2020 als Fragebogen

The year in review. Und los:

Zugenommen oder abgenommen?

Seit August ab. Das passiert, wenn man auf einmal von 0 auf 90 bis 120 Minuten Spazierengehen am Tag kommt.

Haare länger oder kürzer?

Einigermaßen gleich. In der Pandemie ein Haarschneideset gekauft und jetzt schneide ich halt selber, wenn sie wieder ein bisschen zu lang sind. Ich hab eh nie eine Frisur, da geht das auch ganz gut ohne dass man viel können muss.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Eventuell gleich, habe jetzt aber tatsächlich vor, noch mal zum Optiker zu gehen.

Mehr Kohle oder weniger?

Mehr aus diversen Gründen.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Mehr. Schon alleine wegen neuem Sofa und neuer Küche. Statt Restaurantbesuchen gab es mehr Ausgaben für Lebensmittel, kein Urlaub, dafür die Balkone aufgepeppt. So zog es sich halt durch. Die BahnCard 100 ist seit November gekündigt, dafür habe ich jetzt ein Auto (klein und gebraucht).

Mehr bewegt oder weniger?

Erst weniger, wegen Home Office, dann deutlich mehr wegen Hund.

Der hirnrissigste Plan?

Das Jahr ließ hirnrissige Pläne nicht zu. Ein bisschen bekloppt war vielleicht die Annahme, ich könnte temporäre Pflegestelle für einen Tierschutzhund sein. In dem Moment, wo er da war, war jedenfalls klar, dass niemand diesen Hund wieder wegnehmen würde.

Die gefährlichste Unternehmung?

Mit einem Hund auf dem Rücksitz nach mehreren Jahren Quasi-Autofahrpause (gab ein paar Ausnahmen) morgens alleine auf die Hundewiese zu fahren. Sagen wir: Ich habe nach der zweiten Fahrt mal die das Handbuch mit in die Wohnung genommen, um rauszufinden, wie das Licht angeht. (Es war aber die ganze Zeit hell, ich wollte nur vorsorgen und ich weiß jetzt auch, wie das Licht angeht.)

Die teuerste Anschaffung?

Die neue Küche. Macht mich aber auch sehr glücklich.

Das leckerste Essen?

Restaurantbesuche waren ja in diesem Jahr rar gesät. Einen Ausflug nach Amsterdam haben wir zwei Mal verschoben und werden ihn wohl auch noch ein drittes Mal verschieben. Zum Valentinstag waren wir bei Hannappel in Essen-Horst, das war wie immer gut und dann waren wir anscheinend noch irgendwann im Haus Stemberg in Velbert, das krame ich gerade aus dem Gedächtnis hervor, weil ich gedacht hätte, dass es länger her ist, aber es gab eindeutig Hygieneregeln und das war 2019 noch nicht so. Ansonsten gab es viel Take-Away und Lieferdienste, anders ging es ja oft nicht und sagen wir, immerhin lag es nicht an uns, wenn es der lokalen Gastronomie schlechter geht, wir haben getan, was wir konnten.

Das beeindruckendste Buch?

Überraschenderweise erwischte mich ausgerechnet in der Pandemie eine Leseflaute. Offensichtlich habe ich die drei Stunden Pendelei jeden Tag doch sehr gut fürs Lesen genutzt und als die wegfielen fehlten auf einmal die Gelegenheiten. Laut Goodreads-Statistik kam ich nur auf 37 Bücher, das ist sehr wenig, ansonsten strebe ich ein Minimum von 52 an, also eines pro Woche. Dafür waren sehr gute Bücher dabei. Vom Hocker gehauen hat mich wenig, aber es waren auch sehr wenige Enttäuschungen dabei.

Empfehlen würde ich ad hoc: Circe von Madeline Miller [Amazon-Werbelink], eine Nacherzählung des griechischen Mythos, Spinning Silver von Naomi Novik [Amazon-Werbelink], weil Novik halt einfach super schreibt, Scythe von Neal Shusterman [Amazon-Werbelink], wenn man etwas rasantere YA-SF/F sucht und Jelly von Clare Rees [Amazon-Werbelink], wenn man mal ein Buch lesen will, in dem Menschen auf einer Riesenqualle leben.

