.

Nach Feierabend packten wir den Hund ein und fuhren zur Hundewiese. Die hat seit ein paar Wochen wieder auf, wobei man zunächst auch mal die Sinnhaftigkeit der Schließung in Frage stellen könnte, die Wiese hat irgendwas zwischen drei und fünf Hektar, der offizielle Grund der Schließung war, dass die Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden könnten, was bei allem aufbringbaren Verständnis einfach Unsinn ist, so viele Leute kommen selbst am schönsten Samstagnachmittag nicht, dass die Abstände nicht einhaltbar wären. Dass sie vielleicht nicht eingehalten werden, weil Menschen doof sind, ist eine andere Sache.

Ist ja aber auch egal, die Hundewiese hat ja wieder auf, man muss nur Maske tragen, also die Menschen, nicht die Hunde. Gestern war auch Jackpot für den Hund, weil er sehr viele rennbereite Hunde traf und Rennen ist für den Hund eben das Größte, da muss auch gar kein Ball im Spiel sein, Hauptsache, er kann vor irgendwem wegrennen und darf jemandem hinterherrennen. Es gab auch einen kleinen Welpen von ungefähr sechs Monaten, der am Anfang etwas überfordert war, dann aber sehr schnell Gefallen an diesen Rennspielen fand, obwohl er nicht ganz hinter den erwachsenen Hunden hinterherkam. Sehr niedlich war dabei, dass der Welpe körpersprachlich sehr nah an unserem Hund war, man lernt ja dann doch so die Eigenheiten des Hundes kennen und da konnte man sehr viel wiedererkennen. Nach einer Stunde war der Hund jedenfalls fix und fertig, Mission erfüllt.

Zu Hause gab es Liefersushi, ich wählte dazu einen bislang noch ungetesteten Sushidealer und war der Ansicht, eine einigermaßen passende Portionsgröße erwischt zu haben. Irgendwas muss dann aber bei dem Sushirestaurant passiert sein, entweder war an diesem Abend nicht viel los und man musste noch Essen loswerden oder sie wollten Erstkunden möglichst gut an sich binden, jedenfalls gab es noch zwei Nigiris und ein Gunkan und zwei frittierte Garnelenspieße und zwei Gyozas und bestimmt noch was gratis dazu, was einerseits natürlich sehr nett ist, aber auch dazu führte, dass ich erstens mehrfach gegenüber meinem Mann beteuern musste, das wirklich nicht alles bestellt zu haben und zweitens wir dann auch Sushis übrig lassen mussten.

Währenddessen guckten wir auf Netflix „The Serpent“ weiter. Kann man übrigens empfehlen, auch wenn es ein bisschen frustrierend ist, dabei zuzuschauen, wie ein Serienmörder nicht gefasst wird, weil sämtliche Behörden sich nicht zuständig fühlen. Ich denke, das war jetzt kein Spoiler, die Geschichte ist ja ausreichend komplex.