Bücher 2018 – Plätze 10 bis 6

10. The Biggerers von Amy Lilwall

Bei Lilwalls The Biggerers handelt es sich um eine Zukunftsvision, in der sich Menschen statt Haustiere kleine Menschen halten, die nicht sprechen können und laut Herstellerangaben auch sonst wenig Bedürfnisse haben. Als kleine unschuldige Minimenschen sollen sie den Leuten die Liebe zurückgeben, die sie im Alltag vermissen. Bonbon und Jinx sind solche Littlers und verbringen ihre Zeit damit, Fäden und Steinchen zu sammeln, bis sie merken, dass sie gar nicht so viel von ihren großen Besitzern unterscheidet.

Man braucht ein bisschen, um sich in die Sprache reinzulesen, der Text bleibt an vielen Stellen zunächst sehr vage und füllt die Welt erst nach und nach mit Details. Dies entspricht nicht zuletzt der Bewusstseinsfindung der kleinen und großen Menschen in diesem Buch. Lässt man sich aber darauf ein, dann ist diese Buch aber ein sehr lohnendes und ungewöhnliches Erlebnis.

The Biggerers von Amy Lilwall [Amazon-Werbelink]

 

9. The Lamb Will Slaughter the Lion und The Barrow Will Send What it May von Margaret Killjoy

Die Danielle-Cain-Reihe von Margaret Killjoy hat mir dieses Jahr viel Spaß gemacht. Bei den Büchern handelt es sich um Novellen, man ist also schnell durch, es fühlt sich an wie etwas längere Folgen einer sehr guten Fernsehserie, ein bisschen Supernatural aber in der Punk-Anarchie-Szene mit vielen LGBTQ-Charakteren, aber auch viel Grusel und Action. In The Lamb Will Slaughter the Lion landet Danielle Cain auf der Suche nach Hinweisen zum Selbstmord ihres besten Freundes in einem autonomen Dorf, das von einem blutrünstigen Dämonenhirsch heimgesucht wird. Die Geschichten sind im besten Sinn flott erzählt mit tatsächlich originellen und witzigen Dialogen und tollen Charakteren. Das nächste Buch der Reihe wird in jedem Fall auch gelesen, wenn es mal kommt.

The Lamb Will Slaughter the Lion und The Barrow Will Send What it May von Margaret Killjoy [Amazon-Werbelink]

 

8. The Girl from Everywhere von Heidi Heilig

Möglicherweise meine größte Überraschung des Jahres. Ich hatte das Buch schon auf dem Kindle und kam nur schwer in die Geschichte rein, so dass das angefangene Buch monatelang sein Dasein fristen musste. Dann wagte ich mich noch mal an die Piraten-Zeitreise-Geschichte und nach fünfzig Seiten gewinnt diese auf einmal sehr an Fahrt und wird dann richtig gut.

In The Girl from Everywhere geht es um Nix, die mit ihrem Vater und der Crew ihres Schiffs The Temptation mit Hilfe von alten Landkarten über die Meere und durch die Zeit reist. Das Ziel ihres Vaters ist das Hawaii des Jahres 1868, das Jahr in dem Nixs Mutter und die Liebe seines Lebens bei der Geburt von Nix starb. Während ihr Vater obsessiv nur dieses Ziel im Auge hat, hadert Nix. Was wird mit ihr passieren, wenn ihr Vater, um ihre Mutter zu retten, die Vergangenheit ändert? Gerade diese Vater-Tochter-Beziehung ist komplexer und überraschender als man es dem Buch in den ersten Seiten anmerkt. Letztlich ist es YA-Fantasy, aber so schön und fantasievoll, dass ich mir sogar eine Film- oder Serienadaption wünschen würde, einfach nur, weil die Schauplätze so toll  und die Figuren so gut ausgearbeitet sind.

The Girl from Everywhere von Heidi Heilig [Amazon-Werbelink]

 

7. Im Sommer wieder Fahrrad von Lea Streisand

Lea Streisand erzählt in Im Sommer wieder Fahrrad ihre eigene Geschichte und die ihre Großmutter, der Schauspielerin Ellis Heiden, von allen nur „Mütterchen“ genannt. Während ihre Freunde anfangen, Familien zu planen, Karriere zu machen oder generell aufregende Dinge zu tun, erkrankt Lea an Krebs und muss sich auf einmal ganz andere Sorgen machen und ganz andere Fragen stellen. In dieser Zeit fängt Lea an, wieder an ihre Großmutter zu denken, der unkonventionellen Ellis, die für sie auch immer ein wichtiger Ankerpunkt im Leben war. Mit einem Koffer voller Andenken begibt sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Großmutter und verliert gleichzeitig den Glauben an ihre eigene Zukunft nicht.

Lea Streisand schreibt nah und einfühlsam direkt an ihrem Leben und dem ihrer wichtigsten Menschen. Ein schönes, hoffnungsvolles Buch, nie zu ernst, aber auch nie beschönigend.

Im Sommer wieder Fahrrad von Lea Streisand [Amazon-Werbelink]

 

6. Hologrammatica von Tom Hillenbrand

Mein erstes Buch von Tom Hillenbrand, der sich ja in der deutschen Sci-Fi-Szene schon einen Namen gemacht hat. Im Jahr 2088 bekommt Galahad Singh den Auftrag, die verschwundene Programmiererin Juliette Perrotte aufzuspüren. Galahad ist Quästor, eine Art Privatdetektiv für verschwundene Personen. Dieser Job ist nicht ganz einfach, denn nach einem Zwischenfall vor vielen Jahren ist das massenhafte Speichern von Daten zur Unsitte erklärt worden. Erschwerend hinzu kommt, dass die Welt von Hologrammen überdeckt ist und durch die Möglichkeit, das gesamte Gehirn eines Menschen in einen kleinen Kasten zu laden und so den Körper wechseln zu können. Schnell wird Galahad klar, dass es sich hier um keinen Standardfall handelt und eher er sich’s versieht, steckt er mittendrin, wird gejagt von seltsamen Menschen mit seltsamen Schwertern, verliebt sich in den Quant Francesco, und gerät immer tiefer in einen Strudel seltsamer Ereignisse, die auf eine geheimnisvolle, vergessene Insel führen.

Das, was Tom Hillenbrand hier abgeliefert hat, ist ziemlich gut, spannend und einfallsreich. Die Geschichte ist ungewöhnlich dicht ohne dabei anstrengend zu sein. Man braucht etwas, um reinzukommen, dann kann man das Buch aber sehr schlecht wieder aus der Hand legen. Ich legte Hologrammatica meinem Mann ans Herz, als er auf Lektüresuche war und tatsächlich machte er danach direkt mit Drohnenland von Hillenbrand weiter.

Hologrammatica von Tom Hillenbrand [Amazon-Werbelink]

Kein Tagebuchbloggen, aber fast, 9.1.2019

Das Jahr ist schon wieder neun Tage alt, WANN IST DAS BITTE PASSIERT?

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Sie können immer noch am 25.1.2019 nach Essen-Steele zu einem Konzert kommen, wo ich und zwei andere talentierte Frauen musizieren und singen werden. Es gibt jetzt sogar eine Veranstaltungsseite auf Facebook, da stehen auch alle weiteren Infos.