(Ich hab da, wo es ging, die deutschen Übersetzungen verlinkt, es lesen ja nicht immer alle möglichst im Original.)

Zu Weihnachten gab es dann ein neues Kindle und seitdem (das nehme ich mal für den Jahresrückblick 2021 vorweg, geht’s wieder aufwärts mit der Lesemotivation.

Der ergreifendste Film?

„Soul“ – Mein Mann fand den Einstieg deutlich besser als den Rest des Filmes, das liegt natürlich aber auch daran, dass diese ganze Jazz-Musik-Geschichte für uns aus anderen Gründen sehr nah ist und im Film mit viel Liebe zum Detail umgesetzt ist. Ich fand alles am Film super.

Das beste Lied?

Meine Highlights stammen tatsächlich eher aus dem ersten Quartal. Besonders beeindruckt war ich von „Call in the Morning“ von The Greeting Committee, bei dem mir sogar schon die Tränen kommen, weil es so traurig ist und den tollen Satz „I cannot find another you“ enthält. Als Kontrastprogramm dann sehr oft „Gennifer Flowers“ von den Fever Dolls gehört. Außerdem sehr verliebt gewesen in „folklore“ von Taylor Swift, da auch spontan bei der Zeile „and then it was bought by me“ in „the last great american dynasty“ angefangen zu weinen.

Ansonsten wieder sehr gut mit meinen Quartalsplaylisten gefahren, wer will, kann gerne reinhören:

Winter 2020
Frühling 2020
Sommer 2020
Herbst 2020

Das schönste Konzert?

LOL. Elton John fiel aus und sonst war nix geplant.

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Mann und Hund.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Mann, Hund und Familie. Die Hoffnung ist, dass ich nächstes Jahr mit dem Auto ein bisschen flexibler für Familienbesuche bin.

Vorherrschendes Gefühl 2020?

Es gab kein vorherrschendes Gefühl. Am Anfang fand ich es superspannend, live dabei zu sein, wie Geschichte passiert, dann wurde es irgendwann zur Normalität und ich dachte nur öfter, wie gut es uns geht, dass wir quasi alle Vorteile der Pandemie (Home Office mit allen Begleiterscheinungen) mitnehmen konnten und beide von der grundsätzlichen Charakterdisposition so gestrickt sind, dass uns Kontaktreduzierungen und andere Einschränkungen nicht ernsthaft Probleme bereiten.

2020 zum ersten Mal getan?

Selber einen Hund aus dem Tierschutz adoptiert. Neun Monate im Home Office gearbeitet. Ein Auto gekauft.  Kunstrasen auf einem Balkon verlegt.

2020 nach langer Zeit wieder getan?

Nicht in Urlaub gefahren (drei Tage in Soest, aber die zählen nur bedingt). Eine Küche geplant. Die BahnCard 100 gekündigt (hatte ich schon mal, dann ergab es sich aber, dass ich die Kündigung wieder zurückzog). Sperrmüll bestellt.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Die Sache, wegen der ich ein Zeugenprotokoll für die Polizei schreiben musste. Das war’s eigentlich, alles andere war okay.

Die wichtigste Sache, von der ich jemand überzeugen wollte?

Man könnte denken, das mit dem Hund, aber da brauchte ich nicht viel Überzeugungsarbeit und dann ging alles sehr schnell und auf einmal war er da und dann musste mein Mann mich überzeugen, den Hund auch zu behalten, weil ich einfach fünf Tage immer wieder vor Überforderung geweint habe.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Wenn wir den Kori nicht nehmen, dann nehmen wir gar keinen Hund, weil besser können wir’s nicht treffen.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Keine Ahnung.

2020 war mit einem Wort…?

Anders.

 

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