Tagebuchbloggen, 11.04.2022

So, ich war jetzt zwei Wochen in Urlaub, während dem ich umgezogen bin, was eben dann technically kein Urlaub ist, sondern Zeit, in der man nicht zur Arbeit gehen muss, erholungstechnisch ist es mehr oder weniger ein Nullsummenspiel.

In der letzten Urlaubswoche bekam mein Mann dann Corona, dann war ich drei Tage arbeiten und dann war ich anderthalb Wochen mit Corona krank. Es geht mir insgesamt gut, seit ein paar Tagen huste ich etwas mehr als ich gerne hätte, eventuell muss das noch mal vom Arzt geklärt werden, aktuell kommt es mir aber wie normales Erkältungshusten vor und seit heute bin ich dann wieder arbeiten, hurra!

Ich kann dieses Corona nicht empfehlen, sehe aber auch irgendwie nicht, wie man sich ernsthaft davor schützen soll. Das ist kein Plädoyer dafür, die Masken wegzulassen oder anderweitig unvernünftig zu sein, aber sagen wir, wir haben auch alles so gemacht, wie man es machen soll, wir wissen, nicht, wo mein Mann sich angesteckt hat, vermutlich doch irgendwo im öffentlichen Raum und so wahnsinnig unternehmungswütig waren wir in der Zeit eh nicht. Und so, wie die Zahl der Corona-Infektionen bei ähnlich normal vorsichtigen Leuten derzeit in meinem Social-Media-Umfeld in die Höhe schießen, scheinen wir da nicht die einzigen zu sein. Wenn aber Impfung und Vorsichtsmaßnahmen dazu führt, dass man weniger krank ist und dass nicht alle gleichzeitig krank werden, dann ist das doch auch schon mal eine gute Sache.

Jedenfalls sind wir jetzt beide wieder negativ und ausreichend gesundet und so langsam kann das Sozialleben losgehen. Am Osterwochenende kommt zwei Mal Besuch und in der Woche danach kommen die ersten Übernachtungsgäste.

Der Hund hat schon mindestens eine Freundin im Nachbarhaus und an der Freundschaft zu der anderen Hündin zwei Häuser weiter haben wir gestern hart gearbeitet. Nachdem sich die beiden sehr intensiv angekeift haben, sind wir auf der Wiese am Waldrand sehr lange erst mit Leine mit beiden Hunden entlang gelaufen, mal hintereinander, mal kreuz, mal in die andere Richtung, bis beide Hunde entspannt waren und dann haben wir sie von der Leine gelassen und es war eigentlich sofort Ruhe und auf der halben Runde im Wald wurde dann das erste Mal gespielt. Das Spielverhalten ist in sofern interessant, als dass ein MacGuffin eine Rolle spielt. Die Hündin schnappt sich nämlich einen Stock, in der Erwartung, dass der andere Hund sich für den Stock interessiert und ihn ihr abjagen will. Der Stock selber hat – laut Halterin – für sie überhaupt keine Bedeutung, sie interessiert sich nicht für Stöcke, der Stock ist nur das Mittel zum Zweck, um das Interesse des anderen Hundes zu wecken. Nun ist es so, dass Kori sich auch null für Stöcke interessiert, aber sehr gerne läuft. Am liebsten wird er gejagt, im Zweifelsfall spielt er aber auch den Jäger, das sieht er nicht so eng, Hauptsache es wird hintereinander her gerannt. Es lief jetzt also ein Hund, der sich nicht für Stöcke interessiert mit einem Stock im Maul vor einem Hund weg, der sich ebenso nicht für Stöcke interessiert. Man hätte den Stock also auch weglassen können, aber erklären sie das mal einem Hund. Das ist bestimmt auch eine Analogie für irgendwas in der Gesellschaft, aber ich habe gerade nicht die Muße, mir da mehr Gedanken drüber zu machen.

Ich wollte noch irgendwas anderes schreiben, aber das habe ich jetzt vergessen. Aber jetzt bin ich ja fast gesund und so langsam fängt hier auch so was wie ein normales Leben wieder an, ich werde also hoffentlich wieder regelmäßiger berichten.


Mir ist es wieder eingefallen, heute ist Hochzeitstag, happy 17 Jahre verheiratet to us!

2022

2022, also. Nun gut, dann wollen wir mal sehen.

(Morgen ist Schlüsselübergabe fürs Haus. Wir wollen also tatsächlich dieses Jahr mal sehen.)