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Bei Frau Novemberregen habe ich diese hübschen Fragen gefunden und mangels eigenem Erfindungsreichtum übernehme ich sie auch mal in diesem Blog.

Wie hoch ist Deine „Frauenquote“? Wieviele Bücher hast Du in diesem Jahr gelesen und/oder rezensiert? Wieviele davon wurden von Autorinnen verfasst?

Auch ich kann hier direkt auf meine Goodreads-Statistik zugreifen. Ich habe 65 Bücher gelesen oder gehört, davon waren (wenn ich richtig gezählt habe) 30 von Frauen. Die 50 Prozent wurden also nicht ganz erreicht, aber es scheint mir ausgewogen genug.

 

Welches Buch einer Autorin ist Dein diesjähriges Lesehighlight? (Warum?)

Ich, Eleanor Oliphant von Gail Honeyman [Amazon-Werbelink]. Da ich sowieso noch die Liste meiner Lieblingsbücher veröffenliche, kann ich da dann auch schreiben warum.

 

Welche Autorin hast Du in diesem Jahr für Dich entdeckt und was macht Sie für Dich so besonders?

Ich habe Anfang des Jahres Claire North entdeckt und war sehr angetan von The Sudden Appearance of Hope [Amazon-Werbelink]. Ende des Jahres habe ich dann noch 84K [Amazon-Werbelink] gelesen und wurde nicht enttäuscht. Besonders macht sie wohl die ungewöhnlichen Ideen und die tolle, auch stilistisch sehr eigene Umsetzung.

 

Welche weibliche Lebensgeschichte bzw. Biografie hat Dich in diesem Jahr besonders beeindruckt (und warum?)

Ich lese selten Biografien, aber ich bin vermutlich über diverse interessante weibliche Biografie gestolpert, schon allein, weil ich ja immer gerne bei jedem in der Wikipedia nachlese, was da so steht. Wussten Sie zum Beispiel, dass Dagmar Wöhrl 1977 Miss Germany war? Na gut, das ist jetzt nicht im streng feministischen Sinne beeindruckend, aber ein gutes Beispiel dafür, dass die Geschichte einer Person einen auf nicht geahnte Art und Weise überraschen kann.

 

Welches Buch einer Autorin möchtest Du in 2019 unbedingt lesen?

Ich möchte erst mal meinen Stapel ungelesener Bücher sowohl analog als auch digital abarbeiten. Ansonsten möchte ich endlich mal die Wayward-Children-Reihe von Seanan McGuire [Amazon-Werbelink] anfangen und mehr von Shirley Jackson lesen, We Have Always Lived in the Castle [Amazon-Werbelink] war nämlich schon sehr super.

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Wir haben jetzt neues Internet und noch besseres Fernsehen. Nachdem wir ja über Weihnachten überhaupt kein Internet und Fernsehen hatten, weil irgendein Port kaputt oder falsch geklemmt war oder was auch immer und ich etwas unentspannt zum ersten Mal seit langem, vielleicht sogar zum ersten Mal überhaupt in meinem Leben, jemanden an einer Hotline zusammengefaltet habe und Wörter wie „eskalieren“ und „Vorgesetzter“ fielen, funktionierte das Einrichten des neuen Router und TV-Receivers wieder so abgefahren reibungslos, dass ich jeglichen Groll auf das magentafarbene Unternehmen direkt wieder eingemottet habe.

Jedenfalls konnten wir jetzt endlich das Finale von „Die Brücke“ gucken, das ging mit dem alten Receiver nicht, weil da in der ersten Folge die Ton- und Bildspur um mehrere Sekunden verschoben war, was die Folge komplett unguckbar machte. Die Saga über die schwedische Polizistin Saga Norén wäre dann auch abgehakt, exzellent wieder mal.

Auf Netflix sind wir jetzt bei der dritten Staffel von „The Fall“ mit einer krass attraktiven Gillian Anderson, man weiß überhaupt nicht, wo man hingucken soll, so schön ist diese Frau. Die Serie begeistert immer mehr, die ersten Folge der dritten Staffel hat eine beeindruckende Krankenhaussequenz, die mit ungewohnter Ruhe erzählt wird, wie sich die Serie überhaupt sehr viel Zeit für Szenen nimmt. Große Empfehlung.

Tagebuchbloggen, 6.12.2018

Wenn viel passiert, dann hätte man eigentlich viel zu erzählen, aber auf der anderen Seite keine Zeit, es zu erzählen und wenn man dann wieder Zeit hat, dann wird irgendwer krank oder auf der Arbeit drehen alle durch und dann hätte man Zeit, will aber lieber was lesen oder, die neue Sucht im Hause Schüßler, beliebige Folgen von Bares für Rares gucken, die Sendung, in der irgendwelche Leute vermeintlich (und meistens auch tatsächlich) alten Kram nach Pulheim schleppen, um ihn dann meistbietend zu verkaufen. So langsam sind wir an dem Punkt angekommen, die Sendung laienfachlich zu kommentieren. „Nie im Leben bekommt der das für den Preis verkauft“, wenn der Verkäufer absurde Vorstellungen hat. „Porzellan ist schwierig!“ „Da haste ja immerhin den Goldwert.“

Es ist ein großer Spaß.

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Ende November waren wir ja noch in Konstanz auf dem achtzigsten Geburtstag meines Schwiegervaters. Eigentlich waren wie erst in Sinsheim, dann in Konstanz, haben sehr lange gefeiert, sind dann durch den Schwarzwald nach Haguenau ins Elsass gefahren, haben da einen sehr schönen Abend verbracht und sind dann über Boppard (Mittagessen) und Köln (Music Store-Besuch) wieder nach Hause. Wir sind Freitagnachmittag los und waren Montagabend wieder zu Hause, haben aber in drei Tagen so viel gemacht, dass es sich nach deutlich mehr angefühlt hatte.

Haguenau übrigens sehr zu empfehlen. Die Elsässer drehen ein bisschen auf, wenn es um Weihnachten geht, Haguenau hat im Dezember etwa 35.000 Einwohner (Wikipedia) und etwa 35.000.000 LEDs (grobe Schätzung meinerseits). Gegessen haben wir im Le Jardin.

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Wo wir gerade bei Essen sind, ich habe interessante kulinarische Optionen in den Niederlanden recherchiert, weil das ja für uns auch nicht zwingend weiter ist als interessante kulinarische Optionen in Deutschland und den Vorteil hat, dass die Leute da die amüsantere Sprache sprechen und man außerdem bei Albert Heijn einkaufen kann. Jedenfalls wollte ich zunächst aus diversen Gründen Amsterdam aussparen, um mich nicht unglücklich zu machen.

Die diversen Gründe sind das Anreiseproblem und das Unterbringungsproblem, entweder man reist mit dem Auto an, dann wird es entweder sehr teuer oder man lässt das Auto sehr weit außerhalb stehen und fährt mit der Bahn in die Stadt. Oder man fährt direkt mit der Bahn, dann wird es aber auch teuer oder man muss sich frühzeitig auf Reisedaten festlegen. Dann braucht man noch ein Zimmer zum Übernachten, da sieht es ähnlich aus, denn entweder es wird teuer oder sehr eng oder beides oder man wohnt irgendwo außerhalb. Ich habe übrigens auch Parkhäuser und Park & Ride geprüft und die sind leider mitnichten alle für Autos höher als 1,90 m zugelassen, da muss man also auch erstmal recherchieren.

Es hat sich aber jetzt aber weitestgehend erledigt, denn ich habe einen Campingplatz gefunden, der erstens sehr schön liegt, zweitens gar nicht so teuer ist und drittens nur sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Ich nehme trotzdem gerne Reisetipps für Amsterdam entgegen. Restauranttipps brauche ich eigentlich nicht, die Liste ist schon so voll, dass wir für mehrere lange Wochenenden Inspiration haben.

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Außerdem hatte mein Vater dann auch noch Geburtstag, die Feier bestand allerdings darin, dass wir zu viert in Leverkusen zu Abend aßen, das war auch schön und weniger aufwändig.

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Die Lesehighlights der letzten Wochen:

The Biggerers von Amy Lilwall [Amazon-Werbelink], eine Zukunftsvision, in der sich Menschen statt Haustiere kleine Menschen halten, die nicht sprechen können und laut Herstellerangaben auch sonst wenig Bedürfnisse haben. Als kleine unschuldige Minimenschen sollen sie den Leuten die Liebe zurückgeben, die sie im Alltag vermissen. Bonbon und Jinx sind solche Littlers und verbringen ihre Zeit damit, Fäden und Steinchen zu sammeln, bis sie merken, dass sie gar nicht so viel von ihren großen Besitzern unterscheidet. Man braucht ein bisschen, um sich in die Sprache reinzulesen und die Welt der kleinen und großen Leute zu verstehen, dann ist diese Buch aber ein sehr lohnendes Erlebnis.

The Girl from Everywhere von Heidi Heilig
 [Amazon-Werbelink]
, eine Zeitreise-Piraten-Geschichte, die hauptsächlich in (auf?) Hawaii spielt und in die ich anfangs sehr schlecht reingekommen bin, die aber dann so nach fünfzig Seiten sehr an Fahrt gewinnt und dann richtig gut wird. Letztlich ist es YA-Fantasy, aber so schön und fantasievoll, dass ich mir sogar eine Film- oder Serienadaption wünschen würde, einfach nur, weil die Schauplätze so toll  und die Figuren so gut ausgearbeitet sind. 

Weihnachten auf der Lindwurmfeste von Walter Moers [Amazon-Werbelink], das neue, sehr kurze Zamonienbuch. Dementsprechend war ich auch etwas unterwältigt, natürlich ist das nach wie vor guter Moers-Stil, aber de facto gibt es keine Geschichte, nur sehr schöne Illustration und einen amüsanten Einblick in Hamoulimepp, das Weihnachten der zamonischen Lindwürmer. Keinesfalls schlecht, nein nein, aber ich erwarte den nächsten richtigen Zamonienroman mit deutlich mehr Spannung und Ungeduld.

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Die Herbstplaylist ist fertig und sehr schön. Ich arbeite gerade noch rückwirkend an einer Sommerplaylist und natürlich bereits an der nächsten. Ich habe sehr viel Zeit mit diesen Liedern verbracht, kann viele davon auf dem Klavier mitspielen und bin schon gespannt, wie sich die nächste Quartalsplaylist so anfühlen wird. Bislang eine sehr gute Idee von mir, man muss sich ja auch mal selber loben.

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Fünf Sorten Plätzchen gebacken, davon aber schon wieder gut die Hälfte verschenkt. Weihnachten wird.


Wer gerne liest, was ich hier schreibe und mir eine Freude machen will, kann mir etwas von der Wunschliste spendieren oder Geld ins virtuelle Sparschwein werfen.  Die Firma dankt.

Tagebuchbloggen, 21.11.2018 und davor

Am Wochenende war der zweite Ukulelenworkshop in der Stadtbibliothek Köln. Während bei der re:publica fast ausschließlich wirklich richtige Anfänger dabei waren, war es bei beiden Workshops in Köln eine etwas gemischtere Truppe, was einerseits schön ist, andererseits aber auch herausfordernd. Während man die einen nicht langweilen will, will man die anderen auch nicht abhängen. Ich mache dann meistens relativ schnell klar, dass ich eher Rücksicht auf die Anfänger nehme, weil nun mal Anfänger in der Beschreibung steht und wer schon mehr kann, der soll eben nicht zu einem Anfängerkurs gehen, so!

Am Samstag dann leider auch einen etwas disruptiven Teilnehmer dabei, der vom Kenntnisstand völlig fehl am Platz war und gerne eigene Geschichten erzählt hat. Sicherlich auch eine nette Person, im Kontext eines Workshops mit zwölf Teilnehmern aber keine leichte Übung. Immerhin haben das andere Teilnehmer auch so wahrgenommen, das erleichtert mich im Nachhinein etwas.

So fertig wie man dann nach anderthalb Stunden Erklären, Zeigen, Mutmachen, Vormachen, Nachgucken, Rumgehen, Aufpassen und Fragenbeantworten ist, fragt man sich schon, wie das Lehrer oder anderweitige Dozenten aushalten, vor allem, wenn sie da zwanzig oder mehr Leute vor sich sitzen haben, die gar nicht alle freiwillig da sind.

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Am Sonntag Plätzchenteig für drei Sorten Weihnachtskekse gemacht, dann wegen Klavier- und Gesangsunterricht aber nicht zum Backen gekommen, mach ich dann heute.

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Die Vorbereitungen zum Konzertabend im Januar laufen langsam, aber stetig an. Wir haben jetzt eine WhatsApp-Gruppe und dann bestimmt auch bald einen Namen für die Veranstaltung und dann braucht man ja auch nicht mehr viel, denke ich. 25.1.2019 in Essen, Sie haben sich das alle notiert, ja?

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Mit dem Team der TV-Vermarktung haben wir gefeiert, dass auch im nächsten Jahr wieder Werbung im Fernsehen gebucht wurde und waren in einem Escape Room in Köln, diesmal bei Adventure Rooms in Köln. Mit meiner Gruppe haben wir uns durch den Raum „Schein & Schätze“ geknobelt und sind eine Minute vor Ablauf der Zeit doch noch rausgekommen. Damit jetzt drei von drei Escape Rooms erfolgreich gelöst.

Rätsel darf ich natürlich nicht verraten, aber insgesamt waren die Rätsel von angenehmen Schwierigkeitsgrad, machbar, aber nicht langweilig, eine gute Mischung aus Knobeleien, Um-die-Ecke-Denken und technischen Kniffen. Insgesamt viele Schlossrätsel, was jetzt kein wirkliches Geheimnis ist, es wird einem bei der Einführung schon gesagt.

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Gelesen: 13 Minutes von Sarah Pinborough
 [Amazon-Werbelink]
, ein bisschen guilty-pleasure-Psychokrimi mit schönem Twist, kann man machen, doch doch.

Frau Jenny Treibel von Theodor Fontane
 [Amazon-Werbelink]
mit schönen Wörtern und Sätzen, da kann man sich einiges anstreichen, weil man es gerne auch mal so im Alltag fallen lassen möchte.