Tagebuchbloggen, 28.09.2021

Noch wenige Tage bis zum 41. Geburtstag und der Körper beginnt mit Verfall. Ich wachte mit Nacken auf und konnte nicht mehr nach links gucken. Die anderen Richtungen taten auch weh, waren aber noch möglich, links ging gar nicht. Das wurde über den Tag nicht besser, am Abend brauchte ich gefühlt zehn Minuten, um mich von einer Seite auf die andere zu drehen, aufstehen auch nur über mehrere Zwischenschritte möglich, die Nacht entsprechend problematisch, man will sich ja doch gelegentlich mal drehen, aber jetzt langsam wird es besser.


Am Montag fand ich abends einen Kong auf dem Bett. Das war neu. Ein Kong ist ein Hundespielzeug, das man einerseits werfen kann, das aber auch innen hohl ist und mit Futter gefüllt werden kann. Der Hund bekommt einen Kong, wenn man ihn ein bisschen beschäftigen will. Offensichtlich wollte mein Mann den Hund etwas beschäftigen, während er (also mein Mann, nicht der Hund) Dinge mit dem neuen Beamer ausprobieren wollte. Die Anschaffung des Beamers hat konkrete Gründe, der Hund ist noch nicht überzeugt, im Gegenteil, er ist höchst entrüstet über die Existenz des Beamers in diesem Haushalt und findet alles daran suspekt. Deswegen wurde der Kong nicht auf der Hundedecke leergefuttert, sondern möglichst weit weg vom Beamer ins Bett getragen und dort geleert.


Ansonsten ein Schreibwarenabo aus Großbritannien gekündigt, weil ich jetzt überraschend 9 Euro für Zoll bezahlen muss. Das Abo war so schon zu teuer, aber ich habe mich monatlich über hübsche Schreibwaren gefreut. Mit 9 Euro mehr ist es jetzt aber auch wirklich deutlich zu teuer, also, in dem Maße, in dem ich es auch nicht mehr mit „Das gönn ich mir halt“ rechtfertigen kann und jetzt habe ich es also gekündigt und als Grund die Zollgebühren angeführt. Mal gucken, wann es dafür Lösungen gibt, der Brexit ist damit auch ganz offiziell bei uns angekommen, ich hätte gut darauf verzichten können, danke für nix.

Tagebuchbloggen, 04.09.2021

Heute hat mein Mann Geburtstag, es gab aber nix, wir überlegten eine Weile, am Wochenende weg zu fahren, irgendwo auf einen Campingplatz und Campen mit Hund zu üben, aber ich muss das korrigieren, er überlegte das, nicht ich, ich habe nämlich schon seit Wochen, vielleicht auch Monaten keine mentalen Kapazitäten für Überlegungen, die über das absolut Nötigste hinausgehen, ich weiß auch, woran das liegt, aber ich habe noch keine Strategie gefunden, etwas dagegen zu machen. Jetzt war das Wetter auch nicht super und der Campingplatz, den er empfohlen bekommen hatte, ging tagelang nicht ans Telefon und dann hatte waren wir einfach auf der Hundewiese und haben danach die fünfte Staffel von Haus des Geldes zu Ende geguckt und es gab Sekt.

Weil es nix gab, habe ich mich dafür beim Einkaufen hart ins Zeug gelegt, es gab also zwei Überraschungseier, eine große Packung Celebrations und ein Stück Pflaumenkuchen, das muss jetzt reichen. Nächstes Jahr ist Schnapszahlgeburtstag, da hab ich dann hoffentlich vorher wieder Nachdenkkapazitäten für Geschenke und Unternehmungen.

Ich wollte aber eigentlich über etwas anderes schreiben, nämlich über Wassersport und das kam so. Frau Herzbruch hat gerade Klassenfahrt zum Skifahren, also nicht sie, sondern das Kind und das ist aus mehreren Gründen problematisch, die kann sie aber selber erzählen. Mir fiel dann ein, dass ich in der 6. oder 7. Klasse im Ruderlager war, dazu muss man wissen, dass ich bis zur 8. Klasse auf eine Schule in Köln ging, die wirklich direkt am Rhein liegt und deswegen ist da Rudern ein Sportangebot. Mit direkt am Rhein ist gemeint, dass da der Schulhof ist und dann kommt eine Mauer und dann kommt ein Fußweg und dann kommt der Rhein.