„Cognac oder Allasch? Oder das eine thun und das andere nicht lassen?“

Deutschland, ein Wintermärchen von Heinrich Heine [Amazon-Werbelink], offensichtlich hatte ich keine Ahnung von Heine, wie großartig ist das denn bitte?! Warum hat mir das keiner gesagt?

Und viele Bücher trag ich im Kopf!

Ich darf es euch versichern,

Mein Kopf ist ein zwitscherndes Vogelnest

Von konfiszierlichen Büchern.

Die Rückkehr der Diener von Christoph Bartmann [Amazon-Werbelink], ein Rundumschlag zum Thema Dienstleister und Dienstleistungen, am Ende sitzt man da und fühlt sich schon ein bisschen schuldig, denn er hat schon recht damit, dass selbst frei gewählte Arbeit im Dienstleistungssektor oftmals ja nur soweit freiwillig gewählt ist, wie es überhaupt in unserer kapitalistischen Gesellschaft Alternativen gibt. Dazu gibt es noch einen spannenden Ausblick in die Zukunft und der Frage, was wir automatisieren oder an Roboter delegieren können. Doch überraschend augenöffnend.

Hausarbeit ist, anders als die Verkäufer von mechanischem, elektrischem oder digitalen Grät suggerieren, niemals einfach, sondern, sobald man den Dingen auf ihren schmutzigen, kaputten Grund geht, ziemlich schwer. Wer sie vermeiden will, sollte am besten das Leben im Haus gleich mit vermeiden.

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Sandra wies mich auf das Strumpfhosenangebot bei ALDI Nord hin. Ich werde das prüfen, denn es ist kalt.

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Dank an die PayPal-Spender, ich bin ja immer überrascht, wenn tatsächlich etwas eingeht. Da PayPal die Eingänge immer automatisch von den Ausgängen abzieht, war mein Abo der New York Times diesen Monat etwas günstiger, die Spender haben also quasi direkt meine tägliche Bildung finanziert.

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IST JETZT ENDLICH BALD WEIHNACHTEN?!?


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Tagebuchbloggen, 1.11.2018

Feiertag in NRW und auch anderswo, aber halt nicht überall in Deutschland. Ich verwehrte mich gegen das morgendliche Joggen, statt dessen machte ich Wäsche. Wir haben aktuell nur ein Bettlaken für das neue Bett, weil die Matratze ja jetzt 20 Zentimeter breiter ist. Deswegen musste das Laken morgens gewaschen und dann tagsüber auf der Heizung getrocknet werden, so war es gerade noch abends ausreichend trocken.

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Außerdem Nudelsalat gemacht, eine Schüssel reicht üblicherweise für anderthalb Tage. Es ist der deutscheste, unsubtilste Nudelsalat, den man sich vorstellen kann, ich tu noch nicht mal so, als ob da irgendwas raffiniertes dran wäre. Für eine große Schüssel Nudelsalat etwas über 250 Gramm Gabelspaghetti kochen. Dazu kommen ungefähr ein Glas klein geschnittene Cornichons, eine Dose Mais, zwei klein geschnittene Zwiebeln, eine klein geschnittene Fleischwurst und fünf bis sechs klein geschnittene Eier. Die Soße besteht aus einem kleinen Glas Salat-Mayonnaise mit etwas Sahne oder Milch glattgerührt, etwas Ketchup, Pfeffer und Salz. Es ist geschmacklich also eher voll auf die Zwölf als nuanciert, aber für so einen ersten Novembertag ziemlich perfekt.

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A Brief History of the Dead von Kevin Brockmeier [Amazon-Werbelink] am Mittwoch angefangen und am Donnerstag ausgelesen, so gut ist das. Die Geschichte ist zweiteilig, auf der einen Seite die Stadt der Toten, eine Art Übergangsansiedlung der toten Menschen, ich weiß gar nicht, ob man dazu noch viel mehr sagen kann, weil ich nicht sagen kann, ob das Prinzip, nach dem diese Stadt funktioniert sehr schnell erklärt wird oder ob ich es nur sehr schnell intuitiv verstanden habe. Auf der anderen Seite Laura Byrd, die alleine in der Antarktis ist, nachdem ihre zwei Kollegen nach einem Ausfall der Kommunikation auf der Suche nach Hilfe zu einer anderen Forschungsstation aufgebrochen und nie zurückgekehrt sind. Das alles sehr schön ruhig erzählt, eigentlich passiert gar nicht viel und trotzdem habe ich die Geschichte aufgesogen.

Jedenfalls ein tolles Buch, deswegen wollte ich auch nicht zum Joggen, sondern weiterlesen. Na ja, ich wollte auch so nicht zum Joggen, aber deswegen eben erst recht nicht. Große Empfehlung, wird sicherlich in der diesjährigen Bücherhitliste sehr weit oben landen.

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Abends ein bisschen weiter The Chilling Adventures of Sabrina geguckt und dann The Nice Guys mit Ryan „Hey Girl“ Gosling und Russell Crowe. Das Genre war irgendwo als Neo-Noir bezeichnet, der Film spielt in den Siebzigern in Los Angeles, es ist alles sehr Siebziger und sehr Los Angelesig, ordentlich Gewalt und Schießerei, aber sehr offensichtlich drüber. Mir hat’s Spaß gemacht, auch wenn ich zwischendurch eingeschlafen bin, aber ich schlafe schnell ein, wenn ich gemütlich irgendwo liege, das hat tatsächlich mit der Qualität eines Filmes dann gar nichts zu tun.

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Auf Steam gab es ein Add On für Hidden Folks. Das ist ein Wimmelbildspiel à la „Wo ist Walter“, allerdings in schwarzweiß und mit Interaktion und sehr wimmelig und überaus niedlich. Ich habe dann einfach die beiden neuen Welten in ungefähr anderthalb Stunden durchgespielt. 10/10 would recommend, ein großer Spaß.

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Darüber hinaus wäre ich jetzt bereit für Weihnachten.


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Tagebuchbloggen, 29.10.2018

Zurzeit lese ich wieder Die letzten ihrer Art von Douglas Adams und Mark Carwardine [Amazon-Werbelink]. Ich habe in meiner Teenagerzeit die Anhalter-Trilogie (in fünf Teilen!) entdeckt, mich dann aber auch etwas in die Nebenschauplätze verirrt. In Die letzten ihrer Art erzählt Adams, wie er mit Carwardine um die Welt reist, um vom Aussterben bedrohte Tiere zu suchen. Nach Zaire zu den weißen Nashörnern, nach Neuseeland zu den flugunfähigen dicken Kakapos oder nach China zu den Flussdelphinen. Das ist alles gleichzeitig irre lustig und sehr tragisch, und hat mich damals wie heute beeindruckt. Eventuell ist dieses Buch eines der wenigen, aus dem ich wirklich viel behalten habe, sowohl was die Tiere angeht als auch die irrwitzigen Situationen, in die sich Adams und das Team begeben, als sie zum Beispiel in China ein Kondom kaufen wollen, um ein wasserfestes Mikrofon zu basteln. Große Empfehlung für die, die es noch nicht kennen.

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Die Quartalsplaylist wächst und gedeiht. Allerdings mache ich mir etwas Sorgen, dass ich Spotify mit meinem aktuellen Hörverhalten etwas in die Irre oder vielmehr in die Nische führe. Der aktuelle Mix ist zwar schön, aber etwas einseitig und ich habe zum ersten Mal Probleme, Songs auszumachen, die so herausstechen, dass sie einen Platz auf der Eliteplaylist bekommen. Aber manches erschließt sich ja auch erst beim zweiten oder dritten Hören, also abwarten.

Ich habe zusätzlich ein Dokument angelegt, in dem ich die Songtexte bastele. Darüberhinaus habe ich letzten einmal die komplette Playlist am Klavier mitgespielt. Also: Playlist laufen lassen und sich an die Akkorde rantasten. Das klingt abgefahrener als es ist, denn wir reden hier über Popmusik, das schwierigste war meistens, die Tonart herauszufinden, danach kommt man oft mit den vier bis fünf geläufigsten Akkorden der jeweiligen Tonart hin, man muss nur wissen, in welcher Reihenfolge. Das ist auf der einen Seite etwas ernüchternd, auf der anderen aber auch beruhigend und spannend. Ich bleibe dran.

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Beim Klavierunterricht gestern wieder Szenen, in denen mein Klavierlehrer „Sie können das auch so greifen“ sagt und dann eine Dezime greift, während ich daneben nur hilflos lache. Ich habe schon ganz brauchbare Pianistenhände und kann einigermaßen locker eine None greifen, eine Taste weiter schmerzt dann schon.

Weil auf Twitter angemerkt wurde, dass es ja beim Jazz egal wäre, wenn man auch die None mitpatschen würde, möchte ich hier anmerken, dass mein Klavierlehrer das nicht so sieht. Hier die wichtigsten Regeln: Den Grundton oder generell alle Töne, vor allem aber den Grundton möglichst nicht doppelt spielen, die Quinte ist langweilig, am wichtigsten ist die Terz und die Septime und immer, wenn ich aus Zufall und Hilflosigkeit etwas greife, das eigentlich ganz okay und einigermaßen jazzig klingt, meint er, dieser eine Ton da wäre aber Unsinn.

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Gestern gab es Reste-Quesadillas. Reste-Quesadillas kann man machen, wenn man noch Tortillafladen, irgendeine Art Käse und beliebige Reste im Haus hat. In diesem Fall waren die Reste eine kleine Packung Chilifrischkäse, eine rote Paprike, so kleine Chorizowürste, Fertigsalsa, eine halbe Zwiebel und Koriander. Das packt man einfach auf einen Fladen, bestreut es mit reichlich Käse, legt den anderen Fladen drauf und schiebt es bei einer ausgedachten Temperatur erst mittig in den Ofen und dann noch mal kurz direkt unter den Grill.

Reste-Quesadillas werden in diesem Haushalt seit ihrer Einführung irgendwann im Laufe dieses Jahres gerne gesehen. In den handelsüblichen Rezepten werden sie in der Pfanne gebraten, das habe ich einmal probiert, bin dann aber aus Bequemlichkeitsgründen auf die Ofenvariante umgestiegen. In Stücke geschnitten werden die Quesadillas übrigens mit einem Pizzaschneider, ein meines Erachtens sehr praktisches Haushaltsgerät, auch wenn man in diesem Artikel in der taz anderer Meinung ist (Banausen!).


Wer gerne liest, was ich hier schreibe und mir eine Freude machen will, kann mir etwas von der Wunschliste spendieren oder Geld ins virtuelle Sparschwein werfen.  Die Firma dankt.

Tagebuchbloggen 28.10.2018

Morgens im Stadtwald joggen und es wird langsam kalt. Das beste am Joggen sind eh dicie Hunde, denen man begegnet, ansonsten ist es einfach nicht meine Sportart, ich wüsste aber auch nicht, was meine Sportart sein könnte. Ich kann nix mit Bällen und laufen und schwimmen finde ich einfach unglaublich langweilig. Ich halte das durch und irgendwann sind 30 oder 40 Minuten vorbei und ich bin froh, dass es vorbei ist.

Beim Schreiben fällt mir aber wieder ein, was meine Sportarten sind, nämlich alles, wo man in irgendwas auf dem Wasser sitzt oder steht. Surfen, Stand-Up-Paddeln, Kanu, ich könnte mir auch Windsurfen vorstellen oder Segeln. Das Problem ist aber, dass man dafür immer irgendwo hinfahren muss und Equipment braucht, auch wenn die Equipmentfrage immerhin dank aufblasbarer Stand-Up-Paddelbretter einigermaßen vereinfacht wurde.

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Am frühen Nachmittag guckte ich dann erst auf arte eine Doku über Estland im Winter, es gab Männer, die in alten Ladas Rennen auf dem Eis fuhren und Männer, die Schilf ernteten und Männer, die neben ihrem eigentlichen Fischerberuf noch eine Band gründeten und zwischendurch eine Frau, der eine Wollfabrik gehörte, vor allem aber leider Männer, das war etwas enttäuschten, ich vermute, dass es in Estland gar nicht nur Männer gibt. Es war trotzdem sehr bildend und die ganzen Schneebilder machen, dass ich ganz dringend Weihnachten haben möchte, ist bald Weihnachten?

Danach kam eine Doku über das Leben unter der Erde und ich merkte, dass ich viel zu wenig über Regenwürmer weiß, das scheinen faszinierende Geschöpfe zu sein, da muss ich mich dringend weiterbilden. Der zweite Teil der Dokureihe handelte dann vom Leben in Höhlen und dabei schlief ich dann auf dem Sofa ein.

Nach dem Mittagsschlaf wechselte ich zu 3sat, wo es erst eine Doku über den Arlberg gab, den es – das weiß ich jetzt – eigentlich gar nicht gibt, was anscheinend niemand daran hindert, Dokumentation darüber zu drehen. Danach gab es eine weitere Doku über die Schladminger Berge, es ist aber auch fast egal, Naturdokus über irgendwelche Alpenregionen sind eh immer nach dem gleichen Muster aufgebaut, und das geht ungefähr so: Gämsen im Schnee, Schneeschmelze mit anschwellenden Gebirgsbächen, Kühe werden auf irgendeine Alm getrieben, MURMELTIERE! OMG!, röhrende Hirsche auf Brautschau, der Wolf kommt zurück, balgende Junggämsen und sich jagende Gamsböcke und zum Schluss irgendwas halbmoralisches über den Menschen als Eindringling.

Es ist aber gar nicht schlimm, dass es immer das gleiche Muster ist, ich würde auch eine halbe Stunde Murmeltiere gucken oder Junggämsen oder Wölfe, ich bin da sehr einfach zufriedenzustellen.

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In Hessen wurde gewählt. Es kam alles wie erwartet.

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Zwischendurch sollte ich „Bésame mucho“ einsingen, das Ergebnis kann man hier hören.