Jedenfalls fuhr man deswegen ins Ruderlager, man muss die Kinder ja anfixen, in dem Fall halt an den Baldeneysee in Essen, das ist von Köln aus gesehen auch klassenfahrttechnisch eine machbare Geschichte, es gibt da eine Jugendherberge oder sowas direkt am Baldeneysee. Jetzt fand ich Klassenfahrten eh immer problematisch, ich war eigentlich gerne zu Hause, ich hatte gerne mein eigenes Bett und ich musste ja auch nie zu irgendeiner Uhrzeit ins Bett, sämtliche Vorteile der Klassenfahrt der elterlichen Bevormundung zu entfliehen, trafen bei mir mangels Bevormundung nicht zu, es gab dafür sehr viele Nachteile, zum Beispiel schlechtes Essen und laffen Früchtetee oder H-Milch zum Frühstück. Ich kann mich aber auch an keine Klassenfahrt erinnern, die ich doof fand, es war also dann offenbar insgesamt immer alles okay.

Aber auch darüber wollte ich gar nicht schreiben, sondern übers Rudern, es war ja nicht nur Klassenfahrt, sondern auch noch Klassenfahrt mit Sport und Sport war ja bei mir auch immer kacke, weil ich Sport nicht kann und jetzt fordern Sie nicht, spezifisch zu werden, es gibt keinen „welchen Sport“, ich kann keinen Sport, Punkt. Ich hab noch keine Sportart gefunden, die ich entweder gut fand oder gut konnte, manchmal eins von beiden, nie beides zusammen und in Zusammenhang mit Schulsport ist das eine schlechte Kombination, glauben Sie nie die Mär vom „Dabei sein ist alles“, ich war immer dabei und hab immer eine schlechte Note bekommen, ich wurde sogar schon mal deswegen aus einem selbstgewählten Sportkurs geworden, aber das ist eine andere Geschichte, in der meine Mutter zum ersten Mal in meinem Schulleben das Bedürfnis hatte, sich zu beschweren. Erfolgreich übrigens.

Aber ich wollte ja übers Rudern schreiben. Es stellte sich komplett überraschend raus, dass ich Rudern super fand. Ich war immer noch eher schlecht im Rudern, das war mir aber egal, weil – und jetzt kommt das, worüber ich eigentlich schreiben wollte – ich offenbar Wassersport super finde. Ich habe aus dieser Erkenntnis noch nichts gemacht, aber ich habe in den letzten Jahren Surfen, Stand-Up-Paddeln und Wasserski ausprobiert und war sogar ganz erfolgreich. Ich schwimme gerne und ich war mehrfach in irgendeiner Art Boot, das man selbst in Bewegung setzen musste. Deswegen bin ich auch von der Idee eines Privatpools so besessen, weil es mir komplett naheliegend erscheint. Wasser ist das Medium, das mich offenbar zu Aktivität anregt, ich gehe auch bei 19 Grad Celsius Wassertemperatur in den Atlantik (nein, viel weniger nicht, wobei vielleicht schon, ich habe das noch nicht ausprobiert).

Das wollte ich jedenfalls erzählen.

Tagebuchbloggen, 18.08.2021

Zurück von der Besichtigung eines Hauses, das ich auf Basis der mir zur Verfügung stehenden Fakten sehr angestrengt nicht gut finden wollte, was mir aber überhaupt nicht gelang, jetzt also wieder sehr intensives Nachdenken über potentielle Renovierungsarbeiten, aber im Ernstfall sind da ja auch noch Banken dazwischen, die uns irgendwas sagen müssen und eine Eigentümerin und ein Makler auch und überhaupt.

Es gibt diesmal auch nur einen halbfertigen Pool und zwar nicht draußen, sondern drinnen, was einerseits super abgefahren ist, andererseits laut Internet auch super teuer im Unterhalt. Außerdem gibt es einen Garten, dessen Größe aufgrund seines Dschungelcharakters nicht wirklich ersichtlich war, man wird aber auch nicht alles wegholzen können, weil ein paar sehr charmante Pflanzen und Bäume dazwischen sind, die man gerne behalten möchte, man muss nur erst rausfinden, was und wo. Es wird einem wirklich auch nichts einfach gemacht.

Der Hund fand’s jedenfalls super und hat direkt alle Katzenfutternäpfe geleert, allerdings unter Aufsicht der Eigentümerin, das war also offiziell erlaubt. Der Sohn des Maklers betreibt einen Barf-Laden im Ort, das passt also alles sehr gut zusammen (auch wenn wir den Hund gar nicht barfen).