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In letzter Zeit ausgelesen:

On Such a Full Sea von Chang-rae Lee [Amazon-Werbelink], eine sehr feinfühlige Dystopie über ein Amerika, in dem die Menschen in hierarchisch kontrollierten Siedlungen leben. Die Elite lebt im Luxus, die Arbeiter in kommunistisch anmutenden Siedlungen und alle anderen im chaotischen Draußen. Als ihr Freund und Vater ihres ungeborenen Kind die Siedlung ohne Nachricht verlässt, folgt die siebzehnjährige Fan ihm in eine unbekannte Welt. Das ist alles sehr zurückhaltend erzählt, als Leser bekommt man nie etwas Festes, an dem man sich festhaltend kann, die Krassheit mancher Szenen verliert sich in einer eigentümlichen Vagheit. Trotzdem sehr gerne gelesen, ich habe nur recht lange dafür gebraucht.

Schnell hingegen bin ich durch The Barrow Will Send What It May von Margaret Killjoy [Amazon-Werbelink] gekommen, was einerseits daran liegt, dass es sich um eine Novelle handelt, andererseits liest man die Bücher auch aus reiner Freude einfach so weg. The Barrow Will Send What It May ist der zweite Teil der Danielle-Cain-Serie und ein bisschen so wie Supernatural mit einem LGBT-Anarchie-Dreh. Im zweiten Teil landet die Gruppe um Danielle Cain in einem verschlafenen Nest, in dem sie nicht nur eine okkulte Bibliothek finden, sondern direkt zwei Einwohner, die von den Toten wieder auferstanden sind. Das ist alles flott und amüsant und wenn jemand sich die Filmrechte für eine Serie besorgen würde, hätte ich nichts dagegen.

„So they went out to the backcountry wilderness in the dead of winter to kill a hibernating bear – which by the way doesn’t count as hunting – and turn it into a zombie bear, and then they didn’t come back?“ Thursday asked. „Gee, I can’t think of anything that might have gone wrong with that plan. What a mystery.“

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Abends gab es Spätzle mit Zwiebeln, Speck und Spiegelei. Es gibt in diesem Haushalt ein paar Gerichte, die immer gehen und gerne genommen werden. Das ist eines davon und Erbe meines Opas, von dem ich nicht wüsste, dass er besonders viel in der Küche gemacht hätte, aber eben Spätzle mit Ei.

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Es wird kalt. Bei dm hatten sie Strumpfhosen für 8 Euro, jetzt hab ich also wieder eine neue, die hoffentlich den Winter hält.


Wer gerne liest, was ich hier schreibe und mir eine Freude machen will, kann mir etwas von der Wunschliste spendieren oder Geld ins virtuelle Sparschwein werfen.  Die Firma dankt.

Tagebuchbloggen, 13. bis 18.10.2018 – Schnelldurchlauf

Freitagabend Opernkarten bei @inkanina abgeholt. Dazu gab es Pizza, Sekt, Tiramisu und wie immer einen netten Abend. Ich kann das nur empfehlen.

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Samstag war erst Erledigungstag. Mein Mann brauchte Kabel, also waren wir im Musikgeschäft. Danach auf der Terrasse des Irish Pub in der knallheißen Sonne gesessen, Cider getrunken und Caesar’s Salad gegessen, das war auch schön, auch wenn am Nebentisch zeitweise über Globuli gequatscht wurde, man kann sich halt seine Mitgäste nicht immer aussuchen.

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Abends dann in die Premiere von Bizets Carmen ins Aalto. Mein Mann wollte mit dem Fahrrad fahren, mein Rad ist aber gerade irgendwie nicht richtig eingestellt und ich hatte keine Lust, mich darum zu kümmern, konnte aber noch ein Leihrad ergattern. Oper selber insgesamt erfreulich, Bettina Ranch als Carmen war in den tieferen Bereichen etwas schwach, Jessica Muirhead als Micaela ziemlich großartig, das Bühnenbild – wie im Aalto ja eher üblich – modern und minimalistisch, man gewöhnt sich dran, dass es einfach manchmal überhaupt keine Gegenstände mehr auf so einer Bühne gibt, meistens funktioniert es ja trotzdem.

Der Kniff, dass die Dialoge nicht von den Darstellern selber, sondern von zwei Kindern gesprochen wurde, da bin ich mir immer noch nicht sicher, wie ich das fand. Am Ende wurde bei der Inszenierung gebuht, wenn man sich die Presseschau anguckt, vermutlich genau deswegen. Allerdings kenne ich auch tatsächlich gar keine Opern mit Dialoganteil, ich müsste mir das erstmal im Vergleich angucken, um eine Aussage zu treffen.

Zwei Anmerkungen noch:

  • Die Geschichte ist ja eine unglückliche Liebesgeschichte. Er verliebt sich, sie findet ihn auch ganz gut, will sich aber nicht binden, dann sagt sie aber doch ja und als sie sich dann trennen, muss sie leider sterben, weil er es nicht aushält. Es ist noch ein bisschen komplizierter, ich will aber vor allem aufs Ende hinaus, das ich aus heutiger Sicht nur noch schlecht ertragen kann. Es gibt immer noch zu viele Frauen, die damit rechnen müssen, dass ihr Partner ihnen Gewalt antut, wenn sie sich von ihm trennen. Mit dem Wissen finde ich es zunehmen problematisch, Geschichten als „tragische Liebesgeschichte“ zu deklarieren, wenn am Ende einfach nur der Mann nicht ertragen kann, dass er eben nicht der Auserwählte ist.
  • Ich bin ziemlich sicher, dass ich mit Hilfe der Übertitel mehr von dem französischen Libretto verstanden habe als bei der ein oder anderen Wagner-Oper. Mein Mann hatte das gleiche Gefühl.

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Nach der Oper ein neues Restaurant ausprobiert. In Paul’s Brasserie auf der Huyssenallee gab’s Bouillabaisse und Risotto und ziemlich guten Nachtisch auch noch zu später Stunde.

Zurück ging’s zu Fuß durch eine ziemlich laue Sommernacht. Im Oktober. Na ja.

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Am Sonntag dann Joggen, Gartencenter, Balkonsitzen, Mittagsschläfchen, Bayernwahl, noch mal Balkonsitzen und Bett. Der Tag wurde auch so auf Instagram festgehalten (hier anfangen).

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Am Freitag erschien außerdem Die Känguru-Apokryphen [Amazon-Werbelink], der vierte Teil der Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling. Das mussten wir selbstverständlich hören und die viereinhalb Stunden Hörbuch hat man dann auch an einem Wochenende durch und fängt dann eben sofort noch mal von vorne an. Das Känguru ist uns ein treuer Begleiter, vor allem in der Küche. Ich habe jetzt den vierten Teil erst einmal komplett gehört, aber nachdem ich die zweite Hälfte des dritten Teils etwas anstrengend fand, war ich sehr angetan. Es fehlt allerdings tatsächlich etwas der rote Faden in der Geschichte. Trotzdem große Empfehlung.

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Ich habe angefangen, Quartalsplaylisten für die besten Lieder, die mir Spotify vorschlägt, anzulegen. Ich mache das jetzt also aufgeteilt nach Jahreszeit, die erste Quartalsplaylist umfasst alles, was mir zwischen dem 1. September und dem 30. November an besonders guten Sachen im Mix der Woche vorgeschlagen wurde. Vorher habe ich gute Songs einfach immer nur markiert und hatte eine entsprechend umfangreiche und unsortierte Liste. Ob das mit den Quartalsplaylisten ein tragfähiges Konzept ist, wird sich noch herausstellen, im Moment bin ich sehr glücklich damit.


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Es gab auch noch Bahnchaos, das am Dienstag einen auch für meine Verhältnisse ungeahnten Höhepunkt erreichte.

  1. In den Herbstferien ist die Strecke zwischen Essen und Duisburg gesperrt. Man kann also entweder mit der S-Bahn nach Wuppertal fahren und von da aus mit dem Regionalzug nach Köln oder man fährt mit der S-Bahn nach Düsseldorf und von da aus nach Köln oder man fährt mit dem Schienenersatzverkehr nach Duisburg und von da aus nach Köln. Ich nehme für die Hinfahrt üblicherweise die erste Strecke, weil sie verhältnismäßig flüssig funktioniert und auf der Strecke gute Pokéstops und Arenen sind. Bei der Rückfahrt nehme ich das, was mich am schnellsten irgendwie Richtung Norden bringt.
  2. Weil am Freitag ein ICE auf der ICE-Strecke Köln – Frankfurt brannte, ist diese Strecke auch gesperrt. Das heißt, dass der ICE, der mich sonst von Köln nach Duisburg oder Düsseldorf bringen würde, ausfällt.
  3. Am Dienstag gab es dann eine Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof, so dass auch dieser Bahnhof gesperrt war.

Wer nicht aus Köln kommt, weiß vielleicht nicht, dass ungefähr 90 Prozent der Züge, die in Köln-Deutz halten, auch vorher am Kölner Hbf halten. Die einzige Ausnahme ist der Fernverkehr, da halten die Züge entweder am Hauptbahnhof oder in Deutz. Wenn jetzt aber sowohl die ICE-Trasse nach Frankfurt als auch die Strecke über den Kölner Hauptbahnhof gesperrt ist, dann tut sich ungefähr gar nichts mehr. Es war vielmehr ein Wunder, dass sich überhaupt noch irgendwas tat. Dieses Irgendwas war bei mir ein Zug nach Magedeburg, der tatsächlich bis Duisburg fuhr, von wo aus ich dann mit dem Schnellbus nach Essen weiterfahren konnte und im Verhältnis zu dem Chaos, das insgesamt los war, erstaunlich früh zu Hause war.

Jetzt ist nur noch Streckensperrung und Ausfälle auf der ICE-Trasse, ab Montag hoffentlich nur noch eine Woche Streckensperrung, dann hab ich mir ein weiteres Pendler-Abzeichen verdient.

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Langsam wird’s Herbst. Also auch vom Wetter her.


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Tagebuchbloggen, 10.10.2018 – Rantmode on

Ich wollte mich eigentlich nicht mehr ärgern und tue es trotzdem immer und dann auch meistens öffentlich, weil mich Dinge so elend aufregen.

Letztens war es zum Beispiel ein Literaturpodcast, über den ich mich aufregen musste. Dabei war das Urspungsaufregelevel noch im Rahmen, ich störte mich lediglich daran, dass von allen vorgestellten Büchern lediglich eins von einer Frau war und alle Interviewpartner männlich. Besonders fiel es mir deswegen auf, weil vier der Bücher auch noch thematisch sehr nah beieinander waren, nämlich alles Coming-of-Age-Romane mit jungen, männlichen Protagonisten. Solche Schieflagen ärgern mich. Wenn ich eine Sendung plane und merke, dass ich vier Coming-of-Age-Romane von männlichen Autoren mit männlichen Protagonisten habe, dann prüfe ich, ob ich nicht doch als kleinen Ausgleich vielleicht nicht noch ein thematisch ähnliches Buch einer Autorin mit einer weiblichen Sicht habe. Natürlich ist eine Sendung über den aktuellen Literaturbetrieb auch immer von den tatsächlichen Neuerscheinungen abhängig, aber ich behaupte, dass in jeder Woche auch Bücher von Autorinnen erscheinen. Steile These, ich weiß.

So weit, so schön. Ich habe mich geärgert und meinem Ärger auf Twitter Luft gemacht. Der Tweet war etwas missverständlich formuliert, da ich die Sendung so zusammenfasste, dass Männer über Bücher von Männern über Männer reden würden, was insofern falsch war, als dass die Moderatorinnen beide weiblich waren. Jedoch: Ich erwarte auch so viel Transferleistung, dass man besprochene Inhalte und Interviewpartner von einem festen Moderatorenteam trennen kann. Bei Anne Will ist auch nicht Anne Will die Quotenfrau, sondern die eine eingeladene Frau.

Daraufhin wurde mir jedenfalls von einer der Moderatorinnen eine „Wahrnehmungsstörung“ diagnostiziert und auf meine kurzen Hinweis auf die tatsächlich Verhältnisse, geantwortet, das wäre eben mal so und es wäre auch mal umgekehrt und alles wäre prima. Das ist natürlich gelogen, ich habe die letzten Wochen zurückgescrollt und gezählt und in keiner Sendung gab es ein derart unausgeglichenes Verhältnis zugunsten von von Frauen geschriebener Bücher über Frauen (die Interviewpartner ließen sich schlechter nachvollziehen).

Ich fand die Literaturagenten auf Radio Eins eigentlich immer eine sehr schöne Sendung mit interessanten Buchtipps, und habe sie deswegen auch schon an anderen Stellen ausdrücklich gelobt, aber ich habe die Sendung nach diesem kurzen und wenig fruchtbaren Austausch aus dem Podcatcher geschmissen. Mir war schon vorher der teilweise dünkelhafte Tonfall, wenn es um SF/F-Literatur ging, unangenehm aufgefallen, da konnte ich aber irgendwie noch drüber weghören. Wer jedoch so mit Hörern umgeht und noch nicht mal bereit ist, sich mit Kritik auseinanderzusetzen (ob berechtigt oder nicht, lässt sich ja oft klären), dem brauche ich meine Zeit nicht zu schenken.

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Auf einem ganz anderen Level schlimm war eine Diskussion in einem Musikerforum, bei der ich gestern beteiligt war. Ich bin in diesem Forum eigentlich nicht aktiv, wurde aber auf einen Thread aufmerksam gemacht, in dem es um die Frage geht, wieso es so wenige weibliche Produzentinnen gibt.

Ich kenne mich in der Branche nicht aus, vermute die Gründe sind aber ähnlich gelagert wie in anderen männerdominierten Bereichen auch. Das führe ich hier jetzt aus Platz- und Nervengründen nicht näher aus, es ist eine komplexe Gesamtlage, an der niemand konkret Schuld hat, an der man aber sehr schnell etwas verbessern könnte, wenn man nur wollte. (Spoiler: Oft wollen die Leute halt nicht.)