 

Tagebuchbloggen, 12.08.2021

Heute morgen beging ich einen schlimmen Anfängerfehler und verpasste die Auffahrt auf die A3 von der A52, Menschen aus der Region verstehen vielleicht, was ich meine. Es ist ein ähnlicher Anfängerfehler, wie aus Versehen in Köln auf die Deutzer Brücke zu fahren, man denkt sogar ein bisschen vorher drüber nach und trifft dann trotzdem eine sehr falsche Entscheidung, die man auch sofort bemerkt, wenn es gerade zu spät ist.

Dann war auch noch Stau und jetzt könnte ich noch mehr schreiben muss aber leider auf den Balkon, Sternschnuppen gucken. Tja.

Tagebuchbloggen, 11.08.2021

Ich kann gar nichts schreiben, ich habe heute sehr viele Mails gelöscht und auch insgesamt den Speicherplatz meines Google-Kontos aufgeräumt, bin aber natürlich noch längst nicht fertig, das Ordnungschaffen (und -halten) in der Kohlenstoffwert hat ja immer seinen Gegenpart in der digitalen. Zum Beispiel erlaube ich keine Dateien mehr im Download-Ordner. Dateien müssen entweder zeitnah an ihren entsprechenden Langzeitort verschoben werden oder sie werden in irgendeiner Form verarbeitet und danach gelöscht. Und dann muss auch der virtuelle Papierkorb zeitnah gelöscht werden.

Währenddessen hat mein Mann den Keller aufgeräumt, was erstmal bedeutet, dass er sehr viele Kartons kleingerissen und grob die Hälfte davon auch schon zum Altpapier gebracht hat. Ich bin schon sehr gespannt auf den Kellerzustand gegen Ende der Woche. Heute sah es schon sehr gut aus, aber es stand auch noch sehr viel vor der Kellertür rum. Falls jemand einen alten Vorwerk-Staubsauger braucht, wir haben demnächst einen abzugeben, ich weiß nur noch nicht, in welchem Zustand und für wie viel Geld.

Morgen muss ich ins Büro und raten Sie mal, wie viel Lust ich auf zwei Stunden durch die Gegend fahren habe. EXAKT SO VIEL, GENAU!

Tagebuchbloggen, 23.07.2021

Ich hatte in den letzten Tagen mehrere Ereignisse, bei denen sich erwachsene Leute sehr vorbildlich verhielten. Heute Abend zum Beispiel bot jemand an, den eigenen Parkplatz freizugeben, weil wir es ja mit unserem Auto deutlich schwerer hätten bei der ohnehin schon problematischen Parkplatzsituation.

Dann legte ich mich beim Hundespaziergang fast mit einer Frau an, weil erst der Hund unsouverän reagierte und dann sie und dann ich und dann atmete ich kurz durch und mir fiel auf, dass jetzt wirklich alle unsouverän reagiert hatten und entschuldigte mich und dann entschuldigte sie sich und der Hund konnte sich leider nicht entschuldigen, aber er machte auch nichts mehr. Man muss sich einfach öfter mal daran erinnern, dass man Situationen ja durchaus auch deeskalieren kann, wenn man nur mal in der ganzen Aufregung innehält.

Und dann gab es auf der Hundewiese noch eine Situation, wo mehrere Menschen mit Hunden rumstanden und ein sehr aufgeregter Hund mit seinen Menschen dazukam und die Familie ihn schon entschuldigend an die Leine nahmen und dann sagte jemand, jetzt lassen sie ihn halt von der Leine, sonst lernt er das ja nie mit dem Sozialverhalten und dann wurde der Hund von der Leine gelassen und verhielt sich völlig normal für einen Hund, nur halt vielleicht etwas aufgeregter und dann standen mehrere Leute rum und lobten den Hund dafür, dass er doch total sozialverträglich ist und alles super macht und die Menschen waren dann auch glücklich, dass überhaupt niemand über sie oder den Hund rummotzte.

Jedenfalls haben die letzten Tage mit diesen kleinen Vignetten meinen Glauben an die Menschheit wieder etwas bestärkt. Ich glaube ja eh insgesamt an das Gute im Menschen, auch wenn an anderen Stellen (Impfverweigerer, Klimaleugner, you name it) vieles dagegen spricht. Aber die meisten Menschen, denen ich im Alltag begegne, scheinen eigentlich ganz okay zu sein.