Jedenfalls habe ich gestern von explizit frauenfeindlichen Kommentaren über die üblichen langweiligen Klischeevorstellungen („Frauen mögen Technik nicht so.“) bis zu Schulbuchdefinitionen des Begriffes „transphob“ so alles gelesen, was ich eigentlich immer gerne erfolgreich verdrängen würde. Da der Thread mittlerweile geschlossen wurde, konnte ich kein schönes Schlusswort schreiben, dabei hatte ich es schon im Kopf vorformuliert: „Wer sich immer noch fragt, warum so wenig Frauen Produzentinnen sind, der muss sich nur die letzten Seiten durchlesen und kennt die Antwort.“

Na ja. Das erstaunlichste an dieser Geschichte ist vielleicht, dass ich mich immer noch über solche Diskussionen wundern kann, aber ich bin eben doch hoffnungslose Optimistin.

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Das bringt einen aber auch zur nächsten Frage, nämlich, ob es vielleicht hier tatsächlich ein Wahrnehmungsproblem ist. Natürlich ist der Musikproduktionsbereich ein Männerbereich, man muss sich hier nur die Liner Notes in der CD-Sammlung angucken. Wenn man aber etwas genauer hinguckt und sich die richtigen Künstlerinnen raussucht, hat man auf einmal einen ganzen Strauß an Frauen, die sehr wohl selber produzieren und mixen. Eventuell findet man sie allerdings auch nicht in Foren, in denen man für die These, dass Frauen „halt nicht so kreativ“ seien, Dankeschöns von anderen Leuten bekommt.

Ich werde da mal weitersuchen, weil mich diese Frage jetzt interessiert. Außerdem schadet es nie, im Ernstfall direkt konkrete Beispiele runterrattern zu können, sollte das Thema noch mal irgendwo aufploppen.

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In other news können sich interessierte Menschen schon mal so grob den 25.1.2019 im Kalendar freihalten. Die Gesangslehrerin hat jetzt mit mir und zwei anderen Schülerinnen einen Plan entwickelt und wenn alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, gibt es an genau diesem Abend ein Konzert in Essen-Steele, an dem jede von uns eine halbe Stunde Musik machen wird. Wir wissen noch nichts genaues, aber ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass es auf jeden Fall sehr toll werden wird.

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The Taste kommt wieder, eine meiner Lieblingskochsendungen. Ich mag Sendungen, bei denen Menschen nett zu einander sind und kreative Dinge tun. Die dürfen dann auch vier Stunden dauern, allerdings habe ich parallel auch Gruselstorys hier in den Kommentaren gelesen. Sagen wir: Ich mag Sendungen, bei denen man nebenbei rumtüddeln kann, die dürfen dann auch gerne vier Stunden dauern.

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Steuerrückerstattung! \o/

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Immer noch keine Strumpfhosen im ALDI-Prospekt. Auf nix ist mehr Verlass.


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Tagebuchbloggen, 7.10.2018

Der Klavierlehrer hat jetzt ein Smartphone mit WhatsApp und Spotify. „Von Spotify haben Sie mir ja erzählt, das ist toll.“

Es erleichtert aber auch etwas, weil ich sonst üblicherweise immer erst kurz vorher wusste, ob ich es zum Unterricht schaffe oder nicht und dann aber nie Bescheid sagen konnte. Ich finde es sehr gut, dass er jetzt ein Smartphone hat.

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Seit kurz vor dem Südafrikaurlaub haben wir das neue noch größere Bett. Aus dem alten neuen Bett habe ich meinen Mann angeblich immer rausgeschubst, ich weiß davon nichts, ich habe sehr gut geschlafen. Jedenfalls reichten 1,60 Meter Breite auf einmal nicht mehr und weil die Bettenfirma sehr kulant war, durften wir noch einmal gegen 1,80 Meter Breite umtauschen.

Jedenfalls gehe ich jetzt manchmal einfach schon um 22 Uhr ins Bett, weil es da so unfassbar weich und gemütlich ist und schlafe dann oft auch schnell ein, weil es so unfassbar weich und gemütlich ist.

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Auf Netflix Hilda durchgebinged, die schönste Zeichentrickserie, die ich seit langem sah. Ich mochte ja schon Disenchantment sehr gerne, aber Hilda ist noch so viel besser. Die Comics stehen schon lange auf meiner Wunschliste (HINT! HINT!), die Serie kann ich von ganzem Herzen empfehlen, wirklich.

Eine Folge Maniac versucht, aber nicht wirklich reingekommen und dann nicht weitergeguckt. Mal gucken, ob ich der Serie noch eine zweite Chance gebe.

Statt dessen mit der spanischen Serie Élite angefangen. Nachdem uns schon Haus des Geldes so gefesselt hat, schien das eine gute Anschlussserie zu sein und bislang sind wir sehr zufrieden. Es irritiert etwas, dass drei der Hauptdarsteller aus Haus des Geldes mitspielen.

Außerdem gehört, dass Zumbo’s Just Desserts eine zweite Staffel bekommt. Nachdem ich sehr viele Schwierigkeiten am Anfang der ersten Staffel hatte, war ich zum Ende hin immer begeisterter, was eben eher an den Kandidaten und weniger an den Moderatoren lag, und bin schon ganz hibbelig, dass es jetzt doch weitergeht.

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Auf Spotify The Wife Between Us [Amazon-Werbelink] gehört. Diese Mystery-Thriller à la Gone Girl sind aktuell ja so das große Ding, aber sie eignen sich wirklich sehr gut, wenn die intellektuelle Kapazität gerade nicht für mehr ausreicht. Ich habe die meisten Twists nicht kommen sehen, was nichts heißen muss, ich bin generell nicht so gut darin, Twists kommen zu sehen, auch wenn mir ein zentrales Thema des Buches (SPOILERGASLIGHTINGSPOILER) relativ schnell klar war.

Vor und nach dem Urlaub habe ich allerdings ein viel interessanteres Buch gelesen, nämlich Wir letzten Kinder Ostpreußens
[Amazon-Werbelink]  von Freya Klier. Das Buch hatte ich meiner Oma, die in Memel aufgewachsen ist, zu Weihnachten geschenkt, eher zufällig hatte ich es im Buchladen entdeckt. Jedenfalls war sie sehr begeistert und ich durfte es mit ausleihen, aber nur, wenn ich es auf jeden Fall wieder zurückbringe, denn sie will es noch mal lesen. In diesem Buch werden die Geschichten mehrerer Kinder erzählt, die in den letzten Kriegsjahren in Ostpreußen lebten. Vom jüdischen Junge Michael Wieck, der die Belagerung von Königsberg erlebte bis zu der dreijährigen Roswitha-Anne, die von einer Estin mitgenommen und adoptiert wird. Obwohl die Struktur des Buches etwas verwirrend ist, und der Schreibstil gelegentlich etwas zu einfach wirkt, ich habe viel gelernt. Auf der Suche nach mehr Ostpreußenlektüre bin ich auch auf Ulla Lachauer gestoßen, das wird dann wohl eines der nächsten Bücher und nach dem Lesen selbstverständlich an Oma weitergegeben.

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Ich habe immer noch keine neuen Strumpfhosen. Der Einzelhandel ruft für Baumwollstrümpfe Fantasiepreise aus. Ich wäre sogar bereit, diese auszugeben, wenn ich mir einigermaßen sicher wäre, dass die Strumpfhosen länger als eine Saison halten würden. Jetzt warte ich weiter, ob ALDI dieses Jahr wieder Wollstrumpfhosen für einen Fünfer hat und schlage dann zu.


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